Überblick
Die Kombination aus Agile Coaching, Excel-Kompetenz und DevOps-Grundlagen auf Professional-Niveau ist genau auf eine Berufsrealität zugeschnitten, die in Produktentwicklungs- und IT-Abteilungen immer häufiger anzutreffen ist: Agile Coaches, die nicht nur Teamdynamiken moderieren, sondern auch Kennzahlen verstehen, DevOps-Pipelines einordnen und datenbasiert coachen können. Diese Weiterbildung vermittelt alle drei Kompetenzbereiche in einem kohärenten Curriculum. Wer agile Teams begleitet, braucht mehr als Methodenwissen. Es geht darum, Systeme zu verstehen, Veränderungen anzustoßen und Teams zu befähigen, eigenständig besser zu werden. Gleichzeitig ist die Fähigkeit, Fortschritt mit Zahlen zu belegen und Metriken sinnvoll einzusetzen, ein entscheidender Unterschied zwischen einem Coach, der beobachtet, und einem Coach, der wirkt.
Kursinhalte & Lernziele
Agiles Coaching: Fundament und Praxis Ein Agiler Coach arbeitet auf mehreren Ebenen gleichzeitig: mit Individuen, mit Teams und mit der Organisation. In diesem Block werden die wesentlichen Coaching-Grundlagen vermittelt und direkt auf den agilen Kontext angewendet. Dabei geht es nicht um Therapie oder klassisches Business-Coaching, sondern um das gezielte Begleiten von Teams auf dem Weg zu höherer Wirksamkeit.
- Unterschied zwischen Coaching, Mentoring, Facilitation und Teaching im agilen Kontext
- Systemisches Denken: Teams als komplexe adaptive Systeme verstehen
- Coaching-Gespräche strukturieren: Fragen, Zuhören, Schweigen
- Umgang mit Widerstand und Eskalationen im Team
- Psychologische Sicherheit: was sie ausmacht und wie sie gezielt gestärkt wird
- Agile Werte und Prinzipien als Grundlage für Coaching-Interventionen
Agile Frameworks und Skalierung Agile Coaches werden oft in Umgebungen eingesetzt, in denen mehrere Teams gleichzeitig agil arbeiten oder in denen agile und klassische Strukturen nebeneinander existieren. Dieser Block gibt den nötigen Überblick, um in solchen Kontexten orientiert zu bleiben und sinnvolle Empfehlungen zu geben.
- Scrum im Detail: Artefakte, Ereignisse, Rollen und deren Zusammenspiel
- Kanban als eigenständige Methode: Flow, WiP-Limits, Metriken
- Einführung in Skalierungsframeworks: SAFe, LeSS, Nexus im Vergleich
- Hybrid-Setups: agile Teams in klassischen Organisationsstrukturen begleiten
- Agile Reife einschätzen: Assessment-Modelle und deren praktischer Einsatz
- Gegenstrategien bei typischen Agil-Fehlern: Cargo-Culting, Pseudo-Scrum
DevOps Professional: Grundlagen für Agile Coaches DevOps ist kein Thema, das allein in der Entwicklungsabteilung verbleibt. Wer agile Teams in technischen Umgebungen coacht, muss verstehen, was Deployment-Frequenz, Testautomatisierung und Infrastructure as Code für den Arbeitsalltag dieser Teams bedeuten. Dieses Modul vermittelt DevOps auf Professional-Niveau — nicht für Entwickler, sondern für Coaches und Koordinatoren.
- DevOps-Kultur und die Three Ways (Flow, Feedback, Continual Experimentation)
- CI/CD-Pipelines: Aufbau, Werkzeuge und Bedeutung für agile Teams
- Infrastructure as Code: Konzept, Vorteile, häufige Werkzeuge
- Testautomatisierung im DevOps-Kontext verstehen
- Site Reliability Engineering (SRE): Grundbegriffe und Relevanz
- DevOps-Metriken: DORA-Metriken als Coach sinnvoll einsetzen
Excel für agile Metriken und Coaching-Dashboards Agile Coaches brauchen keine Programmierkenntnisse, aber sie brauchen die Fähigkeit, Daten zu interpretieren und verständlich zu präsentieren. Excel ist in vielen Organisationen das zugänglichste Werkzeug dafür. Dieser Block zeigt, wie man mit Excel Sprint-Daten auswertet, Velocity-Verläufe darstellt und Stakeholder-Berichte ohne Informatik-Hintergrund erstellt.
