Überblick
Cloud Computing und Künstliche Intelligenz wachsen zu einer gemeinsamen Infrastruktur zusammen: Rechenkapazitäten für ML-Training, skalierbare Inferenz-APIs, ereignisgesteuerte Verarbeitungspipelines — all das läuft in modernen Unternehmensumgebungen auf Azure und vergleichbaren Cloud-Plattformen. Die Microsoft Power Platform ist das Bindeglied, das es Entwicklern ermöglicht, diese Cloud-KI-Dienste in Geschäftsanwendungen zu integrieren, ohne jedes Mal eine vollständige Backend-Architektur von Grund auf aufzubauen. Dieser Kurs greift genau diese Verbindung auf. Im ersten Modul erarbeiten die Teilnehmenden ein fundiertes Verständnis davon, wie KI-Workloads in der Cloud bereitgestellt, skaliert und in Unternehmenssysteme eingebettet werden — von der Azure-Machine-Learning-Plattform über serverlose KI-Dienste bis hin zu Kostenkontrolle und Governance in Cloud-KI-Projekten. Das zweite Modul fokussiert auf die technische Entwicklung von Power Platform-Lösungen auf dem Niveau der PL-400-Zertifizierung (Microsoft Certified: Power Platform Developer Associate). Wer PL-400 kennt, weiß: Hier geht es nicht um Citizen-Developer-Level, sondern um Code — Plugin-Entwicklung für Dataverse, PCF-Kontrollen, Custom Connectors gegen externe APIs, ALM-Pipelines. Konkret bedeutet das im Cloud-KI-Kontext: Canvas-Apps, die Azure Cognitive Services aufrufen; Power-Automate-Workflows, die Azure Functions als Verarbeitungsschicht orchestrieren; Dataverse-Tabellen als persistente Datenschicht für Cloud-KI-Ergebnisse.
Kursinhalte & Lernziele
Modul 1 — KI in der Cloud: Architekturen, Bereitstellungsmodelle und Azure-Dienste Das Verständnis von Cloud-KI beginnt nicht bei einzelnen Diensten, sondern bei der Architekturentscheidung: Welches Deployment-Modell passt zu welchem KI-Use-Case? Serverlos für ereignisgesteuerte Klassifikation, verwaltete ML-Plattform für Training und Batch-Inferenz, Container für reproduzierbare Modellumgebungen — diese Unterscheidungen sind in Cloud-KI-Projekten täglich relevant. Die Teilnehmenden erarbeiten das konzeptuelle Fundament für solche Entscheidungen und lernen die Azure-Dienste kennen, die Power-Platform-Entwickler am häufigsten integrieren.
- Cloud-Servicemodelle aus KI-Perspektive: Wann IaaS, wann PaaS, wann SaaS für KI-Workloads
- Azure AI Services: Cognitive Services (Vision, Language, Speech) und Azure OpenAI Service im Überblick
- Azure Machine Learning als verwaltete ML-Plattform: Workspace, Compute Targets, Pipelines
- Serverlose KI-Architektur: Azure Functions für ereignisgesteuerte ML-Workflows
- Containerisierung von KI-Modellen: Azure Kubernetes Service und Docker-Grundlagen
- Cloud-Kostenmodelle für KI: Pay-as-you-go, Reservierungen, Spot-Instanzen und Budgetkontrollen
Modul 1 — KI-Integration in Cloud-Dateninfrastrukturen und Unternehmensanwendungen Sobald ein KI-Modell in der Cloud verfügbar ist, stellt sich die nächste Frage: Wie fließen Daten rein, wie fließen Ergebnisse in Unternehmensanwendungen zurück? Dieser Block behandelt die Verbindung zwischen Cloud-Dateninfrastrukturen und Power-Platform-Lösungen. Azure Data Lake, Synapse und Dataverse spielen dabei unterschiedliche Rollen — und Custom Connectors sind die Brücke aus der Power Platform in Azure-KI-APIs.
- Azure Dateninfrastruktur: Azure Data Lake, Azure Synapse Analytics und Dataverse als Datenschichten
- KI-gestützte Automatisierung: Vorhersagemodelle in Power Automate-Workflows einbetten
- Event-gesteuerte Architektur: Azure Service Bus und Azure Event Grid für KI-Datenpipelines
- Azure Cognitive Services über Custom Connectors in Power Platform integrieren
- Datenschutz und Compliance in Cloud-KI: DSGVO-Anforderungen, Azure Policy
- Hybrid- und Multi-Cloud-Szenarien mit KI-Workloads: Überblick und Abwägungen
Modul 2 — Microsoft Power Platform Developer (PL-400): Datenmodellierung und Cloud-gestützte App-Entwicklung Der PL-400-Teil dieses Kurses unterscheidet sich von der Healthcare- oder Cybersecurity-Variante in einem wesentlichen Aspekt: Die Entwicklungsaufgaben sind konsequent auf Cloud-KI-Szenarien ausgerichtet. Canvas-Apps rufen Azure AI Services auf, Model-Driven Apps speichern KI-klassifizierte Daten in Dataverse-Tabellen mit eigenen Metadaten-Spalten, Plug-ins lösen Azure Functions aus. Dieser Block vermittelt die Entwicklungsgrundlagen für genau diese Architektur.
