Überblick
Die Weiterbildung Technische Grundlagen Metalltechnik vermittelt das solide handwerkliche und technische Fundament, das für eine erfolgreiche Tätigkeit in der metallverarbeitenden Industrie unerlässlich ist. Die Teilnehmenden erwerben umfassende Kenntnisse in den sechs zentralen Kompetenzfeldern der Metalltechnik: Prüftechnik, Fertigungstechnik, Werkstofftechnik, Montage, Instandhaltung sowie technische Kommunikation. Der Kurs schafft eine verlässliche Grundlage für weiterführende Qualifikationen und bereitet auf Tätigkeiten in Fertigungsbetrieben, Werkstätten und Instandhaltungsabteilungen vor. Angesichts des anhaltenden Fachkräftemangels in gewerblich-technischen Berufen eröffnet dieser Einstiegskurs reale Chancen auf dem Arbeitsmarkt.
Kursinhalte & Lernziele
Modul 1 — Werkstofftechnik: Das Verständnis metallischer Werkstoffe bildet die Grundlage jeder fachgerechten Bearbeitung und Verarbeitung. In diesem Modul lernen die Teilnehmenden die wichtigsten Metallgruppen kennen, verstehen deren Eigenschaften und Verhalten unter Belastung und treffen fundierte Materialentscheidungen für typische Anwendungsszenarien.
- Einteilung metallischer Werkstoffe in Eisen- und Nichteisenmetalle sowie Legierungen
- Mechanische Eigenschaften wie Festigkeit, Härte, Zähigkeit und Elastizität im Überblick
- Wärmebehandlungsverfahren: Glühen, Härten, Anlassen und ihre Auswirkungen auf Werkstoffeigenschaften
- Korrosion, Korrosionsschutz und Oberflächenbehandlung in der Metallverarbeitung
- Normen und Werkstoffbezeichnungen nach DIN und EN für die praktische Anwendung
- Werkstoffauswahl anhand technischer und wirtschaftlicher Anforderungen
Modul 2 — Fertigungstechnik: Fertigungsverfahren sind das Herzstück der Metalltechnik. Dieses Modul vermittelt systematisch, welche spanenden, spanlosen und fügenden Verfahren eingesetzt werden, wie sie funktionieren und wann sie zweckmäßig angewandt werden. Die Teilnehmenden lernen, Fertigungsabläufe zu verstehen und einfache Verfahren selbst auszuführen.
- Spanende Fertigungsverfahren: Drehen, Fräsen, Bohren und Schleifen im Überblick
- Spanlose Fertigungsverfahren: Biegen, Stanzen, Tiefziehen und Schmieden als Grundprinzipien
- Fügeverfahren: Schweißen, Löten, Kleben und Schraubenverbindungen
- Maschinenarten und deren Einsatzgebiete in typischen Fertigungsbetrieben
- Arbeitssicherheit beim Umgang mit Maschinen und Werkzeugen
- Grundlagen der Qualitätssicherung im Fertigungsprozess
Modul 3 — Prüftechnik und Montage: Qualitätssicherung beginnt mit zuverlässiger Messung. In diesem Modul erlernen die Teilnehmenden den Umgang mit Messmitteln und wenden Prüfverfahren auf Bauteile und Baugruppen an. Der Montageteil vermittelt, wie mechanische Einheiten fachgerecht zusammengebaut und gewartet werden.
