Überblick
Der Kurs „Administering System Center Configuration Manager" basiert auf dem offiziellen Microsoft Official Curriculum (MOC) mit der Kursnummer 20703-1. Er stammt aus dem Microsoft-Schulungsprogramm für den System Center Configuration Manager — heute als Microsoft Endpoint Configuration Manager (MECM) weitergeführt. Ehrliche Einordnung: Dieser Kurs ist ein Legacy-Format aus der Ära des klassischen SCCM on-premises. Die ursprünglich zugehörige Prüfung 70-703 ist nicht mehr aktiv; Microsoft hat sein Zertifizierungsprogramm auf rollenbasierte AZ-/MD-/MS-Zertifikate umgestellt. Der Kurs ist dennoch wertvoll für IT-Administratoren in Umgebungen, die SCCM/MECM noch klassisch on-premises betreiben — und als fundierte Grundlage für das Verständnis der Endpoint-Management-Konzepte, die in der modernisierten Microsoft Intune- und Co-Management-Welt ihre Entsprechung haben.
Kursinhalte & Lernziele
Configuration Manager Architektur und Infrastruktur Zu Beginn des Kurses wird die Gesamtarchitektur von SCCM/MECM vermittelt: wie Primär- und Sekundärstandorte, Verwaltungspunkte, Verteilungspunkte und weitere Standortsysteme zusammenspielen. Das Verständnis dieser Infrastruktur ist Grundvoraussetzung für alle weiteren Administrationstätigkeiten.
- Standorthierarchie: Primärstandort, CAS, Sekundärstandort
- Systemrollen und deren Konfiguration (Verwaltungspunkt, Verteilungspunkt, Softwareupdatepunkt)
- Grenzen und Grenzgruppen als Steuerungselement für Clientzuordnung und Inhaltsverteilung
- Ressourcenerkennung: Active-Directory-basierte Methoden und IP-Bereichssuche
- Integration mobiler Geräte über Exchange Server Connector
Client-Management und Inventarisierung Der zweite Block behandelt den Lebenszyklus des Configuration-Manager-Clients von der Bereitstellung bis zur laufenden Überwachung und die systematische Erfassung von Hard- und Software im Netzwerk.
- Client-Bereitstellungsmethoden: Push-Installation, gruppenrichtlinienbasierte Verteilung, manuelle Installation
- Clientintegrität: Healthcheck-Mechanismen, Monitoring und Problembehebung
- Hardwareinventur: Konfiguration, Erweiterung und Auswertung
- Softwareinventur: Konfiguration und Daten-Aggregation
- Asset Intelligence: Softwarekatalog, Lizenzverfolgung und Normalisierung
- Softwaremessung: Nutzungsauswertung installierter Software
Softwareverteilung, Updates und Endpoint Protection In diesem Abschnitt stehen die häufigsten Administrationstätigkeiten im Tagesgeschäft im Vordergrund: das kontrollierte Ausrollen von Anwendungen und Updates sowie der Schutz verwalteter Endgeräte.
- Inhaltsverwaltung: Paketquellen, Verteilungspunktgruppen, BranchCache
- Anwendungsbereitstellung: Deployment Types, Erkennungsmethoden, supersedence
- Softwareupdateverwaltung: SUP-Konfiguration, Updategruppen, ADR (Automatic Deployment Rules)
- System Center Endpoint Protection: Richtlinien, Definitionsupdates, Antimalware-Verwaltung
- Compliance Settings: Konfigurationselemente, Baselines, Remediierung
Betriebssystembereitstellung und Standortwartung Der letzte Block deckt zwei komplexe Bereiche ab: das automatisierte Ausrollen von Betriebssystemen über Task Sequences sowie die langfristige Wartung und Überwachung des Configuration-Manager-Standorts.
