Überblick
In jeder Organisation – ob kleines Unternehmen oder Großkonzern – entsteht täglich wertvolles Wissen: durch die Erfahrungen der Mitarbeitenden, durch gelöste Probleme, durch erprobte Prozesse und durch das tägliche Tun. Dieses Wissen ist ein zentrales Unternehmensgut. Doch oft wird es nicht systematisch gesichert. Wenn erfahrene Kolleginnen und Kollegen in Rente gehen, wenn Stellenwechsel stattfinden oder wenn Mitarbeitende neue Aufgaben übernehmen, droht wertvolles Know-how verloren zu gehen. Fehler werden wiederholt, weil niemand von früheren Lösungen weiß. Informationen werden aufwendig mehrfach beschafft, weil sie nicht geteilt wurden. Dieser Kurs vermittelt Ihnen die methodischen Grundlagen und praktischen Werkzeuge, um Wissensmanagement in Ihrer Organisation aufzubauen und zu verstetigen. Sie erlernen, wie Wissen definiert, analysiert, strukturiert und zugänglich gemacht wird – von einfachen Dokumentationsmethoden über Wikis bis hin zu professionellen Wissensmanagementsystemen. Darüber hinaus lernen Sie, welche Modelle und Konzepte sich in der Praxis bewährt haben, und wie Sie Wissenstransfer so gestalten, dass er nachhaltig wirkt und dem Anforderungsprofil der DIN EN ISO 9001:2015 entspricht.
Kursinhalte & Lernziele
Modul 1 – Grundlagen und Begriffe des Wissensmanagements In diesem ersten Modul wird ein gemeinsames Verständnis zentraler Grundbegriffe geschaffen. Was ist Wissen? Wie unterscheiden sich Daten, Informationen und Wissen voneinander? Warum ist implizites Wissen so schwer zu sichern? Die Teilnehmenden erhalten einen Überblick über die historische Entwicklung des Wissensmanagements und die wichtigsten Denkschulen.
- Definition von Wissen, Information und Kompetenz
- Unterscheidung zwischen implizitem und explizitem Wissen
- Wissenstreppe und Wissensarten nach Romhardt/Probst
- Relevanz von Wissensmanagement für die Normerfüllung (DIN EN ISO 9001:2015)
- Typische Wissensrisiken in Organisationen
Modul 2 – Konzepte und Modelle des Wissensmanagements Dieses Modul stellt die wichtigsten theoretischen Modelle vor und erläutert, wie sie in der Praxis eingesetzt werden. Besonderes Gewicht liegt auf dem Modell von Probst, Raub und Romhardt sowie auf dem SECI-Modell nach Nonaka und Takeuchi. Die Teilnehmenden lernen, wie Wissen in Organisationen kreiert, geteilt und gespeichert wird.
- Das Bausteine-Modell des Wissensmanagements (Probst/Romhardt)
- SECI-Modell: Sozialisation, Externalisierung, Kombination, Internalisierung
- Wissenslandkarten und Wissensbilanzen
- Communities of Practice und Wissensgemeinschaften
- Organisationales Lernen und lernende Organisation
Modul 3 – Analyse der Wissensressourcen und Maßnahmen zum Wissenserhalt Hier steht die konkrete betriebliche Anwendung im Vordergrund. Die Teilnehmenden lernen, vorhandene Wissensressourcen zu kartieren, Lücken zu identifizieren und gezielte Maßnahmen zum Wissenserhalt zu entwickeln. Dabei werden sowohl individuelle als auch organisationale Perspektiven eingenommen.
- Wissensidentifikation und Wissenskartierung im eigenen Betrieb
- Analyse von Wissensrisiken und kritischen Wissensträgern
- Instrumente zum Wissenstransfer: Mentoring, Job Rotation, Tandem-Methode
- Onboarding-Konzepte als Wissensweitergabe
- Exit-Interviews und strukturierte Übergaben
Modul 4 – Softwarelösungen und Wissensmanagementsysteme Das abschließende Modul widmet sich den technischen Möglichkeiten. Von einfachen Wikis bis hin zu professionellen Enterprise-Content-Management-Systemen erhalten die Teilnehmenden einen Marktüberblick und lernen Auswahlkriterien kennen. Außerdem werden Praxisbeispiele aus unterschiedlichen Branchen vorgestellt.
