Überblick
Azure Virtual Desktop (AVD) ist Microsofts cloudbasierter Desktop- und App-Virtualisierungsdienst, der es Organisationen ermöglicht, Windows-Desktops und Anwendungen aus der Azure-Cloud heraus bereitzustellen — ohne eigene VDI-Infrastruktur vor Ort. Die Zertifizierungsprüfung AZ-140 (Configuring and Operating Azure Virtual Desktop) richtet sich an Fachkräfte, die AVD-Umgebungen planen, einrichten, skalieren und im laufenden Betrieb überwachen. Sie ist ein Specialty-Zertifikat innerhalb des Microsoft-Zertifizierungsprogramms und setzt solide Azure-Grundkenntnisse voraus. Dieser Kurs bereitet systematisch auf die AZ-140-Prüfung vor und vermittelt das Wissen, das für die alltägliche Administration von AVD-Umgebungen in Unternehmen benötigt wird: von der Netzwerk- und Identitätskonfiguration über Host-Pools und Session-Hosts bis hin zu Monitoring, Fehlerbehebung und Kostenoptimierung. Der Kurs eignet sich für Administratoren, die AVD neu einführen, sowie für Fachkräfte, die bestehende Rollout-Projekte fachlich vertiefen möchten.
Kursinhalte & Lernziele
Modul 1 — Planung und Architektur von AVD-Umgebungen: Jede erfolgreiche AVD-Einführung beginnt mit einer strukturierten Planung. Dieser Block behandelt die Voraussetzungen auf Azure-Seite, die Netzwerktopologie und die Entscheidungspunkte, die die spätere Skalierbarkeit und Verfügbarkeit bestimmen.
- AVD-Architektur und Komponentenübersicht (Control Plane, Session Hosts, Clients)
- Netzwerkanforderungen: VNet-Peering, Subnets, NSGs, Azure Firewall
- Identitätsanforderungen: Azure AD, Azure AD DS, lokales Active Directory
- Subscription- und Ressourcengruppen-Strategie für AVD
- Lizenzanforderungen und Windows-10/11-Multisession-Rechte
- Regionale Verfügbarkeit und Latenzplanung für geographisch verteilte Nutzer
Modul 2 — Bereitstellung von Host-Pools und Session-Hosts: Dieser Abschnitt deckt die praktische Einrichtung von Host-Pools ab — dem zentralen Konzept in AVD, über das Nutzer Desktops und Anwendungen erhalten.
- Persönliche und gepoolte Host-Pools konfigurieren
- Session-Hosts aus Azure Marketplace oder eigenen Images bereitstellen
- Azure Image Builder und Shared Image Gallery nutzen
- Anwendungsgruppen und Desktops veröffentlichen
- RemoteApp-Streams für Einzel-Apps einrichten
- Zuweisung von Nutzern und Gruppen zu Anwendungsgruppen
Modul 3 — Benutzererfahrung und Profile: AVD-Nutzer erwarten schnelle, konsistente Desktops mit persistenten Profilen. FSLogix ist dabei die Standardlösung für Profil-Container in gepoolten Umgebungen.
- FSLogix installieren und konfigurieren
- Azure Files oder Azure NetApp Files als Profil-Speicher einrichten
- OneDrive Known Folder Move in AVD-Umgebungen aktivieren
- RDP-Eigenschaften für Medienredirection und Peripherie anpassen
- Teams-Optimierung für AVD konfigurieren
- Spracheinstellungen und Zeitzonenumleitungen steuern
Praxis-Block — Administration, Monitoring und Fehlerbehebung
- Host-Pool von Grund auf in einer Azure-Testumgebung erstellen
- Session-Host aus bestehendem Image ausrollen und Domain-Join prüfen
- FSLogix-Profile-Container auf Azure Files konfigurieren und Größenlimits setzen
- Azure Monitor Workbook für AVD-Verbindungsmetriken aufsetzen
- Diagnoseeinstellungen für Host-Pool und Session-Hosts aktivieren
- Auto-Scaling-Plan für gepoolten Host-Pool konfigurieren
- Conditional-Access-Richtlinie für AVD-Anmeldungen testen
- Microsoft Defender for Endpoint auf Session-Hosts aktivieren
- Verbindungslatenz mit dem AVD Experience Estimator messen
- Häufige Fehler beim Session-Host-Beitritt zur Domain diagnostizieren
- Nutzeranmeldungen mit Log Analytics und KQL-Abfragen analysieren
- Kostenoptimierungsmaßnahmen durch Auto-Shutdown und Spot-Instances bewerten
Abschließend werden typische Prüfungsthemen konsolidiert: welche Szenarien häufig in der AZ-140-Prüfung auftreten und wie Konfigurationsentscheidungen in Fallstudienformaten begründet werden.
