Überblick
Dieser Kurs verbindet zwei hochgefragte Qualifikationsfelder: den KI-gestützten Ansatz in der IT-Sicherheit und die international anerkannte PMP-Zertifizierung des Project Management Institute (PMI). Cybersecurity ist längst kein rein technisches Feld mehr — komplexe Security-Vorhaben wie die Einführung eines SIEM-Systems, die Migration in eine Zero-Trust-Architektur oder die Implementierung eines KI-basierten Intrusion-Detection-Systems erfordern strukturiertes Projektmanagement. Wer beides beherrscht — die technische KI-Tiefe für Bedrohungsanalysen und die methodische Projektführungskompetenz nach PMP — ist auf dem Arbeitsmarkt für Führungsrollen in der Informationssicherheit gut positioniert.
Kursinhalte & Lernziele
Modul 1 — KI in der Cybersecurity: Methoden und Einsatzszenarien Angreifer nutzen KI-Methoden für automatisierte Scans, adaptive Phishing-Kampagnen und die Generierung von Exploit-Code. Verteidiger setzen KI ein, um Muster in Milliarden von Log-Zeilen zu erkennen, die kein menschliches Analyst-Team in Echtzeit auswerten könnte. Dieser Block beleuchtet beide Seiten — Angriff und Verteidigung — und legt die technische Grundlage für das Verständnis KI-gestützter Sicherheitslösungen.
- Maschinelles Lernen für Netzwerk-Anomalieerkennung: Isolation Forest, Autoencoder, LSTM
- KI in SIEM-Systemen: wie Alerting-Algorithmen trainiert und kalibriert werden
- Bedrohungsklassifikation: Malware-Erkennung mit KI versus signaturbasierte Ansätze
- Adversarial attacks: wie Angreifer KI-Modelle täuschen und wie man sich schützt
- KI-gestützte Threat Intelligence: Extraktion von Indicators of Compromise aus Freitext
- Datenschutz und rechtliche Rahmenbedingungen beim KI-Einsatz in Security Operations
Modul 2 — PMP-Zertifizierung: Projektmanagement nach PMI-Standard Das Project Management Professional-Zertifikat setzt Prüfung und nachgewiesene Berufserfahrung voraus; dieser Block bereitet gezielt auf die PMI-Prüfung vor. Grundlage ist der PMBOK Guide, ergänzt um den agilen Anteil, der seit der sechsten PMBOK-Edition einen wesentlichen Teil der Prüfung ausmacht. Sicherheitsprojekte haben besondere Charakteristika: hohe Anforderungen an Vertraulichkeit, strenge Change-Control-Prozesse und vielfältige externe Einschränkungen durch Regulatoren und Compliance-Frameworks. Dieser Block behandelt das PMP-Wissen durchgehend am Beispiel von Cybersecurity-Projekten.
- Überblick PMBOK-Rahmenwerk: Prozessgruppen und Wissensgebiete
- Scope Management: Work Breakdown Structure, Anforderungserhebung, Change Control
- Zeit- und Ressourcenplanung: Netzplantechnik, Critical Path, Resource Leveling
- Kostenmanagement und Earned-Value-Analyse für IT-Sicherheitsprojekte
- Risikomanagement nach PMI: Risikoregister, qualitative und quantitative Analyse
- Agile Hybridansätze: Scrum und Kanban im Kontext von Sicherheitsprojekten
- Stakeholdermanagement und Kommunikationsplanung für Security-Vorhaben
- Prüfungsvorbereitung PMP: Aufbau, Fragentypen, Anmeldevoraussetzungen
Modul 3 — Integration: KI-Cybersecurity-Projekte strukturiert führen Dieser Block überbrückt beide Domänen und arbeitet mit realitätsnahen Szenarien: Ein Unternehmen will ein KI-basiertes SOC (Security Operations Center) aufbauen. Wie plant man das als PMP-zertifizierter Projektleiter? Welche Risiken, Stakeholder und Compliance-Anforderungen sind zu berücksichtigen? Die Fallstudien in diesem Block verbinden technisches KI-Verständnis mit methodischem Projektmanagement.
- Projektauftrag und Business Case für ein KI-SOC-Einführungsprojekt
- Anforderungsmanagement bei technischen KI-Sicherheitsprojekten
- Abnahmekriterien für KI-Detektionsmodelle in Sicherheitsprojekten definieren
- NIS2- und ISO-27001-Anforderungen als Projektrestriktionen abbilden
- Lessons-Learned-Dokumentation für Sicherheitsprojekte mit KI-Komponente
Die praktischen Übungen in diesem Kurs kumulieren in einem Abschlussprojekt, das als Portfolio-Artefakt für Bewerbungen genutzt werden kann. Sie verbinden Security-Technik mit Projektmanagement-Praxis — von der KI-Bedrohungsanalyse bis zum präsentierfertigen Projektstatus.