- Übersicht über verfügbare Softwarekategorien (Wiki, DMS, ECM, KMS)
- Einführung und Akzeptanzförderung im Betrieb
- SharePoint, Confluence und vergleichbare Plattformen im Vergleich
- Datenschutz und Governance bei der Wissensablage
- Messung und Erfolgskontrolle von Wissensmanagement-Initiativen
In begleitenden Übungen und Praxiseinheiten erarbeiten die Teilnehmenden konkrete Lösungen für Szenarien aus dem betrieblichen Alltag. Dabei werden sowohl technische als auch organisatorische und kommunikative Kompetenzen trainiert.
- Erstellen einer einfachen Wissenslandkarte für einen Unternehmensbereich
- Ableitung von Wissensrisiken aus einem fiktiven Organigramm
- Entwicklung eines Transfer-Plans für eine Nachfolgesituation
- Aufbau einer einfachen Wiki-Struktur in einem Übungssystem
- Bewertung einer bestehenden Wissensbasis anhand von Qualitätskriterien
- Erstellung eines Übergabedokuments nach dem Tandem-Prinzip
- Diskussion und Reflexion von Praxisbeispielen aus teilnehmenden Organisationen
- Kritische Betrachtung von Hemmnissen und Erfolgsfaktoren bei der Einführung von WM
- Gruppenarbeit: Konzept für eine Wissensbasis in einer Beispiel-Abteilung
- Präsentation und Peer-Feedback der erarbeiteten Konzepte
- Reflexion eigener Erfahrungen mit Wissenstransfer im bisherigen Berufsalltag
- Ausblick auf weiterführende Zertifizierungen und Vertiefungsmöglichkeiten
Die Kombination aus Theorie und Praxis ermöglicht es den Teilnehmenden, das Gelernte unmittelbar auf ihre jeweilige Organisationssituation zu übertragen. Durch den Austausch in der Lerngruppe entstehen zudem wertvolle Impulse und Perspektivwechsel, die über die reine Wissensvermittlung hinausgehen.
Lernziele:
Nach Abschluss dieses Kurses sind Sie in der Lage, die zentralen Begriffe und Konzepte des Wissensmanagements sicher anzuwenden und zu erläutern. Sie können Wissensressourcen in einer Organisation analysieren und Wissenslücken gezielt identifizieren. Sie kennen bewährte Modelle des Wissensmanagements und können diese auf konkrete betriebliche Situationen übertragen. Sie sind fähig, geeignete Methoden zur Erfassung und Dokumentation von implizitem und explizitem Wissen einzusetzen. Sie können Maßnahmen zum Wissenserhalt planen und implementieren, insbesondere im Kontext von Fluktuation und demografischem Wandel. Sie wissen, welche softwaretechnischen Lösungen und Wissensmanagementsysteme für unterschiedliche Organisationsgrößen geeignet sind. Sie können den Einsatz von kollaborativen Tools wie Wikis, Intranets und Dokumentenmanagement-Plattformen bewerten und steuern. Sie sind in der Lage, Wissenstransfer zwischen erfahrenen und neuen Mitarbeitenden strukturiert zu organisieren. Sie verstehen die normativen Anforderungen der DIN EN ISO 9001:2015 in Bezug auf Wissen und können diese in der eigenen Organisation umsetzen. Sie können Wissensmanagementprojekte konzipieren und begleiten. Sie kennen Praxisbeispiele aus verschiedenen Branchen und können Rückschlüsse für die eigene Organisation ziehen. Sie sind in der Lage, den Nutzen von Wissensmanagement gegenüber Führungskräften und Kolleginnen argumentativ zu vertreten.
