Überblick
Blender ist eine professionelle Open-Source-3D-Software, die in der additiven Fertigung — dem 3D-Druck — eine wachsende Rolle spielt. Dieser Aufbaukurs vermittelt Ihnen alle Fähigkeiten, um Blender gezielt für die Erstellung, Optimierung und den Export von druckbaren 3D-Modellen einzusetzen. Dabei deckt der Kurs den vollständigen Workflow ab: von der Einrichtung der Software über klassisches Polygon-Modelling und organisches Sculpting bis hin zur Photogrammetrie sowie dem abschließenden Slicing für den Drucker. Kursvoraussetzung sind Grundkenntnisse in Blender oder das Bestehen einer Eignungsprüfung.
Kursinhalte & Lernziele
Modul 1 — Grundlagen des 3D-Druck-Workflows und Blender-Einrichtung Bevor das eigentliche Modelling beginnt, geht es um das Verständnis des gesamten Prozesses von der digitalen Idee bis zum physischen Objekt. Sie erfahren, welche Druckverfahren (FDM, SLA, SLS) es gibt, wo ihre jeweiligen Stärken liegen und welche Anforderungen sie an das 3D-Modell stellen. Blender wird anschließend gezielt für den 3D-Druck eingerichtet: Skalierung, Einheitensystem, nützliche Add-ons wie 3D Print Toolbox und eine druckorientierte Arbeitsumgebung.
- Überblick über additive Fertigungsverfahren (FDM, SLA, SLS)
- Qualitätsanforderungen: Wandstärken, Toleranzen, Druckbarkeit
- Installation und Konfiguration von Blender für den 3D-Druck
- Einsatz des 3D-Print-Toolbox-Add-ons zur Fehleranalyse
- Maßstabsgerechtes Arbeiten und korrekte Einheitensysteme
- Ausgangsdateiformate: STL, OBJ, 3MF im Vergleich
Modul 2 — Druckmodelle erstellen: Photogrammetrie Photogrammetrie ist eine Technik, bei der reale Objekte durch Fotografieren aus verschiedenen Winkeln digital rekonstruiert werden. Sie lernen, wie Sie mit einfachem Equipment aussagekräftige Fotoserien aufnehmen, diese in Photogrammetrie-Software (z. B. Meshroom) zu Rohnetzen verarbeiten und die Ergebnisse in Blender für den Druck aufbereiten.
- Grundprinzip der Photogrammetrie und geeignete Hardware
- Aufnahme-Workflow: Belichtung, Winkel, Overlap
- Import von Photogrammetrie-Netzen in Blender
- Netzbereinigung, Lochschließung und Glättung
- Reduktion der Polygonanzahl ohne Detailverlust (Remesh, Decimate)
- Export des aufbereiteten Modells für den Drucker
Modul 3 — Druckmodelle erstellen: Modelling und einfaches Sculpting Polygon-Modelling ist die klassische Methode zur Erstellung technischer und organischer Körper in Blender. Sie arbeiten mit Extrude, Loop-Cut, Bevel und Boolean-Operationen, um präzise Formen zu erzeugen. Im Sculpting-Bereich nutzen Sie Blenders Multiresolution- und Dyntopo-Modus, um organische Oberflächen, Reliefdetails und strukturierte Texturen direkt auf das Mesh zu zeichnen.
- Polygon-Modelling-Workflow: Box-Modelling, Edge-Flow
- Boolean-Operationen für komplexe Aussparungen und Verbindungen
- Einfaches Sculpting: Werkzeuge Grab, Clay, Flatten, Crease
- Multiresolution-Modifier für detailreiche Skulpturen
- Kombinierter Workflow: Blockout-Modelling + Sculpting
- Fehlerfreie Geometrie: Non-Manifold erkennen und beheben
Modul 4 — Export, Slicing und Multi-Material-Druck Das fertige Modell muss slicergerecht exportiert und konfiguriert werden. Sie arbeiten mit typischen Slicing-Programmen (z. B. PrusaSlicer, Ultimaker Cura) und verstehen die Wechselwirkung zwischen Modellgeometrie und Druckparametern. Außerdem lernen Sie, Modelle für den Multi-Material-Druck vorzubereiten und bewegliche Baugruppen mit Spielmaß zu konstruieren.
