Überblick
Adobe After Effects zählt zu den weltweit führenden Softwarelösungen für Compositing, Motion Design und visuelle Spezialeffekte. In diesem Aufbaukurs vertiefen Teilnehmende ihre bereits vorhandenen After-Effects-Grundkenntnisse und erarbeiten sich fortgeschrittene Techniken, wie sie in der TV-Werbung, im Film und in Kreativagenturen täglich eingesetzt werden. Themen wie komplexe Expressions, Simulationseffekte, Tracking-Funktionen und die Integration mit Cinema 4D Lite via Cineware eröffnen ein breites Spektrum professioneller Gestaltungsmöglichkeiten. Auch der Einsatz von KI-gestützten Adobe-Werkzeugen zur Vereinfachung von Produktionsprozessen ist Bestandteil des Kurses. Ziel ist es, Teilnehmende in die Lage zu versetzen, eigenständig filmreife Sequenzen für Werbung, TV und digitale Kanäle zu produzieren.
Kursinhalte & Lernziele
Das erste Modul führt in die aktuellen Neuerungen und erweiterten Funktionen von After Effects ein und knüpft an die Grundkursinhalte an. Besonderes Augenmerk gilt den neuen KI-gestützten Funktionen, die in aktuellen Versionen der Creative Cloud integriert sind, sowie der Neuorganisation des Workflows für komplexe Projekte.
- Überblick über die aktuelle After-Effects-Oberfläche und neue CC-Funktionen
- Workflow-Organisation für fortgeschrittene Projekte (Comps, Ordner, Render-Queues)
- Einführung in KI-Werkzeuge und ihre Anwendung in kreativen Workflows
- Refresher: Keyframes, Ebenen-Modi, Masken und Shapes
- Qualitätscheck und Exporteinstellungen für verschiedene Formate
- Überblick über Expressions: Grundsyntax und erste Anwendungsbeispiele
Das zweite Modul behandelt fortgeschrittene Expressions und Bildmanipulation. Teilnehmende erstellen komplexe Animationen mit mathematischen Expressions, entwickeln Masken-Animationen und erzeugen bewegte Fotoalben, die als Basis für Client-Präsentationen oder Social-Media-Inhalte dienen.
- Animationen im Mograph-Style (z. B. Ball-Animation, Bounce, Overshoot)
- Expressions: time, loopOut, wiggle und benutzerdefinierte Formeln
- Masken-Animationen: Form, Pfad und Überblendung
- Erstellen von animierten Fotoalben mittels Expressions und Masken
- Layer-Styles und Blending-Modes für grafische Kompositionen
- Textanimationen mit Range-Selectors und Expressions
Das dritte Modul widmet sich Simulations- und Transformationseffekten sowie volumetrischen Licht- und Partikeleffekten. Diese Techniken bilden das Herzstück moderner TV- und Werbe-Produktionen, in denen Objekte in Naturelemente verwandelt oder epische Übergänge geschaffen werden.
- Transformation von Objekten in Feuer, Sand und Rauch (Partikel-Effekte)
- Simulationseffekte: Card Dance, Shatter, CC Particle World
- 3D RayLights und Nebelschwaden für atmosphärische Übergänge
- Füller- und Übergangs-Effekte für Broadcast-Einsatz
- Compositing realer Footage mit generierten Effekten
- Colour-Grading und Look-Entwicklung für finale Szenen
Das vierte Modul behandelt Tracking, 3D-Integration und die Abschlussarbeit. Fortgeschrittene Tracking-Techniken ermöglichen es, generierte Elemente präzise in reale Filmaufnahmen zu integrieren. Die Verbindung mit Cinema 4D Lite via Cineware öffnet die Tür zu vollwertigen 3D-Kompositionen direkt in After Effects.
- Punkt-Tracking und Multi-Point-Tracking für Objekte und Logos
- Kamera-Tracking (3D Camera Tracker) für realistische Integration in echte Szenen
- Cineware: Cinema 4D Lite aus After Effects heraus steuern
- Erstellen einfacher 3D-Objekte in Cinema 4D Lite und Import in AE
- 3D-Szenen und After-Effects-Layers kompositionell verknüpfen
- Präsentation der Abschluss-Projektaufgabe und Peer-Review
Praxisblock — Eigenproduktionen und Portfolio-Arbeit Im Praxisblock entstehen eigenständige Produktionen, die gemeinsam besprochen und zu einem Showreel-Segment zusammengestellt werden.