Lernziele:
- Azure Virtual Desktop als Dienst vollständig einrichten und konfigurieren
- Host-Pools, Anwendungsgruppen und Desktops bereitstellen und verwalten
- Netzwerkkonfiguration für AVD (VNet, Subnets, Private Endpoints) planen und umsetzen
- Azure AD und Active Directory für AVD-Identitäten konfigurieren
- Session-Host-Images erstellen, anpassen und über Azure Image Builder verwalten
- Verbindungseinstellungen und RDP-Eigenschaften für unterschiedliche Nutzerszenarien optimieren
- FSLogix-Profile-Container einrichten und Profilredirection konfigurieren
- Monitoring mit Azure Monitor und Log Analytics für AVD aufbauen
- Skalierungsautomatisierung für Session-Hosts planen und implementieren
- Sicherheitskonzepte für AVD-Umgebungen (Conditional Access, Microsoft Defender) anwenden
- Kosten in AVD-Umgebungen messen und durch Auto-Scaling reduzieren
- Typische Verbindungs- und Leistungsprobleme in AVD diagnostizieren und beheben
Zielgruppe & Voraussetzungen
Angesprochen sind Azure-Administratoren und IT-Infrastrukturspezialisten, die Azure Virtual Desktop einführen, erweitern oder professionell betreiben wollen.
- Azure-Administratoren, die ihre Kenntnisse auf Desktop-Virtualisierung ausweiten wollen
- Administratoren von RDS- oder Citrix-Umgebungen, die auf Azure AVD migrieren
- IT-Fachkräfte, die die offizielle AZ-140-Zertifizierung anstreben
- System- und Netzwerkadministratoren in Unternehmen, die dezentrales Arbeiten absichern
- Cloud-Architekten, die AVD als Bestandteil größerer Azure-Lösungen bewerten
Grundlegende Azure-Kenntnisse auf dem Niveau des AZ-104 (Azure Administrator) werden vorausgesetzt. Teilnehmende sollten mit Azure-Ressourcengruppen, virtuellen Netzwerken, Azure AD und virtuellen Maschinen vertraut sein. Wer bereits Azure-VMs bereitgestellt und Netzwerkkonfigurationen vorgenommen hat, wird die Kurskonzepte deutlich leichter einordnen können. Kenntnisse in Active Directory und Windows-Server-Administration sind zusätzlich empfehlenswert, da viele AVD-Szenarien Domain-Join und Gruppenrichtlinien einschließen.
Ablauf & Abschluss
Der Kurs kombiniert strukturierte Lehreinheiten mit praktischen Labors in einer Azure-Testumgebung, in der Teilnehmende alle behandelten Dienste direkt konfigurieren. Jedes Modul schließt Konfigurationsübungen ein: Host-Pools werden tatsächlich aufgesetzt, FSLogix-Container auf Azure Files eingerichtet, Auto-Scaling-Pläne konfiguriert. Fallstudien aus realen AVD-Einführungsprojekten veranschaulichen, wie Planungsentscheidungen — etwa zur Netzwerktopologie oder zur Image-Strategie — den späteren Betrieb beeinflussen. Das Troubleshooting-Modul bereitet gezielt auf Situationen vor, die in Produktionsumgebungen häufig auftreten.
Der Kurs richtet sich nach dem Vollzeitformat; die Gesamtdauer variiert je nach Anbieter. Typische Durchführungen umfassen mehrere aufeinanderfolgende Tage intensiver Vorbereitung. Für die Laborphasen ist ausreichend Zeit eingeplant, da die Einrichtung einer vollständigen AVD-Umgebung von Grund auf mehr Bearbeitungszeit erfordert als klassische Konfigurationsaufgaben auf einer einzelnen VM.
