Überblick
E-Business und der Betrieb von Onlineshops sind in vielen Unternehmen keine Spezialdisziplin mehr, sondern Kerngeschäft. Wer heute eine Stelle im E-Commerce, in der Systemadministration von Shoplösungen oder im digitalen Vertrieb anstrebt, muss sowohl die technischen Grundlagen — Datenbankanbindung, Schnittstellenformate, Systemintegration — als auch kaufmännische und rechtliche Rahmenbedingungen kennen. Diese Weiterbildung vermittelt beides in einem praxisorientierten Format: Von den Grundlagen des E-Commerce über die Integration von Bezahlsystemen, Kategorisierungsstandards und Warenwirtschaft bis hin zum eigenständigen Shopaufbau im abschließenden Praxisworkshop.
Kursinhalte & Lernziele
E-Commerce- und E-Business-Grundlagen Der Einstieg legt die konzeptionelle Basis. Teilnehmende lernen, wie Online-Handel technisch und organisatorisch funktioniert — von der Architektur eines Onlineshops bis zu den Geschäftsmodellen im B2C- und B2B-Segment. Gängige Shoplösungen wie Shopware, Magento und WooCommerce werden als repräsentative Plattformbeispiele eingesetzt, ohne dass der Kurs an eine bestimmte Software gebunden wäre.
- Grundbegriffe des E-Commerce: B2C, B2B, C2C, Marktplätze und hybride Modelle
- Aufbau und Architektur typischer Shopsysteme
- Übersicht verbreiteter Shoplösungen und ihre typischen Einsatzbereiche
- Produktdatenmanagement: Attribute, Variantenstrukturen, Kategorisierung
- E-Business-Plattformen für den Unternehmenseinkauf (B2B-Beschaffung)
- Grundlagen der Shop-Einrichtung: Navigation, Suchfunktion, Checkout-Prozess
Technische Integration — Bezahlsysteme, Sicherheit und Datenaustausch Dieser technische Block ist das Herzstück der Weiterbildung. Teilnehmende lernen, welche Sicherheitsanforderungen für Onlineshops gelten, wie Payment-Systeme angebunden werden und welche Schnittstellenstandards im B2B-Handel eingesetzt werden. Besonderes Gewicht liegt auf dem Umgang mit strukturierten Datenaustauschformaten, die in der B2B-Beschaffung unabdingbar sind.
- E-Payment: Anbindung von PayPal, Kreditkarte, SEPA-Lastschrift und Rechnungskauf
- Sicherheitsarchitektur: SSL/TLS, digitale Zertifikate und Signaturverfahren
- Kategorisierungsstandards: UNSPSC, CPV, eClass und DIN-Normen im E-Commerce-Kontext
- Datenbankgrundlagen: Transaktionsmanagement, Datenbankabfragen, Archivierungsstrategien
- Schnittstellenformate: BMEcat (Produktkataloge), OCI (Punchout-Verbindungen), IDOC und XML
- Integration von ERP- und Warenwirtschaftssystemen über standardisierte Schnittstellen
- Punchout-Konfiguration: Lieferantenportale in Beschaffungssysteme einbinden
Betrieb, Auswertung und rechtliche Rahmenbedingungen Ein Onlineshop muss nicht nur aufgebaut, sondern dauerhaft betrieben und optimiert werden. Dieser Block behandelt operative Themen: Verfügbarkeitsüberwachung, statistische Auswertung von Shopdaten sowie die rechtlichen Anforderungen für jeden kommerziellen Online-Auftritt.
- Disaster Management: Ausfallszenarien planen, Backups einrichten, Wiederherstellung testen
- Shop-Monitoring: Verfügbarkeit überwachen, Lastspitzen frühzeitig erkennen und abfangen
- Auditing und Reporting: Bestellentwicklung, Conversion Rate, Warenkorbabbrüche analysieren
- Alerting: automatische Benachrichtigungen bei kritischen Ereignissen einrichten
- Rechtliche Rahmenbedingungen: Impressum, AGB, Datenschutzerklärung, Widerrufsrecht
- DSGVO-Anforderungen für Online-Shops: Cookie-Consent, Datenspeicherung, Auftragsverarbeitung
Marketing und Praxisworkshop Der abschließende Block verbindet Marketinggrundlagen mit einem begleiteten Praxisworkshop. Teilnehmende wenden das Gelernte an, indem sie einen eigenen Shop aufbauen und optimieren — vom ersten Produkt bis zur Analyse der ersten Kennzahlen.
