Überblick
Nachhaltigkeit ist kein Nischenthema mehr, sondern ein entscheidender Wettbewerbsfaktor für Unternehmen jeder Größe. Dieser Kurs vermittelt Führungskräften und Mitarbeiter:innen aus kleinen und mittleren Unternehmen das notwendige Rüstzeug, um Nachhaltigkeitsstrategie, CSR-Management und professionelles Reporting aufzubauen. Die Inhalte orientieren sich an realen Anforderungen aus Markt, Gesetzgebung und Lieferkette und befähigen dazu, gesellschaftliche Verantwortung als echten Unternehmenswert zu etablieren — nicht als bürokratische Pflichtübung, sondern als strategischen Hebel für Wachstum und Resilienz.
Kursinhalte & Lernziele
Das erste Modul legt die konzeptionellen Grundlagen: Was bedeuten Nachhaltigkeit, CSR und ESG konkret für ein KMU? Hier werden die wichtigsten Begriffe, internationalen Rahmenwerke (wie die UN-Nachhaltigkeitsziele SDGs) und nationalen Regulierungen (Lieferkettensorgfaltspflichtengesetz, CSRD, EU-Taxonomie) verständlich erklärt. Die Teilnehmenden lernen, wie sich Nachhaltigkeitserwartungen von Kunden, Banken, öffentlichen Auftraggebern und Investoren konkret auf den KMU-Alltag auswirken.
- Grundbegriffe: Nachhaltigkeit, CSR, ESG, Resilienz
- UN-SDGs und ihre Relevanz für Unternehmen
- Regulatorischer Rahmen: CSRD, EU-Taxonomie, LkSG
- Treiber für freiwilliges und verpflichtendes Nachhaltigkeitsmanagement
- Chancen und Risiken durch Nachhaltigkeit im KMU-Kontext
- Markttrends und Kundenanforderungen an nachhaltige Lieferketten
Das zweite Modul widmet sich der Strategieentwicklung. Teilnehmende lernen, wie eine Wesentlichkeitsanalyse methodisch korrekt durchgeführt wird — von der Stakeholder-Identifikation über die Priorisierung von Nachhaltigkeitsthemen bis zur Verankerung in der Unternehmensstrategie. Im Mittelpunkt steht die Frage, wie Nachhaltigkeitsziele in operative Maßnahmen übersetzt werden, die messbar und kommunizierbar sind.
- Wesentlichkeitsanalyse: Methodik und Stakeholder-Beteiligung
- Doppelte Wesentlichkeit nach CSRD-Anforderungen
- Nachhaltigkeitsziele SMART formulieren und priorisieren
- Integration in Unternehmensplanung und -steuerung
- Verantwortlichkeiten und Governance-Strukturen aufbauen
- Nachhaltigkeitsziele mit wirtschaftlichen Zielen verknüpfen
Das dritte Modul behandelt Kennzahlen, Maßnahmen und Reporting. Hier werden Methoden zur Erfassung und Messung relevanter Nachhaltigkeitsdaten vorgestellt — von CO2-Emissionen über Energieverbrauch und Wassernutzung bis zu sozialen Kennzahlen (Arbeitsbedingungen, Diversität, Gesundheitsschutz). Gleichzeitig wird erarbeitet, wie ein Nachhaltigkeitsbericht strukturiert und zielgruppengerecht kommuniziert wird.
- Kennzahlen-Frameworks: GRI, DNK, ESRS
- CO2-Bilanzierung und Scope-1/2/3-Emissionen
- Energie- und Ressourceneffizienz messen und dokumentieren
- Soziale Kennzahlen erfassen (Arbeitssicherheit, Diversität, Löhne)
- Nachhaltigkeitsbericht schreiben: Struktur, Sprache, Glaubwürdigkeit
- Prüfbarkeit und Wesentlichkeit von Berichtsangaben sicherstellen
Das vierte Modul beschäftigt sich mit Kommunikation, Marketing und dem wirtschaftlichen Nutzen von Nachhaltigkeit. Teilnehmende lernen, wie sie intern und extern über Nachhaltigkeitsleistungen berichten, Greenwashing-Risiken vermeiden und Nachhaltigkeit als authentischen Markenwert positionieren.
- Nachhaltigkeitskommunikation intern und extern
- Social Media, Website und Jahresbericht als Kanäle
- Greenwashing erkennen und vermeiden
- Nachhaltigkeit als Argument gegenüber Kunden, Banken und Investoren
- Lieferantenmanagement und Beschaffungsrichtlinien
- Umgang mit Kundenanfragen und ESG-Fragebögen in Ausschreibungen
Der Praxis-Block vertieft alle Module durch angewandte Übungen.
