Überblick
Ansible Tower und sein Open-Source-Pendant Ansible AWX sind die zentralen Steuerungsplattformen für Ansible-basierte Automatisierung in Unternehmen. Wo einzelne Ansible-Playbooks für kleinere Umgebungen ausreichen, brauchen größere IT-Abteilungen eine webbasierte Oberfläche, Rollen- und Rechtemodelle, Scheduling-Funktionen und ein integriertes Logging. Genau diese Themen stehen im Mittelpunkt dieser Weiterbildung. Teilnehmende lernen, bestehende Ansible-Kenntnisse auf eine skalierbare, teamfähige Automatisierungsplattform zu übertragen, Workflows zu orchestrieren und DevOps-Prozesse transparent zu gestalten. Das Ziel ist, Automatisierungsprozesse im Unternehmensumfeld zuverlässig, nachvollziehbar und sicher bereitzustellen.
Kursinhalte & Lernziele
Architektur und Grundlagen von Ansible Tower / AWX In diesem einleitenden Abschnitt werden die technischen Grundlagen von Ansible Tower und Ansible AWX vermittelt. Teilnehmende verstehen, wie die Plattform aufgebaut ist, welche Dienste im Hintergrund laufen und wie Tower die bekannte Ansible-Funktionalität um eine zentrale Steuerungsschicht erweitert. Die wichtigsten Konzepte – Projekte, Inventare, Credentials, Templates, Workflows – werden eingeführt und miteinander in Beziehung gesetzt.
- Architektur von Ansible Tower: Web-Frontend, API, Task-Engine und Datenbank
- Unterschiede zwischen Ansible Core, AWX (Community) und Ansible Tower (Enterprise)
- Installation und erste Konfiguration einer Tower-Instanz
- Überblick über die Tower-Benutzeroberfläche und API-Schnittstellen
- Lizenzmodelle und Support-Optionen im Unternehmenskontext
- Projektstruktur: Verbindung zu Git-Repositories und Source-Control-Management
Inventare, Credentials und Job-Templates Dieser Abschnitt behandelt den operativen Kern des Tower-Betriebs. Inventare beschreiben, welche Systeme automatisiert werden sollen; Credentials sichern den Zugang zu diesen Systemen; Job-Templates definieren, was auf welchen Systemen ausgeführt wird. Teilnehmende üben das Anlegen, Strukturieren und Verwalten aller drei Komponenten an praxisnahen Szenarien.
- Statische und dynamische Inventare erstellen und mit Hostgruppen strukturieren
- Inventory-Plugins für Cloud-Anbieter (AWS, Azure, GCP) konfigurieren
- Credentials für SSH, Vault, API-Zugänge und Cloud-Providers anlegen und sichern
- Job-Templates mit Variablen, Tags und Limits parametrisieren
- Survey-Funktionen: interaktive Parametereingabe vor einem Job-Run
- Verknüpfung von Inventaren, Credentials und Templates zu ausführbaren Automatisierungseinheiten
Workflow-Design und Scheduling Ansible Tower ermöglicht es, mehrere Job-Templates zu Workflows zu verketten, bei denen Erfolg oder Misserfolg eines Schritts den nächsten Schritt beeinflusst. In diesem Abschnitt lernen Teilnehmende, komplexe Automatisierungsabläufe zu modellieren, zeitgesteuert auszuführen und auf Fehler reagieren zu lassen.
- Workflow-Editor: visuelle Erstellung von Automatisierungsketten
- Bedingte Verzweigungen: Erfolgs- und Fehler-Pfade in Workflows
- Scheduling: Zeitpläne für Jobs und Workflows konfigurieren
- Benachrichtigungen: E-Mail, Slack und andere Notification-Services integrieren
- Convergence-Nodes: parallele Äste zusammenführen
- Best Practices für stabile und wartbare Workflow-Designs
Rollen- und Berechtigungskonzepte sowie DevOps-Integration Ein zentraler Vorteil von Ansible Tower gegenüber reinem Ansible ist die granulare Zugriffskontrolle. Dieser Abschnitt behandelt, wie Benutzer, Teams und Organisationen im Tower strukturiert werden und welche Berechtigungsstufen existieren. Anschließend wird die Integration in CI/CD-Pipelines, Monitoring-Systeme und IT-Service-Management-Tools besprochen.
- Tower-Objekte: Organisationen, Teams, Benutzer und Berechtigungsstufen
- Rollenbasierter Zugriff (RBAC): wer darf welche Templates starten, Inventare bearbeiten etc.
