Überblick
Diese Weiterbildung bereitet systematisch auf die Microsoft-Zertifizierungsprüfung AZ-800 "Administering Windows Server Hybrid Core Infrastructure" vor. Sie befähigt IT-Fachleute, Windows-Server-Umgebungen zu verwalten, die sowohl On-Premises als auch in der Azure-Cloud betrieben werden — ein hybrides Szenario, das in deutschen Unternehmen mit vorhandener Server-Infrastruktur und wachsendem Cloud-Einsatz zum Standard wird. Zu den Aufgaben dieser Rolle gehören Active Directory Domain Services, hybride Identitätsverwaltung, Gruppenrichtlinien, Hyper-V-Virtualisierung, Container-Management, Azure Virtual Machines mit Windows Server, Netzwerkauflösung, Storage und Azure File Sync. Der Kurs findet im Combined-Learning-Format in Vollzeit statt und dauert mehr als einen bis drei Monate.
Kursinhalte & Lernziele
Der erste Block behandelt Active Directory Domain Services als Herzstück jeder Windows-Server-Umgebung. AD DS ist in nahezu jedem Unternehmens-Netzwerk vorhanden und bildet die Grundlage für Identitäts- und Zugriffsverwaltung. Für hybride Szenarien ist ein tiefes AD-Verständnis unverzichtbar, da Azure AD auf AD DS aufsetzt und mit ihm synchronisiert wird.
- Deployment und Konfiguration von AD DS Domain Controllern (lokal und in Azure)
- Verwaltung von AD DS-Sicherheitsprinzipalen: Benutzer, Gruppen, Computer und Dienstkonten
- Organisationseinheiten (OUs) und Delegierung von Verwaltungsaufgaben
- AD DS-Replikation zwischen Sites und deren Verwaltung
- AD DS-Backup und Wiederherstellung im Fehlerfall
- Azure AD Connect für die Synchronisierung von On-Premises AD mit Azure Active Directory
Der zweite Block widmet sich der hybriden Identitätsverwaltung und der Verwaltung von Windows Servern mit Azure-Diensten. Der Übergang vom rein lokalen zur hybriden Infrastruktur ist für viele Administratoren die größte Herausforderung — dieser Block bereitet gezielt darauf vor.
- Implementierung hybrider Identitäten: Passthrough Authentication, Password Hash Sync und ADFS
- Azure AD Connect Health für die Überwachung der Synchronisierung
- Verwaltung von Windows Servern mit Azure Arc: Inventarisierung, Monitoring, Update-Management
- Windows Admin Center als zentrales Verwaltungswerkzeug für lokale und hybride Umgebungen
- Domänenbasierte Gruppenrichtlinien (GPOs): Erstellung, Verknüpfung und Troubleshooting
- Azure Policy als Cloud-natives Pendant zu GPOs in Azure-Verwaltungsszenarien
Der dritte Block behandelt Hyper-V-Virtualisierung und Container als moderne Server-Laufzeitumgebungen. Server-Virtualisierung ist heute Standard — Hyper-V ist die Microsoft-eigene Hypervisor-Technologie und tief in Windows Server integriert. Container sind ein wachsendes Thema auch auf Windows-Plattformen.
- Hyper-V-Rollen konfigurieren: virtuelle Switches, virtuelle Festplatten, Speicherpools
- Verwaltung von Gast-VMs: Snapshots, Migration, dynamischer Speicher
- Azure Virtual Machines mit Windows Server: Deployment, Größenwahl, Skalierung
- VM-Extensions für Monitoring, Patching und Sicherheitskonfiguration in Azure
- Windows Server Container: Grundkonzepte, Unterschied zu Linux-Containern
- Container-Images erstellen und Container mit Docker Desktop auf Windows Server betreiben
Der vierte Block umfasst Netzwerklösungen, Storage und Prüfungsvorbereitung als abschließende und querschnittliche Themen. Netzwerk und Storage sind für jeden Server-Administrator täglich relevant — hybride Szenarien stellen hier besondere Anforderungen an Namensauflösung, IP-Management und Datenkonsistenz.
- On-Premises DNS-Server: Zonen, Einträge, Conditional Forwarding und Split-Brain-DNS
- Azure DNS als komplementärer Dienst für hybride Namensauflösung
- DHCP-Server auf Windows Server: Scopes, Failover und DHCP-Relay
- IP-Adressverwaltung (IPAM) für strukturiertes IP-Management
- Implementierung von On-Premises- und Azure-Netzwerkkonnektivität
- Azure File Sync: Windows Server-Dateiserver mit Azure Files synchronisieren
- Windows Server-Dateifreigaben und DFS-Namespaces konfigurieren
- Windows Server Storage: Speicherpools, Storage Spaces und Tiering
Praxisblock — Laborübungen und Prüfungsvorbereitung Praktische Übungen in Testumgebungen bilden den Kern der Prüfungsvorbereitung. Die AZ-800-Prüfung umfasst neben theoretischen Fragen auch praktische Case Studies und Lab-Aufgaben — die Praxis-Kompetenz ist also prüfungsrelevant.
