Überblick
Die Prüfung AZ-120 – „Planning and Administering Microsoft Azure for SAP Workloads" – ist eine Spezialisierungszertifizierung, die an der Schnittstelle von SAP-Administration und Azure-Cloud-Infrastruktur liegt. Sie richtet sich an Personen, die SAP-Systeme auf Azure-Infrastruktur betreiben oder dorthin migrieren möchten und dafür fundiertes Wissen über Azure-spezifische Besonderheiten für SAP benötigen. Diese Weiterbildung bereitet systematisch auf die offizielle Microsoft-Zertifizierungsprüfung AZ-120 vor. Sie deckt alle prüfungsrelevanten Themenbereiche ab – von der Azure-Infrastrukturplanung für SAP über SAP HANA on Azure bis hin zu Hochverfügbarkeit, Disaster Recovery und Monitoring für SAP-Landschaften in der Cloud.
Kursinhalte & Lernziele
Azure-Infrastrukturplanung für SAP Bevor ein SAP-System in die Azure-Cloud migriert werden kann, sind fundierte Planungsentscheidungen erforderlich. Dieses Modul behandelt die Azure-Bausteine, auf die SAP-Workloads aufsetzen, und vermittelt, welche Azure-spezifischen Anforderungen von SAP und Microsoft dokumentiert sind.
- Zertifizierte Azure-VM-Typen für SAP HANA: M-Serie, Mv2-Serie, optimierte Konfigurationen
- Storage-Architektur für SAP HANA: Azure Premium Storage, Ultra Disk, ANF (Azure NetApp Files)
- SAP Note 1928533: Lesen und Interpretieren der Azure-SAP-Kompatibilitätsliste
- Azure-Regionen und Verfügbarkeitszonen im SAP-Kontext
- Planung von Ressourcengruppen, Subscriptions und Tagging-Strategien für SAP-Landschaften
- Kosten- und Lizenzoptimierung: Azure Hybrid Benefit für Windows und SQL Server in SAP-Umgebungen
Netzwerk- und Sicherheitsarchitektur für SAP on Azure SAP-Systeme erfordern besondere Netzwerktopologien – sowohl im Hinblick auf die Kommunikation zwischen SAP-Schichten als auch auf die Anbindung an On-Premises-Systeme. Dieses Modul deckt die prüfungsrelevanten Netzwerk- und Sicherheitsthemen ab.
- Hub-Spoke-Netzwerktopologie für SAP-Landschaften auf Azure
- Network Security Groups (NSG) und Application Security Groups für SAP-Ports und -Protokolle
- Azure ExpressRoute: Konfiguration und Dimensionierung für latenzempfindliche SAP-Prozesse
- Azure VPN Gateway als Fallback-Konnektivität für SAP-Umgebungen
- Sicherheitskonzepte: Azure Firewall, Private Endpoints, SAP-Netzwerksegmentierung
Hochverfügbarkeit und Disaster Recovery für SAP SAP-Produktivsysteme erfordern Hochverfügbarkeitsarchitekturen, die in Azure anders umgesetzt werden als On-Premises. Dieses Modul behandelt die Azure-spezifischen HA/DR-Konzepte für SAP HANA und NetWeaver.
- Availability Zones vs. Availability Sets: Konzepte und Einschränkungen für SAP
- SAP HANA System Replication (HSR) in Kombination mit Azure-Lastenausgleich
- Pacemaker-Cluster auf Linux in Azure für SAP HANA und ASCS-Hochverfügbarkeit
- Azure Site Recovery (ASR) für Disaster Recovery von SAP-VMs
- Backup-Konzepte: Azure Backup für SAP HANA, Backint-Integration, Recovery Point Objective
SAP HANA Large Instances, Monitoring und Migration Dieser Abschnitt behandelt spezialisierte Themen, die im Examen prüfungsrelevant sind: HLI-Architektur als dedizierte SAP-HANA-Infrastruktur, Monitoring-Lösungen und die Planungs- und Durchführungsphase einer SAP-Migration nach Azure. SAP-Migrationen nach Azure folgen keinem einheitlichen Muster – die Wahl des richtigen Migrationsansatzes hängt von Datenbanktyp, Quelldatenvolumen und verfügbaren Wartungsfenstern ab, was der Kurs anhand typischer Prüfungsszenarien herausarbeitet.
