Überblick
Wer in Deutschland gewerblich als Wach- und Sicherheitskraft tätig werden will, benötigt die Sachkundeprüfung nach § 34a Gewerbeordnung (GewO) bei der IHK. Diese Weiterbildung bereitet systematisch auf genau diese Prüfung vor und vermittelt alle gesetzlich vorgeschriebenen Kenntnisse des Bewachungsgewerbes — von Recht und Datenschutz über Deeskalation bis hin zu Waffenrecht und Unfallverhütungsvorschriften. Der Kurs richtet sich an Personen, die den beruflichen Einstieg in die Sicherheitsbranche planen, und wird überwiegend im virtuellen Klassenzimmer angeboten.
Kursinhalte & Lernziele
Recht I — Gewerberecht, BGB und Strafrecht Dieses Modul legt das juristische Fundament für die Arbeit im Sicherheitsgewerbe. Die Teilnehmenden lernen die rechtlichen Grundlagen kennen, die ihren täglichen Handlungsrahmen bestimmen — welche Rechte und Befugnisse Sicherheitskräfte haben, wo die Grenzen liegen und wie das Verhältnis zum staatlichen Gewaltmonopol geregelt ist.
- § 34a GewO und die Bewachungsverordnung (BewachV): Anforderungen, Pflichten, Verbote
- Bürgerliches Gesetzbuch: Haftung, Vertragsrecht, Schadensersatz
- Strafrecht: Notwehr, Nothilfe, Notstand, erlaubte Selbsthilfemaßnahmen
- Strafverfahrensrecht: Festnahmerecht, Verhalten bei Straftaten
- Hausrecht und Einschleusung: Befugnisse des Sicherheitsdienstes
- Dokumentation von Vorfällen: rechtssichere Protokollierung
Recht II — Datenschutz und Waffengesetz Neben dem allgemeinen Rechtssystem gibt es zwei besonders praxisrelevante Spezialgebiete im Sicherheitsdienst: Datenschutz und Waffenrecht. Beide haben in den letzten Jahren an Bedeutung gewonnen — durch verschärfte DSGVO-Anforderungen und zunehmende Sicherheitsanforderungen in sensiblen Bereichen.
- Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) im Sicherheitskontext: Videoüberwachung, Zugangskontrolle, Datenspeicherung
- Bundesdatenschutzgesetz (BDSG) und branchenspezifische Regelungen
- Waffengesetz: Einteilung, Führungsverbote, Ausnahmen für Sicherheitspersonal
- Umgang mit Waffen und Hilfsmitteln: Schlagstock, Pfefferspray, Handfessel
- Unfallverhütungsvorschriften (UVV Bewachungsgewerbe): DGUV-Vorschrift 23
- Arbeitssicherheit im Außendienst und Nachtdienst
Umgang mit Menschen und Deeskalation Die Arbeit im Sicherheitsdienst ist in erster Linie Kommunikationsarbeit. Dieses Modul vermittelt die psychologischen und kommunikativen Grundlagen, die notwendig sind, um in Konfliktsituationen professionell zu agieren — Eskalationen zu verhindern, bevor sie entstehen, und kritische Situationen besonnen zu steuern.
- Kommunikationspsychologie: verbale und nonverbale Signale lesen und senden
- Deeskalationstechniken: Gesprächsführung in Konfliktsituationen
- Umgang mit aggressiven, alkoholisierten oder psychisch auffälligen Personen
- Verhaltenstraining: situationsangemessenes Auftreten und Distanzmanagement
- Interkulturelle Kompetenz: Missverständnisse vermeiden, kulturelle Unterschiede im Verhalten
- Umgang mit Stress, Angst und eigener emotionaler Reaktion im Dienst
Einsatzgebiete und Praxis des Sicherheitsgewerbes Das vierte Modul gibt einen systematischen Überblick über die verschiedenen Tätigkeitsfelder des Sicherheitsgewerbes und trainiert sicherheitsspezifisches Praxiswissen, das sowohl für die Sachkundeprüfung als auch für den Berufseinstieg relevant ist.