- Wesentlichkeitsanalyse für ein exemplarisches KMU durchführen
- Nachhaltigkeitsziele und Maßnahmenplan entwickeln
- Kennzahlen-Erfassungsmatrix aufbauen
- CO2-Bilanz für einen Betriebsbereich berechnen
- Entwurf eines Nachhaltigkeitsberichts nach DNK oder GRI-Standards
- Stakeholder-Kommunikation simulieren
- Fallbeispiele zu erfolgreichen KMU-Nachhaltigkeitsstrategien analysieren
- ESG-Fragebogen ausfüllen und kommentieren
- Maßnahmenplan zur Energieeinsparung erstellen
- Nachhaltigkeitsziele in ein Balanced-Scorecard-Konzept integrieren
- Berichtsabschnitt für den eigenen Betrieb entwerfen
- Peer-Review eines Nachhaltigkeitsberichts durchführen
Der Kurs schließt mit einem integrativen Abschlussprojekt, bei dem Teilnehmende eine vollständige Nachhaltigkeitsstrategie inklusive Wesentlichkeitsanalyse, Maßnahmenplan und Berichtsentwurf für ein reales oder fiktives KMU erarbeiten. Die Ergebnisse werden im Plenum präsentiert und gemeinsam reflektiert.
Lernziele:
Nach Abschluss dieser Weiterbildung können die Teilnehmenden ein systematisches Nachhaltigkeitsmanagement in einem KMU von Grund auf aufbauen. Sie sind in der Lage, eine fundierte Nachhaltigkeitsstrategie zu entwickeln, die mit der Gesamtstrategie des Unternehmens verzahnt ist. Sie können eine Wesentlichkeitsanalyse durchführen und daraus konkrete Themenfelder, Maßnahmen und Kennzahlen ableiten. Die folgenden Kompetenzen werden im Einzelnen aufgebaut.
- Nachhaltigkeitsmanagement-Systeme im KMU-Kontext konzipieren
- Wesentlichkeitsanalyse nach anerkannten Frameworks durchführen
- Nachhaltigkeitsstrategie mit messbaren Zielen und Maßnahmen entwickeln
- ESG-Kriterien (Environmental, Social, Governance) für KMU operationalisieren
- Berichtspflichten und freiwillige Reporting-Standards einordnen (GRI, DNK, CSRD)
- Nachhaltigkeitsberichte strukturieren, schreiben und kommunizieren
- Stakeholder-Erwartungen systematisch erheben und adressieren
- Lieferkettenanforderungen aus Kundensicht und Regulatorik ableiten
- Nachhaltigkeitskommunikation und Marketing glaubwürdig gestalten
- Maßnahmen zur Energie- und Ressourceneinsparung identifizieren und umsetzen
- Wirtschaftliche Transformation und unternehmerische Resilienz verbinden
Zielgruppe & Voraussetzungen
Die Weiterbildung richtet sich an Personen aus kleinen und mittleren Unternehmen, die das Nachhaltigkeitsmanagement in ihrer Organisation aktiv mitgestalten sollen oder wollen. Typische Teilnehmende kommen aus folgenden Bereichen.
- Führungskräfte und Geschäftsführer:innen von KMU mit Interesse an Nachhaltigkeitsstrategie
- Mitarbeiter:innen aus Marketing, Einkauf und Vertrieb mit CSR-Bezug
- Personen, die eine Stelle als Nachhaltigkeitsbeauftragte:r übernehmen möchten
- Qualitätsmanager:innen, die ihr Portfolio um Nachhaltigkeitskompetenz erweitern wollen
- Berater:innen, die KMU bei der Nachhaltigkeitstransformation unterstützen
Vorausgesetzt werden eine kaufmännische oder betriebswirtschaftliche Ausbildung oder entsprechende Berufserfahrung. Grundlagenwissen zu Nachhaltigkeit und CSR ist hilfreich, aber keine Pflicht. Teilnehmende sollten bereit sein, anhand realer Unternehmensbeispiele zu arbeiten und Inhalte direkt auf ihren eigenen betrieblichen Kontext zu übertragen. Grundlegende PC-Kenntnisse und die Fähigkeit, Dokumente eigenständig zu erstellen, sind erforderlich.
Ablauf & Abschluss
Der Kurs wird als Combined Learning durchgeführt und kombiniert Selbstlernphasen mit Präsenz- oder Live-Online-Elementen. In den Selbstlernphasen erschließen sich Teilnehmende Grundlagentexte, Rahmenwerke und Fallbeispiele im eigenen Tempo. Synchrone Lerneinheiten dienen der Vertiefung, dem Austausch in der Gruppe und der Bearbeitung von Praxisaufgaben. Erfahrene Trainer:innen mit betriebswirtschaftlichem und nachhaltigkeitsbezogenem Hintergrund begleiten die Weiterbildung. Diskussionen über konkrete Unternehmenssituationen der Teilnehmenden sind ausdrücklich erwünscht und fördern den Praxistransfer.
Die Weiterbildung dauert mehr als eine Woche bis zu einem Monat und wird in Vollzeit absolviert. Dieser kompakte Zeitrahmen ermöglicht es, in kurzer Zeit eine solide Grundlage für die Nachhaltigkeitsarbeit im eigenen Unternehmen zu legen. Anbieter können im Einzelfall längere Formate anbieten, um mehr Zeit für Praxisübungen und das Abschlussprojekt zu reservieren.