- SAP HANA Large Instances (Typ I und Typ II): Einsatzgebiete, Netzwerkintegration, Unterschiede zu Standard-VMs
- Azure Monitor für SAP-Lösungen: Metriken, Dashboards, Alerts für SAP-Systeme
- SAP Landscape Management (LaMa) in Azure-Umgebungen
- Azure Migrate als Werkzeug für SAP-Migrationsassessments
- Migrationsmuster: Lift-and-Shift, Homogeneous Migration, DMO (Database Migration Option)
- Classical Migration vs. DMO with System Move: Abgrenzung und Einsatzszenarien
- HANA Database Lifecycle Manager (HDBLCM) und SAP Software Provisioning Manager auf Azure
Lernziele:
- Planung und Dimensionierung von Azure-Infrastrukturen für SAP-Workloads (HANA, NetWeaver, S/4HANA)
- Auswahl geeigneter Azure-VM-Größen (M-Serie, Mv2-Serie) und Storage-Konfigurationen für SAP HANA
- Verständnis der von Microsoft und SAP zertifizierten Hardware- und Konfigurationslisten (SAP Note 1928533)
- Planung und Implementierung von Azure Virtual Networks, Subnetzen und Netzwerksicherheitsgruppen für SAP-Umgebungen
- Konfiguration von Azure Site Recovery (ASR) für Disaster-Recovery-Szenarien von SAP-Systemen
- Einsatz von Azure Availability Zones und Availability Sets zur Hochverfügbarkeit von SAP-Instanzen
- SAP HANA Large Instances (HLI) auf Azure – Architektur, Einsatzszenarien und Abgrenzung zu Standard-VMs
- Backup-Strategien für SAP HANA on Azure (Azure Backup, Backint-Interface)
- Monitoring von SAP auf Azure mit dem Azure Monitor und SAP-eigenem Monitoring-Framework
- Implementierung von Azure ExpressRoute und VPN-Konnektivität für SAP-Landschaften
- Migration von SAP-Systemen nach Azure: Phasenmodell, Werkzeuge und Migrationsmuster
- Vorbereitung auf die Prüfungsstruktur der AZ-120 und Schwerpunktgebiete des Examens
Zielgruppe & Voraussetzungen
Diese Weiterbildung richtet sich an IT-Fachkräfte mit Erfahrung in SAP-Administration oder Azure-Infrastruktur, die ihre Kenntnisse an der Schnittstelle beider Technologien verbreitern wollen. Sie ist nicht für SAP-Einsteiger geeignet, da fundiertes Vorwissen in mindestens einem der beiden Gebiete erwartet wird.
- SAP-Basis-Administratoren, die Azure als Betriebsplattform einführen oder administrieren
- Azure-Administratoren mit zunehmend SAP-bezogenen Aufgaben im Unternehmen
- Cloud Architects, die SAP-Landschaften in Azure planen und umsetzen
- IT-Projektleiter/innen in SAP-Migrationsprojekten mit Cloud-Bezug
- Berater/innen im SAP-Cloud-Umfeld, die eine herstellerseitige Zertifizierung anstreben
Vorausgesetzt werden solide Kenntnisse in der Azure-Administration (empfohlen: AZ-104-Kenntnisstand) oder in der SAP-Basisadministration (SAP NetWeaver, SAP HANA). Eine Kombination beider Hintergründe ist ideal. Kenntnisse in Linux-Administration sind von Vorteil, da SAP HANA typischerweise auf Linux betrieben wird. Da es sich um eine englischsprachige Microsoft-Prüfung handelt, sind gute Lesekenntnisse in englischer Fachsprache erforderlich.
Ablauf & Abschluss
Die Prüfungsvorbereitung kombiniert strukturierten Lehrinhalt mit praxisnahen Laboren, in denen Azure-Ressourcen für SAP-Szenarien tatsächlich konfiguriert werden. Hands-on-Übungen in Azure-Test-Umgebungen machen abstrakte Konzepte wie HA-Cluster oder Backint-Integration greifbar. Der Unterricht orientiert sich eng an den offiziellen Microsoft-Prüfungszielen für AZ-120 und arbeitet mit realistischen Prüfungsszenarien.