Zielgruppe & Voraussetzungen
Dieser Kurs wendet sich an Personen, die in ihrem Berufsalltag mit dem Management von Wissen und Kompetenzen in Berührung kommen oder kommen wollen. Typische Teilnehmende kommen aus den Bereichen Personal, Qualitätsmanagement, Projektleitung und Organisationsentwicklung.
- Fach- und Führungskräfte, die Wissenstransfer in ihrer Abteilung oder ihrem Unternehmen strukturieren möchten
- Personalverantwortliche und HR-Manager, die Onboarding- und Offboarding-Prozesse optimieren wollen
- Qualitätsbeauftragte und Qualitätsmanager, die normative Anforderungen (z. B. ISO 9001) erfüllen müssen
- Projektverantwortliche, die Wissen aus abgeschlossenen Projekten dauerhaft sichern möchten
- Schulungsverantwortliche und Bildungsplaner, die Lerninfrastrukturen und Wissensdatenbanken aufbauen
Für die Teilnahme an diesem Kurs sind keine spezifischen fachlichen Kenntnisse im Bereich Wissensmanagement notwendig. Grundlegende PC-Kenntnisse und die Bereitschaft, sich mit digitalen Lernplattformen vertraut zu machen, werden vorausgesetzt. Deutschkenntnisse auf dem Niveau B2 sind erforderlich, da der Unterricht vollständig auf Deutsch stattfindet und die Materialien in deutscher Sprache verfasst sind. Berufspraktische Erfahrung aus einem beliebigen Unternehmensumfeld ist von Vorteil, da viele Übungen auf realen betrieblichen Szenarien basieren.
Ablauf & Abschluss
Der Kurs findet im Combined Learning statt, das bedeutet eine Kombination aus Online-Phasen und betreuten Lernabschnitten. Die Lerninhalte werden in interaktiv aufbereiteten Modulen vermittelt, ergänzt durch Praxisübungen, Gruppenarbeiten und Fallstudien. Erfahrene Trainerinnen und Trainer begleiten den Lernprozess und stehen für Fragen und Feedback zur Verfügung. Der Kurs wird überwiegend in Vollzeit absolviert, was einen konzentrierten und strukturierten Lernfortschritt ermöglicht. Teilnehmende erhalten Zugang zu digitalen Lernmaterialien und Arbeitshilfen, die auch nach dem Kursende als Referenz genutzt werden können.
Die Dauer des Kurses beträgt in der Regel mehr als eine Woche bis zu einem Monat. In diesem Zeitraum werden alle Themenbereiche von den Grundlagen über die Modelle und Analysemethoden bis hin zu den softwaretechnischen Lösungen vollständig abgedeckt. Der Vollzeit-Modus ermöglicht dabei eine intensive Auseinandersetzung mit dem Stoff. Individuelle Absprachen über Starttermine und Teilzeitoptionen sind je nach Anbieter möglich.
Nach erfolgreichem Abschluss des Kurses erhalten die Teilnehmenden ein trägerinternes Zertifikat oder eine qualifizierte Teilnahmebescheinigung des jeweiligen Anbieters. Dieses Dokument bestätigt die behandelten Inhalte sowie die aktive Teilnahme und kann als Nachweis gegenüber Arbeitgebern vorgelegt werden. Da verschiedene AZAV-zertifizierte Träger diesen Kurs anbieten – darunter Institut für Bildung und Beruf, ISB, Sprachakademie Hannover, ABK, CBZ und Hallmann – variiert die genaue Bezeichnung des Zertifikats je nach Kursanbieter.