- Werkschutz und Objektschutz: Aufgaben, Abläufe, Dokumentation
- Revierdienst und mobile Kontrolle: Streife, Kontrollgänge, Zutrittskontrolle
- Veranstaltungsschutz: Publikumsverkehr, Ordnerdienst, Evakuierungsmaßnahmen
- Personenschutz: Grundlagen, gesetzlicher Rahmen, Abgrenzung zur Leibwache
- Erste Hilfe und Notfallversorgung: lebensrettende Sofortmaßnahmen
- Alarmierung und Kommunikation: Funkkommunikation, Notruf, Leitstelle
Lernziele:
- Die gesetzlichen Grundlagen des Bewachungsgewerbes nach § 34a GewO kennen und anwenden
- Relevante Bereiche des Strafrechts und des Strafverfahrensrechts im Sicherheitskontext verstehen
- Bürgerliches Gesetzbuch (BGB) im Hinblick auf Haftung und Vertragsrecht einordnen
- Gewerberecht und die spezifischen Pflichten eines Bewachungsunternehmens kennen
- Datenschutzrechtliche Anforderungen im Sicherheitsdienst einhalten
- Vorschriften zum Umgang mit Waffen und die Bestimmungen des Waffengesetzes sicher anwenden
- Unfallverhütungsvorschriften der Berufsgenossenschaften für das Bewachungsgewerbe kennen
- Menschen in unterschiedlichen Situationen professionell ansprechen und deeskalierend kommunizieren
- Gefährliche Situationen frühzeitig erkennen und situationsangemessen handeln
- Erste Hilfe leisten und Notfallmaßnahmen korrekt einleiten
- Veranstaltungsschutz und Personenschutz in ihren Grundzügen überblicken
- Grundsätze der Funkkommunikation und Alarmierung im Einsatz kennen
Zielgruppe & Voraussetzungen
Dieser Kurs richtet sich an Personen, die in die Sicherheitsbranche einsteigen möchten und die Sachkundeprüfung nach § 34a GewO ablegen wollen — unabhängig davon, ob sie sich in einem laufenden Beschäftigungsverhältnis befinden oder arbeitslos sind.
- Personen, die erstmals im Bewachungsgewerbe tätig werden wollen
- Quereinsteigerinnen und Quereinsteiger aus anderen Branchen
- Arbeitslose oder beschäftigte Personen mit Qualifizierungsbedarf
- Personen aus dem Bereich Ordnungs- und Servicekräfte, die sich zertifizieren wollen
- Interessierte, die sich eine berufliche Perspektive im Sicherheitsdienst aufbauen wollen
Für die Kursteilnahme wird ein eintragsfreies polizeiliches Führungszeugnis benötigt. Darüber hinaus sind gute Deutschkenntnisse in Wort und Schrift unerlässlich, da die IHK-Sachkundeprüfung auf Deutsch abgenommen wird und sprachliche Kompetenz für die Kommunikation im Einsatz unverzichtbar ist. Fachliche Vorkenntnisse im Sicherheitsbereich sind keine Voraussetzung. Die IHK prüft im schriftlichen und mündlichen Teil sowohl Rechtskenntnisse als auch die Fähigkeit, in typischen Einsatzsituationen angemessen zu handeln — beides wird im Kurs gezielt trainiert.
Ablauf & Abschluss
Der Kurs findet überwiegend im virtuellen Klassenzimmer statt. Die Lehrinhalte werden durch Lehrvorträge, Fallbesprechungen und Rollenspiele vermittelt. Rechtliche Module werden anhand von Fallbeispielen aus dem Bewachungsalltag konkretisiert; die Deeskalations- und Verhaltensmodule beinhalten interaktive Übungen, die auch im Online-Format Praxisnähe ermöglichen. Teilzeitvarianten ermöglichen es berufstätigen Interessentinnen und Interessenten, den Kurs berufsbegleitend zu absolvieren.
Der Kurs ist in Voll- und Teilzeit buchbar. Das Angebot umfasst 140 buchbare Termine bei einem Anbieter — eine außergewöhnlich hohe Termindichte, die eine sehr flexible Einstiegsplanung ermöglicht. Die genaue Kursdauer variiert je nach Format; die Teilzeitvariante streckt den Lernstoff über einen längeren Zeitraum.
Zentrales Kursziel ist die Vorbereitung auf die Sachkundeprüfung nach § 34a GewO bei der zuständigen IHK. Diese Prüfung ist keine interne Abschlussarbeit, sondern eine externe IHK-Prüfung, die Voraussetzung für bestimmte Tätigkeiten im Bewachungsgewerbe ist. Nach der Prüfung erhalten Teilnehmende zudem ein trägerinternes Zertifikat über die absolvierte Weiterbildung.
