Überblick
Dieser Kurs unterscheidet sich von verwandten Coaching-Ausbildungen durch seine spezifische Kombination: Anstelle von Kanban als separatem Block wird hier DevOps Foundation als eigenständiges, tiefergehendes Modul behandelt – gemeinsam mit der Agile-Coach-Kernausbildung und Microsoft Outlook als Koordinations- und Kommunikationswerkzeug. DevOps Foundation vermittelt die Grundbegriffe, Prinzipien und Rollen des DevOps-Ansatzes auf eine Weise, die auch für Nicht-Techniker zugänglich und für Coaching-Kontexte direkt verwendbar ist. Wer als agiler Coach in IT-Organisationen oder digitalen Unternehmen arbeiten möchte, profitiert besonders von dieser Kombination.
Kursinhalte & Lernziele
Modul 1 – Agile Coaching: Haltung, Rollen und Interventionen Dieses Modul legt den Kern der Ausbildung: Was macht einen agilen Coach aus, wie unterscheidet sich diese Rolle von der des Trainers oder Beraters, und mit welchen Interventionen kann ein Coach auf Team- und Organisationsebene wirksam werden? Im Vordergrund steht nicht nur Methoden-Know-how, sondern die innere Haltung, die agiles Coaching trägt.
- Agile-Coach-Kompetenzkarte: fünf Dimensionen des Coachings (Agile-Tiefe, Coaching, Facilitating, Training, Mentoring)
- Stance-Wechsel: kontextabhängig zwischen Coaching und Training navigieren
- Aktives Zuhören und kraftvolle Fragen in Coaching-Gesprächen
- Team-Assessment: Reifegrad agiler Teams einschätzen
- Interventionsarten: wann coachen, wann beraten, wann ausbilden?
- Organisationsebene: agile Coaches als Change-Agenten
Modul 2 – Scrum und agile Teambegleitung Scrum bildet für die meisten agilen Coaches das meistgenutzte Framework im Coaching-Alltag. Dieses Modul vertieft nicht die Scrum-Grundlagen (die werden als bekannt vorausgesetzt), sondern den Coaching-Blickwinkel auf Scrum: Wie unterstützt man ein Team dabei, Scrum wirklich zu leben statt nur Rituale durchzuführen?
- Sprint-Events coachen: Was läuft gut, was hemmt das Team?
- Backlog-Coaching: Product Owner bei Priorisierung und Story-Formulierung unterstützen
- Retrospektiven mit Tiefgang: Formate für erfahrene Teams
- Impediment-Backlog anlegen, priorisieren und systematisch abarbeiten
- Scrum-Werte in der Coaching-Arbeit sichtbar machen
- Dysfunktionale Muster erkennen: Symptome und Coaching-Ansätze
Modul 3 – DevOps Foundation DevOps Foundation ist das Herzstück dieses Kurses – ein eigenständiges, in sich abgeschlossenes Modul, das die Grundlagen des DevOps-Ansatzes auf eine für Coaches verwertbare Art vermittelt. Ziel ist kein Engineering-Wissen, sondern ein konzeptionelles Verständnis, das es ermöglicht, DevOps-Kulturen zu erkennen, Gespräche zu führen und Transformationsprozesse zu begleiten.
- DevOps-Definition und Geschichte: Warum DevOps entstand und was es grundlegend verändert
- CALMS-Modell im Detail: Culture, Automation, Lean, Measurement, Sharing
- DevOps-Rollen: Site Reliability Engineer, Platform Engineer, Entwickler – wer macht was?
- Value Stream Mapping: Wertestrom sichtbar machen und Engpässe identifizieren
- Feedback-Loops: Monitoring, Alerting und Learning in DevOps-Teams
- DevOps-Metriken für Coaches: DORA-Metriken (Deployment Frequency, Lead Time, Change Failure Rate, MTTR)
Modul 4 – Microsoft Outlook für agile Coaching-Praxis Coaching-Arbeit ist Beziehungsarbeit – und Beziehungsarbeit erfordert verlässliche Koordination. Dieses Modul schult den gezielten Einsatz von Outlook für die spezifischen Anforderungen einer Coaching-Rolle: Workshop-Termine koordinieren, Serienmeetings für Scrum-Events anlegen, Einzel-Coaching-Gespräche verwalten und mit Stakeholdern professionell kommunizieren.