- Deployment eines AD DS-Domain Controllers und Konfiguration der Replikation
- Einrichtung von Azure AD Connect und Überprüfung der Synchronisierung
- Erstellen und Verknüpfen von GPOs für typische Unternehmensszenarien
- Onboarding von Windows Servern in Azure Arc und Aktivierung von Update-Management
- Konfiguration eines Hyper-V-Hosts mit virtuellen Switches und Gast-VMs
- Erstellung und Verwaltung eines Windows Server Containers
- Deployment einer Azure VM mit Windows Server und Konfiguration einer VM-Extension
- Einrichtung von Azure File Sync zwischen einem lokalen Dateiserver und Azure Files
- Konfiguration von DNS-Weiterleitungen und Überprüfung der Namensauflösung
- Simulation von Prüfungsszenarien und Analyse typischer Fehlerquellen
- Auswertung von Monitoring-Daten aus Azure Monitor und Windows Admin Center
- Abschluss-Probeprüfungen mit kommentierten Musterlösungen
Alle Laborübungen werden von erfahrenen Windows-Server- und Azure-Trainer:innen begleitet, die bei technischen Fragen und prüfungsstrategischen Themen unterstützen.
Lernziele:
Nach Abschluss dieser Weiterbildung sind die Teilnehmenden in der Lage, Active Directory Domain Services (AD DS) zu deployen, zu konfigurieren und zu verwalten. Sie managen AD DS-Sicherheitsprinzipale und organisieren Benutzer, Gruppen und Computer in einer strukturierten AD-Hierarchie. Sie implementieren und verwalten hybride Identitäten durch die Integration von On-Premises Active Directory mit Azure Active Directory. Sie konfigurieren und verwalten Windows-Server über domänenbasierte Gruppenrichtlinien (GPOs) und setzen Sicherheits- und Konfigurationsrichtlinien unternehmensweit durch. Sie verwalten Windows-Server in hybriden Umgebungen mit Azure-Diensten wie Azure Arc und Windows Admin Center. Sie administrieren Hyper-V-Hosts und virtuelle Maschinen und beherrschen die wesentlichen Aspekte der Server-Virtualisierung. Sie erstellen und verwalten Container als moderne Laufzeitumgebung für Anwendungen auf Windows Server. Sie verwalten Azure Virtual Machines mit Windows Server, inklusive Skalierung, Patching und Monitoring. Sie implementieren hybride Namensauflösung und IP-Adressverwaltung für On-Premises- und Azure-Umgebungen. Sie konfigurieren Netzwerkkonnektivität zwischen On-Premises und Azure und bereiten sich strukturiert auf die AZ-800-Prüfung vor.
Zielgruppe & Voraussetzungen
Diese Weiterbildung richtet sich ausschließlich an IT-Fachleute mit praktischer Erfahrung in der Windows-Server-Administration.
- Windows Server Administratoren, die hybride Azure-Kenntnisse aufbauen möchten
- IT-Infrastrukturadministratoren in Unternehmen mit gemischten On-Premises- und Cloud-Umgebungen
- Systemadministratoren, die ihre Kenntnisse für eine Microsoft-Zertifizierung strukturieren wollen
- Azure-Administratoren, die Windows Server als Grundlage hybrider Szenarien vertiefen möchten
- Netzwerktechniker:innen in Microsoft-zentrierten IT-Umgebungen
Gute Deutschkenntnisse sind erforderlich. Da die Weiterbildung mit englischsprachiger Microsoft-Dokumentation durchgeführt wird, sind darüber hinaus gute Englischkenntnisse unabdingbar. Sicherer Umgang mit Windows und Windows Server sowie Kenntnisse in der Arbeit mit Dateisystemen werden vorausgesetzt. Praktische Erfahrung in der Windows-Server-Administration (z.B. Active Directory, Gruppenrichtlinien, Grundlagen der Netzwerkkonfiguration) ist notwendige Grundvoraussetzung. Einsteiger ohne Windows-Server-Erfahrung sollten zunächst eine Grundlagenweiterbildung in der Windows-Server-Administration absolvieren.
Ablauf & Abschluss
Der Kurs findet im Combined-Learning-Format in Vollzeit statt und verbindet strukturierte Lehreinheiten mit umfangreichen Laborübungen in Azure-Testumgebungen. Trainer:innen mit Microsoft-Zertifizierungen begleiten den Lernprozess und geben gezielte Hinweise auf prüfungsrelevante Schwerpunkte. Die Kursinhalte orientieren sich am offiziellen Microsoft-Lernpfad für AZ-800 und werden durch praktische Szenarien aus dem Unternehmensalltag ergänzt.