- Export-Einstellungen in Blender (Skalierung, Achsen, Dateiformat)
- Slicing-Grundlagen: Layerhöhe, Infill, Supports, Brim
- Analyse und Optimierung von Supports in der Slicing-Software
- Vorbereitung für den Multi-Material-Druck (Farb- und Materialtrennung)
- Modelle konstruktiv aufteilen für bessere Druckergebnisse
- Bewegliche Modelle: Scharnier- und Steckverbindungen mit Spielmaß
Praxis-Block — Angewandte Projekte Im praktischen Teil arbeiten Sie an eigenständigen Projekten, die den gesamten Workflow umfassen. Ausgehend von einer Aufgabenstellung entwickeln Sie jeweils ein druckbares Modell und dokumentieren Ihre Entscheidungen.
- Modellierung eines technischen Bauteils nach Zeichnung
- Aufbereitung eines Photogrammetrie-Scans zum druckfähigen Objekt
- Erstellung eines sculpted Charakterkopfes für den 3D-Druck
- Export und Konfiguration in einer Slicing-Software
- Druckvorbereitung eines zweiteiligen beweglichen Modells
- Fehlerbehebung: Analyse eines fehlerhaften Netzes und Korrektur
- Multi-Material-Modell: Farbige Logoplatte mit Hintergrund und Text
- Dokumentation des Workflows von der Idee bis zum Druckauftrag
- Präsentation und Peer-Feedback im Kurs
- Reflexion: Welche Methode eignet sich für welche Aufgabe?
- Qualitätskontrolle gedruckter Objekte
- Überarbeitung und Iteration auf Basis des Druckergebnisses
Die Übungen orientieren sich an realen Anwendungsfällen aus Produktdesign, Medizintechnik-Prototypenbau und Kreativberufen. Jedes Projekt wird von Kurstrainern begleitet, die konstruktives Feedback geben und auf individuelle Problemstellungen eingehen. Am Ende des Praxis-Blocks verfügen Sie über ein kleines Portfolio druckbarer Modelle, das den erlernten Workflow dokumentiert.
Lernziele:
Der Kurs vermittelt folgende Kompetenzen und Fähigkeiten.
- den vollständigen 3D-Druck-Workflow von der Modellierung bis zum fertigen Druckauftrag eigenständig durchführen
- Blender für den Einsatz im 3D-Druck konfigurieren und dessen spezifische Add-ons sinnvoll einsetzen
- druckfähige Polygon-Modelle mit Blenders Modelling-Werkzeugen erstellen und auf Druckbarkeit prüfen
- organische Formen und Reliefstrukturen durch einfaches Sculpting in Blender gestalten
- Photogrammetrie-Scans realer Objekte als Ausgangsbasis für Druckmodelle aufbereiten
- 3D-Modelle korrekt für verschiedene Slicing-Software exportieren (OBJ, STL)
- Slicing-Parameter wie Layerhöhe, Infill und Supports sinnvoll konfigurieren
- komplexe Druckprojekte mit mehreren Materialien vorbereiten (Multi-Material-Druck)
- Modelle für bessere Druckergebnisse aufteilen und bewegliche Elemente konstruieren
- Netz-Fehler (Non-Manifold-Geometrie) erkennen und beheben
- fertige Drucke nachbearbeiten und Fehlerquellen systematisch analysieren
Zielgruppe & Voraussetzungen
Dieser Kurs eignet sich für Personen mit Blender-Grundkenntnissen, die ihre Fähigkeiten gezielt auf den 3D-Druck ausrichten möchten. Besonders angesprochen sind die folgenden Gruppen.