- Canvas-App-Entwicklung: Fortgeschrittene Formeln, Delegation, Integration von REST-basierten KI-APIs
- Model-Driven Apps: Tabellen, Beziehungen, Formulare und Geschäftsregeln für datenintensive Cloud-KI-Anwendungen
- Dataverse: Plug-in-Entwicklung in C# für die Verarbeitung von KI-Rückgabewerten, Custom Actions, Webhooks
- Custom Connectors für Azure-KI-APIs: OpenAPI-Definitionen, Authentifizierung per Azure AD, Trigger und Actions
- Power Automate: Mehrstufige Cloud-Flows für KI-Orchestrierung — Dateneingabe, Azure-Aufruf, Ergebnis-Routing
- Sicherheitsrollen und Datenzugriff in Dataverse für KI-verarbeitete Daten konfigurieren
Modul 2 — Microsoft Power Platform Developer (PL-400): PCF, ALM und Cloud-Deployment Der zweite PL-400-Block behandelt die erweiterten Entwicklungsthemen, die im Cloud-KI-Kontext besondere Relevanz haben: PCF-Kontrollen für anspruchsvollere Visualisierungen von KI-Ergebnissen, Azure Functions als Verarbeitungsschicht für Complex-Scoring-Logik und Deployment Pipelines für die Überführung von Entwicklungsumgebungen in Produktionsumgebungen auf Azure.
- Power Apps Component Framework (PCF): Entwicklung von Custom Controls in TypeScript für KI-Ergebnis-Visualisierung
- Azure Functions in Power-Platform-Lösungen: Aufbau, Aufruf und Fehlerbehandlung in Cloud-Flows
- Solution Lifecycle Management: Managed vs. Unmanaged Solutions, Versionierung und Environments
- ALM und Deployment Pipelines: Power Platform CLI, Azure DevOps und GitHub Actions für Cloud-Deployments
- Testing-Strategien für Power-Platform-Cloud-Lösungen: Unit-Tests und Integrationstest-Konzepte
- Power Platform Governance in Cloud-Projekten: Center of Excellence Starter Kit, DLP-Richtlinien
Praxisblock: Cloud-KI-Integration und PL-400-Prüfungsvorbereitung Im abschließenden Praxisblock werden Cloud-KI-Architektur und PL-400-Prüfungsvorbereitung zusammengeführt. Entwicklungsaufgaben simulieren echte Projektszenarien, in denen Cloud-KI-Dienste und Power Platform zusammenwirken.
- Entwicklungsübung: Canvas-App mit Azure Cognitive Services — Bildklassifikation als Live-API-Aufruf
- Power-Automate-Flow: Azure-Funktionsaufruf für ML-Scoring mit Dataverse-Datenspeicherung und Fehlerbehandlung
- PCF-Control-Übung: Visualisierungskomponente für Konfidenzwerte aus einem KI-Klassifikationsmodell
- Custom-Connector-Aufgabe: Anbindung eines Azure-OpenAI-API-Endpunkts mit Azure-AD-Authentifizierung
- Deployment-Übung: Managed Solution mit Azure-DevOps-Pipeline in Zielumgebung deployen
- Fallstudie: Architektur einer Cloud-KI-Anwendung auf Power Platform entwerfen und Architekturentscheidungen begründen
- PL-400-Prüfungsszenarien aus allen Prüfungsdomänen analysieren und lösen
- Prüfungssimulation mit zeitgebundenen Aufgaben und systematischer Auswertung
- Kostenoptimierungsübung: Azure-KI-Dienste für verschiedene Workload-Profile vergleichen
- Analyse typischer PL-400-Prüfungsfehler in Cloud-Integrationsszenarien
- Überblick über verwandte Azure-Zertifizierungen: AI-900, AI-102, AZ-204 als Anschlussoptionen
- Abschlussdiskussion zu Karrierewegen im Cloud-KI-Entwicklungsbereich
Lernziele:
Nach Abschluss dieser Weiterbildung können die Teilnehmenden folgende Kompetenzen nachweisen und einsetzen.