Die Weiterbildung dauert mehr als einen bis drei Monate und wird in Vollzeit absolviert. Der Zeitrahmen ermöglicht eine gründliche Vorbereitung auf alle Prüfungsdomänen der AZ-800. Insbesondere die Laborübungen benötigen ausreichend Zeit — komplexe Konfigurationsaufgaben lassen sich nicht in einem Crashkurs sicher erlernen.
Nach Abschluss des Kurses erhalten die Teilnehmenden ein trägerinternes Zertifikat bzw. eine qualifizierte Teilnahmebescheinigung des durchführenden Bildungsträgers. Das eigentliche Ziel ist das international anerkannte Microsoft-Zertifikat "Microsoft Certified: Windows Server Hybrid Administrator Associate", das nach bestandener AZ-800-Prüfung ausgestellt wird. Die Prüfung wird separat bei Pearson VUE angemeldet und ist nicht im Kursbeitrag enthalten. Zusätzlich zur AZ-800 kann auch die AZ-801-Prüfung abgelegt werden, um den vollständigen Associate-Status zu erlangen.
Nutzen & Perspektiven
Hybride Windows-Server-Infrastrukturen sind in deutschen Mittelstands- und Großunternehmen der Normalfall. Unternehmen mit gewachsener On-Premises-Infrastruktur migrieren nicht vollständig in die Cloud, sondern betreiben auf Jahre hinaus hybride Umgebungen — und brauchen dafür Fachleute, die beide Welten beherrschen. Das AZ-800-Zertifikat belegt genau diese Hybridkompetenz und ist daher ein starkes Signal in jeder Bewerbung im IT-Bereich. Active Directory-Kenntnisse sind dabei eine besonders gefragte Qualifikation: Nahezu jedes größere Unternehmen in Deutschland betreibt Active Directory als Basis seiner IT-Infrastruktur. Wer AD DS tief versteht und gleichzeitig hybride Azure-Szenarien beherrscht, gehört zur gefragtesten Kategorie der IT-Administratoren. Die im Kurs erlernten Fähigkeiten in Azure Arc, Azure File Sync und hybrider Identitätsverwaltung sind zudem direkt auf die Aufgaben eines modernen IT-Infrastrukturadministrators übertragbar, ohne dass zwingend eine komplett neue Tool-Landschaft erlernt werden muss. Bei AZAV-zertifizierten Anbietern ist dieser Kurs in der Regel über einen Bildungsgutschein der Bundesagentur für Arbeit oder der Jobcenter förderbar. Je nach individueller Situation kommen auch das Qualifizierungschancengesetz, Förderungen der Deutschen Rentenversicherung, Maßnahmen der Berufsförderung der Bundeswehr (BFD) oder Leistungen zur beruflichen Rehabilitation in Betracht.
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Für wen ist dieser Kurs geeignet?
Der Kurs richtet sich ausschließlich an IT-Fachleute mit praktischer Erfahrung in der Windows-Server-Administration. Einsteiger ohne Windows-Server-Hintergrund sollten zunächst Grundlagenkurse belegen, da viele Kursinhalte auf vorhandenen AD-DS- und Netzwerkkenntnissen aufbauen.
Was ist der Unterschied zwischen AZ-800 und AZ-801?
AZ-800 deckt die Kerninfrastruktur-Administration in hybriden Umgebungen ab. AZ-801 ergänzt dies um Sicherheits-, Migration- und Monitoring-Themen. Für das vollständige Associate-Zertifikat "Windows Server Hybrid Administrator Associate" sind beide Prüfungen notwendig.
Ist die Prüfung AZ-800 im Kurs enthalten?
Nein, die Prüfung wird separat bei Pearson VUE angemeldet und ist nicht im Kursbeitrag enthalten. Der Kurs bereitet Sie vollständig auf die Prüfungsinhalte vor. Die Anmeldung kann eigenständig oder über den Anbieter erfolgen.
Ist der Kurs förderbar?
Bei AZAV-zertifizierten Trägern ist der Kurs in der Regel über einen Bildungsgutschein förderbar. Je nach Situation kommen auch das Qualifizierungschancengesetz oder Förderungen der Deutschen Rentenversicherung in Betracht.
Welche Sprache wird im Kurs verwendet?
Die Unterrichtssprache ist Deutsch. Die Microsoft-Dokumentation und Kursmaterialien liegen jedoch auf Englisch vor. Gute Englischkenntnisse sind daher zwingend erforderlich.
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