Überblick
Dieser Kurs verbindet die Scrum-Product-Owner-Rolle mit zwei sehr unterschiedlichen, aber in der Praxis eng verwandten Werkzeugen: Microsoft Word als Dokumentationsinstrument und DevOps Foundation als konzeptionelles Verständnis moderner Softwarelieferprozesse. Die Kombination dieser drei Bereiche erscheint auf den ersten Blick ungewöhnlich, spiegelt aber eine typische Realität wider: Product Owner müssen klare Anforderungen schreiben, diese verständlich dokumentieren und verstehen, wie das Entwicklungsteam die Anforderungen technisch in auslieferbare Software überführt.
Kursinhalte & Lernziele
Modul 1 - Scrum und Anforderungsmanagement als Product Owner Die Scrum-Product-Owner-Rolle ist weit mehr als das Pflegen eines Backlogs. Dieser Block zeigt, wie strategische Produktentscheidungen in operative Sprint-Arbeit übersetzt werden und welche Kommunikationsleistung dabei kontinuierlich gefragt ist.
- Das Scrum-Framework: Rollen, Events, Artefakte im Zusammenspiel
- Produktvision und Produktziel: wie man sie formuliert und als Orientierung nutzt
- Backlog-Refinement: User Stories schärfen, Akzeptanzkriterien definieren
- Priorisierungsmethoden: MoSCoW, Kano-Modell, Value vs. Effort
- Sprint Planning aus Product-Owner-Perspektive: Zieldefinition und Scope-Abstimmung
- Sprint Review: Feedback von Stakeholdern aufnehmen und in Backlog-Updates überführen
- Umgang mit Konflikten zwischen Stakeholder-Wünschen und Team-Kapazität
Modul 2 - Microsoft Word für Projektdokumentation In vielen Unternehmen sind Word-Dokumente nach wie vor das Standardformat für formelle Kommunikation, Anforderungsspezifikationen und Projektberichte. Dieser Block vermittelt Word-Kenntnisse, die weit über einfache Textverarbeitung hinausgehen.
- Formatvorlagen anlegen und konsequent anwenden: Überschriften, Absätze, Listen
- Automatisches Inhaltsverzeichnis erstellen und aktuell halten
- Querverweise, Beschriftungen und Abbildungsverzeichnisse für strukturierte Dokumente
- Überarbeitungsmodus: Änderungen nachverfolgen und Kommentare verwalten
- Serienbriefe und Dokumentvorlagen für wiederkehrende Projektformate
- Anforderungsdokument in Word strukturieren: Einleitung, Fachliche Anforderungen, Nicht-Fachliche Anforderungen, Glossar
- Großformatige Dokumente mit Abschnitten und Kopf-/Fußzeilen professionell gestalten
Modul 3 - DevOps Foundation DevOps ist keine Technologie, sondern eine Denkweise, die Entwicklung und Betrieb von Software enger zusammenbringt. Auf Foundation-Niveau steht das konzeptionelle Verständnis im Vordergrund: Warum entstehen typische Reibungen zwischen Dev und Ops, wie löst DevOps sie, und welche Praktiken prägen moderne Lieferprozesse?
- Geschichte und Entstehung von DevOps: vom Wasserfall-Modell zur kontinuierlichen Lieferung
- DevOps-Kulturprinzipien: Zusammenarbeit, gemeinsame Verantwortung, kontinuierliches Lernen
- Continuous Integration: Versionskontrolle, automatisierte Builds, frühe Fehlererkennung
- Continuous Delivery: Releases häufig, klein und risikoarm gestalten
- Infrastructure as Code: Umgebungen beschreiben statt manuell aufbauen
- Monitoring und Feedback: wie Teams aus Betriebsdaten lernen
- DevOps-Metriken: Deployment Frequency, Lead Time for Changes, MTTR, Change Failure Rate
Praxisblock - Product Owner in DevOps-Umgebungen Dieser abschließende Block verbindet alle drei Methodenfelder in konkreten Arbeitsszenarien, die Teilnehmende als Product Owner in technisch modernen Teams erleben.
