Überblick
Der Kurs AZ-1007 Deploy and Administer Linux Virtual Machines on Azure richtet sich an IT-Fachkräfte, die Linux-basierte virtuelle Maschinen auf der Microsoft Azure-Plattform einrichten, administrieren und überwachen möchten. Linux ist auf Azure eine der meistgenutzten Betriebssystemplattformen und nimmt in Cloud-Architekturen eine zentrale Rolle ein. Dieser Kurs vermittelt das nötige Know-how, um Linux-VMs professionell bereitzustellen, Sicherheitsrichtlinien korrekt anzuwenden, Netzwerkverbindungen einzurichten und Automatisierungslösungen zu implementieren. Er deckt den gesamten Lebenszyklus einer Linux-VM in Azure ab — von der initialen Bereitstellung bis zur laufenden Optimierung im Produktionsbetrieb.
Kursinhalte & Lernziele
Das erste Modul legt die Grundlagen für die Arbeit mit Linux auf Azure. Teilnehmerinnen und Teilnehmer verstehen, wie Azure virtuelle Maschinen intern implementiert, welche Linux-Distributionen unterstützt werden und wie die Bereitstellung von Linux-VMs grundsätzlich funktioniert. Die Inhalte umfassen folgende Bereiche.
- Unterstützte Linux-Distributionen auf Azure wie Ubuntu, Red Hat, CentOS, SUSE und weitere
- Azure-VM-Typen und die Auswahl geeigneter VM-SKUs für verschiedene Workloads
- Bereitstellung von Linux-VMs über das Azure-Portal, die CLI und ARM-Templates
- Azure-VM-Extensions für Linux mit Custom Script Extension und weiteren Erweiterungen
- VM-Images aus dem Azure Marketplace und benutzerdefinierte Images mit Packer
- Managed Disks mit Typen, Größen und Verschlüsselung für Linux-VMs
Das zweite Modul widmet sich der Netzwerkkonfiguration für Linux-VMs. Die Schwerpunkte des Moduls liegen auf folgenden Themen.
- Azure Virtual Network mit Subnetzen, Routingtabellen und Peering-Verbindungen
- Netzwerksicherheitsgruppen mit Regeln für eingehenden und ausgehenden Datenverkehr
- Azure Load Balancer und Application Gateway für Linux-basierte Dienste
- Azure Bastion als sicherer SSH-Zugriffsweg ohne öffentliche IP-Adresse
- DNS-Konfiguration für Linux-VMs mit Private DNS Zones und öffentlichen DNS-Einträgen
- Network Watcher und Connection Troubleshoot für Diagnosen
Das dritte Modul behandelt Sicherheit und Identitätsverwaltung für Linux-VMs. Die Inhalte dieses Moduls decken folgende Aspekte ab.
- Managed Identity für Linux-VMs mit system-assigned und user-assigned Identitäten
- Azure Key Vault für Zertifikatsverwaltung und Secrets bei Linux-Anwendungen
- Microsoft Defender for Cloud mit Sicherheitsempfehlungen für Linux-VMs
- Just-in-Time VM Access für zeitlich begrenzte SSH-Zugriffe ohne dauerhaft offene Ports
- Azure Disk Encryption für Linux mit dm-crypt und Key Vault
- Linux-spezifische Härtungsmaßnahmen nach Unternehmensrichtlinien
Das vierte Modul behandelt Monitoring, Automatisierung und Betrieb. Die Inhalte dieses Moduls erstrecken sich über folgende Themenbereiche.
- Azure Monitor mit Metriken, Protokollen und Warnungsregeln für Linux-VMs
- Log Analytics Workspace mit Konfiguration und Abfragen mit Kusto Query Language
- Azure Automation mit Runbooks für wiederkehrende Linux-Administrationsaufgaben
- Azure Update Manager für zentrales Patch-Management von Linux-VMs
- Virtual Machine Scale Sets für horizontale Skalierung von Linux-Workloads
- Azure Backup für Linux-VMs mit Recovery Services Vault und Wiederherstellungsszenarien
Im Praxismodul administrieren Teilnehmerinnen und Teilnehmer Linux-VMs in Azure real. Die hands-on Laborübungen beinhalten folgende Aufgaben.