- Betriebssystemimages: Capture, Anpassung mit MDT und Bereitstellung
- Task Sequences: Aufbau, Variablen, Bedingungen und Fehlerbehandlung
- PXE-Boot und Multicast-Bereitstellung
- Standortwartung: Backup, Recovery, Site-Monitoring und Protokollanalyse
- Abfragen und Berichte: WQL-Grundlagen, Report Builder, eingebettete Berichte
Die Lab-Übungen bilden den Kern des Kurses und machen ihn zu mehr als einem theoretischen Überblick. In einer virtuellen Testumgebung bauen Teilnehmende einen vollständigen SCCM-Primärstandort mit Verwaltungspunkt und Verteilungspunkt auf, konfigurieren Grenzen und Grenzgruppen für ein fiktives Unternehmensnetzwerk und richten Ressourcenerkennungsmethoden ein. Client-Push-Installationen auf Lab-VMs werden durchgeführt, die Clientintegrität anschließend geprüft und Probleme diagnostiziert. Im Inventarbereich werden Hardwareinventur-Klassen um benutzerdefinierte Attribute erweitert, Asset Intelligence aktiviert und Softwarelizenzen in den Produktkatalog eingetragen. Anwendungspakete mit Erkennungsmethoden und Anforderungsregeln werden erstellt und auf Gerätesammlungen deployt. Für das Patch-Management werden Automatic Deployment Rules für monatliche Patch-Zyklen eingerichtet und getestet. SCEP-Antimalware-Richtlinien werden konfiguriert und auf Sammlungen angewandt, Konfigurationsbaselines für Systemhärtungsprofile erstellt. Der OSD-Bereich umfasst die Entwicklung und den Test einer Task Sequence für eine unbeaufsichtigte Windows-Installation. Im Abschluss werden SQL-basierte Abfragen zur Inventarauswertung geschrieben und ein Standortbackup-Konzept mit Recovery-Prozedur erarbeitet. Diese breite Lab-Abdeckung ist das eigentliche Lernkapital des Kurses — sie bereitet auf den realen SCCM-Administrationstag sehr direkt vor.
Lernziele:
- Die Architektur von Configuration Manager (SCCM/MECM) und zugehörige Standortsysteme beschreiben
- Verwaltungsinfrastruktur konfigurieren: Grenzen, Grenzgruppen, Ressourcenerkennung
- Configuration-Manager-Clients bereitstellen, verwalten und Clientintegrität überwachen
- Hardware- und Softwareinventur erfassen sowie Asset Intelligence und Softwaremessung einrichten
- Inhaltsverteilung für Bereitstellungen konfigurieren und optimieren
- Anwendungen für Benutzer und Systeme verteilen, bereitstellen und überwachen
- Softwareupdates mit Configuration Manager zentral verwalten
- Endpoint Protection (System Center Endpoint Protection, SCEP) implementieren und optimieren
- Konfigurationselemente, Baselines und Compliance-Profile einrichten und auswerten
- Betriebssystembereitstellungen mit Configuration Manager planen und durchführen
- Configuration-Manager-Standorte warten und allgemeine Verwaltungsaufgaben ausführen
- Daten mithilfe von Abfragen und Berichten analysieren und Reports erstellen
Zielgruppe & Voraussetzungen
Der Kurs ist für IT-Administratoren und System Engineers konzipiert, die in Unternehmen mit bestehender on-premises SCCM/MECM-Infrastruktur arbeiten oder arbeiten möchten. Da viele Organisationen weiterhin klassische Configuration-Manager-Umgebungen betreiben, bleibt dieses Wissen praktisch relevant — auch wenn Microsoft das Produktportfolio in Richtung cloud-managed Intune und Co-Management weiterentwickelt hat.
- Windows-Systemadministratoren, die SCCM/MECM administrieren sollen
- IT-Fachkräfte in On-premises-Unternehmensumgebungen ohne vollständige Cloud-Migration
- Administratoren, die die konzeptionellen Grundlagen für den Wechsel zu Intune/Co-Management verstehen möchten
- Personen, die sich auf eine Stelle als Endpoint-Management-Administrator vorbereiten
Teilnehmende sollten fundierte Windows-Server- und Active-Directory-Kenntnisse sowie Grundkenntnisse in Netzwerktechnologien mitbringen. Erfahrung mit Gruppenrichtlinien, DNS/DHCP und der grundlegenden Windows-Client-Administration erleichtert den Einstieg erheblich. SQL-Grundkenntnisse sind für den Berichtsteil hilfreich, aber nicht zwingend erforderlich.
Ablauf & Abschluss
Der Kurs folgt der Struktur des offiziellen MOC 20703-1 mit Präsentationseinheiten (Instructor-Led-Theorie) und laborgestützten Übungen in einer virtuellen Lab-Umgebung. Jedes Themengebiet wird zunächst konzeptionell eingeführt und anschließend in Hands-on-Labs praktisch vertieft. Die Lab-Umgebung simuliert eine realistische Windows-Server/Active-Directory-Infrastruktur. Der Kurs läuft im Combined-Learning-Format in Vollzeit.
Die Weiterbildung dauert mehr als eine Woche bis zu einem Monat in Vollzeit. Der MOC 20703-1 ist als fünftägiger Instructor-Led-Kurs ausgelegt; in dieser Weiterbildungsform kann die Dauer durch vor- und nachbereitende Lernphasen leicht abweichen.