- Anforderungen formulieren, die in automatisierten Testpipelines prüfbar sind
- Definition of Done um Deployment-Kriterien erweitern: wann ist ein Feature wirklich fertig
- Word-Dokumente als Brücke zur formellen Stakeholder-Kommunikation in DevOps-Teams nutzen
- Releases kommunizieren: Release Notes in Word erstellen, die technische und fachliche Leser ansprechen
- Sprint-Ergebnisse in strukturierten Review-Protokollen dokumentieren
- Roadmaps und Produktvisionen in verständlichen Word-Berichten für nicht-technische Stakeholder aufbereiten
- Kommunikationsplan zwischen Product Owner, DevOps-Team und externen Auftraggebern entwickeln
- Backlog-Items um technische Kriterien erweitern, ohne die fachliche Verständlichkeit zu verlieren
- Retrospektive-Ergebnisse als strukturierte Maßnahmenprotokolle in Word festhalten
- Typische Konflikte zwischen Produktanforderungen und technischen Restriktionen auflösen
- Acceptance Testing in CI/CD-Pipelines aus Produktsicht begleiten
- Lessons Learned aus DevOps-Projekten als Wissensdokument für das Team aufbereiten
Am Ende dieses Blocks können Teilnehmende eine vollständige Product-Owner-Dokumentation erstellen: von der Produktvision über das strukturierte Anforderungsdokument bis zum Sprint-Review-Protokoll, alle optimiert für Teams, die in DevOps-Prozessen arbeiten.
Lernziele:
- Die vollständige Rolle des Scrum Product Owners verstehen und im Team einnehmen
- Product Backlog aufbauen, pflegen und nach Geschäftswert priorisieren
- User Stories mit klaren Akzeptanzkriterien formulieren, die das Entwicklungsteam direkt umsetzen kann
- Stakeholder-Anforderungen strukturiert aufnehmen und in Backlog-Einträge überführen
- Microsoft Word für professionelle Dokumentation in Projektkontexten sicher einsetzen
- Anforderungsdokumente, Berichte und Projektunterlagen in Word strukturieren
- Word-Funktionen für kollaboratives Schreiben und Überarbeitung effizient nutzen
- DevOps als Konzept und Kulturmodell verstehen, ohne tiefen technischen Hintergrund vorauszusetzen
- Continuous Integration und Continuous Delivery konzeptionell erklären und in den Scrum-Kontext einordnen
- Kommunikation zwischen Product Owner und Entwicklungsteam in DevOps-Umgebungen gestalten
- Anforderungen so formulieren, dass sie in CI/CD-Pipelines testbar und lieferbar sind
- Sprintabschluss und Lieferartefakte in verständlichen Berichten für Stakeholder aufbereiten
Zielgruppe & Voraussetzungen
Dieser Kurs richtet sich an Personen, die in die Product-Owner-Rolle einsteigen oder ihre bestehende Rolle mit dokumentarischen und technischen Grundkenntnissen erweitern möchten.
- Requirements Engineers, die agile Methoden erlernen wollen
- Projektkoordinatoren, die Anforderungen strukturieren und kommunizieren
- Produktmanager, die mit Entwicklungsteams in DevOps-Umgebungen arbeiten
- Testmanager oder QA-Verantwortliche, die die Product-Owner-Perspektive verstehen möchten
- Fachkräfte aus nicht-technischen Abteilungen, die als interne Schnittstelle zu Entwicklungsteams agieren
Grundlegende Kenntnisse in Textverarbeitung, also das Schreiben und Bearbeiten von Dokumenten, sind hilfreich, aber kein formales Eintrittskriterium. Programmierkenntnisse sind ausdrücklich nicht erforderlich; DevOps wird auf konzeptionellem Foundation-Niveau behandelt. Gute Deutschkenntnisse und sichere PC-Nutzung werden vorausgesetzt.
Ablauf & Abschluss
Scrum-Inhalte werden durch Rollenspiele und Fallbeispiele aus der Produktentwicklung erarbeitet. Word wird anhand realer Dokumenttypen geübt: Anforderungsspezifikationen, Meeting-Protokolle und Berichte. DevOps-Foundation-Inhalte werden konzeptionell vermittelt und durch Fallstudien aus der Softwareentwicklung illustriert. Der Praxisblock arbeitet mit einem durchgehenden Fallprojekt, das durch alle drei Themenfelder führt, sodass Teilnehmende nicht isolierte Einzelkenntnisse, sondern ein zusammenhängendes Kompetenzprofil aufbauen.
