Überblick
Diese Weiterbildung verbindet den praxisorientierten Einsatz von KI in der Informationssicherheit mit der PRINCE2 Practitioner-Zertifizierung von Axelos — der Projektmanagement-Qualifikation für erfahrene Anwender, die PRINCE2-Methoden in realen Projekten adaptieren und eigenverantwortlich einsetzen können. Der erste Kursteil zeigt, wie KI-Systeme im operativen Sicherheitsalltag eingesetzt werden: von der prädiktiven Bedrohungsanalyse über automatisiertes Monitoring bis hin zur KI-gestützten Incident Response. Der zweite Teil vertieft die PRINCE2-Methode auf Practitioner-Niveau — also über das Basiswissen der Foundation hinaus hin zu angepasster, situationsspezifischer Anwendung. Die Kombination ist besonders relevant für Fachkräfte, die IT-Sicherheitsprojekte nicht nur konzipieren, sondern methodisch strukturiert umsetzen müssen.
Kursinhalte & Lernziele
Künstliche Intelligenz in der Cybersecurity: Prädiktive Analyse und automatisiertes Monitoring: Dieser erste Block richtet den Fokus auf die operativen KI-Einsatzmöglichkeiten im Sicherheitsbereich — insbesondere auf prädiktive und proaktive Ansätze. Anstatt erst auf bekannte Angriffsmuster zu reagieren, erlauben KI-Systeme eine vorausschauende Sicherheitssteuerung, die Muster in Logdaten und Verhaltensanomalien frühzeitig identifiziert.
- Prädiktive Bedrohungsanalyse: Zeitreihenmodelle und Verhaltensanalyse
- KI-gestütztes Threat Hunting: Vorgehensweise und typische Einsatzszenarien
- SOAR-Systeme (Security Orchestration, Automation and Response) und ihre KI-Komponenten
- Endpunkt-Telemetrie und EDR-Systeme mit Machine-Learning-Backend
- Benutzer- und Entitätsverhaltensanalyse (UEBA) zur Insider-Threat-Erkennung
- KI in der Schachtelanalyse: Angriffsketten und Kill-Chain-Modellierung
KI-gestützte Sicherheitsprojekte: Risiken und Projektintegration: Der zweite Block verbindet die KI-Sicherheitsdimension mit dem Projektmanagement-Kontext. Wer KI-Sicherheitslösungen als Projekt einführt, muss die spezifischen Risiken dieser Technologie im Risikoregister berücksichtigen — und die Stakeholder-Kommunikation auf die Unsicherheiten von KI-Systemen ausrichten.
- KI-spezifische Projektrisiken: Modell-Drift, Falsch-Positiv-Raten, Datenabhängigkeit
- Einführung von KI-Sicherheitssystemen als Projekt: Planung, Phasen, Abhängigkeiten
- Business Case für KI-Sicherheitsinvestments: Kosten, Nutzen und Erwartungsmanagement
- Stakeholder-Kommunikation bei KI-gestützten Sicherheitsprojekten
- Compliance-Anforderungen für KI-Systeme in Sicherheitsprojekten
- Change Management bei der Einführung von KI-Monitoring-Systemen
PRINCE2 Practitioner: Prinzipien und Anpassung der Methode: Dieser Block setzt PRINCE2-Foundation-Kenntnisse voraus und führt auf Practitioner-Niveau ein. Das charakteristische Merkmal des Practitioner-Levels ist nicht das Auswendiglernen der Methode, sondern die Fähigkeit, sie begründet an projektspezifische Kontexte anzupassen. PRINCE2 definiert 7 Prinzipien, 7 Themen und 7 Prozesse; alle werden auf Practitioner-Ebene vertieft.
- Die 7 PRINCE2-Prinzipien und ihre situationsspezifische Anwendung
- Flexibilität von PRINCE2: Wie die Methode an Projektgröße und -typ angepasst wird
- PRINCE2 Agile: Grundzüge der Verbindung von PRINCE2 und agilen Methoden
- Tailoring: Entscheidungskriterien für Anpassungen des Projektmanagementrahmens
- Anwendung von PRINCE2 in IT-Sicherheitsprojekten: Fallbeispiel-Analyse
- Abgrenzung Practitioner-Level vs. Foundation: was sich inhaltlich unterscheidet
PRINCE2 Practitioner: Pläne, Risiken, Business Case und Steuerung: Der zweite PRINCE2-Block vertieft die konkreten Managementprodukte und Steuerungsmechanismen auf Practitioner-Niveau. Initiation Stage Documents, Risk Registers, Issue Logs und Checkpoint Reports sind zentrale Dokumente, die Practitioner-Kandidaten korrekt befüllen und interpretieren können müssen.
