Pflichtschulung für Führungskräfte nach §5 ArbSchG — Gefährdungsbeurteilung psychischer Belastung, Burnout-Prävention, betriebliches Eingliederungsmanagement.
Geprüft von Admin Kursweg · Stand 25. Mai 2026
Was wird in diesem Kurs vermittelt
Seit Novellierung des Arbeitsschutzgesetzes (§5 Abs. 3 Nr. 6 ArbSchG, Mental Health) sind Arbeitgeber verpflichtet, psychische Belastungen am Arbeitsplatz zu erfassen und Maßnahmen zur Reduktion zu ergreifen. Diese Schulung qualifiziert Führungskräfte und Verantwortliche für die rechtskonforme Umsetzung. Themen: 1. Rechtlicher Rahmen — Arbeitsschutzgesetz (ArbSchG) §5 mit der Pflicht zur Gefährdungsbeurteilung, einschließlich psychischer Belastungen. GDA (Gemeinsame Deutsche Arbeitsschutzstrategie) und Leitfaden „Beratung und Überwachung bei psychischer Belastung am Arbeitsplatz". Berufsgenossenschaften (DGUV) und ihre Empfehlungen (DGUV Information 206-007). LasiV (Leitlinien der Arbeitsschutzbehörden). 2. Was sind psychische Belastungen? — Definition nach ISO 10075 (Belastung = neutrale Anforderungen, Beanspruchung = individuelle Reaktion), Kategorien (Arbeitsinhalt/-aufgabe, Arbeitsorganisation, soziale Beziehungen, Arbeitsumgebung, neue Arbeitsformen wie mobiles Arbeiten). Typische Belastungen: Zeitdruck, Termindruck, hohe Verantwortung, ständige Erreichbarkeit, Konflikte, Lärm, schlechte Führung. 3. Folgen für Mitarbeiter — Burnout (12 Stadien nach Freudenberger), Depression, Angststörungen, Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Erschöpfung, Konzentrationsstörungen, soziale Rückzugstendenzen, Fluktuationsneigung, Präsentismus (anwesend aber nicht produktiv) und Absentismus. 4. Folgen für Unternehmen — Fehlzeiten, sinkende Produktivität, Imageverlust, Rekrutierungsprobleme. Volkswirtschaftlich: BAuA-Studien zeigen, dass jeder 1€ in Mental Health 2,30€ ROI bringt (geringere Fehlzeiten, höhere Produktivität). 5. Gefährdungsbeurteilung psychischer Belastung — Vorgehen in 7 Schritten (Festlegung der Tätigkeitsbereiche, Datenerhebung mit Mitarbeiterbefragung oder Workshop, Beurteilung der Risiken, Maßnahmenfestlegung, Durchführung, Wirksamkeitskontrolle, Dokumentation). Tools: KFZA Kurzfragebogen zur Arbeitsanalyse, COPSOQ Copenhagen Psychosocial Questionnaire, SALSA Salutogenese-Fragebogen, BAuA-Selbsttest. 6. Maßnahmen zur Reduktion — Verhältnisprävention (Arbeitsorganisation verbessern, Pausenregelung, Erreichbarkeitsregelung) und Verhaltensprävention (Mitarbeiter-Trainings in Resilienz, Stressmanagement, Coaching). Führungskräftetrainings (mitarbeiterorientierte Führung, gesundes Führen). 7. Akute Hilfe — Erkennen von Krisen (Suizidalität, Burnout-Vollbild, akute Depression), Gesprächsführung mit betroffenen Mitarbeitern (Wertschätzung, kein Druck, professionelle Hilfe vorschlagen), EAP (Employee Assistance Programs), Krankenkassen-Angebote. 8. Betriebliches Eingliederungsmanagement (BEM) nach §167 SGB IX — Pflicht bei mehr als 6 Wochen Krankheit/Jahr, Gespräche, Maßnahmen, Datenschutz. 9. Sonderfall Homeoffice/Hybrid — Vereinsamung, Entgrenzung, ergonomische Risiken, Empfehlungen für Führungskräfte.
Marktdaten zu Verdienst, offenen Stellen und Zukunftsaussicht im Bereich Sicherheit & Schutz
Einstieg
24.000–32.000 €
0–2 Jahre Erfahrung
Mittel
34.000–42.000 €
3–7 Jahre Erfahrung
Senior
44.000–58.000 €
8+ Jahre / Lead-Rolle
15.000+
Sicherheits-Branche wächst stabil — Wachpersonal, Objektschutz, Veranstaltungssicherheit. Einstieg ist mit Sachkundenachweis §34a GewO schnell möglich, Aufstieg primär über Spezialisierung (Personenschutz, IT-Security-Operations).
Bei AZAV-zertifizierten Trägern ist die Kursgebühr regelmäßig zu 100 % förderbar.
Für Führungskräfte mit Personalverantwortung in der Regel ja — als Teil der Arbeitgeber-Pflichten nach §5 ArbSchG.
KFZA und COPSOQ sind Standard. BAuA stellt frei verfügbare Vorlagen bereit.
Ja — Gefährdungsbeurteilung am eigenen Beispiel durchführen, schwierige Gespräche im Rollenspiel, BEM-Gespräch simulieren.
Berufsgenossenschaften und staatliche Arbeitsschutz-Behörden (Gewerbeaufsicht). Bußgelder bei Verstößen möglich.
Sag uns einmal Region, Format (online/präsenz), Zeit-Modell und Förderstatus — wir vergleichen für dich und melden uns mit 1–3 passenden Trägern. Kostenlos, unverbindlich.
Typischer Verlauf nach dem Kurs
Quellen: Bundesagentur für Arbeit · Engpassanalyse 2024/25 · BDSW Lagebericht 2024. Brutto-Jahresgehälter aus Erhebungen 2024/25, abweichend nach Region und Tarifgebundenheit.