Nach erfolgreichem Abschluss erhalten Teilnehmende ein trägerinternes Zertifikat bzw. eine qualifizierte Teilnahmebescheinigung. Dabei handelt es sich um keinen staatlich anerkannten Abschluss oder ein Kammerexamen. Die Bescheinigung dokumentiert die erworbenen Kenntnisse in Nachhaltigkeitsmanagement, CSR-Strategie und Nachhaltigkeitsreporting und kann gegenüber Arbeitgebern und Geschäftspartnern als Nachweis der fachlichen Qualifikation verwendet werden.
Nutzen & Perspektiven
Nachhaltigkeitskompetenz ist für KMU kein optionaler Bonus mehr, sondern ein handfester Wettbewerbsvorteil. Immer mehr Kunden, Großkonzerne als Auftraggeber und Kreditinstitute fragen systematisch nach ESG-Leistungen ihrer Lieferanten und Partner. Wer keine Antworten auf Nachhaltigkeitsfragen hat, verliert Aufträge und Finanzierungsmöglichkeiten. Diese Weiterbildung befähigt Teilnehmende, genau diese Lücke zu schließen und ihr Unternehmen zukunftsfähig aufzustellen. Die erlernten Methoden — von der Wesentlichkeitsanalyse bis zur CO2-Bilanzierung — sind direkt in der betrieblichen Praxis anwendbar, ohne dass externe Berater:innen beauftragt werden müssen. Das spart Kosten, baut internes Know-how auf und verankert Nachhaltigkeit dauerhaft in der Unternehmenskultur. Besonders für KMU, die noch keine eigene Nachhaltigkeitsabteilung haben, ist dieser Kurs ein wichtiger erster Schritt. Bei AZAV-zertifizierten Trägern ist der Kurs in der Regel über einen Bildungsgutschein der Agentur für Arbeit oder des Jobcenters förderbar. Auch Mittel aus dem Qualifizierungschancengesetz, der Berufsförderung der Bundeswehr sowie Leistungen der Deutschen Rentenversicherung kommen je nach persönlicher Situation in Betracht.
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Muss unser Unternehmen schon berichtspflichtig sein, um von diesem Kurs zu profitieren?
Nein. Der Kurs ist gerade für KMU konzipiert, die noch keine gesetzliche Berichtspflicht haben, aber bereits heute auf freiwilliger Basis oder aufgrund von Kundenanfragen Nachhaltigkeitsaktivitäten dokumentieren und kommunizieren müssen. Frühzeitige Vorbereitung sichert Wettbewerbsvorteile und verhindert späteres Aufholen unter Zeitdruck.
Was ist der Unterschied zwischen CSR, ESG und Nachhaltigkeit?
Corporate Social Responsibility (CSR) bezeichnet die unternehmerische Verantwortung gegenüber Gesellschaft und Umwelt, oft im Sinne freiwilliger Selbstverpflichtung. ESG (Environmental, Social, Governance) ist ein Bewertungsrahmen, der vor allem von Investoren und Finanzinstitutionen genutzt wird. Nachhaltigkeit ist der übergeordnete Begriff. Der Kurs erklärt alle drei Konzepte und zeigt, wie sie im KMU-Alltag zusammenspielen.
Welche Reporting-Standards werden im Kurs behandelt?
Der Kurs vermittelt einen Überblick über die wichtigsten Standards: GRI (Global Reporting Initiative), DNK (Deutscher Nachhaltigkeitskodex) und die ESRS-Standards im Rahmen der CSRD. Für KMU wird besonders der DNK als praktisch handhabbares Einstiegsformat behandelt, da er speziell auf kleine und mittlere Unternehmen zugeschnitten ist.
Kann ich diesen Kurs mit einem Bildungsgutschein finanzieren?
Bei AZAV-zertifizierten Trägern ist die Förderung über Bildungsgutschein der Agentur für Arbeit oder des Jobcenters in der Regel möglich. Darüber hinaus kommen das Qualifizierungschancengesetz sowie weitere Förderwege in Betracht. Eine Beratung bei der zuständigen Agentur für Arbeit vor der Buchung ist empfehlenswert.
Welchen Abschluss erhalte ich nach dem Kurs?
Nach Abschluss erhalten Teilnehmende ein trägerinternes Zertifikat bzw. eine qualifizierte Teilnahmebescheinigung. Dabei handelt es sich nicht um einen staatlich anerkannten Abschluss. Das Zertifikat dokumentiert die erworbenen Fachkenntnisse und kann gegenüber Arbeitgebern und Geschäftspartnern als Qualifikationsnachweis genutzt werden.
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Zielberufe & offene Stellen
Berufe, in denen Absolvent:innen dieses Kurses typischerweise arbeiten — mit bundesweit offenen Stellen der letzten 12 Monate.
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