- Projektplanung auf Practitioner-Niveau: Phasenplanung, Ausnahmeplanung, Produktpläne
- Risikoregister und Risikobehandlung: Eskalation, Toleranzen und Eigeninitiative
- Business Case Development und Benefit-Reviews
- Steuerungsebenen: Lenkungsausschuss, Projektmanager, Teammanager
- Qualitätsregister, Konfigurationsmanagement und Change Control
- Abschlussaktivitäten: Lessons Learned und Nutzenüberprüfung
Praxisblock: Prüfungsvorbereitung PRINCE2 Practitioner und KI-Projektszenarien: Die Practitioner-Prüfung ist ein offenes Buch (open-book): Die PRINCE2-Handbücher dürfen während der Prüfung genutzt werden. Dennoch erfordert sie tiefes Verständnis, da die Aufgaben Urteilsvermögen und situationsgerechte Entscheidungen verlangen.
- Practitioner-Prüfungsformat: Aufgabentypen, Zeitmanagement und Hilfsmittelnutzung
- Analyse von Prüfungsszenarien: Projektbeschreibungen und Managementprodukte bewerten
- Übungsaufgaben aus dem PRINCE2-Practitioner-Prüfungsbereich
- Simulation einer vollständigen Prüfung mit anschließender Analyse
- KI-Sicherheitsprojekt als PRINCE2-Fallstudie: Initiation Document und Risikoregister
- Typische Fehler in Practitioner-Prüfungen und wie man sie vermeidet
- PRINCE2-Practitioner-Rezertifizierung: nach 3 Jahren erforderlich
- Unterschied zwischen PRINCE2 6th Edition und PRINCE2 7: aktuelle Prüfungsversion
- Übungen zur Tailoring-Entscheidung: wann wird was angepasst?
- Verbindung von KI-Sicherheitsszenarien und PRINCE2-Risikothema
- Individuelle Fragen zu Prüfungsinhalten und Karriereoptionen
- Abschlussdiskussion und persönliche Empfehlungen
Lernziele:
Nach Abschluss dieser Weiterbildung können die Teilnehmenden folgende Kompetenzen eigenständig einsetzen.
- KI-gestützte Bedrohungsprognose und prädiktive Sicherheitsanalyse konzeptuell anwenden
- Einsatzszenarien für KI in der Sicherheitsautomatisierung (SOAR, Threat Hunting) beschreiben
- Sicherheitsrisiken KI-basierter Systeme in Projekte und Risikoregister einarbeiten
- KI-generierte Sicherheitsinformationen für Entscheidungsträger aufbereiten
- PRINCE2-Prinzipien, -Themen und -Prozesse auf Practitioner-Niveau erklären und anwenden
- PRINCE2-Methoden an Projektkontexte anpassen und begründen
- Projektpläne, Risikologbücher und Problemprotokolle nach PRINCE2-Standard erstellen
- Stakeholder-Kommunikation und Change-Management in PRINCE2-Projekten steuern
- PRINCE2-Governance-Strukturen für IT-Sicherheitsprojekte aufbauen
- Business Cases für Sicherheitsmaßnahmen und KI-Investitionen nach PRINCE2-Logik formulieren
- Die PRINCE2 Practitioner-Prüfung methodisch und inhaltlich vorbereiten
- Synergien zwischen KI-gestützter Sicherheitsanalyse und strukturiertem Projektmanagement nutzen
Zielgruppe & Voraussetzungen
Diese Weiterbildung richtet sich an Fachkräfte, die sowohl Sicherheitskompetenz als auch Projektmanagementverantwortung tragen oder anstreben.
- IT-Projektmanager, die Sicherheitsprojekte mit einer anerkannten Methodik führen
- IT-Sicherheitsfachkräfte, die Projekte zur Einführung von Sicherheitstechnologien eigenverantwortlich leiten
- Senior Consultants und Berater, die Kunden in der Implementierung von Sicherheitslösungen begleiten
- PRINCE2-Foundation-Zertifizierte, die den nächsten Schritt zur Practitioner-Qualifikation gehen
- IT-Leiter und Team Leads, die methodisch strukturierte Projektarbeit mit Sicherheitsfokus verbinden
PRINCE2 Foundation-Kenntnisse sind Voraussetzung für die Practitioner-Prüfung; ein gültiges PRINCE2-Foundation-Zertifikat muss bei der Prüfungsanmeldung vorgelegt werden. Für den KI-Sicherheitsteil sind Grundkenntnisse in IT-Sicherheit und Netzwerken hilfreich. Das Beratungsgespräch vor Kursbeginn klärt individuelle Voraussetzungen und erstellt einen abgestimmten Lernplan.