- Bereitstellen einer Ubuntu-VM und einer Red-Hat-VM über Azure-Portal und CLI
- Konfigurieren einer Netzwerksicherheitsgruppe mit minimalem SSH-Zugang über Azure Bastion
- Einrichten eines Log Analytics Workspace und Aktivieren des Azure Monitor Agent
- Erstellen eines KQL-Dashboards für CPU, Arbeitsspeicher und Netzwerkmetriken
- Schreiben und Testen eines Bash-Skripts für automatisiertes Paketzertifikat-Management
- Aktivieren und Testen von Just-in-Time VM Access
- Konfigurieren von Azure Backup und Durchführen einer Testwiederherstellung
- Aufbau einer Virtual Machine Scale Set und Test des Auto-Scale-Verhaltens
- Deployment einer VM mit Managed Identity und Zugriff auf Key-Vault-Secrets
- Implementieren von Azure Policy für eine einheitliche Linux-Konfiguration
- Analyse eines Sicherheitsberichts in Microsoft Defender for Cloud und Behebung von Befunden
- Skript-Automatisierung mit Azure Automation Runbook für wöchentliche Patch-Berichte
Die abschließenden Kurseinheiten konsolidieren die gelernten Inhalte und vertiefen komplexe Szenarien aus der Praxis. Teilnehmerinnen und Teilnehmer diskutieren typische Herausforderungen beim Linux-Betrieb auf Azure und entwickeln gemeinsam Lösungsstrategien für Produktivumgebungen.
Lernziele:
Nach erfolgreichem Abschluss des Kurses können die Teilnehmerinnen und Teilnehmer folgende Kompetenzen einsetzen.
- Linux-VMs in Azure über das Azure-Portal, die Azure CLI und Infrastructure-as-Code-Ansätze bereitstellen
- VM-Größen, Speicheroptionen und Netzwerkkonfigurationen gemäß technischer Anforderungen auswählen
- Sicherheitsrichtlinien für Linux-VMs in Azure definieren und durchsetzen
- Netzwerksicherheitsgruppen und Azure Firewall für Linux-Workloads konfigurieren
- SSH-basierte Zugriffsmechanismen und Azure Bastion als sicheren Zugriffsweg einsetzen
- Azure Monitor und Log Analytics zur Überwachung von Linux-VM-Metriken und -Protokollen nutzen
- Automatisierungsskripte für wiederkehrende Administrationsaufgaben erstellen und testen
- Azure Automation und Azure Policy für konsistente VM-Konfigurationen einsetzen
- Skalierungsstrategien mit Virtual Machine Scale Sets für Linux-Workloads implementieren
- Backup- und Wiederherstellungsstrategien für Linux-VMs mit Azure Backup planen und umsetzen
- Patch-Management und Softwareupdates für Linux-VMs über Azure Update Manager koordinieren
- Kostenmanagement für Linux-VM-Ressourcen in Azure betreiben
Zielgruppe & Voraussetzungen
Der Kurs richtet sich an IT-Fachkräfte mit Linux-Erfahrung, die diese Kenntnisse in die Azure-Cloud übertragen möchten. Die Weiterbildung ist besonders geeignet für folgende Zielgruppen.
- Linux-Systemadministratorinnen und -administratoren, die ihre On-Premises-Kenntnisse in die Cloud erweitern
- Azure-Administratorinnen und -Administratoren, die ihre Linux-Kompetenzen vertiefen möchten
- DevOps-Engineerinnen und -Engineers, die Linux-basierte Workloads auf Azure betreiben
- Cloud-Infrastructure-Specialistinnen und -Specialists mit Schwerpunkt auf Linux-Systemen
- IT-Consultants, die Kunden bei der Migration von Linux-Systemen nach Azure begleiten
Grundlegende Linux-Kenntnisse insbesondere im Umgang mit der Bash-Shell, Dateisystemverwaltung und grundlegender Netzwerkkonfiguration sind für diesen Kurs unerlässlich. Grundkenntnisse in Azure oder allgemeiner Cloud-Infrastruktur sind hilfreich. Wer noch keine Azure-Erfahrung hat, kann vorab den Kurs AZ-900 Azure Fundamentals besuchen. Vor Seminarbeginn findet ein individuelles Beratungsgespräch statt.
Ablauf & Abschluss
Der Kurs wird im Combined-Learning-Format angeboten und kombiniert Präsenz- und Online-Phasen. Instruktionseinheiten wechseln sich mit praktischen Laborübungen in Azure-Sandbox-Umgebungen ab. Alle Konzepte werden anhand realer Linux-VM-Szenarien vertieft. Gruppendiskussionen und gemeinsame Problemlösungsaufgaben fördern den Lernerfolg. Die Kursmaterialien sind digital verfügbar.