- Technische Fachkräfte aus Mechanik, Elektrotechnik und Mechatronik, die Prototypen selbst erstellen wollen
- Designer, Grafiker, Mediengestalter und Architekten, die physische Modelle ihrer Entwürfe produzieren möchten
- Fotografen und Künstler, die Photogrammetrie für 3D-Objekte nutzen wollen
- Personen, die einen beruflichen Wechsel in Richtung 3D-Druck, Produktdesign oder Fertigungsplanung anstreben
- Quereinsteiger aus kreativ-technischen Berufen mit Interesse an additiver Fertigung
Die Teilnahme an diesem Kurs setzt entweder den erfolgreichen Abschluss eines Blender-Grundkurses oder das Bestehen einer Eignungsprüfung beim Anbieter voraus. Erwartet werden grundlegende Kenntnisse in der Bedienung von Blender (Navigation, einfache Objekte erstellen, Modifier verstehen). Darüber hinaus sind Deutschkenntnisse auf dem Niveau B2 sowie grundlegende Englischkenntnisse notwendig, da Teile der Dokumentation und einige Add-on-Oberflächen englischsprachig sind. Erfahrung im sicheren Umgang mit dem Computer und dem Dateisystem ist Pflicht. Eine Affinität zu technischen oder kreativen Berufen ist hilfreich.
Ablauf & Abschluss
Der Kurs findet im Combined-Learning-Format statt, das Präsenz- und Online-Lernphasen miteinander verbindet. Online-Einheiten vermitteln theoretisches Hintergrundwissen und ermöglichen flexibles, selbstgesteuertes Lernen. Live-Sitzungen und Präsenztage werden für praktische Übungen, direkte Trainerrückmeldung und Gruppenarbeiten genutzt. Lernmaterialien, Übungsmodelle und Referenzdateien werden über eine Lernplattform bereitgestellt. Screenrecordings erleichtern die Nachbereitung komplexer Arbeitstechniken. Der Kurs ist auf Vollzeitbasis ausgelegt und ermöglicht durch die intensive Taktung schnelle Lernfortschritte.
Die Kurszeit beträgt mehr als einen Monat und bis zu drei Monate. Der genaue Stundenumfang richtet sich nach dem jeweiligen Anbieter. Da der Kurs in Vollzeit stattfindet, sind mehrere Stunden täglich für Kursarbeit und eigenständige Übungen einzuplanen. Die Kombination aus angeleiteten Einheiten und freiem Projektarbeiten stellt sicher, dass theoretisches Wissen unmittelbar praktisch angewandt wird.
Der Kurs schließt mit einem trägerinternen Zertifikat bzw. einer qualifizierten Teilnahmebescheinigung des jeweiligen Anbieters ab. Diese bestätigt die erworbenen Kompetenzen im Bereich 3D-Modellierung, Photogrammetrie und 3D-Druck-Workflow mit Blender. Ein staatlicher oder kammerbezogener Abschluss wird durch diesen Kurs nicht vergeben. Das Zertifikat ist jedoch ein anerkannter Nachweis gegenüber Arbeitgebern in der Fertigungs-, Design- und Medienbranche.