Ablauf & Abschluss
Die Weiterbildung findet als Combined Learning statt, kombiniert synchrone Onlineunterrichtseinheiten mit begleiteten Fallstudien und eigenständigen Übungsphasen. Der PRINCE2-Practitioner-Teil arbeitet stark mit Szenarien, um die für die Prüfung erforderliche Anwendungskompetenz zu trainieren. Die Teilnehmenden können von New-Horizons-Standorten oder aus dem HomeOffice teilnehmen.
Der Kurs ist auf mehr als einen Monat bis zu drei Monaten Vollzeitdauer ausgelegt. Individuelle Startermine und Teilzeitoptionen können vereinbart werden. Die Kursgebühr umfasst Lernmaterialien für beide Kursteile; die Prüfungsgebühr für die PRINCE2-Practitioner-Prüfung bei Axelos ist separat zu entrichten.
Das PRINCE2 Practitioner-Zertifikat wird von Axelos ausgestellt und gilt weltweit als anerkannte Qualifikation im professionellen Projektmanagement. PRINCE2 Foundation ist unbefristet gültig; das Practitioner-Zertifikat muss alle 3 Jahre durch eine Rezertifizierungsprüfung oder Weiterbildungsnachweise erneuert werden. Für die Prüfungsanmeldung beim Practitioner-Level ist ein gültiges Foundation-Zertifikat erforderlich. Ergänzend erhalten Teilnehmende ein Lehrgangszertifikat von New Horizons.
Nutzen & Perspektiven
IT-Sicherheitsprojekte sind komplexe Vorhaben mit hohem Stakeholder-Erwartungsdruck, technischen Abhängigkeiten und regulatorischen Anforderungen. Wer ein KI-basiertes Monitoring-System einführen, eine Security-Operations-Plattform aufbauen oder eine Zero-Trust-Architektur migrieren möchte, profitiert erheblich von einer erprobten Projektmanagement-Methode. PRINCE2 Practitioner gibt Fachkräften genau diese strukturierte Grundlage — und zwar nicht als starre Vorlage, sondern als anpassbare Methodik, die sich auf IT-Sicherheitsprojekte jeder Größe anwenden lässt. Der KI-Sicherheitsteil ergänzt diese Managementkompetenz um technisches Verständnis für das, was in modernen Sicherheitsprojekten umgesetzt wird: prädiktive Analyse, automatisiertes Monitoring, SOAR-Systeme. Wer beide Seiten versteht — die Technologie und die Projektmethodik — kann Sicherheitsprojekte nicht nur planen, sondern auch liefern. Gerade in Unternehmen, die KI-Sicherheitssysteme erstmals einführen, ist diese doppelte Kompetenz selten und entsprechend gefragt. Die Rezertifizierungspflicht des PRINCE2 Practitioner (alle 3 Jahre) stellt sicher, dass Zertifizierte mit der Weiterentwicklung der Methode Schritt halten — ein Qualitätsmerkmal, das die Zertifizierung langfristig relevant hält.
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Muss ich PRINCE2 Foundation bestanden haben, bevor ich diesen Kurs belege?
Ja. Die offizielle PRINCE2 Practitioner-Prüfung von Axelos setzt ein gültiges Foundation-Zertifikat voraus, das bei der Prüfungsanmeldung nachgewiesen werden muss. Der Kurs deckt Foundation-Inhalte nicht noch einmal vollständig ab, sondern baut darauf auf.
Wie lange gilt das PRINCE2 Practitioner-Zertifikat?
Das PRINCE2 Practitioner-Zertifikat muss alle 3 Jahre durch eine Rezertifizierungsprüfung oder anerkannte Weiterbildungsnachweise erneuert werden. Das Foundation-Zertifikat hingegen ist unbefristet gültig.
Darf man bei der Practitioner-Prüfung Unterlagen benutzen?
Ja, die PRINCE2 Practitioner-Prüfung ist ein open-book-Examen: Das offizielle PRINCE2-Handbuch darf während der Prüfung genutzt werden. Das bedeutet nicht, dass die Prüfung einfach ist — die Aufgaben verlangen situationsgerechtes Urteilsvermögen, nicht das reine Nachschlagen von Definitionen.
Was bringt die Kombination aus KI-Sicherheit und PRINCE2 Practitioner?
Wer KI-basierte Sicherheitslösungen einführen will, braucht sowohl technisches Verständnis als auch Projektmanagement-Kompetenz. Diese Kombination ist selten und auf dem Markt gefragt. PRINCE2 Practitioner gibt die methodische Struktur; der KI-Sicherheitsteil liefert das technologische Verständnis, das für moderne Sicherheitsprojekte unerlässlich ist.
Kann die Weiterbildung gefördert werden?
Bei AZAV-zertifizierten Anbietern ist eine Förderung über den Bildungsgutschein oder das Qualifizierungschancengesetz möglich. Die individuelle Eignung sollte vorab mit der Agentur für Arbeit oder dem Jobcenter abgestimmt werden.
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