- Cloud-Architekturmodelle (IaaS, PaaS, SaaS) aus der KI-Anwendungsperspektive einordnen und Entscheidungen begründen
- Azure AI Services, Azure OpenAI Service und Azure Machine Learning in Unternehmensszenarien positionieren
- Serverlose KI-Architekturen mit Azure Functions und Event-gesteuerten Diensten konzipieren
- Skalierungsstrategien für KI-Workloads in der Cloud verstehen und Kostenabschätzungen vornehmen
- Power Apps Canvas- und Model-Driven-Apps auf fortgeschrittenem Entwicklerniveau bauen
- Dataverse-Datenmodelle entwerfen, Plug-ins in C# entwickeln und Custom Actions implementieren
- Custom Connectors für Cloud-KI-APIs mit OpenAPI-Spezifikation und OAuth-Authentifizierung entwickeln
- PCF-Komponenten (Power Apps Component Framework) in TypeScript entwickeln und deployen
- Power Automate-Workflows für den Aufruf von Azure-KI-APIs und die Speicherung von Ergebnissen in Dataverse aufbauen
- Application Lifecycle Management (ALM) mit Power Platform CLI, Azure DevOps und GitHub Actions konfigurieren
- Lösungsbereitstellung mit Managed Solutions und Deployment Pipelines durchführen
- Die PL-400-Prüfungsdomänen inhaltlich beherrschen und methodisch vorbereitet in die Prüfung gehen
Zielgruppe & Voraussetzungen
Diese Weiterbildung richtet sich an Entwickler und IT-Fachkräfte im Cloud-Umfeld, die Power-Platform-Kompetenz auf Zertifizierungsniveau mit Cloud-KI-Architektur-Know-how verbinden möchten.
- Power-Platform-Entwickler, die Azure-KI-Dienste systematisch in ihre Lösungen integrieren wollen
- Cloud-Entwickler und Azure-Architekten, die die Power Platform als Integrationswerkzeug für KI-Anwendungen erschließen
- Softwareentwickler aus dem .NET/C#-Bereich, die in Low-Code-Cloud-Entwicklung wechseln und PL-400 anstreben
- Solution Architects und IT-Consultants in Microsoft-zentrischen Projekten mit Cloud-KI-Anteil
- IT-Fachkräfte, die Unternehmensanwendungen mit KI-Diensten aus Azure automatisiert anreichern wollen
Grundlegende Power-Platform-Kenntnisse entsprechend dem PL-200-Niveau (Functional Consultant) oder vergleichbare Praxiserfahrung mit Power Apps und Dataverse werden für den PL-400-Teil empfohlen. Programmierkenntnisse in C# oder einer verwandten Sprache sind für die Plug-in- und PCF-Entwicklung hilfreich. Für den Cloud-KI-Teil sind Grundlagen in Azure-Diensten von Vorteil. Ein Beratungsgespräch vor Kursbeginn klärt Vorkenntnisse und erstellt einen angepassten Lernplan.
Ablauf & Abschluss
Die Weiterbildung findet im Combined-Learning-Format statt: synchroner Live-Unterricht im virtuellen Klassenzimmer wird durch eigenständige Entwicklungsübungen in Power-Platform-Übungsumgebungen ergänzt. Der PL-400-Teil setzt auf Hands-on-Laboraufgaben in echten Entwicklungsumgebungen; der Cloud-KI-Teil verbindet konzeptuelle Fallstudien mit Demo-Aufgaben. Vollzeit- und Teilzeitoptionen sind auf Anfrage verfügbar. Teilnehmende können von New-Horizons-Standorten mit Dual-Monitor-Arbeitsplätzen oder aus dem HomeOffice teilnehmen.
Der Kurs erstreckt sich über mehr als einen Monat bis zu drei Monaten im Vollzeitformat. Individuelle Startermine und Teilzeitvarianten sind nach Absprache vereinbar. Im Kurspaket sind Lernmaterialien für beide Module sowie Zugang zu Übungsumgebungen enthalten; die offizielle PL-400-Prüfungsgebühr ist separat zu klären.
Bei Bestehen der offiziellen Microsoft-Prüfung PL-400 erhalten die Teilnehmenden das Zertifikat Microsoft Certified: Power Platform Developer Associate. Das Zertifikat wird von Microsoft ausgestellt und ist weltweit als fortgeschrittenes Entwicklerzertifikat für die Power Platform anerkannt. Es kann durch jährliche Online-Erneuerungsassessments aktuell gehalten werden. Ergänzend wird ein Lehrgangszertifikat des Anbieters ausgestellt, das die erfolgreiche Kursteilnahme dokumentiert.
