Überblick
Amazon Web Services ist die weltweit meistgenutzte Cloud-Infrastruktur – und wer heute in IT, Softwareentwicklung oder Systemadministration tätig ist, begegnet AWS-Diensten beinahe zwangsläufig. Dieser Einsteigerkurs vermittelt das handwerkliche Fundament: Wie richtet man ein AWS-Konto sauber ein? Wie startet man eine virtuelle Maschine? Wie speichert man Dateien in S3? Und wie verbindet man diese Bausteine zu einer lauffähigen Webanwendung? Statt abstrakter Architekturdiagramme steht die direkte Arbeit in der AWS-Console im Vordergrund – Schritt für Schritt, bis eine fertige Umgebung steht.
Kursinhalte & Lernziele
AWS-Kontoverwaltung und Grundarchitektur Der Einstieg in AWS beginnt mit der Einrichtung einer sicheren Arbeitsumgebung. Wer ein Konto nicht richtig absichert, riskiert unerwartete Kosten und Sicherheitslücken. Dieses Modul legt das nötige Fundament.
- AWS-Konto erstellen und Root-User absichern (MFA, komplexes Passwort)
- Grundlegende Regionen und Availability Zones verstehen
- AWS-Pricing-Modell und Free Tier: was kostenlos ist, was nicht
- IAM: erste Nutzer und Rollen anlegen, Policy-Prinzipien kennenlernen
- Billing Alerts einrichten, um unerwartete Kosten frühzeitig zu erkennen
- Navigation der AWS-Console und Überblick über die Servicelandschaft
Amazon EC2 – Virtuelle Maschinen in der Cloud EC2 ist das Rückgrat vieler AWS-Deployments. In diesem Modul starten die Teilnehmer selbst Instanzen, verbinden sich mit ihnen und lernen die wichtigsten Konfigurationsoptionen kennen.
- Instanztypen und deren Einsatzgebiete (General Purpose, Compute Optimized etc.)
- Amazon Machine Images (AMIs): vorgefertigte Abbilder auswählen
- Security Groups: eingehende und ausgehende Regeln definieren
- Key Pairs: SSH-Zugang zur Instanz einrichten
- Elastic IPs: feste öffentliche Adressen zuweisen
- Instanzen starten, stoppen und terminieren; Status-Checks interpretieren
Amazon S3 – Objekt-Storage und Dateiverwaltung S3 ist der universelle Speicher in AWS. Ob Dateien, Backups, statische Webseiten oder Anwendungsdaten – S3 ist in fast jedem AWS-Deployment involviert.
- Buckets anlegen und korrekte Region wählen
- Objekte hochladen, verwalten und löschen
- Bucket Policies und ACLs: öffentlichen und eingeschränkten Zugriff steuern
- Versionierung aktivieren und Lifecycle-Regeln konfigurieren
- S3 als statische Website hosten
- Zusammenspiel von S3 mit EC2 und anderen Diensten
Amazon RDS und Webanwendungs-Deployment Die Kombination aus EC2 (Applikationsschicht) und RDS (Datenbankschicht) ist ein klassisches Muster für drei-schichtige Webanwendungen. Dieses Modul führt das alles zusammen.
- RDS-Instanz für MySQL oder PostgreSQL einrichten
- VPC und Subnets: Netzwerksegmentierung verstehen
- Verbindung zwischen EC2 und RDS konfigurieren
- Webanwendung auf der EC2-Instanz installieren und starten
- Erste Funktionen der Webanwendung in Betrieb nehmen und testen
- Ressourcen sauber terminieren und Kostenentwicklung überprüfen
Praxis-Workshop: Vollständiges AWS-Deployment Im abschließenden Praxisblock bauen die Teilnehmer eigenständig eine vollständige AWS-Umgebung auf –
- AWS-Konto einrichten und MFA aktivieren
- IAM-Benutzer mit eingeschränkten Rechten anlegen
- EC2-Instanz mit einem Linux-AMI starten
- Security Group für HTTP, HTTPS und SSH öffnen
- S3-Bucket anlegen und Test-Dateien hochladen
- RDS-Datenbankinstanz provisionieren und Verbindung testen
- Webanwendung auf EC2 installieren und mit RDS verbinden
- Funktionstest der Anwendung über die öffentliche IP-Adresse
- Billing-Dashboard überprüfen und Free-Tier-Nutzung auswerten
- Alle nicht mehr benötigten Ressourcen terminieren
- Abschluss-Reflexion: Was würde man in einer Produktionsumgebung anders machen?
