Überblick
Die meisten Unternehmen ab einer gewissen Größe betreiben ihre IT-Dienste nicht auf einer einzigen Cloud-Plattform. Multi-Cloud-Kompetenz auf Microsoft Azure und Amazon Web Services ist deshalb kein Spezialistenwissen mehr, sondern zunehmend Grundvoraussetzung für moderne Cloud-Rollen. Diese Weiterbildung vermittelt das Wissen und die Praxis, um auf beiden Hyperscaler-Plattformen professionell zu arbeiten – und legt mit CompTIA Network+ zunächst das solide Netzwerk-Fundament, auf dem jede Cloud-Architektur aufbaut. Das Programm bereitet auf drei anerkannte Zertifizierungen vor: CompTIA Network+, Microsoft Azure Administrator Associate (AZ-104) und AWS Solutions Architect Associate.
Kursinhalte & Lernziele
Das Programm beginnt mit dem Netzwerkmodul auf Basis von CompTIA Network+. Dieser Block bildet die Infrastrukturbasis für alles, was auf den Cloud-Plattformen folgt. Ohne Verständnis von IP-Adressen, Routing und Sicherheitszonen ist Cloud-Netzwerkplanung nicht möglich.
- Netzwerktopologien und -architekturen: LAN, WAN, MAN, WLAN, SD-WAN
- IPv4 und IPv6: Adressierung, Subnetting, CIDR-Notation, NAT
- Netzwerkprotokolle: DNS, DHCP, HTTP/S, FTP, SSH, SNMP, NTP
- Routing und Switching: statisches Routing, dynamische Protokolle, VLANs, Spanning Tree
- Netzwerksicherheit: Firewalls, IDS/IPS, VPNs, Zero-Trust-Konzept
- Netzwerkdiagnose: ping, traceroute, nslookup, Grundlagen der Paketanalyse
- Cloud-Netzwerke als Erweiterung des physischen Netzwerks verstehen
Im zweiten Block steht die Microsoft Azure Administration im Mittelpunkt, mit Vorbereitung auf die AZ-104-Prüfung. Azure ist in europäischen Unternehmensumgebungen die dominierende Cloud-Plattform; dieses Modul vermittelt alle Kernkompetenzen für die Rolle des Azure-Administrators.
- Azure-Architektur: Regionen, Verfügbarkeitszonen, Ressourcengruppen, Subscriptions, Management Groups
- Azure Virtual Machines: Größenauswahl, Availability Sets, Scale Sets, VM-Images
- Azure Networking: Virtual Networks, Subnets, Network Security Groups, Azure Load Balancer, Application Gateway, VPN Gateway
- Azure Storage: Blob-, File-, Queue- und Table-Storage; Redundanzmodelle (LRS, ZRS, GRS)
- Azure Identität und Zugriff: Azure Active Directory (Entra ID), Benutzer und Gruppen, RBAC-Rollenzuweisung, Multi-Factor Authentication, Conditional Access
- Governance: Azure Policy, Cost Management und Billing, Tags und Ressourcen-Hierarchie
- Azure Monitor, Log Analytics und Alerting
Der dritte Block behandelt AWS-Architektur mit Vorbereitung auf den Solutions Architect Associate. Amazon Web Services deckt ein breites Spektrum globaler Cloud-Workloads ab; das Modul orientiert sich am Well-Architected Framework und den Prüfungsinhalten des SAA-C03.
- AWS-Architekturprinzipien: Well-Architected Framework (Operational Excellence, Security, Reliability, Performance Efficiency, Cost Optimization, Sustainability)
- Compute: EC2 (Instance Types, Purchasing Options), Auto Scaling, Elastic Load Balancing, Lambda
- Networking: VPC, Subnets, Route Tables, Internet Gateway, NAT Gateway, Security Groups, NACLs, VPC Peering, Transit Gateway, Direct Connect, Route 53
- Storage: S3 (Storage Classes, Lifecycle Policies, Versioning, Encryption), EBS, EFS, Glacier
- Datenbanken: RDS (Multi-AZ, Read Replicas), Aurora, DynamoDB, ElastiCache
- Sicherheit: IAM (Users, Roles, Policies, STS), KMS, CloudTrail, GuardDuty, AWS Shield
- Infrastruktur als Code: CloudFormation-Grundlagen
Der Praxisblock verknüpft beide Plattformen in Multi-Cloud-Szenarien und schließt mit Labs und einer Abschlusspräsentation.