- Integration in Jenkins, GitLab CI/CD und ähnliche Automatisierungspipelines
- API-gesteuerte Ausführung von Tower-Jobs aus externen Systemen
- Anbindung an LDAP/Active Directory für zentrales Identity Management
- Monitoring und Protokollierung: Tower-Logs auslesen, externe Log-Systeme anbinden
Praxisblock – Labs, Szenarien und Prüfungsvorbereitung Alle theoretischen Inhalte werden durch praktische Übungen in einer realen oder simulierten Ansible-Tower-Umgebung vertieft. Teilnehmende konfigurieren eigenständig Inventare, erstellen Workflows und simulieren typische Unternehmensszenarien.
- Aufbau einer vollständigen Tower-Automatisierungsumgebung von Grund auf
- Migration bestehender Ansible-Playbooks in Tower-Projekte
- Erstellung von Workflows für Patch-Management- und Deployment-Szenarien
- Konfiguration eines rollenbasierten Zugriffskonzepts für ein fiktives IT-Team
- Simulation von Fehler-Szenarien und systematische Fehleranalyse
- Integration eines Tower-Jobs in eine CI/CD-Pipeline (Theorie + Demo)
- Scheduling einer regelmäßigen Backup- und Compliance-Prüfaufgabe
- Analyse und Auswertung von Tower-Logs und Job-Historien
- Prüfungssimulationen für die Abschlusszertifizierung
- Gemeinsame Review-Sessions für Lösungsansätze und Optimierungspotenziale
- Erarbeitung einer Dokumentation für die implementierten Automatisierungslösungen
- Abschlusspräsentation eines eigenständig konzipierten Automatisierungsprojekts
Lernziele:
- Architektur und Komponenten von Ansible Tower und Ansible AWX verstehen und unterscheiden
- Inventare, Hosts und Credentials zentral verwalten und strukturiert pflegen
- Job-Templates erstellen, parametrisieren und gezielt ausführen
- Automatisierungsworkflows mit mehreren Playbooks entwerfen und orchestrieren
- Scheduling-Regeln für wiederkehrende Automatisierungsaufgaben konfigurieren
- Rollen- und Berechtigungskonzepte im Tower-Kontext anlegen und durchsetzen
- Ansible Tower in bestehende DevOps-Pipelines und CI/CD-Umgebungen integrieren
- Monitoring-Funktionen und Protokollierung im Tower-Interface nutzen
- Unterschiede zwischen Community-Version (AWX) und Enterprise-Version (Tower) bewerten
- Bestehende Ansible-Playbooks und Rollen in Tower importieren und verwalten
- Sicherheitsanforderungen für zentrale Automatisierungsplattformen umsetzen
- Fehler in Job-Runs identifizieren, analysieren und systematisch beheben
Zielgruppe & Voraussetzungen
Die Weiterbildung richtet sich an IT-Fachleute, die bereits mit Ansible vertraut sind und ihre Automatisierungsinfrastruktur auf eine skalierbare, teamfähige Plattform migrieren möchten.
- Systemadministratoren, die Ansible produktiv einsetzen und Teams daran beteiligen möchten
- DevOps Engineers, die ihre CI/CD-Pipelines um zentrale Ansible-Automation erweitern wollen
- Cloud-Administratoren, die Multi-Cloud-Umgebungen über Tower verwalten möchten
- IT-Automation Specialists, die Unternehmensanforderungen an Governance und Auditierbarkeit erfüllen müssen
- Alle, die Ansible AWX als kostenfreie Open-Source-Alternative zu Tower evaluieren und einsetzen wollen
Grundlegende Kenntnisse in Ansible (Playbooks, Inventare, Module) werden vorausgesetzt, da der Kurs auf diesen Grundlagen aufbaut und nicht noch einmal von vorne beginnt. Erfahrungen in der Linux-Systemadministration und ein Verständnis von Netzwerk- und Serverinfrastrukturen sind ebenfalls hilfreich. Vor Kursbeginn findet ein individuelles Beratungsgespräch statt, in dem der Wissenstand eingeschätzt und ein Lernplan erstellt wird.
Ablauf & Abschluss
Der Kurs wird im Combined Learning durchgeführt, also als Kombination aus Präsenztagen und Online-Phasen. Praktische Lab-Einheiten machen einen erheblichen Teil des Unterrichts aus, da Ansible Tower ein Werkzeug ist, das man am besten durch eigenes Ausprobieren erlernt. Theoriephasen wechseln mit angeleiteten Übungen in realen oder virtuellen Tower-Umgebungen ab. Sowohl Vollzeit- als auch Teilzeitvarianten sind verfügbar.
Die Weiterbildung ist auf einen Zeitraum von mehr als einem bis drei Monaten ausgelegt, abhängig von Lernmodell und Vorkenntnissen. Teilzeitvarianten verlängern die Laufzeit entsprechend. Die genaue Planung und Terminierung erfolgt im Beratungsgespräch vor Kursbeginn.