- Messmittel der Längenmesstechnik: Schieblehre, Mikrometer, Messuhren und Lehren
- Passungen, Toleranzen und Maßhaltigkeit in der Fertigung
- Oberflächenprüfung und Sichtprüfung als Grundelemente der Qualitätskontrolle
- Montage und Demontage von Wellen-Naben-Verbindungen, Lagern und Kupplungen
- Anzugsmomente, Sicherungselemente und Montagehilfen
- Dokumentation von Montagevorgängen und Qualitätsnachweisen
Praxis-Block — Angewandte Übungen aus der Metalltechnik
- Bestimmung der Werkstoffeigenschaften anhand von Probekörpern mit Schieblehre und Härteprüfgerät
- Lesen und Interpretieren eines technischen Zeichnungsblattes mit Toleranzangaben
- Erstellen eines einfachen Zerspanungsplans für ein vorgegebenes Bauteil
- Montage einer Wellen-Lager-Einheit mit Vorgabemoment und Kontrolle
- Dokumentation eines Instandhaltungsvorgangs nach einem Musterformular
- Identifikation von Fertigungsfehlern an einem Beispielbauteil und Ableitung von Maßnahmen
- Erstellung einer einfachen technischen Zeichnung mit Normschrift und Bemaßung
- Durchführung einer Sichtprüfung auf Risse, Formabweichungen und Oberflächenschäden
- Planung eines einfachen Wartungsintervalls für eine fiktive Maschine
- Recherche und Anwendung einer Werkstoffnorm für eine vorgegebene Anwendung
- Kommunikationsübung: Übergabe eines Auftrags im Schichtbetrieb dokumentieren
- Sicherheitsunterweisung: Gefahren im Werkstattbetrieb erkennen und vermeiden
Instandhaltung und technische Kommunikation vertiefen das erworbene Wissen in der Praxis. Die Teilnehmenden lernen, vorbeugende und korrektive Instandhaltungsmaßnahmen zu unterscheiden, einfache Wartungsarbeiten durchzuführen und die Ergebnisse verständlich zu dokumentieren. Technische Kommunikation umfasst das Lesen von Zeichnungen, das Erstellen von Berichten und die mündliche wie schriftliche Fachsprache im Betrieb.
Lernziele:
- Sie kennen die gebräuchlichsten metallischen Werkstoffe und können deren Eigenschaften, Verwendungszwecke und Verarbeitungsmerkmale einordnen
- Sie verstehen die grundlegenden Fertigungsverfahren der Metalltechnik und können diese situationsgerecht anwenden
- Sie führen Prüfungen mit gängigen Messmitteln durch und beurteilen Maßhaltigkeit und Qualität von Bauteilen
- Sie lesen und interpretieren technische Zeichnungen und Stücklisten korrekt
- Sie montieren und demontieren mechanische Baugruppen fachgerecht und sicherheitsbewusst
- Sie führen einfache Instandhaltungsmaßnahmen eigenständig durch und dokumentieren diese
- Sie kennen die relevanten Sicherheitsvorschriften und Arbeitsschutzregeln für metallverarbeitende Tätigkeiten
- Sie erstellen und verstehen technische Dokumentationen und Arbeitsberichte
- Sie kommunizieren im betrieblichen Kontext fachgerecht mit Kolleginnen und Kollegen sowie Vorgesetzten
- Sie identifizieren typische Fertigungs- und Montagefehler und leiten Korrekturmaßnahmen ein
- Sie kennen die Grundsätze qualitätsorientierter Arbeit in der Metallverarbeitung
Zielgruppe & Voraussetzungen
Der Kurs richtet sich an Personen, die einen beruflichen Einstieg oder Wiedereinstieg in den technisch-gewerblichen Bereich anstreben und dabei strukturierte Grundlagenkenntnisse in der Metalltechnik erwerben möchten. Er ist gleichermaßen geeignet für Menschen ohne Vorkenntnisse in der Metallverarbeitung wie für Quereinsteiger aus anderen gewerblichen Berufen.
- Berufsrückkehrerinnen und Berufsrückkehrer, die in die technisch-gewerbliche Beschäftigung einsteigen möchten
- Personen mit allgemeiner handwerklicher Vorerfahrung, die ihre Kenntnisse systematisieren wollen
- Arbeitssuchende, die über einen Bildungsgutschein qualifiziert werden möchten
- Umschüler aus anderen Berufsbereichen, die in die metallverarbeitende Industrie wechseln wollen
- Bewerberinnen und Bewerber für Ausbildungsberufe in der Metalltechnik, die ihre Voraussetzungen verbessern möchten
Für die Teilnahme an diesem Kurs werden grundlegende PC-Kenntnisse sowie Deutschkenntnisse auf dem Niveau B2 vorausgesetzt. Besondere Fachkenntnisse in der Metalltechnik sind nicht erforderlich; der Kurs ist als Einstiegsqualifikation konzipiert. Technisches Verständnis und handwerkliches Interesse erleichtern die Aufnahme der Inhalte erheblich.
Ablauf & Abschluss
Die Weiterbildung wird als Combined Learning durchgeführt. Theoretische Einheiten wechseln sich mit praktischen Übungen ab. Die Lernumgebung verbindet klassische Unterrichtsformate mit dem Einsatz werkstattnaher Aufgabenstellungen und Übungsszenarien, sodass das erworbene Wissen direkt angewandt und vertieft werden kann. Mehrere Träger bieten diesen Kurs an, jeweils in Vollzeit.