- Hybride Konnektivität: Azure VPN Gateway, ExpressRoute und AWS Direct Connect im Vergleich
- Workload-Analyse: Kriterien für die Plattformwahl in Multi-Cloud-Umgebungen
- Migration von On-Premises-Workloads: Bewertung und Phasenplanung
- Kostenoptimierung auf beiden Plattformen: Reserved Instances, Savings Plans, Azure Reservations
- Datenschutz und Compliance in DACH: DSGVO-Anforderungen an AWS- und Azure-Deployments
- Backup- und Disaster-Recovery-Architekturen im Multi-Cloud-Kontext
- Sicherheits-Baseline für Multi-Cloud: Identity Federation, Cloud Security Posture Management
- Lab: Aufbau einer einfachen Multi-Cloud-Netzwerkarchitektur
- Lab: Deployment einer Beispielanwendung auf AWS
- Lab: Konfiguration von Azure-Ressourcen und Monitoring-Alerts
- Lab: Kostenvergleich identischer Workloads auf beiden Plattformen
- Abschlusspräsentation einer Multi-Cloud-Architekturentscheidung mit Begründung
Lernziele:
- Netzwerkgrundlagen (Topologien, Protokolle, Routing, Switching) sicher beherrschen und Netzwerkinfrastrukturen planen
- Netzwerksicherheitskonzepte und Troubleshooting-Methoden strukturiert anwenden
- Die CompTIA-Network+-Prüfung inhaltlich fundiert vorbereiten
- Microsoft Azure-Kernservices (Virtual Machines, Storage, Networking, Identity) konfigurieren und verwalten
- Azure Active Directory (Entra ID), RBAC und Identitätsmanagement in der Azure-Umgebung einrichten
- Kosten in Azure überwachen, optimieren und Governance-Richtlinien durchsetzen
- Die AZ-104-Prüfung (Microsoft Azure Administrator Associate) vorbereiten
- AWS-Kernservices (EC2, S3, VPC, RDS, IAM, Route 53, CloudFormation) konzipieren und implementieren
- Hochverfügbare und skalierbare Architekturen auf AWS nach Well-Architected-Framework entwerfen
- AWS-Sicherheitsmodell, Shared Responsibility und IAM-Policies korrekt anwenden
- Die AWS-Prüfung Solutions Architect Associate (SAA-C03) vorbereiten
- Multi-Cloud-Szenarien bewerten: Workload-Platzierung, Migration und Hybrid-Connectivity
Zielgruppe & Voraussetzungen
Diese Weiterbildung richtet sich an IT-Fachkräfte mit Grundkenntnissen in Netzwerk- oder Systemadministration, die sich auf Cloud-Infrastruktur spezialisieren möchten. Typische Eingangsprofile sind die folgenden.
- Systemadministratorinnen und -administratoren, die von On-Premises in die Cloud wechseln wollen
- Netzwerkspezialisten, die ihre Kenntnisse in Cloud-Networking überführen möchten
- IT-Fachkräfte, die bisher nur eine Cloud-Plattform kennen und Multi-Cloud-Kompetenz aufbauen wollen
- Berufseinsteiger mit soliden IT-Grundlagen, die einen direkten Weg in Cloud-Rollen suchen
- Techniker und Systemintegratoren, die Kundenprojekte auf AWS oder Azure betreuen
Gute PC-Kenntnisse und Deutschkenntnisse in Wort und Schrift werden vorausgesetzt. Da das Programm mit dem Netzwerkmodul startet, sind Vorkenntnisse in Netzwerkgrundlagen nützlich, aber nicht zwingend – das Netzwerkmodul legt dieses Fundament mit auf. Erfahrung in der Systemadministration erleichtert den Einstieg in die Cloud-Module erheblich.
Ablauf & Abschluss
Das Programm wird in Vollzeit im Combined-Learning-Format durchgeführt: begleitete Unterrichtszeiten mit Expertinput und strukturierten Gruppenarbeiten wechseln sich mit Hands-on-Labs und Selbststudiumphasen ab. Labs erfolgen in echten Cloud-Konsolen (AWS-Sandbox-Accounts, Azure-Umgebungen), sodass alle Übungen unmittelbar produktionsnahe Erfahrungen erzeugen und das Gelernte direkt angewendet werden kann.
Die Weiterbildung dauert mehr als drei bis zu sechs Monate in Vollzeit – ein erheblicher Zeitrahmen, der dem Umfang der drei Zertifizierungspfade gerecht wird. Combined Learning verbindet strukturierte Unterrichtsphasen mit begleitetem Selbststudium für die Prüfungsvorbereitung. Wer alle drei Prüfungen ablegen möchte, sollte die Prüfungstermine frühzeitig einplanen und zusätzliche Übungszeit außerhalb der Kursstunden einkalkulieren.
