Überblick
Technische Redakteurinnen und Redakteure überbrücken die Lücke zwischen komplexem Wissen und dem Publikum, das damit arbeiten muss. Handbücher, Bedienungsanleitungen, Kataloge, Reports und Hilfesysteme entstehen nicht durch Zufall — sie folgen klaren redaktionellen, strukturellen und layouttechnischen Regeln. Dieser Kurs führt in beide Welten ein: in die Welt der professionellen Textgestaltung mit Adobe InDesign und in die handwerkliche Praxis der technischen Dokumentation, einschließlich geeigneter Help Authoring Tools und moderner Werkzeuge zur Inhaltsversionierung.
Kursinhalte & Lernziele
Einführung ins Desktop Publishing und Grundlagen der Dokumentgestaltung Desktop Publishing bedeutet, Text, Bild und Layout professionell auf der Seite zu orchestrieren. Dieser Einstiegsblock vermittelt die theoretischen und gestalterischen Grundlagen, ohne die eine technisch korrekte Umsetzung in InDesign keinen Bestand hat.
- Grundbegriffe: Typografie, Satzspiegelkonstruktion, Gestaltungsraster
- Unterschiede zwischen Print- und Bildschirmmedien im Layout-Kontext
- Farbmodelle (CMYK vs. RGB) und deren Bedeutung für Druck und Bildschirm
- Schriftklassen und Schriftkombinationen in der technischen Dokumentation
- Grundeinstellungen in Adobe InDesign: Dokumentformat, Ränder, Spalten, Bleeds
- Arbeitsbereiche und Werkzeugpaletten effizient konfigurieren
Adobe InDesign: Layoutgestaltung und Automatisierung InDesign ist das Branchenstandard-Werkzeug für die Gestaltung professioneller Druckerzeugnisse. Hier lernen Teilnehmende, wie Layouts strukturiert aufgebaut werden, wie Formatvorlagen Zeit sparen und wie Automatisierungsfunktionen dokumentenübergreifende Konsistenz sicherstellen.
- Objektrahmen, Textrahmen und Grafikrahmen erstellen und verknüpfen
- Absatz- und Zeichenformatvorlagen anlegen, hierarchisch strukturieren und konsequent einsetzen
- Musterseiten für einheitliche Kopf- und Fußzeilen sowie Layoutbereiche nutzen
- Bilder platzieren, Bildausschnitt und -skalierung anpassen, Bildunterschriften setzen
- Metadaten, Beschriftungen und automatische Bildlegenden einrichten
- Inhaltsverzeichnisse und Querverweise automatisch generieren
- Datenzusammenführung (Data Merge) für seriell produzierte Dokumente einsetzen
Einbindung von Bildern, Grafiken und Druckvorbereitung Ein gut gestaltetes Printprodukt scheitert in der Druckerei, wenn Farbprofile, Auflösung und Beschnitt nicht stimmen. Dieser Block behandelt den Weg vom fertigen Layout bis zur druckreifen Exportdatei.
- Bildformate und Auflösungsanforderungen für den Druck (ppi, dpi)
- Platzieren und Verwalten verlinkter Dateien (Bildspeicherung, Aktualisierung)
- ICC-Farbprofile zuweisen und konvertieren
- Beschnittmarken, Anschnitt und Randausfall korrekt einrichten
- Preflight-Prüfung durchführen und Fehler beheben
- Export als druckfertige PDF/X-Datei und als interaktive PDF für digitale Ausgabe
Help Authoring Tools und webbasierte Hilfesysteme Technische Redakteurinnen und Redakteure erstellen heute nicht nur gedruckte Handbücher, sondern auch kontextsensitive Online-Hilfen. Dieser Block führt in die Logik von Help Authoring Tools ein und zeigt, wie Inhalte strukturiert, verwaltet und als Hilfesystem ausgegeben werden.
- Grundkonzepte der Online-Dokumentation und des Single-Source-Publishing
- Typische Help Authoring Tools im Überblick und deren Anwendungsgebiete
- Themenbasiertes Schreiben: Topics, Chunks und Wiederverwendung von Inhalten
- Index, Suche und Inhaltsbaum in Hilfesystemen strukturieren
- Ausgabeformate: HTML5, CHM, WebHelp
- Übersetzungsworkflow und Lokalisierungsüberlegungen
Versionierung und redaktioneller Workflow Wer Dokumente professionell verwaltet, braucht mehr als einen Ordner mit Dateinamen wie „final_v3_WIRKLICHFINAL". Dieser Block zeigt, wie Versionswerkzeuge redaktionelle Abläufe unterstützen und warum Nachvollziehbarkeit in der technischen Dokumentation entscheidend ist.