- Peer-Review: Gegenseitiges Prüfen der aufgebauten Umgebungen
Der Praxis-Workshop sorgt dafür, dass die Teilnehmer die AWS-Console nach dem Kurs nicht zum ersten Mal alleine öffnen, sondern bereits eine vollständige Deployment-Erfahrung mitbringen. Am Ende des Workshops haben alle Teilnehmer einmal eigenständig eine Cloud-Umgebung von null aufgebaut und in Betrieb genommen – das ist der entscheidende Erfahrungsunterschied gegenüber reinem Theorieunterricht.
Lernziele:
Nach dem Kurs sind die Teilnehmer in der Lage –
- Ein AWS-Konto zu erstellen und grundlegende Sicherheitseinstellungen (MFA, Root-Schutz) zu konfigurieren
- Die AWS-Management-Console sicher zu navigieren und die wichtigsten Servicekategorien zu benennen
- Eine EC2-Instanz mit passender Instanzgröße und Betriebssystem zu starten
- Security Groups als virtuelle Firewall zu konfigurieren
- Einen S3-Bucket für statische Dateien oder Backups anzulegen und Zugriffsrechte zu steuern
- Eine relationale Datenbank mit Amazon RDS zu provisionieren
- Eine Webanwendung in der AWS-Umgebung zu installieren und in Betrieb zu nehmen
- Die Grundprinzipien von IAM (Identity and Access Management) anzuwenden
- Grundlegende AWS-Kosten zu verstehen und die Free-Tier-Grenzen einzuhalten
- Den Unterschied zwischen IaaS, PaaS und SaaS an AWS-Beispielen zu erläutern
- Ressourcen sauber zu terminieren, um unbeabsichtigte Kosten zu vermeiden
- Erste Schritte in typischen IT-Rollen (Admin, Developer, Solutions Architect) zu verorten
Zielgruppe & Voraussetzungen
Der Kurs richtet sich an IT-Einsteiger und Fachkräfte aus verwandten Bereichen, die Cloud-Grundlagen für den Berufsalltag benötigen.
- Systemadministratoren, die ihre Kenntnisse in Richtung Cloud-Infrastruktur erweitern
- Softwareentwickler, die Anwendungen auf AWS deployen wollen
- IT-Studierende und Quereinsteiger mit technischem Interesse
- Projektleiter, die AWS-Projekte besser verstehen und kommunizieren wollen
- Techniker aus Operations-Teams, die in Cloud-Themen eingeführt werden sollen
Grundlegende IT-Kenntnisse – insbesondere der Umgang mit Kommandozeile (SSH, Linux-Grundbefehle) und ein Verständnis von Netzwerkkonzepten wie IP-Adressen, Ports und HTTP – sind hilfreich, aber nicht zwingend erforderlich. Das Beratungsgespräch vor Kursbeginn klärt den individuellen Lernstand und erstellt einen passgenauen Lernplan.
Ablauf & Abschluss
Die Lerneinheiten folgen einem klaren Muster: Konzept erklären, direkt in der AWS-Console umsetzen, Ergebnis prüfen. Nichts wird nur auf Folien gezeigt; jeder Teilnehmer arbeitet in seiner eigenen AWS-Umgebung. Das Combined-Learning-Format verbindet Live-Unterricht mit betreuten Eigenarbeitsphasen. Vollzeit und Teilzeit sind möglich, je nach Anbieter.