- Anomalieerkennungs-Modell auf synthetischem Netzwerk-Traffic konfigurieren und auswerten
- SIEM-Alerting-Regel auf Basis eines ML-Modells konzipieren
- Threat-Intelligence-Analyse: Freitext-Reports nach Indicators of Compromise durchsuchen
- Vollständigen Projektstrukturplan für ein KI-SOC-Projekt erstellen
- Earned-Value-Analyse für ein laufendes Sicherheitsprojekt berechnen
- Risikoregister mit Eintrittswahrscheinlichkeit und Auswirkungsmatrix befüllen
- PMP-Prüfungssimulation: 60 Fragen unter Zeitdruck
- Stakeholder-Register für ein SIEM-Einführungsprojekt mit mehreren Fachabteilungen anlegen
- Change-Request-Prozess für einen Scope-Erweiterungsantrag durchspielen
- Agiles Sprint-Backlog für einen Security-Hardening-Projektabschnitt entwickeln
- Adversarial-Attack-Szenario analysieren und Gegenmaßnahmen ableiten
- Abschluss-Pitch: KI-Cybersecurity-Projektvorschlag für fiktiven CISO präsentieren
Lernziele:
- Verstehen, wie maschinelle Lernverfahren in der Angriffserkennung und Bedrohungsklassifikation eingesetzt werden
- KI-gestützte Anomalieerkennung in Netzwerk- und Log-Daten konzeptionell und praktisch einsetzen
- Adversarial AI und Angriffe auf KI-Systeme als Sicherheitsrisiko einordnen
- Cloud-Sicherheitsszenarien mit KI-Unterstützung bewerten und Handlungsempfehlungen ableiten
- PMP-Projektmanagement-Rahmenwerk (PMBOK) verstehen und auf Security-Projekte anwenden
- Scope, Zeit, Kosten und Qualität in IT-Sicherheitsprojekten steuern
- Stakeholdermanagement in Cybersecurity-Projekten mit mehreren Interessengruppen ausführen
- Risikomanagement nach PMI-Standard auf IT-Sicherheitsvorhaben übertragen
- Agile und prädiktive Ansätze in der Sicherheitsprojektführung unterscheiden und kombinieren
- Anforderungen für die PMP-Prüfungsanmeldung kennen und sich gezielt vorbereiten
- Compliance-Anforderungen (ISO 27001, NIS2) in Projektplanung und -dokumentation einbetten
Zielgruppe & Voraussetzungen
Dieser Kurs richtet sich an Fachkräfte, die in der IT-Sicherheit bereits Grundkenntnisse mitbringen und den nächsten Schritt in Richtung Führungsrolle oder Projektverantwortung machen wollen.
- IT-Sicherheitsanalysten, die Projektleitungsaufgaben übernehmen wollen
- Security Engineers mit Interesse an Führungskompetenz und PMI-Zertifizierung
- IT-Projektleiter, die ihren Wirkungsbereich auf Cybersecurity ausweiten
- Angehende CISOs und Security-Program-Manager
- Berufseinsteiger mit IT-Hintergrund, die ein starkes Kombiprofil aufbauen
Grundkenntnisse in IT und Netzwerktechnik sind für den Cybersecurity-Teil hilfreich. Wer die PMP-Prüfung nach dem Kurs ablegen will, sollte außerdem die PMI-Anmeldevoraussetzungen prüfen: Gefordert sind 36 Monate nachgewiesene Projektleitungserfahrung (bei Hochschulabschluss) beziehungsweise 60 Monate ohne. Diese Erfahrungsanforderungen muss jede Person eigenständig erfüllen — der Kurs selbst hat keine formalen Zulassungsbeschränkungen. Ein Vorgespräch zur individuellen Lernplanung ist vorgesehen.
Ablauf & Abschluss
Der Unterricht kombiniert Live-Online-Vorträge mit geführten Übungsszenarien und Prüfungssimulationen. Für den PMP-Teil kommen klassische Lernformate mit Fallstudien aus dem PMBOK zum Einsatz; für den KI-Teil werden technische Demonstrationen, Szenarien aus der Angreifer- und Verteidigerperspektive und konzeptionelle Workshops genutzt. Die Lehrenden wechseln bewusst zwischen beiden Perspektiven, um die Verbindung zwischen Projektführung und technischer Sicherheitskompetenz erfahrbar zu machen. Wer es bevorzugt, kann in einem New-Horizons-Center präsent sein; Homeoffice-Teilnahme ist ebenfalls vorgesehen.
Die Weiterbildung dauert mehr als einen Monat bis maximal drei Monate in Vollzeit. Je nach gewählter Modultiefe — insbesondere im PMP-Vorbereitungsteil — variiert die Gesamtlänge. Individuelle Starttermine und eine Teilzeitoption sind auf Anfrage möglich.