Teilnehmende erhalten nach erfolgreichem Abschluss ein Lehrgangszertifikat sowie – je nach Anbieter – ein anerkanntes Herstellerzertifikat. Bei AZAV-zertifizierten Trägern ist das Programm förderbar. Da Red Hat / Ansible eigene Zertifizierungspfade anbietet (z. B. Red Hat Certified Specialist in Ansible Automation), empfiehlt sich eine Abstimmung im Beratungsgespräch, welche Prüfung am besten zum eigenen Karriereziel passt.
Nutzen & Perspektiven
Ansible Tower und AWX sind in vielen Unternehmen die zentrale Plattform für Infrastructure as Code und IT-Automatisierung. Wer diese Werkzeuge beherrscht, ist in der Lage, Hunderte von Servern konsistent zu konfigurieren, Deployments zu standardisieren und manuelle Fehlerquellen zu eliminieren. Die Nachfrage nach Fachleuten, die Ansible Tower produktiv betreiben können, ist auf dem deutschen IT-Arbeitsmarkt konstant hoch – insbesondere in Branchen mit regulatorischen Anforderungen an Auditierbarkeit und Nachvollziehbarkeit von IT-Änderungen. Durch die praxisnahe Ausbildung verlassen Teilnehmende den Kurs mit konkreten, direkt anwendbaren Fähigkeiten. Sie können nicht nur einzelne Playbooks schreiben, sondern eine vollständige Automatisierungsinfrastruktur aufbauen, Berechtigungen strukturieren, Workflows modellieren und den Betrieb überwachen. Dieses Gesamtbild macht Absolventen zu gesuchten Experten in DevOps-Teams und IT-Betriebsabteilungen. Bei AZAV-zertifizierten Trägern ist das Programm über einen Bildungsgutschein der Agentur für Arbeit oder des Jobcenters förderbar. Alternativ kommen das Qualifizierungschancengesetz, Leistungen der Deutschen Rentenversicherung oder die Berufsförderung der Bundeswehr in Betracht.
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Was ist der Unterschied zwischen Ansible Tower und Ansible AWX?
Ansible AWX ist die Open-Source-Community-Version, die kostenlos verfügbar ist. Ansible Tower ist die kommerzielle Enterprise-Version von Red Hat, die zusätzlichen Support, Sicherheits-Patches und eine garantierte Updatestabilität bietet. Funktional sind beide sehr ähnlich, aber Tower eignet sich besser für produktionskritische Unternehmensumgebungen.
Welche Vorkenntnisse brauche ich für diesen Kurs?
Sie sollten bereits grundlegende Ansible-Kenntnisse mitbringen, also wissen, wie Playbooks, Inventare und Module funktionieren. Linux-Systemadministration und Netzwerkgrundkenntnisse sind ebenfalls hilfreich. Der Kurs beginnt mit Tower-Grundlagen, setzt aber Ansible-Basis-Wissen voraus.
Kann ich Ansible Tower auch ohne Red Hat Enterprise Linux betreiben?
Ansible Tower ist offiziell für Red Hat Enterprise Linux und CentOS unterstützt. AWX kann auf verschiedenen Linux-Distributionen betrieben werden. Für den Kurs werden entsprechende Lab-Umgebungen bereitgestellt, sodass Sie sich auf die Inhalte konzentrieren können.
Ist die Weiterbildung über einen Bildungsgutschein förderbar?
Bei AZAV-zertifizierten Trägern ist eine Förderung über Bildungsgutschein möglich. Je nach persönlicher Situation kommen auch das Qualifizierungschancengesetz, Leistungen der Deutschen Rentenversicherung oder Berufsförderungsmaßnahmen in Frage. Im Beratungsgespräch wird die passende Förderoption ermittelt.
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Arbeitsmarkt-Report
IT-Berufe sind seit fünf Jahren der größte Fachkräfteengpass am deutschen Arbeitsmarkt. Der Bestand offener IT-Stellen ist 2024 auf einen Rekordstand gestiegen; AI- und Cloud-Skills werden in den nächsten Jahren weiter überdurchschnittlich nachgefragt.
Zielberufe & offene Stellen
Berufe, in denen Absolvent:innen dieses Kurses typischerweise arbeiten — mit bundesweit offenen Stellen der letzten 12 Monate.
- Systemadministrator16.136 Stellen
- DevOps Engineer4.903 Stellen
- Fachassistent/Fachassistentin Digitalisierung und IT-Prozesse3.144 Stellen
- IT-Manager/IT-Managerin151 Stellen
- Assistent/Assistentin für Informatik (allgemeine Informatik)74 Stellen
- IT-Management (grundständig)30 Stellen