- Grundprinzipien der Versionsverwaltung für redaktionelle Inhalte
- Tools für die Inhaltsversionierung im Überblick
- Änderungshistorie, Branching-Konzepte und Merge-Strategien in der Redaktion
- Publikationsworkflow: Review, Freigabe, Versionierung, Archivierung
- Strukturierte Dokumentformate (XML, DITA) als Grundlage für Single-Source-Publishing
Praxisübungen
- Vollständiges mehrseitiges Dokument in InDesign nach vorgegebenen Layoutvorgaben erstellen
- Musterseite mit Seitenzahl, Kolumnentitel und Layoutraster einrichten
- Formatvorlagenstruktur für ein technisches Handbuch anlegen und anwenden
- Bildserie mit automatischen Bildunterschriften und Metadaten einbinden
- Druckfähige PDF/X exportieren und Preflight-Bericht auswerten
- Einfaches Hilfeprojekt in einem Help Authoring Tool anlegen und als HTML5 ausgeben
- Versionierungsworkflow an einem Musterprojekt nachvollziehen
- Datenblatt-Vorlage mit Data-Merge-Funktion für Serienproduktion konfigurieren
- Inhaltsverzeichnis automatisch aus Absatzformatvorlagen generieren
- Farbprofil für Vierfarbdruck zuweisen und simulieren
- Bilddatei aus verlinktem Ordner aktualisieren und Preflight prüfen
- Abschlussprojekt: vollständiges Informationsprodukt von der Gliederung bis zur druckfertigen PDF
Lernziele:
Nach Abschluss dieses Kurses haben die Teilnehmenden praxisrelevante Kompetenzen in folgenden Bereichen erworben.
- die Grundprinzipien des Desktop Publishing und ihre Anwendung in der technischen Redaktion erläutern
- Adobe InDesign für die Erstellung professioneller Print- und Digitalmedien einsetzen
- Dokumentvorlagen anlegen, Formatvorlagen strukturieren und Layoutkonsistenz gewährleisten
- Bilder, Grafiken und Fotos korrekt in Drucklayouts einbinden und für verschiedene Ausgabemedien optimieren
- Metadaten und Bildunterschriften nach redaktionellen Standards setzen
- Objektrahmen, Textrahmen und Grafikrahmen souverän in InDesign handhaben
- Help Authoring Tools für die Erstellung webbasierter und kontextsensitiver Hilfesysteme nutzen
- Inhalte mit geeigneten Werkzeugen versionieren und Änderungen nachvollziehbar dokumentieren
- professionelle Printprodukte druckreif vorbereiten (Preflight, Farbprofile, Beschnitt)
- Automatisierungsfunktionen in InDesign für dokumentenübergreifende Konsistenz einsetzen
- redaktionelle Workflows von der Rohfassung bis zur Druckfreigabe beschreiben und umsetzen
Zielgruppe & Voraussetzungen
Der Kurs richtet sich an Personen, die redaktionell arbeiten möchten und ein Faible für strukturierte Texte und präzise Gestaltung haben.
- Hochschulabsolventen aus sprach-, geistes- oder technikwissenschaftlichen Fächern, die in die technische Redaktion einsteigen wollen
- Personen mit redaktioneller Berufserfahrung, die ihre Layout- und Tool-Kompetenz ausbauen möchten
- Quereinsteiger aus handwerklichen oder technischen Berufen mit Schreibaffinität
- Studienabbrecher mit erster praktischer Schreib- oder Gestaltungserfahrung
- Personen, die bisher mit einfachen Texteditoren oder Word gearbeitet haben und professionellere Werkzeuge erlernen wollen
Für die Teilnahme wird ein abgeschlossenes Studium oder eine abgeschlossene Berufsausbildung erwartet, ergänzt durch erste redaktionelle Erfahrung — zum Beispiel aus Praktika, studentischen Projekten, technischer Dokumentation im Beruf oder eigenem Schreiben. Der Kurs eignet sich ausdrücklich auch für Studienabbrecher und Quereinsteiger, wenn eine nachvollziehbare Affinität zu Text, Struktur und technischen Themen vorhanden ist.
Ablauf & Abschluss
Theorie und Praxis wechseln sich in kurzen Zyklen ab: Ein gestalterisches oder werkzeugbezogenes Konzept wird eingeführt, erläutert und sofort in einer eigenen Übungsaufgabe umgesetzt. Feedback erfolgt im Plenum oder individuell. Ergänzend werden Muster-Dokumente und reale Praxisbeispiele aus der technischen Dokumentation analysiert, um ein Gespür für Qualitätsstandards der Branche zu entwickeln.