- 15-sekündiger animierter TV-Spot: Konzept, Produktion und Abnahme
- Transformationssequenz: Logo verwandelt sich in Partikelstaub
- Atmosphärischer Filmvorspann mit 3D RayLights und Nebeleffekten
- Tracking-Einbau eines 3D-Logos in eine reale Stadtaufnahme
- Cineware-Projekt: 3D-Produktvisualisierung in After Effects compositen
- Expression-gesteuerte Uhr-Animation für ein Erklärvideo
- Animiertes Fotoalbum für Social-Media-Einsatz entwickeln
- Ball-Animation im Mograph-Style mit Overshoot-Expression
- Simulate-Effekt: Card-Dance-Sequenz für einen Buchtitel-Trailer
- KI-gestütztes Rotoscoping oder Background-Removal in der Praxis testen
- Colour-Grading-Pipeline aufbauen: Look erstellen und konsistent anwenden
- Finales Showreel-Segment aus Projektergebnissen zusammenstellen und exportieren
Die Eigenproduktionen werden laufend durch den Dozenten begleitet und am Ende in einem Peer-Review-Format besprochen. Das zusammengestellte Showreel-Segment eignet sich als unmittelbar verwendbarer Nachweis professioneller After-Effects-Kompetenz.
Lernziele:
- Fortgeschrittene Animationstechniken im Mograph-Style sicher anwenden
- Expressions und Masken für komplexe Bildmanipulationen und Fotoalben einsetzen
- Objekte in visuelle Naturelemente wie Feuer, Sand und Rauch verwandeln
- Verschiedene Simulationseffekte eigenständig erstellen und steuern
- Volumetrische Licht- und Nebeleffekte (3D RayLights, Nebelschwaden) für Übergänge nutzen
- Tracking-Funktionen in After Effects für Kamera-, Punkt- und Flächentracking anwenden
- 3D-Objekte und -Szenen via Cineware (Cinema 4D Lite) in After Effects integrieren
- KI-Werkzeuge in Adobe After Effects zur Prozessbeschleunigung nutzen
- Professionelle Kompositions-Workflows mit Ebenen, Precomps und Expressions aufbauen
- Abschlussarbeiten präsentieren und konstruktives Feedback geben und empfangen
- Rendern und Exportieren für verschiedene Ausgabeformate (Web, TV, Social Media)
- Qualitätssicherung in der Post-Production durch Überprüfung von Komposition und Farbe
Zielgruppe & Voraussetzungen
Der Aufbaukurs richtet sich an kreative Fachkräfte, die bereits After-Effects-Grundkenntnisse besitzen und ihre Kompetenz auf professionelles TV- und Werbeniveau heben möchten.
- Marketingfachleute und Werbeabteilungen größerer Unternehmen
- Grafiker und Designer aus Print oder Web, die in Bewegtbild einsteigen
- Architekten und Visualisierer, die animierte Präsentationen erstellen wollen
- Redaktionen, Verlage und Druckereien mit eigenem Content-Team
- Mode-, Industrie- und Verpackungsdesigner, die Produktanimationen produzieren wollen
Vorausgesetzt wird ein sicherer Umgang mit dem PC sowie mit den Grundfunktionen von Adobe After Effects (Grundkurs-Niveau). Räumliches Denken, Kreativität und Sprachkenntnisse in Deutsch (mindestens B2) sind ebenso erforderlich. Grundlegende Kenntnisse in Photoshop oder Illustrator sind von Vorteil, da After Effects in vielen Projekten mit diesen Programmen zusammenarbeitet. Ohne Grundkurskenntnisse in After Effects ist ein sinnvolles Mitarbeiten im Aufbaukurs nicht möglich.
Ablauf & Abschluss
Der Kurs wird als Combined Learning durchgeführt und verbindet Präsenz- oder Live-Online-Einheiten mit intensiver Eigenarbeit. Dozenten demonstrieren Techniken Schritt für Schritt am Bildschirm, die Teilnehmenden replizieren die Schritte unmittelbar in eigenen Projekten. Lernmaterialien, Übungsdateien und Skripte werden digital bereitgestellt. Wöchentliche Projekt-Feedbacks helfen, die eigene Arbeit zu reflektieren und zu verbessern.
Der Kurs hat eine Dauer von mehr als einer Woche bis zu einem Monat bei Vollzeitunterricht. Neben den geführten Lerneinheiten sind eigenständige Projektarbeiten Pflichtbestandteil des Kurses. Die genaue Stundenzahl variiert je nach Anbieter; die Kombination aus Präsenz, Übung und Projektarbeit gewährleistet eine intensive Auseinandersetzung mit den Inhalten.
Nach erfolgreichem Kursabschluss und Präsentation der Abschlussaufgabe erhalten Teilnehmende ein trägerinternes Zertifikat bzw. eine qualifizierte Teilnahmebescheinigung des Bildungsträgers. Adobe-Herstellerzertifikate sind nicht Bestandteil des Kurses. In der Praxis zählt neben dem Zertifikat das eigene Portfolio — der Showreel-Clip — als wichtigster Kompetenznachweis.