- Outlook-Kalender für Coaching-Termine: Serientermine, Ausnahmen, Raumbuchung
- Besprechungseinladungen strukturieren: Agenda, Vorbereitungshinweise, Teilnehmerverwaltung
- E-Mail-Kommunikation als Coach: Ton, Struktur, Nachbereitung von Meetings
- Aufgaben und Erinnerungen in Outlook für Impediment-Tracking
- Kalenderfreigabe mit Teams und Stakeholdern
- Posteingang-Management: Regeln, Filter, Schnellbausteine für Coaching-Kontexte
Praxis und Integration Im praxisorientierten Abschlussblock werden alle vier Kompetenzbereiche zusammengeführt. Teilnehmende durchlaufen realistische Coaching-Szenarien, moderieren Workshops und üben DevOps-orientierte Beratungsgespräche.
- Agile-Coaching-Gespräch vorbereiten, durchführen und mit Feedback auswerten
- DevOps-Wertestrom für ein Team analysieren und Verbesserungsansätze ableiten
- Retrospektive für ein Scrum-Team mit einem neuen Format durchführen
- Outlook-Kalender für einen Coaching-Zyklus vollständig einrichten
- Impediment-Backlog aus einem Fallbeispiel erstellen und priorisieren
- DevOps-Metriken eines fiktiven Teams interpretieren und Coaching-Schlüsse ziehen
- Rollenspiel: Coach und Stakeholder in einem Transformationsgespräch
- Team-Assessment-Bogen ausfüllen und Handlungsempfehlungen ableiten
- Scrum-Event (Daily Scrum) beobachten, analysieren und Coaching-Fragen formulieren
- Abschluss: Coaching-Konzept für eine fiktive Organisation präsentieren
Lernziele:
- Die Rolle des agilen Coaches in verschiedenen Organisationstypen und Team-Kontexten verstehen und ausfüllen
- Agile Werte, Prinzipien und Frameworks vertiefen und in Coaching-Dialoge einbringen
- Teams in Scrum-Prozessen begleiten: Events facilitieren, Impediments abbauen, Backlog-Arbeit unterstützen
- Coaching-Haltung entwickeln: aktives Zuhören, kraftvolle Fragen, wertfreies Beobachten
- DevOps Foundation: Kernkonzepte, Rollen, Praktiken und Wertestrom verstehen
- CALMS-Modell und DevOps-Denkweise in Organisationscontexte übersetzen
- DevOps-Coaching: Zusammenarbeit zwischen Entwicklungs- und Betriebsteams fördern
- Microsoft Outlook für die Organisation von Coaching-Terminen, Workshops und Kommunikation einsetzen
- Besprechungseinladungen, Serien-Termine und Kalenderfreigaben professionell handhaben
- Konfliktpotenziale in Teams erkennen und konstruktiv bearbeiten
- Psychologische Sicherheit als Grundlage agiler Teamleistung fördern
Zielgruppe & Voraussetzungen
Dieser Kurs richtet sich an Fachkräfte, die gezielt eine agile Coaching-Kompetenz aufbauen und dabei von Anfang an auch DevOps-Kontexte verstehen und begleiten möchten.
- Scrum Master mit Wunsch nach einer breiteren Coaching-Ausbildung
- IT-nahe Führungskräfte, die Teams in DevOps-Transformationen begleiten
- Organisationsentwicklerinnen und -entwickler in digitalisierten Unternehmen
- Projektverantwortliche, die agile Arbeitssysteme einführen oder stabilisieren
- Erfahrene Fachkräfte, die in eine Enablement- oder Coaching-Rolle wechseln
Grundkenntnisse in agilen Methoden, insbesondere Scrum, werden vorausgesetzt. Berufserfahrung in einem teamorientierten Arbeitsumfeld ist von Vorteil. Technische Kenntnisse in DevOps oder Softwareentwicklung sind ausdrücklich nicht erforderlich – das DevOps-Modul ist auf konzeptionelles Verständnis ausgerichtet. Grundlegende Computerkenntnisse; Outlook-Kenntnisse sind hilfreich. Gute Deutschkenntnisse.