- Suchmaschinenoptimierung (SEO) für Produktseiten und Kategorieseiten
- Online-Marketing-Kanäle im Überblick: SEA, Social Commerce, E-Mail-Marketing
- Conversion-Optimierung: Produktbilder, Beschreibungen, Checkout-Flow
- Praxisworkshop: Eigenständiger Shopaufbau mit direkter Begleitung
- Konfiguration von Zahlungsart, Versandoptionen und Steuereinstellungen
- Testbestellung durchführen, auftretende Fehler identifizieren und beheben
- Erste Shop-Auswertung: Besucherstatistiken lesen und Handlungsmaßnahmen ableiten
- Qualitätskontrolle: Checkliste für einen produktionsreifen Onlineshop
Lernziele:
- Die technische und organisatorische Struktur von E-Commerce-Plattformen verstehen und einordnen
- B2B- und B2C-Shoplösungen in ihrer Architektur bewerten und Einsatzgebiete abgrenzen
- Bezahlsysteme (Payment-Gateways, Zahlungsdienstleister) anbinden und konfigurieren
- Sicherheitsanforderungen für Online-Shops umsetzen: SSL/TLS, digitale Zertifikate, Signaturverfahren
- Produktkategorisierungen nach gängigen Standards (UNSPSC, CPV, eClass) anwenden
- Datenspeicherung, Transaktionsmanagement und Archivierungskonzepte in Shopsystemen verstehen
- Schnittstellen für Datenaustausch (BMEcat, OCI, IDOC, XML) konfigurieren und nutzen
- Shopsysteme an Warenwirtschaftssysteme und Lieferantenkonfiguration (Punchout) anbinden
- Notfallpläne und Disaster-Management-Konzepte für E-Commerce-Plattformen erstellen
- Statistische Auswertungen, Auditing und Alerting im E-Business einsetzen
- Rechtliche Anforderungen (Impressumspflicht, DSGVO, Widerrufsrecht) in Onlineshops umsetzen
- E-Commerce-Marketinggrundlagen für Sichtbarkeit und Konversion eines Online-Shops anwenden
Zielgruppe & Voraussetzungen
Die Weiterbildung richtet sich an Personen, die im E-Commerce tätig werden oder sich in diesem Bereich fachlich weiterentwickeln möchten.
- Kaufmännische Fachkräfte, die digitale Vertriebskanäle verstehen und aktiv mitgestalten wollen
- IT-nahe Quereinsteiger, die Shopsysteme administrieren oder weiterentwickeln möchten
- Personen aus Handel und Logistik, die in den Online-Vertrieb wechseln
- Beschäftigte in Unternehmen, die ihren E-Commerce-Bereich auf- oder ausbauen
- Selbstständige und Gründende mit Interesse an einem eigenen Online-Shop
Eine abgeschlossene Ausbildung, ein Studium oder ein abgebrochenes Hochschulstudium ist Zugangsvoraussetzung. Gute PC-Kenntnisse und Deutschkenntnisse in Wort und Schrift werden erwartet. Das Eignungsverfahren umfasst ein persönliches Fachgespräch. Technisches Vorwissen in Web- oder Datenbankentwicklung ist hilfreich, aber keine formale Anforderung. Die Zugangsvoraussetzungen des jeweiligen Kostenträgers gelten zusätzlich.
Ablauf & Abschluss
Die Weiterbildung ist überwiegend als Vollzeitkurs konzipiert; einzelne Kursformate sind auch als Teilzeit verfügbar. Das Combined-Learning-Format verbindet Live-Unterricht mit begleiteten Selbstlernphasen. Besonders der Praxisworkshop am Ende des Kurses ist stark handlungsorientiert: Teilnehmende bauen einen eigenen Shop auf und erhalten direktes Feedback zu Konfiguration und Auswertung. Theoretische Einheiten werden durch Live-Demonstrationen in Shopsystemen und strukturierte Aufgaben ergänzt.
Die Weiterbildung dauert mehr als eine Woche bis zu einem Monat im Vollzeitmodus. Die kompakte Dauer setzt intensive Mitarbeit voraus, bietet aber den Vorteil, dass Inhalte zusammenhängend und ohne lange Unterbrechungen vertieft werden können. Bei Teilzeitteilnahme verlängert sich die Gesamtdauer entsprechend.
