Überblick
Das Training AI-100 war das ursprüngliche Microsoft-Examen für Azure AI-Entwickler — fokussiert auf die Entwicklung von Conversational AI-Lösungen mit Azure Bot Framework, LUIS und den kognitiven Diensten. Obwohl dieses Exam inzwischen durch AI-102 abgelöst wurde, haben die technischen Inhalte nichts an Relevanz verloren: Bots, LUIS-Sprachmodelle und die Integration von Cognitive Services sind in vielen Azure-Projekten nach wie vor Standard. Dieser Kurs vermittelt genau diese Kernkompetenzen — ergänzt durch einen praxisorientierten Block zu Microsoft Teams als führender Kollaborationsplattform, in der AI-Bots heute am häufigsten deployed werden.
Kursinhalte & Lernziele
Der Kurs gliedert sich in einen Azure-AI-Kernteil und einen ergänzenden Microsoft-Teams-Block. Grundlagen kognitiver Dienste auf Azure Zu Beginn wird das Fundament gelegt: Welche kognitiven Dienste bietet Azure, wie sind sie kategorisiert, und welche eignen sich für Conversational AI-Szenarien? Der Block gibt Orientierung in einem breiten Diensteportfolio.
- Überblick über Azure Cognitive Services: Sprache, Vision, Entscheidung, Suche
- Azure-Ressourcen anlegen und API-Keys verwalten
- Authentifizierung gegen Cognitive Services (Keys vs. Managed Identity)
- Erste Aufrufe: Text Analytics (Stimmungsanalyse, Entitätserkennung) in C#
- Fehlerbehandlung und Quotenmanagement bei kognitiven Diensten
Bots mit dem Azure Bot Framework entwickeln Das Herzstück des Kurses: Wie entsteht ein Bot? Von der leeren Projektstruktur über die Dialog-Logik bis zum ersten funktionierenden Gesprächsfluss.
- Projektstruktur eines Bot Framework-Projekts in C#
- Dialoge, Waterfall-Dialoge und Prompt-Typen verstehen
- Zustandsverwaltung: ConversationState und UserState
- Kanalkonfiguration im Azure Bot Service
- Lokales Testing mit Bot Framework Emulator
LUIS und QnA Maker für intelligente Bots Dieser Block widmet sich dem sprachlichen Kern von AI-Bots: dem Sprachverstehen.
- LUIS: Intentionen anlegen, Utterances labeln, Entitätstypen definieren
- Modell trainieren, evaluieren und in die Azure-Infrastruktur veröffentlichen
- QnA Maker: Wissensdatenbank aus FAQs und PDFs befüllen
- Bots mit QnA Maker koppeln: Multi-Turn-Dialoge und Fallback-Strategien
- LUIS und QnA Maker kombinieren: Dispatching-Pattern für komplexe Bots
Microsoft Teams und Bot-Integration Der zweite Kursteil erklärt Microsoft Teams als Plattform und Deployment-Ziel für entwickelte Bots.
- Teams-Architektur: Kanäle, Tabs, Messaging Extensions und Bots in Teams
- Teams als Kanal im Azure Bot Service konfigurieren
- Adaptive Cards für reichhaltige Teams-Bot-Antworten gestalten
- Proaktive Nachrichten: Bots, die ohne Nutzerinteraktion schreiben
- Meetings, Besprechungen und Microsoft Teams-Administration im Überblick
- Microsoft Teams für Chat, Dateien und Co-Authoring nutzen
- Teams-Governance: Rollen, Berechtigungen, externe Nutzung
- Integration mit Microsoft 365 (SharePoint, OneDrive, Planner)
- Administration und Policies in Teams
- Compliance und Datenschutz in Teams-Umgebungen
- Teams-Clients: Desktop, Web und Mobile
- Teams-Telefonie und Meeting-Funktionen im Überblick
Praxis und Konsolidierung Im abschließenden Praxisteil bauen Teilnehmende einen vollständigen Kundensupport-Bot, der Cognitive Services, LUIS und QnA Maker vereint und in Teams deployt wird.