Auf dem Markt finden sich drei Anbieter mit insgesamt 18 verfügbaren Terminen. Die konkrete Kursdauer variiert je nach Anbieter; typisch für Azure-Spezialisierungsprüfungen sind intensive Blöcke von mehreren Tagen bis hin zu mehrtägigen Präsenz- oder Online-Intensivkursen.
Ziel ist das Bestehen der offiziellen Microsoft-Zertifizierungsprüfung AZ-120 bei einem akkreditierten Pearson-VUE- oder Certiport-Testcenter. Das ausgestellte Zertifikat „Microsoft Certified: Azure for SAP Workloads Specialty" wird direkt von Microsoft ausgestellt und ist international anerkannt. Bildungsträger stellen ergänzend ein trägerinternes Lehrgangszertifikat aus.
Nutzen & Perspektiven
Die Kombination aus SAP-Know-how und Azure-Zertifizierung ist auf dem deutschen IT-Arbeitsmarkt selten und entsprechend gefragt. SAP ist in vielen deutschen Großunternehmen und im Mittelstand systemrelevant, und die Migration von SAP-Systemen in die Cloud ist ein strategisches Vorhaben, das qualifizierte Spezialisten erfordert. Mit der AZ-120-Zertifizierung positioniert man sich direkt an dieser Engpassstelle. Azure for SAP Workloads ist eine anspruchsvolle Spezialisierung, weil sie Tiefenwissen in zwei komplexen Technologiebereichen voraussetzt. Wer dieses Examen ablegt, zeigt nicht nur allgemeine Azure-Kenntnisse, sondern ein konkretes Einsatzfeld: SAP-Systeme sicher, hochverfügbar und performant auf Azure zu betreiben. Das ist ein Alleinstellungsmerkmal, das in Bewerbungen und Projektbesetzungen unmittelbar wirkt. Zudem ist SAP auf Azure ein wachsendes Segment, in dem viele Unternehmen derzeit aktive Migrationsprojekte durchführen – qualifizierte Fachkräfte sind hier kurzfristig einsetzbar und werden entsprechend vergütet. Die Kombination von Microsoft-Zertifizierung und SAP-Praxiskenntnissen öffnet Positionen in Cloud-Migrationsberatung, SAP-Center-of-Excellence-Teams und hybriden IT-Infrastrukturprojekten. Wer bereits SAP-Basis-Erfahrung mitbringt, kann sich durch diese Weiterbildung kurzfristig für Cloud-Rollen qualifizieren, die sonst Azure-native Experten vorbehalten wären.
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Was prüft die AZ-120-Zertifizierung?
AZ-120 prüft die Fähigkeit, SAP-Workloads auf Microsoft Azure zu planen und zu administrieren. Themen sind Azure-Infrastruktur für SAP, Hochverfügbarkeit, Disaster Recovery, Backup, Netzwerk und Migration von SAP-Systemen in die Azure-Cloud.
Welche Vorkenntnisse brauche ich für AZ-120?
Solide Kenntnisse in der Azure-Administration (vergleichbar AZ-104) oder in der SAP-Basisadministration sind erforderlich. Eine Kombination beider Hintergründe ist ideal. Einsteiger ohne Vorkenntnisse in Azure oder SAP sind für diesen Kurs nicht geeignet.
Welches Microsoft-Zertifikat erhalte ich nach bestandener Prüfung?
Nach bestandener Prüfung erhalten Sie den Titel „Microsoft Certified: Azure for SAP Workloads Specialty". Das Zertifikat wird direkt von Microsoft ausgestellt, ist international anerkannt und hat eine Gültigkeitsdauer mit optionaler Erneuerung.
Wo wird die AZ-120-Prüfung abgelegt?
Die Prüfung wird bei akkreditierten Pearson-VUE-Testcentern abgelegt – entweder in einem physischen Testcenter oder als beaufsichtigter Online-Test (Proctor). Die Anmeldung erfolgt direkt über das Microsoft-Zertifizierungsportal.
Wie aktuell ist der Prüfungsstoff?
AZ-120 ist eine aktive Microsoft-Zertifizierung, die regulär aktualisiert wird. Der Kurs orientiert sich an den offiziellen Microsoft-Prüfungszielen in der jeweils gültigen Fassung und deckt aktuelle Azure-Dienste wie Azure NetApp Files und Azure Monitor für SAP ab.
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