Nach Kursabschluss erhalten Teilnehmende eine trägerinterne Qualifikationsbescheinigung. Der PMP-Teil bereitet auf die externe Prüfung des PMI vor; das PMP-Zertifikat selbst wird von PMI ausgestellt und erfordert eine separate Prüfungsanmeldung. Es handelt sich um ein international anerkanntes Verbandszertifikat, kein staatlich anerkanntes Abschlusszeugnis.
Nutzen & Perspektiven
Cybersecurity-Fachkräfte sind gesucht — doch wer in die erste und zweite Führungsebene aufsteigen will, braucht über technisches Know-how hinaus die Fähigkeit, komplexe Sicherheitsvorhaben zu strukturieren, zu kommunizieren und gegen Budget- und Zeitzwänge zu verteidigen. Das PMP ist der international bekannteste Nachweis dieser Fähigkeit; im deutschen Stellenmarkt für IT-Sicherheitsmanagement ist die Nachfrage nach PMP-zertifizierten Profilen seit Jahren konstant hoch. Die Ergänzung mit KI-Cybersecurity-Kompetenz ist aktuell besonders wertvoll, weil KI in Security Operations Centers zur Standardausstattung wird. Wer als Projektleiter nicht nur den Betrieb, sondern auch den Aufbau solcher Systeme verantworten kann, findet sich in einer gefragten Doppelrolle wieder. Gerade bei der Einführung KI-gestützter Sicherheitssysteme entscheidet die Qualität der Projektführung darüber, ob die Technologie ihren Nutzen entfaltet oder nach teurer Implementierung im Alltag versagt. Über die Karrieredimension hinaus fördert dieser Kurs die Fähigkeit, Sicherheitsentscheidungen datengestützt zu begründen — gegenüber Geschäftsführung, Datenschutzbeauftragten und Regulatoren. Das macht den Unterschied zwischen einem guten Techniker und einem überzeugenden Security-Leader.
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Was ist das PMP-Zertifikat und wer gibt es aus?
Das Project Management Professional (PMP) ist ein Zertifikat des Project Management Institute (PMI) aus den USA. Es gilt als weltweit führende Projektmanagement-Zertifizierung und setzt nachgewiesene Berufserfahrung im Projektmanagement sowie eine bestandene Prüfung voraus. Dieser Kurs bereitet auf diese externe PMI-Prüfung vor.
Welche KI-Methoden werden im Cybersecurity-Kontext behandelt?
Der Kurs behandelt maschinelles Lernen für Anomalieerkennung in Netzwerkdaten, KI-gestützte Bedrohungsklassifikation, Natural Language Processing für Security-Intelligence-Auswertungen und den KI-Einsatz in SIEM-Systemen. Auch Angreifer-KI und adversarial attacks werden thematisiert.
Wie unterscheidet sich dieser Kurs vom Six-Sigma-Geschwisterkurs?
Beide Kurse teilen den KI-Cybersecurity-Kern, unterscheiden sich aber in der Zusatzkompetenz: Dieser Kurs fokussiert auf PMP-Projektführung (Scope, Zeit, Budget, Stakeholder), während der Six-Sigma-Kurs statistische Prozessoptimierung (DMAIC, Varianzreduktion) als Ergänzung einsetzt. Zielgruppe und Berufsbilder sind entsprechend verschieden.
Wird der Kurs gefördert?
Bei AZAV-Zertifizierung des Anbieters kommt ein Bildungsgutschein der Bundesagentur für Arbeit in Betracht. Die konkrete Förderfähigkeit hängt vom individuellen Beratungsgespräch mit dem zuständigen Berater ab.
Verwandte Kurse
Welche Förderung passt zu dir?
Finde in 30 Sekunden heraus, ob dir ein Bildungsgutschein oder andere Zuschüsse zustehen. Kostenlos & ohne Anmeldung.
Arbeitsmarkt-Report
IT-Berufe sind seit fünf Jahren der größte Fachkräfteengpass am deutschen Arbeitsmarkt. Der Bestand offener IT-Stellen ist 2024 auf einen Rekordstand gestiegen; AI- und Cloud-Skills werden in den nächsten Jahren weiter überdurchschnittlich nachgefragt.
Zielberufe & offene Stellen
Berufe, in denen Absolvent:innen dieses Kurses typischerweise arbeiten — mit bundesweit offenen Stellen der letzten 12 Monate.
- Prozessmanager/Prozessmanagerin für RPA1.470 Stellen
- Softwaretechnik (grundständig)135 Stellen
- Assistent/Assistentin für Informatik (technische Informatik)80 Stellen
- IT-Sicherheitsanalyst2 Stellen
- KI-Ingenieur0 Stellen
- Cybersecurity-Spezialist0 Stellen