Typischerweise dauert der Kurs bis zu drei Tage, in manchen Angeboten auch bis zu einem Monat, wenn eine tiefere Begleitung gewünscht wird. Die Kurzversion ist ideal für einen kompakten Einstieg; die längere Variante erlaubt mehr Praxiszeit und die Vorbereitung auf weiterführende AWS-Zertifizierungen.
Nach erfolgreichem Abschluss stellt der Anbieter ein Lehrgangszertifikat sowie ein internationales Herstellerzertifikat aus. Für weiterführende offizielle AWS-Zertifizierungen wie AWS Certified Cloud Practitioner oder AWS Solutions Architect Associate bietet dieser Kurs eine solide Grundlage, ersetzt die jeweiligen Zertifizierungsprüfungen jedoch nicht.
Nutzen & Perspektiven
Cloud-Kompetenz ist in der modernen IT keine Nischenqualifikation mehr, sondern eine Grunderwartung. Arbeitgeber setzen in Stellenausschreibungen für IT-Rollen zunehmend voraus, dass Bewerber zumindest die Grundprinzipien von AWS oder vergleichbaren Cloud-Anbietern kennen. Dieser Kurs liefert genau dieses Fundament: schnell anwendbar, direkt praxisbezogen. Wer die AWS-Grundlagen beherrscht, kann unmittelbar in Projekten mitarbeiten, die auf Cloud-Infrastruktur setzen – sei es beim Setup neuer Umgebungen, bei Deployments oder bei der Analyse bestehender Architekturen. Das verkürzt die Einarbeitungszeit in neue Teams und macht Kandidaten für eine breitere Palette von IT-Stellen qualifiziert. Darüber hinaus bildet der Kurs die Brücke zu offiziellen AWS-Zertifizierungen. Wer nach dem Fundamentals-Kurs weiterstudieren möchte, ist für die AWS Certified Cloud Practitioner-Prüfung deutlich besser gerüstet. Die Investition in diesen Einstiegskurs zahlt sich also nicht nur kurzfristig, sondern auch als Basis für einen strukturierten Cloud-Karriereweg aus.
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Brauche ich für den Kurs ein eigenes AWS-Konto?
Das hängt vom Anbieter ab. Viele stellen Schulungsumgebungen bereit. Wer ein eigenes Konto anlegen möchte, kann das AWS Free Tier nutzen, das die meisten Übungsressourcen kostenlos bereitstellt. Wichtig ist in jedem Fall, die Ressourcen nach dem Kurs zu terminieren, um keine unerwarteten Kosten zu erzeugen.
Bereitet der Kurs auf eine AWS-Zertifizierungsprüfung vor?
Der Kurs legt ein solides Fundament für weiterführende AWS-Zertifizierungen wie AWS Certified Cloud Practitioner oder AWS Solutions Architect Associate. Er ist jedoch kein dedizierter Prüfungsvorbereitungskurs. Für die Zertifizierungsprüfungen sollten zusätzliche Lernmaterialien von AWS Training und Certification genutzt werden.
Welche Betriebssysteme kommen auf den EC2-Instanzen zum Einsatz?
In der Regel werden Linux-Instanzen (Amazon Linux 2 oder Ubuntu) verwendet, da diese im Free Tier verfügbar sind und die meisten Deployment-Szenarien abdecken. Windows-Instanzen können je nach Anbieter ebenfalls behandelt werden.
Ist der Kurs auch für komplette IT-Einsteiger geeignet?
Der Kurs ist für Einsteiger in die Cloud-Welt konzipiert, setzt aber minimale IT-Grundkenntnisse voraus. Wer noch nie mit einer Kommandozeile gearbeitet hat, sollte zuerst einen Grundlagenkurs in Linux oder Netzwerke absolvieren. Das Beratungsgespräch vor Kursbeginn gibt Klarheit.
Kann ich den Kurs auch in Teilzeit belegen?
Ja. Das Combined-Learning-Format erlaubt flexible Zeitplanung. Manche Anbieter strecken den Kurs über mehrere Wochen in Teilzeit, sodass er berufsbegleitend absolviert werden kann. Details zu Terminen sollten direkt beim Anbieter erfragt werden.
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