- End-to-End-Entwicklung: Anforderungsanalyse, Architekturentscheidung, Implementierung
- Integration von Text Analytics für automatische Stimmungserkennung im Bot
- Telemetrie mit Application Insights: Gespräche analysieren, Abbrüche verstehen
- Bot-Sicherheit: Zugangsdaten in Key Vault auslagern, Endpoint-Absicherung
- Review und Feedbackrunde zu eigenen Bot-Projekten
- Abgrenzung zu AI-102: Welche Themen wurden erweitert, was ist neu?
- Ausblick auf weiterführende Azure AI-Themen (Azure Machine Learning, Cognitive Search)
- Prüfungstipps für den Übergang auf AI-102
Der praktische Projektteil ist besonders wertvoll: Teilnehmende sehen, wie ein vollständiger Konversationsfluss — von der Nutzeranfrage über LUIS-Erkennung bis zur QnA-Antwort — technisch zusammenwächst.
Lernziele:
Das Training richtet sich an Entwickler, die verstehen wollen, wie intelligente Gesprächssysteme auf Azure funktionieren und gebaut werden. Das folgende Kompetenzprofil wird aufgebaut.
- Eine vollständige Bot-Architektur auf Azure entwerfen und implementieren
- LUIS-Modelle mit Intentionen, Entitäten und Phrasengruppen aufbauen und trainieren
- QnA-Maker-Wissensdatenbanken aus Dokumenten und URLs erzeugen und im Bot einsetzen
- Bots mit mehrsprachiger Unterstützung durch Azure Translator entwickeln
- Bots über den Azure Bot Service deployen und Kanäle (Teams, Webchat) konfigurieren
- Cognitive Services (Computer Vision, Text Analytics, Translator) in Bot-Flows integrieren
- Azure Bot Framework Emulator für lokales Testing und Debugging nutzen
- Sicherheitskonzepte: Authentifizierung, Secrets-Management und RBAC für Bot-Ressourcen
- Microsoft Teams als Bot-Kanal einrichten und Teams-spezifische Features nutzen
- Microsoft Teams für teambasierte Zusammenarbeit und Besprechungsintegration verstehen
- Fehleranalyse und Telemetrie in Bot-Anwendungen mit Application Insights einrichten
- Bestehende AI-100-Inhalte auf den aktuellen AI-102-Rahmen abbilden
Zielgruppe & Voraussetzungen
Das Training richtet sich an Entwicklerinnen und Entwickler mit Azure-Grundkenntnissen, die gezielt Bot-Entwicklung und Sprachverstehenssysteme vertiefen wollen.
- Backend-Entwickler mit C#-Erfahrung, die in Azure AI-Projekte einsteigen
- Cloud-Entwickler, die vorhandene Anwendungen um intelligente Gesprächsinterfaces erweitern wollen
- Teams-Administratoren mit Entwicklungshintergrund, die Bots für ihr Unternehmen bauen möchten
- IT-Berater, die Azure AI-Lösungen für Kunden konzipieren
- Entwickler, die sich auf AI-102 vorbereiten und konkret mit Bot Framework und LUIS starten wollen
Teilnehmende müssen C# auf Grundlagenniveau beherrschen — Klassen, Methoden, asynchrones Programmieren mit async/await sollten bekannt sein. Azure-Grundlagenwissen auf AZ-900-Niveau wird vorausgesetzt: Resource Groups, Azure Portal, Storage und grundlegende Netzwerkkonzepte. Wer diese Voraussetzungen noch nicht erfüllt, sollte zunächst einen Einführungskurs absolvieren. Vor Kursbeginn findet ein individuelles Beratungsgespräch statt.
Ablauf & Abschluss
Das Training ist stark hands-on ausgerichtet. Theoriephasen sind kurz; der Großteil der Kurszeit entfällt auf geführte Lab-Übungen, in denen Teilnehmende direkt mit dem Bot Framework SDK, LUIS-Portal und Azure Bot Service arbeiten. Jedes Modul schließt mit einer Übungsaufgabe, die eigenständig gelöst wird. Im Teams-Block wird demonstrativ gearbeitet, da administrative Aktionen in realen Teams-Umgebungen gezeigt werden. Das Combined-Learning-Format erlaubt flexible Teilnahme.