Das Programm bereitet auf drei Zertifizierungsprüfungen vor: CompTIA Network+ (CompTIA), Microsoft Azure Administrator Associate AZ-104 (Microsoft) und AWS Solutions Architect Associate SAA-C03 (Amazon Web Services). Alle drei werden durch akkreditierte Testcenter der jeweiligen Anbieter administriert und sind international anerkannt. Ergänzend erhalten Teilnehmende ein trägerinternes Programm-Zertifikat über die abgeschlossene Weiterbildung.
Nutzen & Perspektiven
Multi-Cloud-Kompetenz ist auf dem deutschen IT-Arbeitsmarkt ein zuverlässiges Alleinstellungsmerkmal. Wer nachweislich sowohl Azure als auch AWS versteht und dazu noch Netzwerk-Grundlagen mit CompTIA Network+ belegt hat, ist für Unternehmen deutlich vielseitiger einsetzbar als Spezialisten, die nur eine Plattform beherrschen. Die Kombination aus drei anerkannten Herstellerzertifikaten in einer Weiterbildung ist hinsichtlich Aufwand und Kosten effizienter als drei separate Kursbuchungen. Für Organisationen, die Hybrid-Cloud-Umgebungen betreiben – also On-Premises-Infrastruktur mit Azure- und AWS-Diensten kombinieren –, sind Fachkräfte mit diesem Profil schwer zu finden und entsprechend gefragt. Die erworbenen Kenntnisse decken die gesamte Bandbreite von Netzwerkplanung über Identitätsmanagement bis zu Architekturentscheidungen ab. Langfristig öffnet das Profil Türen zu Rollen wie Cloud Architect, Multi-Cloud Engineer oder Senior Cloud Consultant – Positionen, die regelmäßig zu den bestbezahlten in der deutschen IT-Branche zählen. Wer nach Abschluss weitere Zertifizierungsstufen anstrebt (z. B. AZ-305 Azure Solutions Architect Expert oder AWS Certified Solutions Architect Professional), baut auf einem soliden, praxisnahen Fundament auf.
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Auf welche Zertifizierungen bereitet der Kurs vor?
Der Kurs bereitet auf drei Zertifizierungsprüfungen vor: CompTIA Network+, Microsoft Azure Administrator Associate (Prüfung AZ-104) und AWS Solutions Architect Associate (Prüfung SAA-C03). Alle drei werden durch akkreditierte Testcenter der jeweiligen Anbieter abgenommen und sind international anerkannt.
Warum beginnt der Kurs mit einem Netzwerkmodul und nicht direkt mit Cloud?
Cloud-Infrastruktur ist im Kern verteilte Netzwerktechnik. Virtual Private Clouds, Subnetze, Routing-Tabellen, Security Groups und Load Balancer sind ohne Netzwerkverständnis schwer zu durchdringen. Das CompTIA-Network+-Modul legt dieses Fundament bewusst zuerst, damit alle folgenden Cloud-Inhalte auf einem stabilen konzeptionellen Boden aufbauen.
Ist der Kurs für Teilnehmende geeignet, die bereits eine der Cloud-Plattformen kennen?
Ja. Wer bereits Azure oder AWS kennt, profitiert trotzdem vom Programm, da die andere Plattform plus das Netzwerkmodul als eigenständige Qualifikationsblöcke wertvolle Lücken schließen. Die integrierte Betrachtung beider Plattformen in Multi-Cloud-Szenarien ist auch für Erfahrene ein genuiner Mehrwert.
Wie lange dauert die Weiterbildung?
Das Programm dauert mehr als drei bis zu sechs Monate in Vollzeit. Da drei anspruchsvolle Zertifizierungspfade abgedeckt werden, ist die Weiterbildung intensiv. Combined Learning bedeutet strukturierter Unterricht plus eigenverantwortliche Übungs- und Selbststudiumphasen.
Für welche Berufsrollen qualifiziert der Abschluss?
Mit allen drei Zertifikaten sind Absolventinnen und Absolventen für Rollen wie Cloud-Spezialist, Azure Administrator, AWS Solutions Architect, Cloud Network Engineer oder Multi-Cloud Engineer qualifiziert. Das Profil ist besonders für Organisationen attraktiv, die hybride oder Multi-Cloud-Umgebungen betreiben.
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