Nutzen & Perspektiven
Cloud-KI ist kein Nischenthema mehr — nahezu jedes Unternehmen, das auf Microsoft Azure setzt, nutzt oder evaluiert Dienste wie Azure OpenAI, Azure Cognitive Services oder Azure Machine Learning. Power-Platform-Entwickler, die diese Dienste nicht nur konzeptuell kennen, sondern über Custom Connectors, Azure Functions und Dataverse-Integrationen direkt in Geschäftsanwendungen einbauen können, sind in einer anderen Liga als reine Low-Code-Konfigureure. PL-400 ist der Beleg für genau diese technische Tiefe. Die Kombination aus Cloud-KI-Architektur-Verständnis und PL-400-Entwicklerkompetenz öffnet Perspektiven in Bereichen, die vor einigen Jahren kaum definiert waren: Solution Architects, die Power Platform als KI-Integrationslayer einsetzen; Cloud-Consultants, die Kunden bei der Automatisierung KI-gestützter Geschäftsprozesse begleiten; Senior Developer in Microsoft-ISV-Unternehmen, die KI-fähige Unternehmensanwendungen als Produkt bauen. Der Markt für diese Profile wächst schnell, weil die Nachfrage nach Azure-KI-Integration die Zahl qualifizierter Entwickler bei weitem übersteigt. Wer mit AZAV-zertifizierten Anbietern arbeitet, kann die Förderbarkeit über einen Bildungsgutschein der Bundesagentur für Arbeit oder das Qualifizierungschancengesetz vorab prüfen. Die individuelle Eignung hängt von der persönlichen Situation ab und sollte frühzeitig mit der Arbeitsvermittlung oder dem Arbeitgeber besprochen werden.
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Was unterscheidet diesen Kurs von anderen PL-400-Vorbereitungen?
Der Cloud-KI-Anteil stellt alle PL-400-Entwicklungsthemen in den Kontext von Azure-KI-Diensten. Entwicklungsübungen — Custom Connectors, PCF-Controls, Azure-Functions-Integration — beziehen sich konkret auf Cloud-KI-Anwendungsszenarien, nicht auf abstrakte Übungsaufgaben.
Welche Microsoft-Prüfung schließt der Kurs ab?
Der Kurs bereitet auf die Microsoft-Prüfung PL-400 vor, die zum Zertifikat Microsoft Certified: Power Platform Developer Associate führt. Die Prüfung wird separat bei Pearson VUE abgelegt; die Prüfungsgebühr ist nicht im Kurspaket enthalten.
Benötige ich vorherige Power-Platform-Erfahrung?
Grundlegende Kenntnisse entsprechend dem PL-200-Niveau oder vergleichbare Praxis mit Power Apps und Dataverse werden empfohlen. PL-400 setzt Functional-Consultant-Kenntnisse voraus und vertieft technische Entwicklerfähigkeiten darüber hinaus. Das Beratungsgespräch vor Kursbeginn klärt den individuellen Einstiegspunkt.
Welche Azure-KI-Dienste werden behandelt?
Im Vordergrund stehen Azure AI Services (Cognitive Services, Azure OpenAI Service), Azure Machine Learning und Azure Functions als serverlose Verarbeitungsschicht. Die Integration dieser Dienste in Power-Platform-Lösungen über Custom Connectors und Power Automate ist zentrales Lernziel.
Kann dieser Kurs über den Bildungsgutschein gefördert werden?
Bei AZAV-zertifizierten Anbietern ist eine Förderung über den Bildungsgutschein der Bundesagentur für Arbeit möglich. Die individuelle Fördereignung ist vorab mit der zuständigen Arbeitsvermittlung zu klären.
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Arbeitsmarkt-Report
IT-Berufe sind seit fünf Jahren der größte Fachkräfteengpass am deutschen Arbeitsmarkt. Der Bestand offener IT-Stellen ist 2024 auf einen Rekordstand gestiegen; AI- und Cloud-Skills werden in den nächsten Jahren weiter überdurchschnittlich nachgefragt.
Zielberufe & offene Stellen
Berufe, in denen Absolvent:innen dieses Kurses typischerweise arbeiten — mit bundesweit offenen Stellen der letzten 12 Monate.
- Leiter/Leiterin der Softwareentwicklung195.785 Stellen
- Cloud-Architect595 Stellen
- AI Developer496 Stellen
- Cloud-Consultant191 Stellen
- Cloud Developer68 Stellen
- Power Platform Developer14 Stellen