Überblick
Dieser Kurs bündelt vier Kompetenzbereiche, die in der modernen Projektarbeit eng zusammenwirken: das plangetriebene klassische und das iterative agile Projektmanagement, die strukturierte schriftliche Projektdokumentation mit Microsoft Word und das DevOps-Professional-Wissen, das für die Koordination von Entwicklungs- und Betriebsprozessen notwendig ist. Die Kombination Word plus DevOps Professional unterscheidet diesen Kurs klar von der PowerPoint-Geschwistervariante: Hier geht es um schriftliche Verbindlichkeit in Projektunterlagen und um technische Prozesstiefe – nicht um visuelle Stakeholder-Kommunikation via Folie.
Kursinhalte & Lernziele
Modul 1 – Agile Projektmanagement-Methoden Das Agile Manifest bildet den konzeptionellen Ausgangspunkt dieses Blocks. Scrum und Kanban werden nicht als abstrakte Theorien, sondern als konkrete Handlungsrahmen für Projektteams vermittelt. Die Übungen sind so gestaltet, dass typische Situationen aus dem Projektalltag abgebildet werden.
- Agiles Manifest: Werte, Prinzipien und ihre Implikationen für die Projektpraxis
- Scrum-Framework: Rollen, Events und Artefakte im Detail
- User Stories formulieren, schätzen und im Product Backlog priorisieren
- Sprint-Zyklen planen und retrospektiv auswerten
- Kanban: Board einrichten, WIP-Limits definieren, Durchlaufzeiten messen
- Scaled Agile: Grundbegriffe und Überblick (SAFe, Nexus, LeSS)
Modul 2 – Klassisches Projektmanagement Plangetriebene Methoden sind in regulierten Branchen, öffentlichen Projekten und Festpreisvorhaben nach wie vor Standard. Dieser Block deckt den vollständigen Projektlebenszyklus ab – von der Initiierung bis zum formalen Abschluss.
- Projektauftrag und Zieldefinition: Lastenheft, Pflichtenheft, Projektcharter
- Projektstrukturplan erstellen und Arbeitspakete granular definieren
- Netzplan und kritischer Pfad, Gantt-Chart für die Kommunikation
- Earned-Value-Analyse: Projektstatus objektiv messen und berichten
- Risikomanagement: Risikoregister, Eintrittswahrscheinlichkeit und Auswirkung
- Qualitätsmanagement und Abnahmekriterien vertraglich verankern
Modul 3 – Microsoft Word für die Projektdokumentation Projektdokumentationen sind rechtlich und organisatorisch verbindliche Texte. Word ist in vielen Organisationen das Standard-Tool dafür. Dieses Modul macht aus Anwendern professionelle Dokument-Autoren, die ihre Texte strukturiert, konsistent und revisionssicher aufbauen.
- Formatvorlagen erstellen und systematisch einsetzen – Grundlage jeder professionellen Dokumentenkultur
- Automatische Inhaltsverzeichnisse, Abbildungs- und Tabellenverzeichnisse
- Abschnittswechsel und mehrspaltige Layouts für PM-Berichte
- Tabellen in Word: Zeitpläne, Risikomatrizen, RACI-Diagramme, Statusübersichten
- Änderungsverfolgung und Kommentarfunktion für kollaboratives Erarbeiten von Dokumenten
- Dokumenttypen des Projektmanagements: Lastenheft, Protokoll, Statusbericht, Abschlussdokumentation
Modul 4 – DevOps Professional DevOps Professional vertieft, was ein reiner DevOps-Foundation-Kurs nur andeutet. Wer Projekte in IT-nahen Umfeldern leitet oder koordiniert, muss den Lieferprozess von der Codebasis bis zum laufenden System inhaltlich verstehen – nicht um selbst zu programmieren, sondern um mit Entwicklungsteams, SREs und Betriebseinheiten auf Augenhöhe zu kommunizieren.
- CALMS-Modell: Culture, Automation, Lean, Measurement, Sharing als DevOps-Fundament
- Continuous Integration: Build-Automatisierung, Code-Review und Merge-Strategien
- Continuous Delivery und Deployment: Feature Flags, Blue-Green-Deployments, Canary Releases
- Infrastructure as Code: Konzept, Vorteile und gängige Toolketten (Ansible, Terraform-Konzept)
- Containerisierung und Orchestrierung: Docker-Konzept und Kubernetes-Grundarchitektur
- Site Reliability Engineering: SLOs, SLIs, Error Budgets und Blameless Post-Mortems
- DevSecOps: Sicherheit in die Pipeline integrieren – SAST, DAST, Dependency Scanning
- Monitoring und Observability: Metriken, Logs und Traces im Produktivbetrieb
Praxis-Block – Anwendungsszenarien und Verbundübungen Die praktischen Übungen greifen auf Szenarien zurück, in denen PM-Methodik, Dokumentation und DevOps-Wissen zusammenspielen müssen.
