Überblick
Die Logistik befindet sich in einem tiefgreifenden Wandel. Digitalisierung, Klimaanforderungen und globale Lieferkettenstörungen fordern von Disponenten und Logistikfachkräften ein deutlich erweitertes Kompetenzprofil. Dieser Kurs verbindet die zwei großen Transformationsthemen moderner Logistik: die ökologische Nachhaltigkeit (Green Logistics) und die Digitalisierung des Dispositionsalltags (KI, eFTI, digitale Frachtpapiere). Teilnehmende lernen, wie sie in einer veränderten Welt Prozesse effizient, klimaverträglich und krisenresistent gestalten.
Kursinhalte & Lernziele
Das Modul Green Logistics, Grundlagen und Strategien führt in das Konzept nachhaltiger Logistik ein. Ökologische Nachhaltigkeit in der Lieferkette ist kein isoliertes Thema mehr, sondern eng verknüpft mit regulatorischen Anforderungen, Kundenerwartungen und dem unternehmerischen Risikomanagement. Dieses Modul vermittelt das strategische und konzeptionelle Fundament.
- CO2-Emissionen in der Logistik: Quellen, Messverfahren, Benchmarks
- Intermodaler Transport: Schiene, Binnenschiff, kombinierter Verkehr
- Grüne Fahrzeugflotten: Elektro, Wasserstoff, CNG/LNG im Vergleich
- EU-Fit-for-55 und Green Deal: Auswirkungen auf Transportbetriebe
- Nachhaltigkeitszertifizierungen für Logistikdienstleister (EcoVadis, ISO 14001)
- Nachhaltige Beschaffung: Kriterien für die Auswahl grüner Subunternehmer
Das Modul KI in der Disposition beleuchtet, wie maschinelles Lernen und datengestützte Planungsalgorithmen die klassische Dispositionsarbeit ergänzen und verändern. Disponenten arbeiten zunehmend mit Systemen, die Routen optimieren, Ladekapazitäten berechnen und Prognosen erstellen, ein Verständnis dieser Werkzeuge ist heute unverzichtbar.
- Grundprinzipien von KI-Anwendungen in der Transportlogistik
- Routenoptimierungsalgorithmen: Funktionsweise und Interpretierbarkeit
- Predictive Analytics: Bedarfsprognosen und Kapazitätsplanung
- Echtzeit-Tracking und telematikgestützte Disposition
- Schnittstellen zwischen KI-System und Disponenten-Expertise
- Datenbasis und Datenqualität als Erfolgsfaktoren für KI-Anwendungen
Das Modul eFTI, digitale Frachtpapiere und Regulierung behandelt den rechtlichen Rahmen der europäischen Digitalisierungsagenda für Gütertransporte. Das EU-eFTI-Rahmenwerk verpflichtet Transportunternehmen schrittweise zur digitalen Bereitstellung von Frachtinformationen gegenüber Behörden, ein fundamentaler Wandel im Dokumentenmanagement.
- eFTI-Verordnung (EU) 2020/1056: Geltungsbereich, Zeitplan, Pflichten
- eFTI-Plattformen und zertifizierte Serviceanbieter
- Digitale CMR und andere Transportdokumente im elektronischen Format
- Schnittstellenmanagement zwischen Unternehmenssystemen und eFTI-Plattformen
- Datenschutz und Datensicherheit bei elektronischen Frachtdaten
- Praktische Einführungsschritte für Transportunternehmen
Das Modul Resilienz, Krisenmanagement und Stakeholder-Kommunikation adressiert die Krisenfestigkeit von Lieferketten, ein Thema, das seit den Verwerfungen durch Pandemie, Suezkanal-Blockade und geopolitische Konflikte ganz oben auf der Agenda steht. Disponenten spielen in Krisensituationen eine Schlüsselrolle. Praxiseinheiten setzen die erlernten Konzepte in realistische Dispositionssituationen um.