Nach erfolgreichem Abschluss wird ein Trägerzertifikat mit dem Titel „E-Business / Shopsystems" ausgestellt. Es handelt sich um ein bildungsträgereigenes Dokument, das die erworbenen Kompetenzen nachweist. Die Maßnahme ist AZAV-zertifiziert; bei vorliegenden persönlichen Voraussetzungen kann eine Förderung über die Agentur für Arbeit oder das Jobcenter beantragt werden.
Nutzen & Perspektiven
E-Commerce ist einer der wenigen Wachstumsmärkte, der auch in wirtschaftlich schwierigen Phasen strukturell zulegt. Unternehmen aller Größen betreiben eigene Onlineshops oder erweitern bestehende stationäre Geschäftsmodelle um digitale Vertriebskanäle. Der Bedarf an Fachleuten, die sowohl technische als auch kaufmännische Aspekte des Online-Handels verstehen, ist konstant hoch — und wächst mit jeder weiteren Welle der Digitalisierung des Handels. Wer diesen Kurs abschließt, verfügt über direkt anwendbares Wissen — nicht nur in Agenturen oder Softwareunternehmen, sondern auch in mittelständischen Handels- und Dienstleistungsbetrieben, die ihre Shopsysteme intern betreuen. Besonders der Bereich B2B-Beschaffung mit Punchout-Anbindungen (OCI) und ERP-Integration über BMEcat ist ein Spezialsegment, das von wenigen Fachleuten mit kombiniertem kaufmännisch-technischen Profil besetzt wird. Der Praxisworkshop am Kursende vermittelt eine konkrete, belegbare Erfahrung: Teilnehmende haben einen Shop konfiguriert, mit Zahlungsarten und Versandoptionen bestückt, eine Testbestellung durchgeführt und erste Besucherstatistiken ausgewertet. Diese Kombination aus technischer Basis (Schnittstellenformate, Sicherheitsarchitektur) und kaufmännischem Anwendungswissen (Recht, Marketing, Reporting) ist es, die in kleineren und mittelständischen Online-Handelsunternehmen gezielt gesucht wird — weil dort eine Person meist mehrere Rollen gleichzeitig ausfüllt.
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Brauche ich Programmierkenntnisse für diesen Kurs?
Nein. Technisches Vorwissen in Web- oder Datenbankentwicklung ist hilfreich, aber keine formale Voraussetzung. Der Kurs behandelt Schnittstellenformate und Sicherheitskonzepte auf konzeptioneller und administrativer Ebene — ohne eigene Programmierung.
Was sind BMEcat und OCI, und warum sind sie relevant?
BMEcat ist ein XML-basiertes Format für elektronische Produktkataloge im B2B-Handel. OCI (Open Catalog Interface) ist ein Standard für Punchout-Verbindungen, über die Lieferantenportale direkt in Beschaffungssysteme eingebunden werden. Beide Formate sind in der B2B-Beschaffung weit verbreitet und für E-Commerce-Fachleute im Unternehmensumfeld unverzichtbar.
Was beinhaltet der Praxisworkshop am Kursende?
Im Praxisworkshop bauen Teilnehmende eigenständig einen Onlineshop auf — von der Grundkonfiguration über Zahlungsart- und Versandeinstellungen bis zur Testbestellung und ersten Auswertung von Besucherstatistiken. Die Übung findet mit direkter Begleitung statt.
Welches Zertifikat erhalte ich nach Abschluss?
Sie erhalten ein Trägerzertifikat mit dem Titel „E-Business / Shopsystems". Es handelt sich um ein bildungsträgereigenes Zertifikat, kein staatliches Abschlusszeugnis. Die Maßnahme ist AZAV-zertifiziert, was eine Förderung über Bildungsgutschein ermöglicht.
Ist der Kurs auch in Teilzeit möglich?
Ja. Der Kurs ist überwiegend als Vollzeitmaßnahme konzipiert, einzelne Kursformate sind aber auch als Teilzeit verfügbar. Bei Teilzeitteilnahme verlängert sich die Kursdauer entsprechend. Details zu Kursformaten klärt der jeweilige Anbieter.
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