Nach Abschluss erhalten Teilnehmende ein Kursabschlusszertifikat des Anbieters. Wichtiger Hinweis zum Zertifizierungsweg: Die ursprünglich zugehörige Microsoft-Prüfung 70-703 ist eingestellt; das MCSA/MCSE-Programm wurde 2021 von Microsoft abgekündigt. Wer eine aktuelle Microsoft-Zertifizierung im Bereich Endpoint Management anstrebt, sollte die Prüfung MD-102 (Endpoint Administrator Associate) oder ergänzend MS-102 (Microsoft 365 Administrator) ins Auge fassen. Der Kurs liefert dafür konzeptionelles Vorwissen, auch wenn er auf die neueren rollenbasierten Prüfungen inhaltlich nicht vollständig zugeschnitten ist.
Nutzen & Perspektiven
Trotz der Legacy-Einordnung hat der Kurs einen klaren praktischen Wert: Weltweit sind noch Hunderttausende von SCCM/MECM-Installationen in Betrieb, und viele mittelgroße Unternehmen haben noch keine vollständige Migration auf Intune oder Co-Management abgeschlossen. Für Administratoren, die in solche Umgebungen einsteigen oder bestehende Installationen warten müssen, bietet der Kurs eine strukturierte, vollständige Ausbildung in der Architektur und den Administrationstätigkeiten von Configuration Manager. Darüber hinaus sind die Konzepte — Client-Management, Update-Compliance, OS-Deployment, Endpoint Protection, Inventarisierung — in ihrer Logik nicht veraltet. Sie finden sich in modernisierten Formen in Intune, Microsoft Endpoint Manager und Azure Arc wieder. Wer diese Konzepte am klassischen SCCM gründlich versteht, erschließt sich damit auch die Grundlage für das Verständnis cloud-nativer Nachfolgetechnologien. Für Unternehmen, die aktiv nach SCCM/MECM-Kenntnissen suchen, ist dieser Kurs ein konkreter Kompetenznachweis — auch wenn der ursprünglich begleitende Prüfungspfad nicht mehr existiert. Ein nachgewiesenes, fundiertes Verständnis der Configuration-Manager-Architektur wird in Stellenanzeigen für Windows-Systemadministratoren regelmäßig weiter gefordert.
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Ist MOC 20703-1 noch aktuell?
Der Kurs basiert auf einem Legacy-Curriculum von Microsoft. Die ursprünglich zugehörige Prüfung 70-703 und das MCSA/MCSE-Programm sind eingestellt. SCCM/MECM-Installationen sind jedoch in vielen Unternehmen weiterhin in Betrieb, sodass die vermittelten Kenntnisse praktisch relevant bleiben. Für eine aktuelle Microsoft-Zertifizierung empfiehlt sich MD-102 (Endpoint Administrator).
Was ist der Unterschied zwischen SCCM und MECM?
Microsoft hat System Center Configuration Manager (SCCM) in Microsoft Endpoint Configuration Manager (MECM) umbenannt und in das Microsoft Endpoint Manager-Portfolio integriert. Technisch handelt es sich weitgehend um dasselbe Produkt — die im Kurs vermittelten Administrationskenntnisse sind auf beiden Plattformen anwendbar.
Ist das Kurs-Zertifikat ein offizielles Microsoft-Zertifikat?
Nein. Nach dem Kurs erhalten Teilnehmende ein Kursabschlusszertifikat des Anbieters. Für eine aktuelle, von Microsoft ausgestellte Zertifizierung müsste zusätzlich eine separate rollenbasierte Prüfung (z. B. MD-102) abgelegt werden.
Hilft der Kurs auch beim Einstieg in Microsoft Intune?
Indirekt ja. Die Konzepte des Client-Managements, der Gerätecompliance und der Softwareverteilung haben in Intune und Co-Management-Szenarien ihre direkten Entsprechungen. Wer SCCM/MECM konzeptionell beherrscht, versteht die cloud-basierten Nachfolgetechnologien leichter.
Verwandte Kurse
Welche Förderung passt zu dir?
Finde in 30 Sekunden heraus, ob dir ein Bildungsgutschein oder andere Zuschüsse zustehen. Kostenlos & ohne Anmeldung.
Arbeitsmarkt-Report
IT-Berufe sind seit fünf Jahren der größte Fachkräfteengpass am deutschen Arbeitsmarkt. Der Bestand offener IT-Stellen ist 2024 auf einen Rekordstand gestiegen; AI- und Cloud-Skills werden in den nächsten Jahren weiter überdurchschnittlich nachgefragt.
Zielberufe & offene Stellen
Berufe, in denen Absolvent:innen dieses Kurses typischerweise arbeiten — mit bundesweit offenen Stellen der letzten 12 Monate.
- Netzwerk-Servicetechniker/Netzwerk-Servicetechnikerin338 Stellen
- Konfigurationsmanager/Konfigurationsmanagerin181 Stellen
- IT-Manager/IT-Managerin114 Stellen
- Wissensmanager/in35 Stellen