- Excel-Grundlagen auffrischen: Formeln, Zellbezüge, Sortierung, Filter
- Pivot-Tabellen für Sprint-Auswertungen einsetzen
- Velocity-Charts und Burndown-Diagramme in Excel erstellen
- Durchlaufzeiten und Cycle Time aus Kanban-Daten berechnen
- Bedingte Formatierung für visuelle Kennzahlen-Dashboards
- Stakeholder-Berichte: Daten verständlich aufbereiten ohne Fachjargon
Praxisblock: Agile Coaching in der DevOps-Welt
- Sprint-Daten einer Fallstudie in Excel importieren und auswerten
- Coaching-Intervention für ein Team mit DevOps-Einführungsproblemen entwickeln
- DORA-Metriken einer fiktiven Organisation einordnen und Gegenstrategien ableiten
- Agile Assessment durchführen und Ergebnis in Excel aufbereiten
- Coaching-Plan für ein Scrum-Team mit Skalierungsherausforderung erstellen
- Stakeholder-Präsentation auf Basis von Excel-Daten vorbereiten
- Konfliktsituationen in agilen Teams rollenspielartig durcharbeiten
- Kanban-System für ein Service-Team optimieren
- DevOps-Reifegrad eines Teams einschätzen und Entwicklungsschritte planen
- Retrospektiven-Formate variieren und situationsgerecht einsetzen
- Agile Transformation in einer hybriden Organisation begleiten
- Abschluss-Auswertung: eigene Coaching-Stärken und Entwicklungsfelder einschätzen
Die drei Lernbereiche dieses Kurses bedingen sich gegenseitig: Ein Coach, der DevOps nicht versteht, kann technischen Teams nicht auf Augenhöhe begegnen. Einer, der keine Metriken lesen kann, coacht ohne Kompass. Und wer Daten hat, aber keine Coaching-Kompetenz, bleibt ein Analytiker ohne Wirkung. Erst die Verbindung schafft professionelle Handlungsfähigkeit.
Lernziele:
- Rollen und Kompetenzen eines Agilen Coach von denen eines Scrum Masters abgrenzen
- Einzel- und Team-Coaching-Gespräche strukturieren und wirksam führen
- Agile Frameworks (Scrum, Kanban, SAFe-Grundlagen) vergleichen und situativ empfehlen
- Hindernisse auf Team- und Organisationsebene erkennen und Gegenstrategien entwickeln
- DevOps-Prinzipien und Praktiken auf Professional-Niveau verstehen
- CI/CD-Pipelines, Infrastructure as Code und Monitoring einordnen
- Excel für agile Metriken einsetzen: Velocity, Durchlaufzeiten, Burndown
- Pivot-Tabellen und Diagramme für Sprint-Auswertungen erstellen
- Dashboards für Stakeholder-Berichte in Excel aufbauen
- Psychologische Sicherheit im Team erkennen, messen und gezielt stärken
- Skalierungsansätze für agile Organisationen verstehen
- Coaching-Interventionen situationsgerecht auswählen
Zielgruppe & Voraussetzungen
Dieser Kurs richtet sich an erfahrene Scrum Master, Teamleitende in agilen Umgebungen und Fachpersonal, das den nächsten Entwicklungsschritt in Richtung Agile Coaching gehen möchte.
- Scrum Master mit mindestens einem Jahr Berufserfahrung, die ihre Rolle ausweiten möchten
- Teamleitende in IT- und Produktentwicklungsumgebungen
- DevOps-nahe Fachleute, die Coaching-Kompetenz aufbauen möchten
- Projektmanager/innen, die in agilen Transformationen beratend tätig werden wollen
- Organisationsentwickler/innen mit Fokus auf agile Methoden
Grundkenntnisse in agilen Methoden (Scrum oder Kanban) werden vorausgesetzt; idealerweise besteht bereits praktische Erfahrung in der Zusammenarbeit mit agilen Teams. Gute Deutsch- oder Englischkenntnisse sowie grundlegende Excel-Kenntnisse sind hilfreich. IT-Kenntnisse sind keine Voraussetzung; DevOps-Inhalte werden konzeptionell erklärt.
