Überblick
Dieses Weiterbildungsprogramm verbindet zwei Welten des Projektmanagements: die strukturierte Planung klassischer Methoden wie dem Wasserfall-Modell und dem Phasenplan mit der Flexibilität agiler Frameworks wie Scrum und Kanban. Ergänzt wird das methodische Kernwissen durch zwei praxisnahe Werkzeugmodule – Microsoft PowerPoint für die professionelle Projektkommunikation und DevOps Professional für das Verständnis moderner Software-Liefer- und Betriebsprozesse. Das Ergebnis ist eine Kombination, die Projektmanager und IT-nahe Fachkräfte befähigt, Projekte ganzheitlich aufzustellen: von der ersten Stakeholder-Präsentation bis zur Einbettung in automatisierte Deployment-Pipelines.
Kursinhalte & Lernziele
Modul 1 – Klassisches Projektmanagement Das erste Modul legt das methodische Fundament im klassischen Projektmanagement. Teilnehmende lernen, Projekte nach anerkannten Vorgehensmodellen zu strukturieren und zu steuern – von der Initiierung bis zum Abschluss. Im Vordergrund stehen Planungstechniken, Terminmanagement und die systematische Dokumentation des Projektverlaufs.
- Projektlebenszyklus: Phasen, Meilensteine, Abschlussdokumentation
- Projektstrukturplan (PSP): Erstellung, Arbeitspakete, Verantwortlichkeiten
- Netzplantechnik: Vorgängerbeziehungen, kritischer Pfad, Pufferzeiten
- Risikoanalyse und Risikomatrix: Eintrittswahrscheinlichkeit und Auswirkung
- Stakeholder-Analyse: Interessengruppen identifizieren und einbinden
- Change-Requests und Konfigurationsmanagement
Modul 2 – Agile Methoden: Scrum und Kanban Dieses Modul führt in die beiden meistgenutzten agilen Frameworks ein. Scrum wird anhand seiner Rollen (Product Owner, Scrum Master, Entwicklungsteam), Artefakte (Product Backlog, Sprint Backlog, Increment) und Events vollständig behandelt. Kanban ergänzt das Bild durch einen flussorientieren Steuerungsansatz, der sich besonders für Support- und Betriebsprozesse eignet.
- Scrum-Rollen: Aufgaben, Kompetenzen und Zusammenspiel
- User Stories schreiben: Akzeptanzkriterien, Definition of Done, Story Points
- Sprint Planning, Daily Scrum, Sprint Review – Ablauf und Nutzen
- Kanban: Visualisierung des Workflows, Pull-Prinzip, WIP-Limits
- Cumulative-Flow-Diagram und Lead Time als Steuerungsinstrumente
- Hybride Projektmodelle: Wann lohnt sich die Kombination?
Modul 3 – Microsoft PowerPoint für Projektmanagement Projektarbeit lebt von der Kommunikation – und die gelingt am stärksten über überzeugende visuelle Darstellungen. Dieses Modul schult den gezielten Einsatz von PowerPoint für typische Projektsituationen: Kick-off-Präsentationen, Statusberichte, Eskalationsvorlagen und Abschlusspräsentationen.
- Folienstruktur und Storyboarding für Projektpräsentationen
- Diagrammtypen: Gantt-Darstellungen, Statusampeln, Fortschrittsbalken
- Designs, Masterfolien und konsistente Corporate-Vorlagen anlegen
- Smartart und Infografiken für Prozessdarstellungen
- Animationen gezielt einsetzen – ohne Ablenkung
- Drucklayouts und PDF-Export für Projektstatus-Reports
Modul 4 – DevOps Professional DevOps verbindet Entwicklungs- und Betriebsprozesse zu einem durchgängigen Liefer- und Qualitätszyklus. Wer Projekte in IT-Umfeldern verantwortet, muss verstehen, wie DevOps-Praktiken Planungszyklen, Release-Rhythmen und Qualitätssicherung beeinflussen.
- CALMS-Modell: Culture, Automation, Lean, Measurement, Sharing
- Continuous Integration: Versionskontrolle, automatisierte Builds, Testautomatisierung
- Continuous Delivery und Continuous Deployment: Feature Branches, Deployment-Strategien
- Infrastructure as Code: Grundprinzip und Relevanz für das Projektmanagement
- Monitoring und Feedback-Loops: SLOs, SLAs und Incident Management
- DevOps-Metriken: Deployment Frequency, Lead Time for Changes, MTTR
Praxis und Integration In übergreifenden Übungen werden Inhalte aus allen Modulen zusammengeführt. Anhand realistischer Projektszenarien aus unterschiedlichen Branchen – Produktentwicklung, IT-Migration, Reorganisation – wird gelernt, Methodik und Tool-Einsatz situationsgerecht zu kombinieren.
