Überblick
Wer heute Cloud- und DevOps-Infrastruktur betreibt, braucht ein breites Werkzeugset: ein Verständnis für Netzwerke und Linux-Systeme, Routine mit Cloud-Diensten auf AWS, Erfahrung mit Container-Orchestrierung und Infrastructure-as-Code sowie grundlegende Kenntnisse in Monitoring und Log-Management. Diese Weiterbildung vermittelt all das in vier aufeinander aufbauenden Abschnitten — von den absoluten IT-Grundlagen bis zu AWS-Zertifizierungen und Azure Fundamentals. Das Programm richtet sich an Einsteiger ohne Vorkenntnisse ebenso wie an IT-Fachleute, die sich gezielt auf Cloud- und DevOps-Rollen spezialisieren wollen. Am Ende des Programms sind Teilnehmende auf die drei integrierten Prüfungen vorbereitet: AWS Certified Cloud Practitioner, AWS Certified Solutions Architect Associate sowie Microsoft Certified Azure Fundamentals (AZ-900). Die Prüfungskosten sind im Lehrgang enthalten.
Kursinhalte & Lernziele
Abschnitt 1 — IT-Grundlagen / Information Technologies Framework Der erste Abschnitt schafft das Fundament. Ohne solides Netzwerkverständnis, Linux-Kenntnisse und algorithmisches Denken lassen sich Cloud-Konzepte nicht wirklich verstehen — sie bleiben Klickanleitungen ohne Tiefe. Dieser Block ist daher keine Pflichterfüllung, sondern aktiver Bestandteil der DevOps-Ausbildung. Python wird als Skriptsprache eingeführt, die im gesamten weiteren Programm für Automatisierungsaufgaben eingesetzt wird.
- Computergrundlagen und Computational Thinking: Binärsysteme, Hardware-Software-Interaktion
- Python: Datentypen, Kontrollstrukturen, Funktionen, Dateioperationen, einfache Skripte
- HTML/CSS als Kontext für Webapplikationen, die auf Cloud-Infrastruktur laufen
- Netzwerk: OSI-Modell, TCP/IP, DNS, HTTP/HTTPS, Subnetting, Routing-Grundlagen
- Linux Essentials: Shell-Kommandos, Dateisysteme, Benutzer und Berechtigungen, systemd
- SQL: Datenbankabfragen für Cloud-Datenbanken (RDS) verstehen
- Git und GitHub: Branching, Commits, Pull Requests als Basis für CI/CD
- SDLC und Agile: Entwicklungsprozesse und ihre Bedeutung für DevOps-Workflows
- Jira: Projektstruktur für Team-Koordination in DevOps-Projekten
Abschnitt 2 — AWS Cloud Engineer AWS ist der weltgrößte Cloud-Anbieter und Grundlage für Millionen von Produktionssystemen. Dieser Abschnitt führt systematisch durch das AWS-Ökosystem — von Netzwerkkonfiguration (VPC, Route 53) über Compute (EC2, Lambda) bis zu Speicher (S3), Datenbanken und verteilten Systemen. Das Lernformat ist hands-on: über 40 praktische Lab-Übungen, acht eigenständige Projekte und ein Capstone-Projekt.
- Netzwerk auf AWS: VPC, Subnets, Security Groups, Route 53, CloudFront
- Compute: EC2 und Instanz-Management, ELB (Elastic Load Balancer), Auto Scaling Groups
- Speicher: S3-Buckets, Lifecycle-Policies, Zugriffsberechtigungen
- Datenbanken: RDS (relational), DynamoDB (NoSQL), Grundkonfiguration
- IAM: Users, Groups, Roles, Policies — Least-Privilege-Prinzip in der Praxis
- Serverless: Lambda-Funktionen und API Gateway
- CloudFormation: Infrastruktur als Code, Stack-Deployment und -Update
- Cloudwatch: Metriken, Alarme, Log-Gruppen für Monitoring und Debugging
- Vorbereitung auf AWS Certified Cloud Practitioner (Foundational)
- Vorbereitung auf AWS Certified Solutions Architect Associate
Abschnitt 3 — DevOps Engineer Dieser Abschnitt deckt den Kernbereich moderner DevOps-Praxis ab: Automatisierung von Build-, Test- und Deployment-Prozessen mit dem vollständigen Open-Source-Werkzeugset. Die Kombination aus Container-Technologie (Docker), Orchestrierung (Kubernetes), Konfigurationsmanagement (Ansible) und Monitoring (Prometheus/Grafana/ELK) ist der Technologie-Stack, der in den meisten DevOps-Teams heute zum Standard gehört.
