Überblick
Der Markt für Klimaschutzkompetenzen wächst, und Arbeitgeber suchen neben Zertifikaten zunehmend nach Fachkräften, die ihre Kenntnisse auch in konkreten Projekten nachweisen können. Dieser Kurs schließt genau diese Lücke: Teilnehmerinnen und Teilnehmer erstellen eigenständig ein Referenzprojekt im Bereich Klimaschutzmanagement. Die Projektarbeit kann im Berufsalltag als Kompetenznachweis eingesetzt werden. Der Kurs setzt das theoretische Grundwissen aus vorherigen Klimaschutzmanagementkursen voraus und wendet es nun auf eine eigene, betreute Praxisaufgabe an.
Kursinhalte & Lernziele
Einführung und Projektkonzeption Zu Beginn werden die Anforderungen an ein professionelles Referenzprojekt im Klimaschutzmanagement erarbeitet. Die Teilnehmer wählen einen eigenen Projektkontext (Unternehmen, Branche, Typ) und entwickeln eine Konzeptskizze, die als Arbeitsgrundlage dient.
- Was macht ein Referenzprojekt im Klimaschutzmanagement professionell und glaubwürdig?
- Auswahl und Begründung des eigenen Projektkontexts (Unternehmen, Sektor, Größe)
- Zielsetzung und Scope des Projekts: Was soll das Projekt leisten, was nicht?
- Einordnung in aktuelle regulatorische Rahmenbedingungen (EU-Taxonomie, CSRD, Klimaschutzgesetz)
- Überblick über Berichterstattungsstandards und ihre Anforderungen an Projektdokumentationen
- Erstellung einer Projektskizze mit Zeitplanung und Meilensteinen
CO2-Bilanzierung und Datenbasis Die Klimaschutzbilanz ist das Herzstück jedes Klimaschutzkonzepts. Dieser Block vermittelt, wie Emissionsdaten strukturiert erfasst, Systemgrenzen definiert und Bilanzierungsmethoden korrekt angewendet werden.
- GHG Protocol Corporate Standard: Scope 1, 2 und 3 im Überblick
- ISO 14064: Aufbau und Anforderungen an eine Treibhausgasbilanz
- Systemgrenzen festlegen: Was wird einbezogen, was ausgeschlossen, warum?
- Datenquellen und Emissionsfaktoren recherchieren und qualitätssichern
- Berechnung und Dokumentation der Gesamtemissionen im Referenzprojekt
- Umgang mit Datenlücken und Unsicherheiten in der Bilanz
Maßnahmenentwicklung und Klimaschutzstrategie Auf Basis der Bilanz werden im Referenzprojekt konkrete Minderungsmaßnahmen entwickelt und in eine kohärente Klimaschutzstrategie eingebettet.
- Minderungspotenziale identifizieren: Energie, Mobilität, Beschaffung, Produktion
- Maßnahmen nach Aufwand, Einsparung und Umsetzbarkeit priorisieren
- Klimaschutzziele SMART formulieren: kurzfristig, mittelfristig, langfristig
- Klimaneutralitätspfade und Restemissions-Strategie (Kompensation, Offsetting) diskutieren
- Klimaschutzmaßnahmen in Organisationsstrukturen verankern
- Kommunikation von Klimaschutzzielen nach innen und außen
Praxisblock: Eigenständige Projektarbeit mit Feedback Die eigenständige Erstellung des Referenzprojekts ist der Kern des Kurses. Begleitung und Feedback sind feste Bestandteile des Prozesses.