Der Kurs dauert je nach Anbieter und Format zwischen zwei und vier Wochen. Vollzeit-Varianten ermöglichen einen kompakten Abschluss. Der Teams-Block wird in der Regel in ein bis zwei Schulungstagen behandelt und kann auch parallel zu den AI-Modulen liegen.
Da das AI-100-Examen offiziell eingestellt ist, bereiten viele Anbieter parallel auf die AI-102-Prüfung vor. Das international anerkannte Microsoft-Herstellerzertifikat wird nach bestandener Prüfung ausgestellt. Zusätzlich erhalten Teilnehmende ein Lehrgangszertifikat des Kursanbieters.
Nutzen & Perspektiven
Conversational AI ist einer der am schnellsten wachsenden Bereiche der Unternehmenssoftware. Kundensupport-Bots, interne FAQ-Assistenten und proaktive Teams-Bots sind in mittleren und großen Unternehmen heute Standardanforderungen — und der Bedarf an Entwicklern, die diese Systeme bauen können, übersteigt das Angebot deutlich. Die Kombination aus Bot Framework, LUIS und QnA Maker deckt den Kern dieser Nachfrage ab: Wer nach dem Kurs einen funktionierenden, mehrsprachigen Bot deployt hat, hat eine konkrete Arbeitsprobe, die in Vorstellungsgesprächen zählt. Der Teams-Block sorgt dafür, dass das Deployment nicht im Abstrakten bleibt, sondern auf die tatsächliche Unternehmensrealität trifft, in der Teams die zentrale Kommunikationsplattform ist. Als Übergangs-Curriculum zwischen dem eingestellten AI-100 und dem aktuellen AI-102 eignet sich dieser Kurs auch für Entwickler, die bereits Vorkenntnisse haben und diese systematisch auffrischen und zertifizieren wollen — ohne den gesamten AI-102-Kurs von vorne zu beginnen.
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Warum wird AI-100 noch unterrichtet, obwohl das Exam eingestellt wurde?
Die technischen Inhalte des AI-100-Curriculums sind nach wie vor relevant: Bot Framework, LUIS und die Cognitive Services-Integration werden weiterhin für Azure AI-Projekte genutzt. Das Training vermittelt diese Kenntnisse praxisnah, auch wenn das spezifische AI-100-Exam durch AI-102 ersetzt wurde.
Wozu wird Microsoft Teams in diesem Kurs behandelt?
Teams ist die bevorzugte Zielplattform für viele Azure-Bots in Unternehmensumgebungen. Der Kurs zeigt, wie entwickelte Bots in Teams als Kanal integriert werden — von der technischen Konfiguration bis zur Nutzung von Teams-nativen Funktionen für Bot-Konversationen.
Welche Programmierkenntnisse sind notwendig?
Der Kurs setzt grundlegende C#-Kenntnisse voraus — Teilnehmende sollten eigenständig einfache Klassen und Methoden schreiben können. Erfahrung mit REST APIs und HTTP-Grundlagen ist hilfreich. Der Kurs ist keine Programmiergrundlage, sondern baut auf vorhandenen Entwicklerkenntnissen auf.
Wie verhält sich dieser Kurs zum AI-102-Training?
AI-102 ist der aktuelle Nachfolger von AI-100 und deckt ein breiteres Themenfeld ab. Wer AI-100-Inhalte kennt und eine aktuelle Microsoft-Zertifizierung anstrebt, sollte zu AI-102 wechseln. Dieser Kurs eignet sich für Teilnehmende, die gezielt Bot-Entwicklung und LUIS-Integration in den Vordergrund stellen wollen.
Wird am Ende eine Prüfung abgelegt?
Der Kurs bereitet auf das Microsoft-Herstellerzertifikat vor; da das AI-100-Exam offiziell eingestellt ist, empfehlen viele Anbieter den Wechsel auf die AI-102-Prüfung als Abschluss. Das Lehrgangszertifikat des Anbieters wird in jedem Fall ausgestellt.
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