Ablauf & Abschluss
Der Kurs kombiniert konzeptuelle Vermittlung mit intensiver Praxisarbeit. Coaching-Techniken werden nicht nur erklärt, sondern in Rollenspielen, Peer-Coaching-Übungen und moderierten Gruppenformaten erprobt. DevOps-Konzepte werden mit Diagrammen und Fallbeispielen aus der IT-Praxis illustriert. Outlook wird direkt am Rechner erarbeitet. Ein besonderes Merkmal ist die kursbegleitende Reflexion der eigenen Coaching-Entwicklung – Teilnehmende führen ein kurzes Lernjournal, das am Ende ausgewertet wird.
Das Programm umfasst alle vier Module inklusive Praxisblock und wird in der Regel als Vollzeitkurs über mehrere Wochen durchgeführt. Genaue Dauer und Format hängen vom jeweiligen Anbieter ab.
Teilnehmende erhalten nach Abschluss eine qualifizierte Teilnahmebescheinigung der durchführenden Einrichtung. Externe Coach-Zertifizierungen und DevOps-Foundation-Prüfungen (z. B. über DevOps Institute) können auf Basis der erworbenen Kenntnisse eigenständig angestrebt werden.
Nutzen & Perspektiven
In vielen Organisationen laufen agile Transformationen und DevOps-Einführungen parallel – aber ohne ausreichende Brücke zwischen den Welten. Agile Coaches, die DevOps Foundation verstehen, können diese Brücke bauen: Sie sprechen die Sprache der DevOps-Teams, verstehen den CALMS-Rahmen, können DORA-Metriken einordnen und Gespräche zwischen Entwicklung und Betrieb moderieren, ohne technisch zu werden. Das ist ein echter Unterschied am Arbeitsmarkt. Ein agiler Coach ohne DevOps-Grundlagenwissen verliert in IT-nahen Umgebungen schnell an Glaubwürdigkeit – nicht weil er nicht coachen kann, sondern weil er den Kontext nicht versteht. Dieser Kurs schließt diese Lücke gezielt und auf einem für Coaches angemessenen Niveau. Outlook als dritter Baustein des Kurses ist kein Lückenfüller. Coaching-Arbeit erfordert präzise Terminkoordination, verlässliche Kommunikation und strukturierte Nachbereitung. Wer Outlook professionell einsetzt, ist als Coach besser organisiert und kann mehr Energie in die inhaltliche Arbeit investieren – was letztlich den Teams zugutekommt.
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Was ist DevOps Foundation und warum ist es Teil dieses Kurses?
DevOps Foundation ist ein einführendes Lernprogramm zu den Grundprinzipien, Rollen und Metriken des DevOps-Ansatzes. Es ist Teil dieses Kurses, weil agile Coaches in IT-Unternehmen zunehmend auch DevOps-Kontexte begleiten müssen. Das Modul ist für Coaches konzipiert – kein Engineering-Wissen, sondern konzeptionelles Verständnis.
Muss ich Programmierkenntnisse haben?
Nein. Das DevOps-Modul ist explizit für Personen ohne technischen Hintergrund konzipiert. Es vermittelt DevOps-Konzepte auf dem Niveau, das für Coaching-Gespräche und Transformationsbegleitung benötigt wird.
Wie unterscheidet sich dieser Kurs vom Agile-Coach-Kurs mit Kanban?
Der wesentliche Unterschied liegt im dritten Kompetenzbaustein. Während der Kanban-Kurs Fluss-Steuerungssysteme und Board-Design vertieft, legt dieser Kurs den Fokus auf DevOps Foundation – Wertestrom, CALMS, DevOps-Rollen und DORA-Metriken. Der Outlook-Anteil ist in beiden Kursen gleich. Welcher Kurs besser passt, hängt vom eigenen Arbeitskontext ab.
Erhalte ich nach dem Kurs ein DevOps-Foundation-Zertifikat?
Nein. Der Kurs schließt mit einer qualifizierten Teilnahmebescheinigung der durchführenden Einrichtung ab. Externe DevOps-Foundation-Prüfungen können auf Basis der erworbenen Kenntnisse eigenständig abgelegt werden.
Ist der Kurs auch für Führungskräfte geeignet?
Ja, besonders für Führungskräfte in IT-nahen Bereichen. Wer Teams leitet, die agil und nach DevOps-Prinzipien arbeiten, profitiert von beiden Kompetenzbausteinen: der Coaching-Haltung für die Teambegleitung und dem DevOps-Verständnis für die strategische Einordnung.
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