Der Kurs hat eine Dauer von mehr als einer Woche bis zu einem Monat und wird in Vollzeit durchgeführt. Die genaue Stundenzahl und der Lehrplan variieren je nach Anbieter; die inhaltlichen Schwerpunkte in den sechs Kernbereichen sind jedoch bei allen Trägern vergleichbar.
Nach erfolgreichem Abschluss der Weiterbildung erhalten die Teilnehmenden ein trägerinternes Zertifikat oder eine qualifizierte Teilnahmebescheinigung. Diese bestätigt die erworbenen Grundlagenkenntnisse in der Metalltechnik und ist bei Bewerbungen im gewerblich-technischen Bereich ein anerkannter Qualifikationsnachweis. Das Zertifikat bereitet auf weiterführende Fachausbildungen und anschlussfähige Qualifizierungen vor.
Nutzen & Perspektiven
Der Fachkräftebedarf in der deutschen Metallindustrie ist unverändert hoch. Betriebe aus dem Maschinenbau, der Automobilzuliefererindustrie und der Anlagentechnik suchen kontinuierlich nach Mitarbeitenden mit soliden Grundlagenkenntnissen. Wer diesen Kurs abschließt, ist in der Lage, in Werkstatt- und Fertigungsumgebungen sofort produktiv mitzuarbeiten und bietet Arbeitgebern eine belastbare Qualifikationsbasis. Die Kombination aus sechs Kernbereichen in kompakter Form macht diesen Kurs besonders effizient: Innerhalb weniger Wochen werden die wesentlichen Grundlagen eines Ausbildungsberufs in der Metalltechnik auf Einstiegsniveau abgedeckt. Das schafft unmittelbare Anschlussfähigkeit an betriebliche Anforderungen und erleichtert den Übergang in die Beschäftigung erheblich. Bei AZAV-zertifizierten Trägern ist diese Weiterbildung in der Regel über einen Bildungsgutschein der Agentur für Arbeit oder des Jobcenters förderbar. Darüber hinaus sind Förderungen nach dem Qualifizierungschancengesetz, der Berufsförderungsdienst der Bundeswehr, Leistungen zur Rehabilitation und Teilhabe am Arbeitsleben sowie Förderprogramme der Deutschen Rentenversicherung möglich. Die individuelle Förderberatung erfolgt beim jeweiligen Träger.
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Brauche ich Vorkenntnisse in der Metalltechnik?
Nein, der Kurs ist als Einstiegsqualifikation konzipiert und setzt keine spezifischen Fachkenntnisse in der Metalltechnik voraus. Grundlegende PC-Kenntnisse und Deutschkenntnisse auf B2-Niveau reichen als Voraussetzungen aus.
Kann diese Weiterbildung über einen Bildungsgutschein gefördert werden?
Bei AZAV-zertifizierten Trägern ist die Förderung über einen Bildungsgutschein in der Regel möglich. Weitere Förderwege wie das Qualifizierungschancengesetz oder die Deutsche Rentenversicherung können je nach Situation ebenfalls in Betracht kommen. Lassen Sie sich beim Träger beraten.
Welche Berufe kann ich nach diesem Kurs anstreben?
Der Kurs bereitet auf Einstiegspositionen in der metallverarbeitenden Industrie vor, etwa als Maschinenführer, Montagemitarbeiter oder in der Instandhaltung. Er eignet sich auch als Vorbereitung auf eine Ausbildung zum Industriemechaniker, Zerspanungsmechaniker oder Anlagenmechaniker.
Welchen Abschluss erhalte ich?
Sie erhalten ein trägerinternes Zertifikat oder eine qualifizierte Teilnahmebescheinigung. Dieses Dokument bestätigt Ihre erworbenen Kenntnisse und kann bei Bewerbungen im gewerblich-technischen Bereich vorgelegt werden.
Wie lange dauert der Kurs?
Der Kurs dauert in der Regel mehr als eine Woche bis zu einem Monat und wird in Vollzeit angeboten. Die genaue Dauer kann je nach Anbieter leicht variieren; sprechen Sie den jeweiligen Träger direkt an.
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