Nutzen & Perspektiven
After Effects auf Aufbau-Niveau zu beherrschen bedeutet, Projekte umsetzen zu können, die im Markt üblicherweise von spezialisierten Studios produziert werden. Wer filmreife Simulations-Effekte, Tracking-Kompositionen und 3D-Integrationen eigenständig realisieren kann, ist in der Lage, sowohl als Freelancer als auch in Agenturen und Inhouse-Teams auf höchstem Niveau zu arbeiten. Der Markt für qualifizierte Motion Designer und Compositing Artists ist in Deutschland und international gut aufgestellt. Der im Kurs entwickelte Showreel-Clip hat unmittelbaren Wert als Bewerbungsunterlage. Anders als viele rein theoretische Qualifizierungen verlangt dieser Kurs konkrete Produktionen — die Ergebnisse sprechen für sich und ermöglichen einen direkten Vergleich mit professionellen Produktionsstandards. KI-Funktionen wie automatisches Rotoscoping oder Content-Aware-Fill, die im Kurs behandelt werden, sparen in realen Projekten erheblich Zeit und machen den Teilnehmenden fit für die sich wandelnde Praxis. Bei AZAV-zertifizierten Bildungsträgern ist diese Weiterbildung in der Regel über einen Bildungsgutschein der Agentur für Arbeit oder des Jobcenters förderbar. Darüber hinaus kommen je nach persönlicher Situation das Qualifizierungschancengesetz, die Berufsförderung (BFD) der Bundeswehr, Leistungen zur Teilhabe am Arbeitsleben sowie Förderangebote der Deutschen Rentenversicherung in Betracht.
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Welche Vorkenntnisse benötige ich für diesen Aufbaukurs?
Vorausgesetzt werden Grundkenntnisse in Adobe After Effects auf Grundkurs-Niveau, also sicherer Umgang mit der Oberfläche, einfaches Keyframing, Masken und Ebenen-Modi. Ohne diese Basis ist ein sinnvolles Mitarbeiten im Aufbaukurs nicht möglich. Zusätzlich sind Deutschkenntnisse auf B2-Niveau sowie ein sicherer PC-Umgang erforderlich.
Was ist Cineware, und warum ist es Teil dieses Kurses?
Cineware ist eine von Maxon und Adobe gemeinsam entwickelte Schnittstelle, die Cinema 4D Lite direkt in After Effects integriert. Damit können 3D-Objekte und -Szenen ohne Roundtrip-Export direkt in After-Effects-Kompositionen verwendet werden. Das ermöglicht professionelle 3D-Compositing-Workflows, die in TV-Produktion und Werbung weit verbreitet sind.
Was sind Expressions in After Effects, und wozu werden sie eingesetzt?
Expressions sind kleine JavaScript-basierte Skripte, die Animationsparameter automatisieren und miteinander verknüpfen. Sie ermöglichen z. B. Bounce-Effekte, Loop-Animationen oder synchronisierte Bewegungen, ohne dass für jeden Frame ein manueller Keyframe gesetzt werden muss. Im Aufbaukurs werden häufig verwendete Expressions wie wiggle, loopOut und time praxisnah eingesetzt.
Ist dieser Kurs über einen Bildungsgutschein förderbar?
Bei AZAV-zertifizierten Trägern ist eine Förderung über den Bildungsgutschein der Agentur für Arbeit oder des Jobcenters grundsätzlich möglich. Auch das Qualifizierungschancengesetz, die Berufsförderung der Bundeswehr oder Leistungen der Deutschen Rentenversicherung kommen je nach persönlicher Situation in Betracht. Wenden Sie sich an Ihre zuständige Stelle, um die Förderfähigkeit zu klären.
Welches Abschluss-Dokument erhalte ich nach dem Kurs?
Sie erhalten ein trägerinternes Zertifikat bzw. eine qualifizierte Teilnahmebescheinigung des Bildungsträgers. Adobe-Herstellerzertifikate sind nicht Bestandteil des Kurses. In der Kreativbranche ist neben dem Zertifikat Ihr Showreel — also die im Kurs entstandenen Produktionen — der entscheidende Kompetenznachweis bei Bewerbungen und Kundenpräsentationen.
Verwandte Kurse
Welche Förderung passt zu dir?
Finde in 30 Sekunden heraus, ob dir ein Bildungsgutschein oder andere Zuschüsse zustehen. Kostenlos & ohne Anmeldung.
Arbeitsmarkt-Report
Digitale Mediengestaltung, UX/UI, Social-Media-Content und Webdesign bleiben gefragt — aber AI-Tools verändern die Arbeit grundlegend. Wer Adobe/Figma mit AI-Workflows (Midjourney, ChatGPT, Runway) kombiniert, sichert sich überdurchschnittliche Position.
Zielberufe & offene Stellen
Berufe, in denen Absolvent:innen dieses Kurses typischerweise arbeiten — mit bundesweit offenen Stellen der letzten 12 Monate.
- Mediengestalter/in2.062 Stellen
- Medienwissenschaft (grundständig)127 Stellen
- Medienproduktion (grundständig)92 Stellen
- Film-, Fernsehproduktion (grundständig)19 Stellen
- Mediengestalter/Mediengestalterin Digital und Print Fachrichtung Digitalmedien14 Stellen
- Motion-Designer/in0 Stellen