- Eigenständige Erstellung der CO2-Bilanz für den gewählten Projektkontext
- Dokumentation der Methodik, Datenquellen und Annahmen
- Entwicklung und Beschreibung eines Maßnahmenkatalogs mit Begründung
- Formulierung eines Klimaschutzberichts nach einem anerkannten Strukturierungsrahmen
- Einholung und Verarbeitung von individuellem Feedback zu Zwischenständen
- Überarbeitung und Finalisierung des Referenzprojekts nach Feedback-Integration
- Visualisierung zentraler Projektergebnisse für Präsentationszwecke
- Abschlusspräsentation des Referenzprojekts mit Diskussion
- Einordnung des eigenen Projekts in den aktuellen Klimaschutz-Berufsmarkt
- Aufbau eines professionellen Klimaschutz-Portfolios aus Projekt und Dokumentation
Die begleitete Feedbackstruktur ist bewusst so gestaltet, dass Teilnehmer die gleichen iterativen Entwicklungsschritte durchlaufen, die in echten Projekten üblich sind: ein Klimaschutzkonzept entsteht nie auf Anhieb perfekt, sondern durch Prüfung, Rückmeldung und Verbesserung.
Lernziele:
- Erworbenes Klimaschutzmanagement-Wissen auf eine eigenständige Praxisaufgabe übertragen
- Ein Referenzprojekt strukturiert, nachvollziehbar und professionell dokumentieren
- Klimaschutzziele für ein Unternehmen oder eine Organisation formulieren und begründen
- CO2-Bilanzierungsansätze nach GHG Protocol oder ISO 14064 anwenden und dokumentieren
- Maßnahmen zur Emissionsminderung fachlich herleiten, priorisieren und beschreiben
- Berichtswesen und Kommunikation von Klimaschutzmaßnahmen für unterschiedliche Zielgruppen aufbereiten
- Feedback zu einem Klimaschutzkonzept annehmen, einordnen und produktiv umsetzen
- Eigene Projektarbeit in einen branchenüblichen Kontext einbetten
- Klimaschutz-Kennzahlen (Scope 1, 2, 3 nach GHG Protocol) korrekt darstellen und erläutern
- Stärken und Grenzen des eigenen Referenzprojekts sachlich einschätzen
- Professionelle Projektdokumentation als Bestandteil des eigenen Berufsprofils aufbauen
Zielgruppe & Voraussetzungen
Der Kurs richtet sich an Personen, die das theoretische Fundament im Klimaschutzmanagement bereits gelegt haben und nun einen praktischen Nachweis erbringen wollen.
- Absolventen von Klimaschutzmanagement-Zertifikatskursen, die ihre Qualifikation durch ein Praxisstück ergänzen wollen
- Quereinsteiger aus technischen oder kaufmännischen Berufen, die den Wechsel in den Klimaschutzbereich vorbereiten
- Fachkräfte, die sich auf Stellen als Klimaschutzmanager:in oder Nachhaltigkeitsbeauftragte:r bewerben
- Personen ohne Berufserfahrung im Klimaschutz, die ein Portfolio-Projekt als Einstiegshilfe aufbauen wollen
- Studienabsolventen aus Umwelt-, Ingenieur- oder Wirtschaftsstudiengängen mit praktischem Vertiefungsbedarf
Das Wissen aus einem oder mehreren vorhergehenden Klimaschutzmanagementkursen wird vorausgesetzt, da der Kurs direkt auf diesen Grundlagen aufbaut und diese in die Projektarbeit überführt. Gute Deutschkenntnisse auf dem Niveau B2 sind erforderlich, weil Projektdokumentation und Berichterstattung sprachlich präzise sein müssen.
Ablauf & Abschluss
Der Kurs findet im Combined-Learning-Format in Vollzeit statt. Die Struktur verbindet angeleitete Eingabe-Sessions, in denen Konzepte und Methodiken vorgestellt und erläutert werden, mit langen eigenständigen Arbeitsphasen, in denen das eigene Referenzprojekt entsteht. Das individuelle Feedback ist ein zentrales Element: Teilnehmer erhalten mehrfach während des Kurses kommentierte Rückmeldungen zu ihren Zwischenständen. Dieser iterative Prozess entspricht der Realität professioneller Projektarbeit und bereitet gezielt auf die Anforderungen im Berufsalltag vor.
Die Dauer des Kurses orientiert sich am Aufwand, der für ein professionell ausgearbeitetes Referenzprojekt erforderlich ist. Da der Kurs in Vollzeit angeboten wird und als Abschluss- und Praxismodul einer Klimaschutzmanagement-Weiterbildungsreihe konzipiert ist, ist die Intensität entsprechend hoch.