- Lieferketten-Resilienz: Konzepte, Metriken, Aufbau von Puffern
- Krisenmanagement-Rahmenwerke für Logistikoperationen
- Alternativrouting und Notfallpläne in der Disposition
- Stakeholder-Kommunikation im Krisenfall: Kunden, Carrier, Behörden
- Risikomatrix und Szenarioanalyse in der Supply-Chain-Planung
- Post-Krisen-Analyse und systematische Lernprozesse
- CO2-Berechnung für eine Transportkette mit intermodalem Anteil
- Bewertung von drei Fuhrparkkonzepten nach ökologischen und wirtschaftlichen Kriterien
- Analyse eines KI-generierten Routenplans auf Plausibilität und Optimierungspotenzial
- Erstellung einer einfachen Nachhaltigkeitsstrategie für einen mittelständischen Spediteur
- Simulation einer Lieferkettenstörung und Erarbeitung einer Ersatzlösung
- Bewertung einer eFTI-Plattformauswahl anhand definierter Anforderungen
- Kommunikationsskript für ein Kundengespräch im Krisenfall
- Analyse eines Telematik-Reportings auf Effizienz- und Nachhaltigkeitsindikatoren
- Entwicklung eines intermodalen Transportkonzepts für eine Frachtrelation
- Risikoidentifikation und -bewertung für eine mehrstufige internationale Lieferkette
- Interpretation von Nachhaltigkeits-KPIs eines Logistikdienstleisters
- Kurzpräsentation zum gewählten Themenschwerpunkt aus dem Kursstoff
Die abschließende Fallstudie stellt die Teilnehmenden vor die Aufgabe, für einen mittelständischen Logistikbetrieb ein kompaktes Green-Logistics-Konzept zu entwickeln, inklusive Emissionsreduktionszielen, Digitalisierungsmaßnahmen und einem Resilienzplan für zwei definierte Störszenarien. Diese integrative Aufgabe zeigt, wie die Kursthemen im Unternehmensalltag zusammenwirken.
Lernziele:
Nach Abschluss des Kurses kennen die Teilnehmenden die Grundprinzipien der Green Logistics und können ökologische Ziele in operative Planungsprozesse integrieren. Sie verstehen, wie KI-gestützte Dispositionswerkzeuge funktionieren und welchen Mehrwert sie im Tagesgeschäft bieten. Sie kennen das europäische eFTI-Rahmenwerk für digitale Frachtpapiere und können dessen Bedeutung für die Branche einschätzen. Sie sind in der Lage, Resilienzstrategien für Logistikoperationen zu beschreiben und auf konkrete Störszenarien anzuwenden. Sie verstehen die veränderte Rolle des Disponenten im digitalisierten Umfeld und können ihre eigene Position darin einordnen. Sie kennen Ansätze des Stakeholder-Managements in der Logistik und können Kommunikationsstrategien für unterschiedliche Anspruchsgruppen ableiten. Sie sind mit den Grundlagen nachhaltiger Beschaffung und Lieferantenauswahl vertraut. Sie kennen Instrumente zur CO2-Bilanzierung von Transporten und können einfache Emissionsberechnungen durchführen. Sie verstehen die regulatorischen Treiber der Logistikdigitalisierung in der EU und können deren operative Konsequenzen benennen. Sie können Risiken in Lieferketten systematisch identifizieren und in einem Krisenmanagementrahmen priorisieren. Sie kennen die Grundzüge der Intermodalität als Instrument für klimaschonende Transporte. Sie sind in der Lage, ein einfaches Nachhaltigkeitskonzept für einen Logistikbetrieb zu skizzieren.
Zielgruppe & Voraussetzungen
Diese Weiterbildung richtet sich an Disponenten, Logistikkoordinatoren und Supply-Chain-Fachkräfte, die ihre Kompetenzen im Bereich Green Logistics und Logistikdigitalisierung gezielt ausbauen wollen. Fachkräfte mit mehrjähriger Praxiserfahrung, die ihre Rolle im digitalen Wandel aktiv gestalten möchten, sind hier richtig.
- Disponenten mit mehrjähriger Berufspraxis im Speditions- oder Transportbereich
- Supply-Chain-Manager und Logistikkoordinatoren in Industrie und Handel
- Fachkräfte aus Fuhrparkmanagement, Lagerwirtschaft oder Beschaffungslogistik
- Berufstätige mit kaufmännischem oder technischem Hintergrund und Logistikbezug
- Quereinsteiger mit Studienabschluss und ersten Berufserfahrungen in der Branche
Die Teilnahme setzt eine abgeschlossene Ausbildung im kaufmännischen oder technischen Bereich voraus, kombiniert mit mindestens fünf Jahren einschlägiger Berufspraxis in der Logistik. Quereinsteiger mit Studienabschluss oder abgebrochenem Studium und ersten Branchenerfahrungen werden ebenfalls zugelassen. Grundkenntnisse in IT und eine gewisse digitale Affinität sind für die Bearbeitung der Digitalisierungsthemen hilfreich. Kommunikationsstärke, Problemlösungsfähigkeit und Flexibilität erleichtern das Lernen erheblich und sind im späteren Berufsfeld unerlässlich.
Ablauf & Abschluss
Der Kurs wird als Online-Lehrgang angeboten und kombiniert Fachliteratur sowie strukturierte Lerneinheiten mit fallbasierten Aufgaben aus dem Logistikgeschäft. Die Kursstruktur orientiert sich am Arbeitsalltag von Disponenten: praxisnah, lösungsorientiert und auf unmittelbare Anwendbarkeit ausgerichtet. Die Lerneinheiten können berufsbegleitend absolviert werden; Tutoren stehen für Fachfragen zur Verfügung.