- Projektdokumentation für ein hybrides IT-Projekt in Word vollständig aufbauen
- Statusbericht mit Earned-Value-Kennzahlen in Word strukturieren und layouten
- Sprint-Retrospektive-Protokoll erstellen und für mehrere Leserkreise aufbereiten
- Risikoregister als Word-Tabelle anlegen und mit Ampelfarbgebung versehen
- CI/CD-Ablaufdiagramm beschreiben und in ein Projekt-Konzeptdokument einbetten
- Post-Mortem-Vorlage nach einem simulierten Produktionsfehler ausfüllen
- DevOps-Roadmap für eine Organisationseinheit dokumentarisch festhalten
- Übergabedokumentation Entwicklung–Betrieb nach DevOps-Standards aufsetzen
- Hybrid-Projektplan in Word erstellen: Scrum-Sprints auf klassische Phasenmeilensteine mappen
- Abschlussbericht für ein IT-Projekt mit DevOps-Lieferprozess vollständig dokumentieren
- Peer-Review eigener Dokumente auf Vollständigkeit, Konsistenz und Lesbarkeit
- Abnahme-Protokoll mit Bewertungskriterien und Unterschriftenfeld aufsetzen
Der Integrationspunkt dieses Kurses liegt in der schriftlichen Fixierung von DevOps-Themen. Wer Deployment-Strategien, SLO-Definitionen oder Post-Mortems als valide Projektdokumente in Word aufbereiten kann, schafft Verbindlichkeit und Nachvollziehbarkeit – eine Kompetenz, die in der täglichen Praxis selten explizit trainiert wird.
Lernziele:
- Agile Methoden wie Scrum und Kanban praxisnah anwenden
- Klassische PM-Werkzeuge (PSP, Gantt, Risikoregister) in Projekten einsetzen
- Hybride Vorgehensmodelle situativ auswählen und begründen
- Microsoft Word für professionelle Projektdokumentation nutzen
- Formatvorlagen, Dokumentenstruktur und Inhaltsverzeichnisse in Word beherrschen
- Lastenheft, Statusbericht, Protokoll und Abschlussdokumentation anforderungsgerecht erstellen
- DevOps-Kultur und CALMS-Modell verstehen und vermitteln
- CI/CD-Pipelines, IaC und Containerisierung konzeptionell durchdringen
- Monitoring und Observability im Produktivbetrieb beurteilen
- DevSecOps-Ansätze und SRE-Prinzipien (SLOs, Error Budgets) kennen
- Entwicklung und Betrieb organisationsübergreifend koordinieren
Zielgruppe & Voraussetzungen
Dieser Kurs ist für Fachkräfte konzipiert, die an der Schnittstelle zwischen Projektmanagement, Dokumentation und IT-Betrieb arbeiten. Die Kombination Word plus DevOps Professional ist besonders wertvoll für Personen, die sowohl administrativ als auch technisch kommunizieren müssen.
- Projektleitende in IT-nahen Organisationen mit hohem Dokumentationsaufwand
- Technische Redakteure, die in Projekten oder IT-Betriebsteams eingebunden sind
- Qualitätssicherungs-Fachkräfte, die PM-Methodik und DevOps-Prozesse dokumentieren
- Fachkräfte in Transformationsprojekten mit Schnittstelle zu Entwicklungs- und Betriebsteams
- Berufswechsler, die IT-nahes Projektmanagement mit starker Dokumentationskompetenz aufbauen
Grundlegende PC-Kenntnisse und die Fähigkeit, mit Microsoft Word zu arbeiten, werden vorausgesetzt. Programmierkenntnisse sind für den DevOps-Block nicht erforderlich; ein grundlegendes Verständnis von Software-Entwicklungs- und IT-Betriebsprozessen ist hilfreich. Gute Deutschkenntnisse sind für Lernmaterialien und Aufgaben notwendig.
Ablauf & Abschluss
Der Kurs ist handlungsorientiert strukturiert: Konzeptphasen wechseln sich mit konkreten Aufgaben ab. Word-Einheiten arbeiten durchgehend mit vorbereiteten Dokumentvorlagen, die bearbeitet, erweitert und umgebaut werden. DevOps-Inhalte werden über Fallstudien, Diagramm-Dokumentationen und Szenarien erarbeitet. PM-Methoden werden in Planungsübungen und Rollen-Simulationen geübt. Der Kurs ist in Präsenz, online und als Blended-Format durchführbar.