Der Kurs deckt ein breites Kompetenzfeld ab und ist entsprechend umfangreich konzipiert. Teilnehmende sollten neben den Unterrichtszeiten Zeit für eigenständige Projektarbeit und Vertiefungsübungen einplanen. Die genaue Gesamtstundenzahl teilt der jeweilige Anbieter mit.
Nach Abschluss des Kurses erhalten Teilnehmende eine qualifizierte Teilnahmebescheinigung, die die erworbenen Kompetenzen in Desktop Publishing, Adobe InDesign und technischer Dokumentation dokumentiert. Diese kann als Nachweis gegenüber Verlagen, Agenturen und Unternehmen mit technischer Redaktion vorgelegt werden.
Nutzen & Perspektiven
Technische Redakteurinnen und Redakteure mit InDesign-Kenntnissen sind in einer Vielzahl von Branchen gefragt: Maschinenbau, Medizintechnik, Software, Verlagswesen und Agenturarbeit suchen regelmäßig Personen, die Fachinhalte verständlich aufbereiten und layouttechnisch umsetzen können. Der Kurs verknüpft beide Seiten dieser Arbeit — das Schreiben und das Gestalten — und macht Teilnehmende damit vielseitiger einsetzbar als reine Texter oder reine Designer. Darüber hinaus macht die Kombination aus Print-Know-how und Help Authoring Tools Absolventen für Unternehmen attraktiv, die sowohl gedruckte Handbücher als auch digitale Dokumentationsportale betreiben. Single-Source-Publishing — das gleichzeitige Bedienen mehrerer Ausgabekanäle aus einer Quelle — ist in modernen Redaktionen Standard; wer dieses Konzept verstanden und angewendet hat, bringt einen direkten Produktivitätsvorteil mit. Schließlich schafft die Ausbildung eine solide Basis, auf der sich Spezialisierungen aufbauen lassen: strukturierte Dokumentation mit DITA oder XML, UX Writing für digitale Produkte, Content Strategy oder Lokalisierungsmanagement für internationale Märkte. Wer nach dem Kurs weiß, wie professionelle Informationsprodukte entstehen, hat genug Überblick, um die eigene Entwicklungsrichtung bewusst zu wählen.
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Brauche ich Erfahrung mit Adobe InDesign?
Nein. Der Kurs führt von Grund auf in InDesign ein. Erfahrungen mit anderen Adobe-Programmen oder mit Word sind hilfreich, aber nicht vorausgesetzt.
Was sind Help Authoring Tools und warum sind sie relevant?
Help Authoring Tools (HAT) sind spezialisierte Software für die Erstellung digitaler Dokumentationssysteme — etwa kontextsensitive Online-Hilfen in Software oder Webportale für technische Anleitungen. Sie gehören zur Standardausrüstung moderner technischer Redaktionen.
Welchen Berufsabschluss erhalte ich nach dem Kurs?
Der Kurs schließt mit einer qualifizierten Teilnahmebescheinigung ab. Es handelt sich um eine berufliche Weiterbildung, nicht um einen staatlich anerkannten Berufsabschluss. In der technischen Redaktion sind entsprechende Nachweise von Weiterbildungen branchenüblich und anerkannt.
Ist der Kurs förderbar?
Der Kurs ist über Bildungsgutschein, das Qualifizierungschancengesetz und den Berufsförderungsdienst der Bundeswehr förderbar. Ob und in welchem Umfang eine Förderung infrage kommt, klärt die zuständige Behörde im Einzelfall.
Welche Branchen suchen Technische Redakteure mit InDesign-Kenntnissen?
Besonders gefragt sind Technische Redakteure mit Layout-Kompetenz im Maschinenbau, in der Medizintechnik, bei Softwareunternehmen, in Verlagen und in Agenturen. Print-Kompetenz ist dabei häufig ein Differenzierungsmerkmal gegenüber rein digital ausgerichteten Bewerberinnen und Bewerbern.
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Arbeitsmarkt-Report
Digitale Mediengestaltung, UX/UI, Social-Media-Content und Webdesign bleiben gefragt — aber AI-Tools verändern die Arbeit grundlegend. Wer Adobe/Figma mit AI-Workflows (Midjourney, ChatGPT, Runway) kombiniert, sichert sich überdurchschnittliche Position.
Zielberufe & offene Stellen
Berufe, in denen Absolvent:innen dieses Kurses typischerweise arbeiten — mit bundesweit offenen Stellen der letzten 12 Monate.
- Produktioner/Produktionerin - Medien195 Stellen
- Medienwissenschaft (grundständig)9 Stellen