Überblick
Wer eine Windows-Server-Umgebung professionell administrieren und gleichzeitig die konzeptuellen Grundlagen eines serviceorientierten IT-Managements erwerben möchte, findet in dieser Kombinations-Weiterbildung beides in einem Programm. Der erste Teil der Schulung widmet sich der technischen Windows-Server-Administration — von Installation und Storage über Netzwerkdienste und Identitätsmanagement bis hin zur fortgeschrittenen Rechenzentrumsplanung. Der zweite Teil vermittelt ITIL-4-Grundlagen: Das Service Value System, die sieben Leitprinzipien und die vier Dimensionen des IT-Service-Managements. Beide Lernstränge ergänzen sich sinnvoll: Wer Infrastruktur administriert, profitiert vom prozessorientierten Rahmen, den ITIL bietet. Hinweis zu Microsoft-Zertifizierungen: Die im Quellmaterial genannten MOC-20740/20741/20742/20413/20414-Trainings und die MCSE-Server-Infrastructure-Zertifizierung wurden von Microsoft eingestellt. Das Zertifizierungsprogramm existiert in dieser Form nicht mehr. Die fachlichen Inhalte — Server-Installation, Storage, Netzwerkkonfiguration, Identitätsverwaltung, Infrastrukturdesign — bleiben jedoch grundlegend relevant für alle, die in der Windows-Server-Administration tätig sind oder werden möchten.
Kursinhalte & Lernziele
Windows-Server-Installation, Storage und Compute Dieser Block behandelt die Basis jeder Windows-Server-Infrastruktur: Installation, Konfiguration und die Verwaltung von Speicher- und Rechenressourcen. Er entspricht inhaltlich dem MOC-20740-Trainingsbereich.
- Windows-Server-Installation und initiale Konfiguration
- Speicherlösungen: lokaler Storage, SAN, NAS und Storage Spaces
- Hyper-V-Grundlagen: virtuelle Maschinen erstellen und verwalten
- Compute-Ressourcen verwalten und skalieren
- Windows-Server-Update-Services und Patch-Management
- Backup- und Wiederherstellungslösungen implementieren
Netzwerkdienste unter Windows Server Netzwerkkonfiguration ist eine der Kernaufgaben jeder Systemadministration. Dieser Block (inhaltlich MOC 20741) behandelt die wichtigsten Netzwerkdienste der Windows-Server-Plattform.
- DNS-Dienste planen, einrichten und administrieren
- DHCP-Server konfigurieren und verwalten
- IPAM zur IP-Adressverwaltung einsetzen
- Remote Access und VPN-Dienste unter Windows Server
- Netzwerksicherheit: Firewall, IPsec und Richtlinien
- Netzwerküberwachung und Troubleshooting
Identitätsmanagement mit Windows Server und Active Directory Identität ist das zentrale Konzept moderner Unternehmens-IT. Dieser Block (MOC 20742) widmet sich Active Directory und den verwandten Diensten zur Benutzer- und Zugriffssteuerung.
- Active Directory Domain Services (AD DS) installieren und konfigurieren
- Benutzer, Gruppen und Organisationseinheiten verwalten
- Gruppenrichtlinien (GPO) planen und durchsetzen
- Active Directory Federation Services (AD FS) einrichten
- Zertifikatsdienste (PKI) unter Windows Server betreiben
- Verzeichnisdienstsynchronisation und -replikation sicherstellen
Server Infrastructure Design und Advanced Administration Die fortgeschrittenen MOC-20413- und MOC-20414-Inhalte behandeln die Architektur und den Betrieb komplexer Windows-Server-Infrastrukturen — von der Planung bis zur Hochverfügbarkeitslösung.
- Infrastrukturdesign: Standortkonzept, Domänenstruktur, Vertrauensstellungen
- Hochverfügbarkeit mit Failover Clustering und Network Load Balancing
- Disaster-Recovery-Strategien und Business-Continuity-Konzepte
- Virtualisierung auf Unternehmensebene: Hyper-V-Cluster, Live Migration
- Remote Desktop Services und virtuelle Desktop-Infrastruktur
- Monitoring und Operations Management für komplexe Umgebungen
ITIL 4 Foundation: Serviceorientiertes IT-Management Neben der technischen Infrastrukturarbeit vermittelt dieser Kurs die konzeptuellen Grundlagen von ITIL 4 — dem weltweit führenden Framework für IT-Service-Management. ITIL 4 ist die aktuelle Version und löst das ältere ITIL-v3-Lifecycle-Modell ab.