Nach erfolgreichem Abschluss erhalten die Teilnehmer eine qualifizierte Teilnahmebescheinigung bzw. ein trägerinternes Zertifikat. Das eigentliche Ergebnis des Kurses ist jedoch das fertiggestellte Referenzprojekt selbst, das als Portfolio-Stück für zukünftige Tätigkeiten im Klimaschutzbereich eingesetzt werden kann.
Nutzen & Perspektiven
Im Klimaschutzberufsmarkt reichen Zertifikate allein häufig nicht aus, um sich von Mitbewerbenden zu unterscheiden. Arbeitgeber in Unternehmen, Kommunen, Verbänden und Beratungen suchen nach Fachleuten, die nicht nur theoretisches Wissen mitbringen, sondern dieses auch in einem konkreten Projekt unter Beweis gestellt haben. Ein strukturiertes, methodisch sauberes Referenzprojekt ist ein starkes Differenzierungsmerkmal im Profil. Der Kurs bietet darüber hinaus etwas, das reine Zertifikatskurse nicht leisten können: die konkrete Erfahrung, ein Klimaschutzkonzept von der Ist-Analyse über die Bilanzierung bis zur Maßnahmenplanung eigenständig durchzuführen. Wer diesen Prozess einmal durchlaufen hat, kennt die typischen Fallstricke, die Qualitätsanforderungen und die Kommunikationserfordernisse, die im Berufsalltag relevant sind. Gleichzeitig schafft das Referenzprojekt eine Arbeitsgrundlage, die über den Kurs hinaus weiterentwickelt werden kann. Wer später in einer Stelle als Klimaschutzmanager:in oder Nachhaltigkeitsbeauftragte:r anfängt, kann das Projekt als Vorlage für das erste reale Unternehmenskonzept nutzen und hat damit einen deutlichen Startvorteil gegenüber Einsteigenden ohne Praxisreferenz. Die Anforderungen an Klimaberichterstattung werden durch CSRD und andere EU-Regularien in den kommenden Jahren für immer mehr Unternehmen verpflichtend — wer heute ein strukturiertes Klimaschutzprojekt vorweisen kann, trifft auf einen Arbeitsmarkt, der dieses Profil aktiv sucht. Das Referenzprojekt ist damit nicht nur ein Lernnachweis, sondern ein strategisches Instrument für den Berufseinstieg in eine wachsende Berufsgruppe.
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Was ist das Ergebnis des Kurses?
Das zentrale Ergebnis ist ein fertiggestelltes Referenzprojekt im Klimaschutzmanagement, das als Portfolio-Stück bei zukünftigen Stellen im Klima- und Nachhaltigkeitsbereich genutzt werden kann. Zusätzlich erhalten Teilnehmer eine Teilnahmebescheinigung.
Welche Vorkenntnisse werden benötigt?
Der Kurs setzt Wissen aus einem oder mehreren vorherigen Klimaschutzmanagementkursen voraus. Gute Deutschkenntnisse auf B2-Niveau sind erforderlich, da Projektdokumentation und Berichterstattung sprachlich präzise sein müssen.
Wie wird während des Kurses Feedback gegeben?
Teilnehmer erhalten mehrfach individuelles, kommentiertes Feedback zu ihren Zwischenständen. Dieser iterative Prozess ist bewusst an die Abläufe echter Projektarbeit angelehnt und stärkt die Qualität des fertigen Referenzprojekts.
Welche Standards werden in der Projektarbeit genutzt?
Die CO2-Bilanzierung orientiert sich am GHG Protocol Corporate Standard (Scope 1, 2, 3) und an ISO 14064. Berichterstattungsstandards wie CSRD und EU-Taxonomie werden in den regulatorischen Kontext eingebettet.
In welchem Format findet der Kurs statt?
Der Kurs läuft im Combined-Learning-Format in Vollzeit. Angeleitete Eingabe-Sessions wechseln sich mit langen eigenständigen Arbeitsphasen ab, in denen das Referenzprojekt entsteht.
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