Nutzen & Perspektiven
Der private Sicherheitssektor in Deutschland wächst kontinuierlich. Wohnungsgesellschaften, Veranstaltungsunternehmen, Einkaufszentren, Krankenhäuser und Behörden setzen zunehmend auf professionelles Sicherheitspersonal — und suchen Mitarbeitende, die nicht nur physisch präsent sind, sondern rechtssicher handeln, deeskalierend kommunizieren und Notfallsituationen professionell beherrschen. Genau diese Kombination schafft diese Weiterbildung. Die Sachkundeprüfung nach § 34a GewO ist der rechtliche Schlüssel für verantwortungsvolle Tätigkeiten im Bewachungsgewerbe — Werk- und Objektschutz mit Waffe, Türsteher-/Kontrollaufgaben, Personenschutz. Wer sie ablegt, unterscheidet sich rechtlich und beruflich von Sicherheitskräften, die lediglich die 40-Stunden-Unterrichtung nach § 34a GewO absolviert haben. Das macht den Sachkundenachweis zu einem relevanten Karriereschritt in der Sicherheitsbranche. Mit 140 buchbaren Terminen und dem Online-Format lässt sich der Kurs in nahezu jede Lebenssituation integrieren — ob Vollzeit-Umschulung oder berufsbegleitende Qualifizierung. Das breite Angebot macht einen schnellen Berufseinstieg in ein wachsendes Arbeitsmarktsegment möglich, das in nahezu jeder Region Deutschlands offene Stellen aufweist. Die Sicherheitsbranche zählt zu den Bereichen mit strukturellem Personalmangel: Absolventen mit Sachkundenachweis finden in der Regel zügig eine Anstellung — in Unternehmen des privaten Sicherheitsgewerbes ebenso wie im Werkschutz von Industrie- und Logistikunternehmen, in Krankenhäusern, Einkaufszentren oder kommunalen Einrichtungen.
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Welche Prüfung mache ich nach diesem Kurs?
Der Kurs bereitet auf die Sachkundeprüfung nach § 34a GewO vor, die bei der zuständigen IHK abgelegt wird. Diese externe Prüfung ist Voraussetzung für bestimmte Tätigkeiten im Bewachungsgewerbe — etwa mit Waffenführerschein, im Personenschutz oder als verantwortliche Sicherheitskraft.
Was ist der Unterschied zur 40-Stunden-Unterrichtung?
Die 40-Stunden-Unterrichtung nach § 34a GewO ist eine einfachere Basisqualifikation. Die Sachkundeprüfung ist anspruchsvoller und öffnet zusätzliche Tätigkeitsfelder — insbesondere Aufgaben mit erhöhter Verantwortung oder Waffenführerschein. Dieser Kurs zielt auf die vollständige Sachkundeprüfung ab.
Was brauche ich für die Anmeldung?
Ein eintragsfreies polizeiliches Führungszeugnis sowie gute Deutschkenntnisse in Wort und Schrift sind notwendig — die IHK-Prüfung wird auf Deutsch abgenommen. Fachliche Vorkenntnisse aus dem Sicherheitsbereich werden nicht vorausgesetzt.
Kann ich den Kurs auch in Teilzeit absolvieren?
Ja, der Kurs ist in Voll- und Teilzeit verfügbar und findet überwiegend im virtuellen Klassenzimmer statt. Das ermöglicht auch berufstätigen Interessenten eine flexible Teilnahme ohne Reiseaufwand.
Welche Berufe kann ich nach dem Kurs ausüben?
Mit der Sachkundeprüfung § 34a GewO sind Tätigkeiten als Wach- und Sicherheitskraft, Werkschutzfachkraft, Türsteher, Ordnungskraft bei Veranstaltungen und in Grundzügen im Personenschutz möglich. Der Einsatz in besonders sensiblen Bereichen (Flughafen, Kernkraft) erfordert zusätzliche Qualifikationen.
Verwandte Kurse
Welche Förderung passt zu dir?
Finde in 30 Sekunden heraus, ob dir ein Bildungsgutschein oder andere Zuschüsse zustehen. Kostenlos & ohne Anmeldung.
Arbeitsmarkt-Report
IT-Berufe sind seit fünf Jahren der größte Fachkräfteengpass am deutschen Arbeitsmarkt. Der Bestand offener IT-Stellen ist 2024 auf einen Rekordstand gestiegen; AI- und Cloud-Skills werden in den nächsten Jahren weiter überdurchschnittlich nachgefragt.
Zielberufe & offene Stellen
Berufe, in denen Absolvent:innen dieses Kurses typischerweise arbeiten — mit bundesweit offenen Stellen der letzten 12 Monate.
- Fachinformatiker/Fachinformatikerin Fachrichtung Daten- und Prozessanalyse822 Stellen
- Geprüfter Kraftwerksmeister/Geprüfte Kraftwerksmeisterin - Fachrichtung Strahlenschutz487 Stellen
- Betriebswirt/Betriebswirtin (Fachschule) - Bank246 Stellen
- IT-Forensiker/IT-Forensikerin38 Stellen
- Werkpolier/Werkpolierin - Hochbau26 Stellen
- Beamter/Beamtin im feuerwehrtechnischen Dienst (gehobener Dienst)25 Stellen