- Das ITIL-4-Service-Value-System: Überblick und Zusammenhänge
- Service Value Chain: Aktivitäten, Inputs und Outputs
- Die vier Dimensionen des Service Managements
- Die sieben Leitprinzipien von ITIL 4 anwenden
- ITIL-Grundbegriffe und Terminologie beherrschen
- Kunden- und Serviceorientierung in der IT-Abteilung verankern
Praxisblock: Laborübungen und Anwendungsszenarien Alle technischen Inhalte werden durch praktische Laborübungen in virtuellen Umgebungen vertieft. ITIL-Szenarien werden anhand von Fallbeispielen aus dem IT-Betriebsalltag diskutiert.
- Windows-Server-Lab: vollständige Neuinstallation und Basiskonfiguration
- Storage-Szenario: SAN einbinden und Storage Spaces konfigurieren
- DNS und DHCP in einer fiktiven Unternehmensumgebung aufsetzen
- Active Directory neu aufbauen: Domain, OUs, Benutzer und GPOs
- AD FS-Verbundkonfiguration für eine Partneranbindung simulieren
- Failover-Cluster einrichten und Failover-Test durchführen
- Hyper-V-Cluster: VM live migrieren und Ressourcenbalancierung prüfen
- Backup-Lösung entwerfen und Wiederherstellungsszenario testen
- ITIL-Fallstudie: Service-Request und Incident nach ITIL-4-Rahmen bearbeiten
- ITIL-Leitprinzipien auf eine reale IT-Abteilungssituation anwenden
- ITIL-Terminologie-Übung: Begriffe sicher zuordnen und erklären
- Prüfungsnahe ITIL-Foundation-Fragestellungen im Plenum besprechen
Die Laborumgebungen sind virtualisiert und können von Teilnehmenden remote genutzt werden. Unterlagen und Zugang zu den Labs sind im Kursumfang enthalten.
Lernziele:
Diese Weiterbildung vermittelt folgende Kompetenzen
- Windows-Server-Umgebungen installieren, konfigurieren und administrieren
- Storage-Konzepte und -Lösungen in einer Serverinfrastruktur implementieren
- Netzwerkdienste in einer Windows-Server-2016-Umgebung planen und konfigurieren
- Identitätsmanagement mit Active Directory Services aufbauen und verwalten
- Serverinfrastrukturen für Hochverfügbarkeit und Disaster Recovery konzipieren
- Virtualisierungslösungen in einer Serverumgebung einrichten und betreiben
- Rechenzentrumsstrukturen nach Best Practices gestalten
- Die vier Dimensionen des ITIL 4 Service Managements erklären und anwenden
- Das ITIL 4 Service Value System in der eigenen IT-Abteilung verorten
- Die sieben ITIL-Leitprinzipien auf konkrete Service-Situationen anwenden
- ITIL-Terminologie sicher beherrschen und in Prüfungssituationen anwenden
Zielgruppe & Voraussetzungen
Diese Weiterbildung richtet sich an Personen, die eine berufliche Laufbahn in der Systemadministration anstreben oder bereits in IT-Umgebungen tätig sind und ihre Windows-Server-Kenntnisse strukturiert ausbauen möchten.
- Einsteiger in die Systemadministration mit IT-Grundkenntnissen
- IT-Heldesk- und Support-Mitarbeitende, die in Richtung Administration wachsen möchten
- Junior-Admins, die Windows-Server-Kenntnisse methodisch vertiefen wollen
- Personen, die zusätzlich einen ITIL-4-Foundation-Abschluss anstreben
- Quereinsteiger mit technischem Hintergrund und Interesse an IT-Infrastruktur
Grundlegende IT-Kenntnisse und Erfahrung im Umgang mit Windows-Betriebssystemen werden vorausgesetzt. Kenntnisse in Netzwerkgrundlagen (TCP/IP, DNS, DHCP) erleichtern den Einstieg in die Netzwerk-Module erheblich. Da der Kurs in Vollzeit durchgeführt wird, sollten Teilnehmende die zeitliche Verfügbarkeit sicherstellen. Englisch-Lesekompetenz ist hilfreich, da technische Dokumentationen häufig auf Englisch vorliegen.
Ablauf & Abschluss
Der Kurs findet im Combined-Learning-Format statt, mit einem deutlichen Vollzeit-Schwerpunkt. Theorieblöcke und Laborphasen wechseln sich regelmäßig ab; die virtuellen Lab-Umgebungen erlauben das direkte Ausprobieren aller konfigurierten Szenarien. ITIL-Inhalte werden durch Fallstudien und Diskussionen im Plenum verankert. Unterlagen, Lab-Zugang und Prüfungsvorbereitung für die ITIL-4-Foundation-Prüfung sind im Kursumfang enthalten.