Die Kursdauer in der Vollzeitvariante beträgt in der Regel mehr als eine Woche bis zu einem Monat. Eine Teilzeitvariante ist für berufsbegleitende Weiterbildung verfügbar. Der genaue Ablauf und die Starttermine werden individuell vereinbart.
Nach Kursabschluss erhalten Teilnehmerinnen und Teilnehmer ein trägerinternes Zertifikat sowie die Vorbereitung auf international anerkannte Microsoft-Herstellerzertifikate. Der Kurs unterstützt die Vorbereitung auf den AZ-104 Microsoft Azure Administrator und spezialisierte Linux-relevante Azure-Zertifizierungen. Das Kurszertifikat dokumentiert die erworbenen Kenntnisse gegenüber Arbeitgebenden.
Nutzen & Perspektiven
Linux auf Azure ist kein Nischenthema — über 50 Prozent aller virtuellen Maschinen auf Azure laufen auf Linux. Fachkräfte, die Linux-Administration und Azure-Cloud-Betrieb verbinden können, sind auf dem Arbeitsmarkt sehr gefragt. Mit den Kompetenzen aus diesem Kurs sind Absolventinnen und Absolventen in der Lage, Linux-basierte Cloud-Infrastrukturen sicher, effizient und nach modernen DevOps-Prinzipien zu betreiben. Weiterbildungsmaßnahmen bei AZAV-zertifizierten Trägern sind in der Regel über den Bildungsgutschein der Bundesagentur für Arbeit oder der Jobcenter förderbar. Auch das Qualifizierungschancengesetz oder Leistungen zur beruflichen Rehabilitation der Deutschen Rentenversicherung können je nach Situation in Frage kommen. Eine Beratung beim Anbieter klärt die konkrete Fördersituation. Die praxisnahen Laborübungen und die Auseinandersetzung mit realen Produktionsszenarien stellen sicher, dass Teilnehmerinnen und Teilnehmer nach dem Kurs sofort in der Lage sind, Linux-VMs auf Azure verantwortlich zu betreiben. Dies stärkt die berufliche Handlungsfähigkeit und eröffnet Wege in gefragte Spezialisierungen wie Cloud Infrastructure Specialist, Azure Linux Administrator oder DevOps Engineer.
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Welche Linux-Distributionen werden im Kurs behandelt?
Der Kurs behandelt die auf Azure unterstützten Hauptdistributionen, darunter Ubuntu, Red Hat Enterprise Linux, CentOS und SUSE. Grundlegende Konzepte wie Bash, Paketemanagement und Dateisystemverwaltung werden distributionsübergreifend vermittelt.
Welche Vorkenntnisse sind für den Kurs erforderlich?
Grundlegende Linux-Kenntnisse in der Bash-Shell, Dateisystemverwaltung und Netzwerkkonfiguration sind vorausgesetzt. Azure-Vorkenntnisse sind hilfreich, aber kein Muss. Wer noch keine Azure-Erfahrung hat, wird empfohlen, vorab AZ-900 Azure Fundamentals zu absolvieren.
Kann der Kurs über einen Bildungsgutschein gefördert werden?
Bei AZAV-zertifizierten Trägern ist eine Förderung über den Bildungsgutschein der Bundesagentur für Arbeit oder der Jobcenter in der Regel möglich. Je nach persönlicher Situation kommen auch das Qualifizierungschancengesetz oder Leistungen zur beruflichen Rehabilitation in Betracht. Eine Beratung beim Anbieter klärt die Situation individuell.
Auf welche Microsoft-Zertifizierungen bereitet der Kurs vor?
Der Kurs legt eine gute Grundlage für den AZ-104 Microsoft Azure Administrator und spezialisiertere Azure-Zertifizierungen mit Linux-Bezug. Ergänzende Zertifizierungsmodule können beim Anbieter erfragt werden.
Wie unterscheidet sich dieser Kurs vom AZ-1010-Kurs für Azure Arc?
AZ-1007 konzentriert sich auf die direkte Verwaltung von Linux-VMs innerhalb von Azure. AZ-1010 befasst sich mit Azure Arc, das es ermöglicht, auch Server außerhalb von Azure in anderen Clouds oder On-Premises über Azure-Verwaltungswerkzeuge zentral zu steuern. Beide Kurse sind gut kombinierbar.
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