Ablauf & Abschluss
Das Lernformat verbindet konzeptionelle Einheiten mit konkreten Praxisszenarien. Coaching-Techniken werden in simulierten Gesprächssituationen erprobt; DevOps-Inhalte werden anhand von Beispiel-Pipelines und Metriken erklärt, ohne dass eigener Code geschrieben werden muss. Excel-Übungen basieren auf realistischen Datensätzen aus dem agilen Projektalltag. Eigenständige Übungsphasen begleiten alle Modulbereiche und ermöglichen eine individuelle Vertiefung.
Die Weiterbildung ist auf mehrere Wochen im Vollzeitformat ausgelegt. Die genaue Dauer richtet sich nach der Angebotsform; typisch sind sechs bis zehn Wochen für das Gesamtcurriculum.
Nach Abschluss erhalten Teilnehmende eine qualifizierte Teilnahmebescheinigung. Die inhaltliche Vorbereitung eignet sich als Grundlage für externe Coaching-Zertifizierungen (z. B. ICAgile ICP-ACC) und DevOps-nahe Zertifizierungen, die eigenständig abgelegt werden können.
Nutzen & Perspektiven
Agile Coaches mit technischem Grundverständnis sind auf dem Arbeitsmarkt gefragt und selten. Wer aus einer Scrum-Master-Rolle herauswachsen und Organisationen beim Aufbau agiler Kompetenz begleiten möchte, braucht genau die Kombination, die dieser Kurs bietet: Coaching-Methodik, technisches Orientierungswissen und die Fähigkeit, Fortschritt messbar zu machen. Excel erscheint manchen als banales Werkzeug — aber die Fähigkeit, Sprint-Daten schnell auszuwerten und Trends für Nicht-Techniker sichtbar zu machen, ist in der Praxis Gold wert. Kein aufwendiges BI-System, kein Jira-Export-Puzzle — sondern direkte, verständliche Auswertungen, die in Meetings überzeugen. DevOps-Verständnis auf Professional-Niveau bedeutet nicht, selbst pipelines zu bauen. Es bedeutet, die richtigen Fragen zu stellen, Engpässe zu erkennen und Teams dabei zu unterstützen, ihre technischen Praktiken mit ihrer agilen Arbeitsweise in Einklang zu bringen. Genau das unterscheidet einen wirksamen Agilen Coach von jemandem, der nur Frameworks kennt.
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Muss ich programmieren können, um die DevOps-Inhalte zu verstehen?
Nein. Die DevOps-Module vermitteln Konzepte und Prinzipien auf einer Ebene, die für Coaches und Koordinatoren relevant ist — kein eigener Code, keine Konfiguration. Es geht darum, technische Abläufe einordnen und mit Entwicklungsteams darüber sprechen zu können.
Für wen ist dieser Kurs gedacht — Einsteiger oder Fortgeschrittene?
Der Kurs setzt agile Grundkenntnisse voraus und richtet sich an Personen, die bereits mit agilen Teams gearbeitet haben. Er ist kein Einstiegskurs in Scrum, sondern der nächste Schritt Richtung Coaching-Kompetenz.
Was sind DORA-Metriken und warum sind sie für Agile Coaches relevant?
DORA-Metriken (Deployment Frequency, Lead Time for Changes, Change Failure Rate, Time to Restore Service) sind anerkannte Kennzahlen für die DevOps-Reife eines Teams. Als Agiler Coach helfen sie, technischen Fortschritt messbar zu machen und Coaching-Schwerpunkte datenbasiert zu setzen.
Welche Excel-Kenntnisse brauche ich vorab?
Grundkenntnisse sind hilfreich, aber der Kurs frischt die relevanten Funktionen auf. Der Fokus liegt auf praktischen Anwendungen wie Velocity-Charts, Burndown-Diagrammen und Pivot-Tabellen — keine komplexen Makros oder Programmierung.
Welche externen Zertifizierungen kann ich nach dem Kurs anstreben?
Die Inhalte bereiten auf externe Agile-Coaching-Zertifizierungen wie ICAgile ICP-ACC vor. Für DevOps sind Einstiegszertifizierungen verschiedener Anbieter zugänglich. Diese Prüfungen werden eigenständig abgelegt; das Kurszertifikat ist ein trägerinternes Dokument.
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