- Projektplan für ein hybrides Szenario erstellen (klassische Phasen + agile Sprints)
- Risikoregister und Stakeholder-Map für ein Fallbeispiel anlegen
- Statusbericht in PowerPoint aufbereiten und präsentieren
- Kanban-Board für einen Wartungsprozess konfigurieren
- CI/CD-Anforderungen für ein fiktives Entwicklungsprojekt formulieren
- Sprint Review simulieren und Feedback-Protokoll erstellen
- Hybrid-Roadmap visualisieren und mit Entscheidungsträgern kommunizieren
- DevOps-Metriken für ein laufendes Projekt interpretieren
- Projektrückblick strukturieren und Lessons Learned dokumentieren
- Präsentation einer Projektabschluss-Retrospektive im Plenum
Der Praxisblock schließt mit einem Fallprojekt ab, in dem alle erlernten Werkzeuge und Methoden angewendet werden. Peer-Feedback und moderierte Auswertungsrunden sichern den Transfer in die eigene Arbeitspraxis.
Lernziele:
- Klassische und agile Projektmanagement-Methoden sicher voneinander abgrenzen und situativ einsetzen
- Hybride Projektmodelle konzipieren, bei denen Wasserfall-Phasen und agile Sprints sinnvoll kombiniert werden
- Projektstrukturpläne, Meilensteinpläne und Risikoregister nach klassischen Standards erstellen
- Scrum-Events (Sprint Planning, Daily, Review, Retrospektive) moderieren und im Team etablieren
- Kanban-Boards aufsetzen, WIP-Limits definieren und Durchlaufzeiten messen
- Mit Microsoft PowerPoint wirkungsvolle Projektpräsentationen, Statusberichte und Entscheidungsvorlagen gestalten
- DevOps-Grundprinzipien verstehen: CALMS-Modell, Continuous Integration, Continuous Delivery
- CI/CD-Pipelines in ihrer Funktion einordnen und Anforderungen an Entwicklungsteams formulieren
- Stakeholder-Kommunikation durch visuelle Aufbereitung von Projektdaten stärken
- Projektrisiken identifizieren, bewerten und geeignete Gegenmaßnahmen ableiten
- Methodik und Toolset in realistischen Projektszenarien anwenden
Zielgruppe & Voraussetzungen
Der Kurs richtet sich an Fachkräfte, die Projekte leiten oder maßgeblich koordinieren und ihre Methodenkompetenz gezielt ausbauen möchten.
- Projektverantwortliche, die bisher überwiegend klassisch gearbeitet haben und agile Ansätze kennenlernen wollen
- Einsteiger in die Projektrolle, die ein solides methodisches Fundament aufbauen möchten
- IT-Koordinatoren und technische Leads mit Berührungspunkten zu Softwareentwicklung und Betrieb
- Fachkräfte aus kaufmännischen oder verwaltenden Bereichen, die an IT-nahen Projekten beteiligt sind
- Personen, die ihren Einstieg in den Bereich Projektmanagement durch ein umfassendes Weiterbildungsprogramm fundieren
Kenntnisse in Projektarbeit aus dem beruflichen Alltag sind hilfreich, aber keine formale Voraussetzung. Grundlegende Computerkenntnisse und der sichere Umgang mit einem Windows-Arbeitsrechner werden erwartet. Für den PowerPoint-Teil sind Vorkenntnisse in der Office-Anwendung von Vorteil, aber nicht zwingend notwendig – das Modul führt systematisch ein. Für den DevOps-Abschnitt werden keine Programmierkenntnisse vorausgesetzt; ein allgemeines Verständnis dafür, wie Software entsteht und betrieben wird, ist jedoch nützlich. Gute Deutschkenntnisse in Wort und Schrift werden vorausgesetzt.
Ablauf & Abschluss
Das Programm kombiniert strukturierte Instruktionsphasen mit einem hohen Anteil an angeleiteter Eigenarbeit. Neue Konzepte werden zunächst erklärt und veranschaulicht, bevor sie in kontrollierten Übungsszenarien angewendet werden. PowerPoint wird direkt am Rechner erlernt; DevOps-Konzepte werden anhand von Demo-Umgebungen und Architekturdiagrammen nachvollzogen. Gruppenarbeit in kleinen Teams fördert den inhaltlichen Austausch und das gemeinsame Problemlösen. Der Kurs findet in einem Format statt, das Präsenz- und digitale Lernphasen verbindet – die genaue Einteilung richtet sich nach dem jeweiligen Kursformat und wird vor Kursbeginn kommuniziert.