Nutzen & Perspektiven
Wissensmanagement zählt zu den Schlüsselkompetenzen moderner Organisationen. In einer Zeit, in der Fachkräfte zunehmend mobil sind, Remote-Arbeit zunimmt und die Digitalisierung immer neue Prozesse prägt, ist das systematische Sichern und Teilen von Wissen ein entscheidender Wettbewerbsvorteil. Wer als Fachkraft nachweisen kann, dass er oder sie Wissensmanagement-Methoden beherrscht, ist für Unternehmen wertvoller als je zuvor. Dieser Kurs eröffnet Ihnen die Möglichkeit, eine Querschnittskompetenz zu erwerben, die in nahezu jeder Branche und Unternehmensform gefragt ist. Aus betrieblicher Sicht reduziert professionell umgesetztes Wissensmanagement den Aufwand für Einarbeitung, verhindert Doppelarbeit und senkt das Risiko von Qualitätsproblemen durch verlorenes Know-how. Mitarbeitende, die einen Kurs wie diesen absolviert haben, können als interne Multiplikatoren wirken und ihre Abteilung oder ihr Unternehmen aktiv auf eine wissensbasierte Betriebsweise umstellen. Das stärkt nicht nur die Produktivität, sondern auch die Innovationsfähigkeit. Für die Förderung gilt: Der Kurs wird von AZAV-zertifizierten Trägern angeboten und ist daher grundsätzlich über den Bildungsgutschein der Bundesagentur für Arbeit oder des Jobcenters förderbar. Je nach persönlicher Situation kommen auch das Qualifizierungschancengesetz, die Berufsförderung der Bundeswehr (BFD), Leistungen zur Rehabilitation oder Förderungen der Deutschen Rentenversicherung in Betracht. Eine individuelle Beratung zu den passenden Förderangeboten ist vor Kursbeginn empfehlenswert.
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Für wen ist der Kurs geeignet?
Der Kurs richtet sich an Fach- und Führungskräfte, HR-Verantwortliche, Qualitätsbeauftragte, Projektleitungen und alle, die Wissenstransfer und -sicherung in ihrer Organisation verbessern möchten. Branchenvorkenntnisse sind nicht erforderlich.
Welche Vorkenntnisse sind nötig?
Fachliche Vorkenntnisse im Wissensmanagement sind nicht notwendig. Grundlegende PC-Kenntnisse und Deutschkenntnisse auf Niveau B2 genügen. Berufspraktische Erfahrung aus einem Unternehmensumfeld ist von Vorteil.
Kann der Kurs gefördert werden?
Ja. Die teilnehmenden Anbieter sind AZAV-zertifiziert, sodass der Kurs grundsätzlich über den Bildungsgutschein der Bundesagentur für Arbeit förderbar ist. Je nach Situation kommen auch das Qualifizierungschancengesetz oder Leistungen der Deutschen Rentenversicherung in Frage.
Welchen Abschluss erhalte ich?
Nach dem Kurs erhalten Sie ein trägerinternes Zertifikat oder eine qualifizierte Teilnahmebescheinigung des jeweiligen Anbieters. Dieses Dokument bescheinigt die erlernten Inhalte und die Teilnahme am Kurs.
Wie lange dauert der Kurs?
Der Kurs dauert in der Regel mehr als eine Woche bis zu einem Monat und wird überwiegend in Vollzeit angeboten. Er findet als Combined Learning statt, das Präsenz- und Online-Phasen kombiniert.
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Arbeitsmarkt-Report
Kaufmännische Sachbearbeitung verlagert sich Richtung digitale Prozesse (DATEV-, SAP-, Salesforce-Kenntnisse). Wer klassische Buchhaltung mit ERP/Tool-Wissen kombiniert, ist überdurchschnittlich gefragt; Reine Routine-Sachbearbeitung verliert.
Zielberufe & offene Stellen
Berufe, in denen Absolvent:innen dieses Kurses typischerweise arbeiten — mit bundesweit offenen Stellen der letzten 12 Monate.
- Geprüfter Fachwirt/Geprüfte Fachwirtin für Büro- und Projektorganisation52 Stellen
- Informationsmanager/Informationsmanagerin46 Stellen
- Wissensmanager/in35 Stellen