- Terraform: Provider, Resources, State-Management, Module — Infrastructure-as-Code plattformübergreifend
- Docker: Images bauen, Container starten, Compose-Dateien, Networking zwischen Containern
- Maven: Build-Lifecycle für Java-Projekte, Dependency-Management, Artefakt-Erzeugung
- Jenkins: Pipelines (deklarativ und scripted), Jobs, Webhook-Trigger, Blue-Green-Deployments
- Kubernetes: Pods, Deployments, Services, ConfigMaps, Secrets, Namespaces
- Helm: Chart-Erstellung und -Verwaltung, Release-Management auf Kubernetes-Clustern
- ECR/ECS: Container-Images auf AWS speichern und serverlos deployen
- Ansible: Playbooks, Inventories, Roles — Konfigurationsmanagement und Deployment-Automatisierung
- Nexus: Artefakt-Repository für Maven, Docker und npm
- Prometheus und Grafana: Metriken sammeln, Dashboards konfigurieren, Alerting
- ELK-Stack: Elasticsearch, Logstash, Kibana für zentralisiertes Log-Management
- 40+ Hands-on-Übungen, 5 Projekte, 1 Capstone-Projekt
Abschnitt 4 — Azure Fundamentals Der abschließende Block gibt einen fundierten Einstieg in Microsoft Azure, um Multi-Cloud-Szenarien zu verstehen und die AZ-900-Zertifizierung abzulegen. Teilnehmende lernen die Kerndienste von Azure kennen und können AWS- und Azure-Konzepte miteinander in Beziehung setzen.
- Azure-Kernkonzepte: Regions, Resource Groups, Subscriptions, Management Groups
- Azure Compute: Virtual Machines, App Service, Azure Functions
- Azure Storage: Blob Storage, Azure Files, Queue Storage
- Azure Networking: Virtual Networks, NSGs, Azure DNS, Load Balancer
- Azure Identity: Azure AD, RBAC, Managed Identities
- Vorbereitung auf Microsoft Certified: Azure Fundamentals (AZ-900)
Praxis-Übungen
- VPC-Konfiguration auf AWS mit Subnets, Security Groups und NAT-Gateway
- EC2-Instanz manuell und mit CloudFormation provisionieren
- S3-Bucket mit Versionierung und Lifecycle-Policy konfigurieren
- Lambda-Funktion mit API-Gateway-Trigger entwickeln und deployen
- Docker-Compose-Setup für Mehrdienst-Applikation (Web, API, Datenbank)
- Jenkins-Pipeline: Code-Checkout, Maven-Build, Docker-Image, ECR-Push, ECS-Deploy
- Kubernetes-Deployment mit Helm-Chart und Rollback-Strategie
- Ansible-Playbook für automatisches Server-Setup nach Provisioning
- Terraform-Modul für ein AWS-VPC mit EC2-Cluster
- Prometheus/Grafana-Dashboard für CPU, Memory und Request-Metriken eines Kubernetes-Services
- ELK-Stack: Log-Shipping von Anwendungscontainern nach Elasticsearch, Kibana-Visualisierung
- Capstone-Projekt AWS: vollständige Produktionsinfrastruktur auf AWS mit CI/CD-Pipeline
Lernziele:
- Linux-Grundlagen und Netzwerkkonzepte für den Cloud-Betrieb anwenden
- Python-Skripte für Automatisierungsaufgaben in DevOps-Pipelines schreiben
- AWS-Kerndienste (EC2, S3, VPC, RDS, IAM, Lambda) konfigurieren und betreiben
- Infrastructure-as-Code mit Terraform und CloudFormation umsetzen
- Container mit Docker bauen, ausführen und in Registries verwalten
- Kubernetes-Cluster verwalten, Deployments orchestrieren und Helm-Charts einsetzen
- CI/CD-Pipelines mit Jenkins und Maven aufbauen und automatisieren
- Monitoring mit Prometheus und Grafana, Logging mit dem ELK-Stack einrichten
- Artefakt-Management mit Nexus und Container-Registry mit ECR/ECS betreiben
- Ansible für Configuration Management und Deployment-Automatisierung nutzen
- Azure-Cloud-Grundlagen verstehen und die AZ-900-Prüfung ablegen
- Auf AWS Cloud Practitioner und AWS Solutions Architect Associate vorbereitet sein
Zielgruppe & Voraussetzungen
Die Weiterbildung richtet sich an eine breite IT-Zielgruppe — von Einsteigern ohne Vorkenntnisse bis zu erfahrenen Fachleuten, die sich spezialisieren wollen.
- Einsteiger mit IT-Interesse, die in Cloud- und DevOps-Rollen einsteigen wollen
- Systemadministratoren, die in die Cloud migrieren möchten
- Entwickler, die verstehen wollen, wie ihre Anwendungen deployt und betrieben werden
- IT-Fachleute aus Support, Netzwerk oder Rechenzentrum mit Interesse an Cloud-Technologien
- Berufsumsteiger mit technischem Hintergrund, die gezielt auf AWS-Zertifizierungen hinarbeiten
Formale Abschlüsse sind nicht erforderlich. Hohe Motivation, gute Deutschkenntnisse (Unterrichtssprache) und Englischkenntnisse auf A2- bis B1-Niveau werden vorausgesetzt — Cloud-Dokumentation und Prüfungsmaterialien sind auf Englisch. Vor Kursbeginn findet eine Eignungsfeststellung durch ein detailliertes Einstiegsgespräch statt.