Die vier Inhaltsblöcke zusammen erfordern eine substanzielle Lernzeit. Im Vollzeitformat ist eine Durchführung in etwa 5–8 Wochen realistisch. Im Teilzeitformat verlängert sich der Zeitraum entsprechend. Anbieter legen Termine und Stundenkontingente individuell fest.
Abschluss ist eine qualifizierte trägerinterne Teilnahmebescheinigung, die die absolvierten Inhalte und den Umfang dokumentiert. Je nach Anbieter können ergänzende Zertifizierungen im Bereich Scrum oder DevOps angestrebt werden.
Nutzen & Perspektiven
Die Verbindung von Word und DevOps Professional positioniert diesen Kurs innerhalb der Geschwistervarianten als die Option für Fachkräfte, die sowohl schreiben als auch technische Prozesse durchdringen müssen. Im Unterschied zur PowerPoint-Variante – die auf visuelle Wirkung vor Steuerungskreisen ausgelegt ist – geht es hier um die schriftliche Verbindlichkeit von Projektunterlagen und um ein professionelles Verständnis der technischen Lieferkette. Besonders im öffentlichen Dienst, in der Qualitätssicherung und in Compliance-relevanten IT-Projekten ist es entscheidend, dass Prozesse nicht nur gelebt, sondern revisionssicher dokumentiert werden. Wer Scrum-Retrospektiven protokolliert, CI/CD-Architekturen in Konzeptdokumenten festhält und DevOps-Metriken in Statusberichten kommuniziert, schafft eine Grundlage, die über den einzelnen Sprint hinaus Bestand hat. Absolventen dieses Kurses sind in der Lage, Projekte methodisch sauber zu planen, schriftlich nachvollziehbar zu dokumentieren und mit Entwicklungsteams auf inhaltlicher Ebene zu kommunizieren – eine seltene Kombination, die in transformationsintensiven IT-Projekten strategischen Wert hat.
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Was ist der Unterschied zur PowerPoint-DevOps-Variante?
Statt PowerPoint steht hier Microsoft Word im Mittelpunkt – also schriftliche Projektdokumentation statt visueller Stakeholder-Präsentation. Der DevOps-Professional-Teil ist in beiden Varianten enthalten. Wer eher dokumentiert als präsentiert, liegt mit dieser Variante richtig.
Was unterscheidet DevOps Professional von DevOps Foundation?
DevOps Foundation vermittelt Grundbegriffe und Überblick. DevOps Professional geht tiefer: CI/CD-Strategien, Infrastructure as Code, Site Reliability Engineering, DevSecOps und Monitoring-Architekturen werden inhaltlich durchdrungen, nicht nur überblicksartig beschrieben.
Muss ich programmieren können?
Nein. Der Kurs behandelt DevOps-Konzepte, Prozesse und Kulturaspekte – keine Programmierung. Wer ein grundlegendes Verständnis davon hat, wie Software gebaut und betrieben wird, ist gut aufgestellt.
Welches Zertifikat erhalte ich?
Eine qualifizierte trägerinterne Teilnahmebescheinigung. Je nach Anbieter können ergänzend externe Scrum- oder DevOps-Zertifizierungen angestrebt werden.
Für welche Branchen ist der Kurs besonders geeignet?
Für den öffentlichen Dienst, Qualitätssicherung, IT-Compliance, Gesundheitswesen und alle Branchen, in denen Projekte dokumentationspflichtig sind und IT-Prozesse koordiniert werden müssen.
Verwandte Kurse
Welche Förderung passt zu dir?
Finde in 30 Sekunden heraus, ob dir ein Bildungsgutschein oder andere Zuschüsse zustehen. Kostenlos & ohne Anmeldung.
Arbeitsmarkt-Report
Berufsbild ist branchenübergreifend einsetzbar. Karrierechancen hängen stark von zusätzlicher Spezialisierung und Region ab.
Zielberufe & offene Stellen
Berufe, in denen Absolvent:innen dieses Kurses typischerweise arbeiten — mit bundesweit offenen Stellen der letzten 12 Monate.
- Industriemeister/Industriemeisterin - allgemein162 Stellen
- EDV-Fachkraft63 Stellen
- Betriebswirt/Betriebswirtin (Fachschule) für Informationsverarbeitung/Bachelor Professional in Wirtschaft21 Stellen