Der Kurs ist als kompakte, aber substanzielle Weiterbildung konzipiert, auf die spezifischen Anforderungen einer erfahrenen Fachkraft im Logistikbereich zugeschnitten. Das Lernvolumen ist auf die parallele Berufstätigkeit abgestimmt.
Nach erfolgreichem Abschluss erhalten die Teilnehmenden ein trägerinternes Zertifikat oder eine qualifizierte Teilnahmebescheinigung. Diese dokumentiert die Qualifizierung in Green Logistics, KI-gestützter Disposition, eFTI und Lieferkettenresilienz und ist für die berufliche Weiterentwicklung im Logistiksektor relevant.
Nutzen & Perspektiven
Logistikfachkräfte, die beide Transformationsthemen, Digitalisierung und Nachhaltigkeit, beherrschen, sind auf dem Arbeitsmarkt klar im Vorteil. Disponenten, die KI-Tools sinnvoll einsetzen, Emissionen messen und grüne Transportoptionen kennen, sind die Brücke zwischen klassischem Operationsdenken und zukunftsfähiger Logistik. Genau das ist es, was die Branche heute sucht. Die regulatorischen Anforderungen machen Green Logistics zur Pflicht, nicht zur Kür. Fit-for-55-Regulierung, CBAM, Nachhaltigkeitsberichterstattung nach CSRD und die eFTI-Pflicht schaffen Druck, auf den Unternehmen reagieren müssen, und das können nur Fachkräfte, die diese Themen durchdrungen haben. Dieser Kurs gibt das nötige Wissen dafür. Gleichzeitig bleibt die operative Praxis im Mittelpunkt. Disponenten lernen nicht nur, was Green Logistics bedeutet, sondern wie sie CO2-Bilanzen erstellen, KI-Routenvorschläge bewerten und Krisen in der Lieferkette managen. Die Verbindung aus strategischem Verständnis und operativer Handlungsfähigkeit macht diesen Kurs zum relevanten Kompetenzsprung für erfahrene Logistikprofis.
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Für wen ist dieser Kurs geeignet?
Der Kurs richtet sich an erfahrene Logistikfachkräfte mit mindestens fünf Jahren Berufspraxis, die ihre Kompetenz in Green Logistics und digitaler Disposition ausbauen möchten. Disponenten, Supply-Chain-Manager und Logistikkoordinatoren mit Praxishintergrund profitieren besonders.
Was versteht man unter Green Logistics?
Green Logistics bezeichnet Ansätze, den ökologischen Fußabdruck von Logistikoperationen zu reduzieren, durch emissionsarme Fahrzeuge, intermodale Transporte, effiziente Routenplanung und nachhaltige Beschaffung. Der Kurs behandelt sowohl die strategischen Grundlagen als auch praktische Umsetzungsschritte.
Was ist eFTI?
eFTI steht für Electronic Freight Transport Information und bezeichnet das EU-Rahmenwerk für digitale Frachtpapiere (EU-Verordnung 2020/1056). Es verpflichtet Transportunternehmen schrittweise, Frachtinformationen elektronisch bereitzustellen. Der Kurs erläutert Geltungsbereich, Zeitplan und praktische Einführungsschritte.
Wie läuft der Kurs ab?
Der Kurs ist als Online-Lehrgang konzipiert und kann berufsbegleitend absolviert werden. Fallbasierte Aufgaben aus dem Logistikgeschäft sorgen für praxisnahen Transfer. Tutorielle Begleitung steht für Fachfragen zur Verfügung.
Welchen Abschluss erhalte ich?
Der Kurs schließt mit einem trägerinternen Zertifikat oder einer qualifizierten Teilnahmebescheinigung ab. Dieser Nachweis dokumentiert die erworbenen Kompetenzen in Green Logistics und Logistikdigitalisierung für die berufliche Weiterentwicklung.
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Arbeitsmarkt-Report
Konstruktion, CAD und industrielle Fertigung sind durchgehend gefragt — die Transformation Richtung E-Mobilität, Energietechnik und Industrie 4.0 schafft zusätzliche Spezialisten-Rollen. CAD-/Simulation-Software-Kenntnisse sind Türöffner.
Zielberufe & offene Stellen
Berufe, in denen Absolvent:innen dieses Kurses typischerweise arbeiten — mit bundesweit offenen Stellen der letzten 12 Monate.
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- Vertriebsberater/Vertriebsberaterin273 Stellen
- Vertriebsingenieur/Vertriebsingenieurin35 Stellen