Die Weiterbildung ist als Vollzeitprogramm konzipiert und dauert in der Regel mehrere Wochen, abhängig vom gewählten Anbieter und Kursformat. In dieser Zeit werden alle vier Module in aufeinander aufbauender Reihenfolge durchgearbeitet. Ergänzende Übungsaufgaben und Fallstudien werden im Rahmen des Kurses bearbeitet und können teils auch im digitalen Lernraum absolviert werden.
Nach erfolgreicher Teilnahme erhalten Absolventinnen und Absolventen eine qualifizierte Teilnahmebescheinigung, die den absolvierten Kursinhalt und den zeitlichen Umfang dokumentiert. Diese Bescheinigung ist von der teilnehmenden Einrichtung ausgestellt und dient als Nachweis gegenüber Arbeitgebern. Externe Zertifizierungsprüfungen (z. B. von Scrum-Verbänden oder DevOps-Instituten) sind nicht Teil des Kurses, können aber auf Basis der vermittelten Inhalte eigenständig angestrebt werden.
Nutzen & Perspektiven
Die Kombination aus klassischem und agilem Projektmanagement ist am Arbeitsmarkt besonders gefragt – weil die Realität der meisten Organisationen weder rein klassisch noch rein agil ist. Wer beide Welten kennt und situationsgerecht einsetzen kann, bringt einen methodischen Weitblick mit, den viele Spezialistinnen und Spezialisten mit einseitigem Hintergrund nicht haben. Dieser Kurs schafft genau diese breit angelegte Methodenkompetenz. Der PowerPoint-Anteil ist keine kosmetische Ergänzung, sondern ein strategisches Werkzeug: Projekte scheitern nicht selten daran, dass Ergebnisse und Entscheidungsbedarfe schlecht kommuniziert werden. Wer Statusberichte klar strukturieren, Risiken visuell aufbereiten und Kick-off-Präsentationen überzeugend gestalten kann, stärkt seine Position in Projektmeetings und gegenüber Entscheidungsträgern erheblich. DevOps Professional vervollständigt das Bild für alle, die in IT-Umfeldern arbeiten oder mit Softwareentwicklungsteams zusammenarbeiten. Wer versteht, was CI/CD bedeutet, welche Deployment-Strategien ein Team wählen kann und wie DevOps-Metriken die Projektsteuerung beeinflussen, kann als Projektverantwortliche oder -verantwortlicher fundierter kommunizieren und bessere Entscheidungen treffen – ohne selbst entwickeln zu müssen.
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Muss ich bereits Erfahrung im Projektmanagement mitbringen?
Nein. Der Kurs führt von Grund auf in beide Methodenwelten ein. Wer bereits projektbezogen gearbeitet hat, wird schnell Verbindungen zu seiner eigenen Praxis herstellen können – aber formale Vorkenntnisse sind keine Voraussetzung.
Erhalte ich nach dem Kurs ein anerkanntes Projektmanagement-Zertifikat?
Der Kurs schließt mit einer qualifizierten Teilnahmebescheinigung ab. Externe Zertifizierungen wie PSM I (Professional Scrum Master) oder PRINCE2 Foundation sind kein Bestandteil, können aber auf Grundlage der erworbenen Kenntnisse eigenständig abgelegt werden.
Warum ist DevOps Teil eines Projektmanagement-Kurses?
Weil immer mehr Projekte in IT-nahen oder digitalisierten Umfeldern stattfinden. Projektverantwortliche, die DevOps-Konzepte verstehen, können mit Entwicklungsteams auf Augenhöhe kommunizieren, Release-Zyklen realistisch einplanen und Qualitätssicherungsprozesse richtig einordnen.
Wie unterscheidet sich dieser Kurs von einem reinen Scrum-Kurs?
Ein reiner Scrum-Kurs fokussiert sich auf ein einziges Framework. Dieser Kurs baut ein breites methodisches Repertoire auf – klassisches Projektmanagement, Scrum, Kanban, hybride Ansätze – und ergänzt es um praktische Tool-Kompetenz in PowerPoint und DevOps. Das ist vor allem für Projektverantwortliche relevant, die keine rein agile Umgebung vorfinden.
In welchem Format findet der Kurs statt?
Der Kurs wird in einem Format angeboten, das strukturierte Unterrichtsphasen mit praxisnahen Übungsblöcken verbindet. Je nach Anbieter sind Präsenz-, Online- oder kombinierte Formate möglich. Details zu Terminen und Formaten sind beim jeweiligen Anbieter erhältlich.
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