Die Weiterbildung ist als vollständige Qualifizierung konzipiert, die alle drei Bereiche in der Tiefe abdeckt. Typische Laufzeiten liegen zwischen zwei und vier Monaten, je nach Anbieter und Wochenstundenumfang. Der Markt bietet 32 Angebote, was eine passgenaue Terminwahl ermöglicht.
Teilnehmende erhalten nach erfolgreichem Abschluss eine qualifizierte Teilnahmebescheinigung. DevOps-Foundation-Prüfungen werden je nach Anbieter über externe akkreditierte Prüfungsinstitute abgewickelt. Für Microsoft Word gibt es keine standardisierte Abschlussprüfung; die erworbene Kompetenz wird über die Teilnahmebescheinigung dokumentiert.
Nutzen & Perspektiven
Für Product Owner in modernen Softwareunternehmen ist technisches Grundverständnis kein optionaler Bonus, sondern eine praktische Notwendigkeit. Wer nicht versteht, wie Continuous Delivery funktioniert, kann keine sinnvollen Anforderungen an Deployment-Frequenz oder Testbarkeit stellen. Dieser Kurs schließt genau diese Lücke: DevOps auf Foundation-Niveau vermittelt das konzeptionelle Verständnis, ohne Programmierkenntnisse vorauszusetzen. Microsoft Word wirkt im agilen Kontext auf den ersten Blick anachronistisch. In der Praxis aber ist es in zahlreichen Branchen das bevorzugte Format für formelle Kommunikation, Verträge, Spezifikationen und Berichte. Product Owner, die professionelle Word-Dokumente erstellen können, kommunizieren effektiver mit Stakeholdern, die keine Scrum-Boards lesen, aber Anforderungsdokumente und Statusberichte erwarten. Die Dreier-Kombination aus Scrum, Word und DevOps Foundation ist auf dem Weiterbildungsmarkt eine ungewöhnliche, aber bewusst praxisorientierte Zusammenstellung. Sie bildet genau das Kompetenzprofil ab, das Product Owner in Unternehmen benötigen, die agile Methoden einsetzen, aber gleichzeitig formale Dokumentationsprozesse und moderne Softwarelieferung kombinieren.
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Warum ist Microsoft Word Teil einer agilen Projektleitung?
Trotz digitaler Kollaborationstools sind Word-Dokumente in vielen Unternehmen nach wie vor Standard für Anforderungsspezifikationen, Projektberichte und Kommunikation mit Stakeholdern außerhalb des Entwicklungsteams. Wer Word professionell beherrscht, kann Dokumentation präzise und wiederverwendbar erstellen.
Was genau wird unter DevOps Foundation vermittelt?
DevOps Foundation behandelt die kulturellen und methodischen Grundlagen von DevOps: Entstehungsgeschichte, Kernprinzipien, Zusammenspiel von Entwicklung und Betrieb sowie die wichtigsten Praktiken wie Continuous Integration und Continuous Delivery. Technische Implementierungsdetails stehen auf Foundation-Ebene weniger im Vordergrund als das konzeptionelle Verständnis.
Welche Word-Funktionen werden konkret behandelt?
Der Kurs vermittelt professionelle Dokumentenstrukturierung mit Formatvorlagen, Inhaltsverzeichnissen und Querverweisen, das Erstellen von Anforderungsdokumenten und Berichten sowie die Nutzung von Kommentier- und Überarbeitungsfunktionen für die Zusammenarbeit mit mehreren Autoren.
Ist dieser Kurs für Quereinsteiger geeignet?
Ja. Da weder PRINCE2 noch spezialisierte agile Vorkenntnisse vorausgesetzt werden, eignet sich dieser Kurs für Quereinsteiger mit Projekterfahrung in anderen Rollen. Wer bereits Aufgaben koordiniert oder Teams unterstützt hat, hat gute Voraussetzungen.
Welches Zertifikat wird ausgestellt?
Nach Abschluss erhalten Teilnehmende eine qualifizierte Teilnahmebescheinigung. DevOps-Foundation-Prüfungen werden je nach Anbieter über akkreditierte Prüfungsinstitute wie EXIN abgewickelt; Details dazu klärt der jeweilige Kursanbieter.
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