Ablauf & Abschluss
Das Programm arbeitet mit einem stark praxisorientierten Ansatz im Combined-Learning-Format. Hands-on-Projekte dominieren: In Abschnitt 2 und 3 kommen insgesamt über 80 praktische Übungen und mehrere Einzelprojekte sowie zwei Capstone-Projekte zum Einsatz. Theorie wird direkt in Lab-Umgebungen angewendet. Prüfungsvorbereitungen auf AWS Practitioner, Solutions Architect und AZ-900 sind in den jeweiligen Abschnitten integriert; die Prüfungskosten aller drei Zertifizierungen sind im Lehrgang enthalten.
Der Kurs wird in Vollzeit absolviert. Die Gesamtdauer ist abhängig von den gebuchten Modulen — das vollständige Vier-Abschnitt-Programm erstreckt sich über mehrere Monate. Einzelne Abschnitte können auch separat gebucht werden. Genaue Laufzeiten und Starttermine sind beim Anbieter zu erfragen.
Nach Kursabschluss erhalten Teilnehmende ein trägerinternes Zertifikat. Das Programm bereitet darüber hinaus auf drei externe Prüfungen vor, deren Kosten im Lehrgang enthalten sind: AWS Certified Cloud Practitioner (Foundational), AWS Certified Solutions Architect Associate sowie Microsoft Certified: Azure Fundamentals (AZ-900). Mögliche Berufsbezeichnungen nach Abschluss sind u. a. DevOps Engineer, AWS Cloud Engineer, Cloud und DevOps Consultant sowie Cloud SRE/DevOps Engineer.
Nutzen & Perspektiven
AWS-Zertifizierungen gehören zu den begehrtesten IT-Qualifikationen weltweit — und der Fachkräftemangel in Cloud- und DevOps-Rollen ist in deutschen Unternehmen real und wächst weiter. Wer nach diesem Programm sowohl AWS Solutions Architect Associate als auch praktische DevOps-Werkzeuge beherrscht, trifft auf einen Arbeitsmarkt mit weit mehr offenen Stellen als qualifizierten Bewerbern. Das Alleinstellungsmerkmal dieses Programms gegenüber reinen Zertifizierungskursen ist die Tiefe des praktischen Teils. Über 80 Hands-on-Übungen, eigenständige Projekte und zwei Capstone-Projekte stellen sicher, dass Absolventen nicht nur Prüfungswissen pauken, sondern echte Infrastruktur aufgebaut und betrieben haben. Das ist der Unterschied zwischen einer Zertifizierung im Lebenslauf und einer nachweisbaren Handlungskompetenz im Vorstellungsgespräch. Der abschließende Azure-Block fügt eine weitere Dimension hinzu: Multi-Cloud-Kompetenz ist in Unternehmen, die hybride Cloud-Strategien fahren, ein klarer Vorteil. Wer AWS und Azure versteht und mit AZ-900 zertifiziert ist, kann branchenübergreifend eingesetzt werden und ist nicht an einen einzigen Cloud-Anbieter gebunden — was die Karriereflexibilität erheblich erhöht.
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Sind die Prüfungskosten für AWS- und Azure-Zertifizierungen im Kurs enthalten?
Ja. Die Prüfungskosten für AWS Certified Cloud Practitioner, AWS Certified Solutions Architect Associate und Microsoft Azure Fundamentals (AZ-900) sind in den Lehrgangskosten enthalten.
Muss ich vorher schon Linux oder Python kennen?
Nein. Der erste Abschnitt des Programms beginnt mit IT-Grundlagen, Linux Essentials und Python von Grund auf. Vorkenntnisse beschleunigen den Einstieg, sind aber keine Voraussetzung.
Kann ich einzelne Abschnitte separat buchen?
Ja. Die vier Abschnitte sind modular aufgebaut und können je nach Bedarf einzeln oder kombiniert gebucht werden. Wer bereits AWS-Grundlagen beherrscht, kann z. B. direkt mit dem DevOps-Engineer-Abschnitt einsteigen.
Wie viele praktische Projekte sind enthalten?
Im AWS-Abschnitt sind 40+ Hands-on-Übungen, 8 Projekte und ein Capstone-Projekt enthalten. Im DevOps-Abschnitt kommen weitere 40+ Übungen, 5 Projekte und ein zweites Capstone-Projekt hinzu.
Ist dieser Kurs förderfähig?
Bei AZAV-zertifizierten Anbietern ist die Maßnahme grundsätzlich bildungsgutscheinfähig. Ob ein Bildungsgutschein ausgestellt wird, hängt von der individuellen Situation ab. Eine Beratung bei der Agentur für Arbeit oder dem Jobcenter klärt die Voraussetzungen.
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