Nutzen & Perspektiven
Der 3D-Druck verändert Branchen grundlegend: Medizin, Automobilbau, Luft- und Raumfahrt sowie Konsumgüterdesign setzen zunehmend auf additive Fertigung für Prototypen, Werkzeuge und Endprodukte. Wer Blender für diesen Einsatzbereich beherrscht, verschafft sich einen echten Wettbewerbsvorteil auf dem Arbeitsmarkt. Der Kurs vermittelt keine isolierten Software-Kenntnisse, sondern einen durchgängigen Produktionsprozess — von der Idee über das digitale Modell bis zum physischen Objekt. Da Blender kostenlos verfügbar und plattformübergreifend nutzbar ist, sind die erworbenen Fähigkeiten direkt im Berufsalltag einsetzbar — ohne teure Softwarelizenzen. Der Kurs befähigt Sie außerdem, Photogrammetrie als innovative Methode zur digitalen Erfassung und Weiterverarbeitung realer Objekte einzusetzen, was in der Denkmalpflege, im Produktdesign und in der Spieleentwicklung zunehmend gefragt ist. Bei AZAV-zertifizierten Anbietern kann dieser Kurs über einen Bildungsgutschein der Agentur für Arbeit oder des Jobcenters gefördert werden. Abhängig von der individuellen Situation kommen auch das Qualifizierungschancengesetz, die Berufsförderung (BFD) der Bundeswehr, Leistungen zur Rehabilitation oder Förderungen der Deutschen Rentenversicherung in Betracht. Eine Beratung beim zuständigen Leistungsträger ist empfehlenswert.
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Welche Vorkenntnisse brauche ich für diesen Kurs?
Vorausgesetzt werden Grundkenntnisse in Blender, entweder durch einen absolvierten Grundkurs oder eine bestandene Eignungsprüfung beim Anbieter. Zusätzlich sind Deutschkenntnisse auf B2-Niveau sowie grundlegende PC-Kenntnisse erforderlich.
Welchen Abschluss erhalte ich nach dem Kurs?
Sie erhalten ein trägerinternes Zertifikat bzw. eine qualifizierte Teilnahmebescheinigung des jeweiligen Anbieters. Dieses Dokument bestätigt die erworbenen Kenntnisse im Bereich 3D-Druck-Workflow mit Blender.
Kann dieser Kurs gefördert werden?
Bei AZAV-zertifizierten Anbietern ist eine Förderung über Bildungsgutschein möglich. Außerdem kommen je nach persönlicher Situation das Qualifizierungschancengesetz, Rehabilitationsleistungen oder Fördermittel der Deutschen Rentenversicherung in Betracht.
Was ist Photogrammetrie und warum ist sie relevant?
Photogrammetrie bezeichnet das Verfahren, reale Objekte durch Fotos aus verschiedenen Winkeln digital zu rekonstruieren. Der erzeugte 3D-Scan kann dann in Blender aufbereitet und gedruckt werden — besonders nützlich im Produktdesign, der Denkmalpflege und der Spielentwicklung.
Wie ist der Kurs zeitlich organisiert?
Der Kurs dauert mehr als einen Monat und bis zu drei Monate und findet in Vollzeit im Combined-Learning-Format statt. Das bedeutet: Online-Lernphasen für Theorie und Präsenztermine für praktische Übungen und Feedback.
Welche Förderung passt zu dir?
Finde in 30 Sekunden heraus, ob dir ein Bildungsgutschein oder andere Zuschüsse zustehen. Kostenlos & ohne Anmeldung.
Arbeitsmarkt-Report
Bau- und Handwerksbetriebe melden seit 2021 anhaltenden Fachkräftemangel — besonders im Bereich energetische Sanierung, Wärmepumpen-Installation und Energieberatung. Wer auf Effizienz-Themen spezialisiert ist, profitiert direkt von KfW-Programmen und BEG-Förderung.
Zielberufe & offene Stellen
Berufe, in denen Absolvent:innen dieses Kurses typischerweise arbeiten — mit bundesweit offenen Stellen der letzten 12 Monate.
- Konstruktionstechnik (grundständig)13.264 Stellen
- Druckermeister/Druckermeisterin/Bachelor Professional im Drucker-Handwerk21 Stellen
- 3-D-Druck-Spezialist/3-D-Druck-Spezialistin15 Stellen
- Mediengestalter/Mediengestalterin Digital und Print Fachrichtung Digitalmedien14 Stellen
- CGI Artist2 Stellen
- 3D-Modellierer0 Stellen