Der Kurs ist als Vollzeitweiterbildung konzipiert und erstreckt sich je nach Anbieter über mehrere Wochen. Drei Anbieter führen diesen Kurs mit insgesamt 52 verfügbaren Angeboten durch. Die Kombination aus Windows-Server-Administration und ITIL Foundation macht ihn umfangreicher als reine Einzelkurse.
Teilnehmende erhalten ein trägerinternes Zertifikat, das die absolvierten Inhalte dokumentiert. Der ITIL-4-Foundation-Teil des Kurses bereitet auf die externe ITIL-Foundation-Certificate-in-IT-Service-Management-Prüfung vor; diese Prüfung selbst ist separat abzulegen und nicht automatisch im Kursumfang enthalten. Die früher mit diesem Lernstoff verknüpfte MCSE-Server-Infrastructure-Zertifizierung wird von Microsoft nicht mehr angeboten.
Nutzen & Perspektiven
Systemadministration und IT-Service-Management sind zwei Seiten derselben Medaille: Wer die Infrastruktur betreibt, braucht auch den konzeptuellen Rahmen, um sie als Service für das Unternehmen zu verstehen. Die Kombination aus Windows-Server-Praxis und ITIL-4-Grundlagen in einem Kurs ist deshalb keine zufällige Bündelung, sondern spiegelt wider, wie IT-Abteilungen heute aufgestellt sind — technisch kompetent und zugleich serviceorientiert denkend. Der praktische Lab-Anteil stellt sicher, dass die konfigurierten Szenarien nicht nur verstanden, sondern wirklich durchgeführt werden — ein entscheidender Unterschied zu reinen Theorieveranstaltungen. Wer Failover-Cluster, Active Directory und DHCP einmal selbst in einer virtuellen Umgebung aufgebaut hat, weiß, worauf es ankommt, wenn er oder sie dasselbe in einer Produktivumgebung tun muss. Mittelfristig öffnet diese Weiterbildung Türen in klassische Systemadministrations-Rollen sowie in serviceorientierte IT-Funktionen: IT-Betrieb, Infrastrukturmanagement, IT-Service-Management und technischer Support auf gehobener Ebene. Der ITIL-Anteil ist darüber hinaus anschlussfähig an weiterführende ITIL-Zertifizierungen (Managing Professional, Strategic Leader), falls eine Vertiefung im IT-Service-Management angestrebt wird.
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Welche Microsoft-Zertifizierung erhalte ich nach dem Kurs?
Die früher verknüpfte MCSE-Server-Infrastructure-Zertifizierung wurde von Microsoft eingestellt und wird nicht mehr vergeben. Der Kurs schließt mit einem trägerinternen Zertifikat ab. Wer einen aktuellen Microsoft-Zertifizierungsweg im Infrastrukturbereich anstrebt, sollte sich die aktuellen AZ-800/AZ-801-Prüfungen (Windows Server Hybrid Administrator) anschauen.
Was ist ITIL 4 und warum ist es für Systemadministratoren relevant?
ITIL 4 ist das aktuelle Framework für IT-Service-Management. Es beschreibt, wie IT-Dienste so strukturiert und betrieben werden können, dass sie Mehrwert für das Unternehmen liefern. Für Systemadministratoren ist es relevant, weil es eine gemeinsame Sprache mit IT-Management-Ebenen schafft — und zeigt, wie technischer Betrieb in ein serviceorientiertes Gesamtsystem eingebettet ist.
Ist die ITIL-Foundation-Prüfung im Kurspaket enthalten?
Der Kurs bereitet auf die ITIL-Foundation-Certificate-in-IT-Service-Management-Prüfung vor und enthält Unterlagen sowie Prüfungsvorbereitung. Die Prüfung selbst muss separat abgelegt werden und ist nicht automatisch im Kurspreis inbegriffen. Details dazu teilt der jeweilige Anbieter mit.
Stehen Labor-Umgebungen zur Verfügung?
Ja. Der Kurs arbeitet mit virtuellen Lab-Umgebungen, in denen alle praxisrelevanten Szenarien — von der Server-Installation über die Active-Directory-Konfiguration bis zum Failover-Test — direkt durchgeführt werden können. Zugang und Unterlagen sind im Kursumfang enthalten.
Für wen ist dieser Kurs besonders geeignet?
Der Kurs eignet sich besonders für IT-Einsteiger und Junior-Admins, die eine strukturierte Grundausbildung in der Windows-Server-Administration suchen, und gleichzeitig ein konzeptuelles IT-Service-Management-Fundament (ITIL 4) aufbauen möchten. Auch Quereinsteiger mit technischem Hintergrund finden hier einen soliden Einstieg in die Systemadministration.
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