Teilnehmende erhalten nach Kursabschluss eine trägerinterne Teilnahmebescheinigung. Die offizielle Zertifizierung „Microsoft Certified: Azure Virtual Desktop Specialty" wird durch Ablegen der Prüfung AZ-140 bei einem akkreditierten Pearson-VUE-Testcenter erworben. Als Specialty-Zertifikat ist AZ-140 unbefristet gültig, solange es von Microsoft nicht zurückgezogen wird; Microsoft empfiehlt eine periodische Auffrischung über den Microsoft Learn-Zertifizierungsstatus.
Nutzen & Perspektiven
Azure Virtual Desktop ist für viele Unternehmen die wirtschaftlichste Antwort auf die Nachfrage nach sicherem, verwaltbarem Remote Work — ohne die Anschaffungskosten und den Betriebsaufwand einer eigenen VDI-Infrastruktur auf Bare Metal. Fachkräfte mit AZ-140-Zertifizierung sind in der Lage, AVD-Projekte von der Anforderungsanalyse über die Implementierung bis hin zum laufenden Betrieb eigenverantwortlich zu führen, einschließlich der Kostenoptimierung über Auto-Scaling und der Absicherung über Conditional Access und Defender for Endpoint. Die Zertifizierung signalisiert Arbeitgebern und Kunden, dass der Inhaber nicht nur abstrakte Azure-Kenntnisse besitzt, sondern die spezifischen Herausforderungen von Desktop-Virtualisierung — Profilverwaltung, Netzwerkoptimierung, Nutzererfahrung — versteht und lösen kann. Gerade in Projekten zur Ablösung klassischer RDS-Farmen oder Citrix-Infrastrukturen ist ein AZ-140-zertifizierter Spezialist als technischer Ansprechpartner und Projektverantwortlicher gefragt. Da AZ-140 ein offizielles Microsoft Specialty-Zertifikat ist, hat es gegenüber herstellerneutralen Weiterbildungen ein klar definiertes Gewicht in Azure-orientierten Stellenausschreibungen. Für IT-Administratoren, die ihren Karrierefokus auf cloudbasierte Infrastruktur setzen und sich innerhalb des Azure-Ökosystems spezialisieren möchten, ist die Vorbereitung auf AZ-140 ein konkreter, messbarer nächster Schritt.
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Was prüft die AZ-140-Zertifizierung?
AZ-140 prüft Kenntnisse in der Planung, Bereitstellung und dem Betrieb von Azure Virtual Desktop (AVD). Dazu gehören Netzwerkkonfiguration, Identitätsverwaltung, Host-Pool-Administration, Profilverwaltung mit FSLogix sowie Monitoring und Fehlerbehebung.
Welche Vorkenntnisse sind für den Kurs notwendig?
Grundlegende Azure-Kenntnisse auf dem Niveau des AZ-104 (Azure Administrator) werden vorausgesetzt. Erfahrung mit Azure-Netzwerken, Azure AD und virtuellen Maschinen ist wichtig. Windows-Server- und Active-Directory-Kenntnisse sind zusätzlich hilfreich.
Ist AZ-140 auch für Citrix- oder RDS-Administratoren geeignet?
Ja. Viele Konzepte aus Citrix Virtual Apps and Desktops oder Remote Desktop Services (RDS) lassen sich auf AVD übertragen. Der Kurs hilft, die Unterschiede und Parallelen systematisch zu erarbeiten und vorhandenes Fachwissen auf die Azure-Plattform zu übertragen.
Wie wird das offizielle Zertifikat erworben?
Das Zertifikat „Microsoft Certified: Azure Virtual Desktop Specialty" wird durch Bestehen der Prüfung AZ-140 bei einem akkreditierten Pearson-VUE-Testcenter erworben. Die Prüfung wird separat vom Kurs gebucht und abgelegt.
Welche Karrieremöglichkeiten eröffnet die AZ-140-Zertifizierung?
Die Zertifizierung qualifiziert für Rollen wie Azure-Administrator mit Spezialisierung auf Desktopvirtualisierung, Cloud-Infrastrukturarchitekt oder IT-Consultant für AVD-Projekte. In Unternehmen, die hybride Arbeitsmodelle mit Azure absichern, ist dieses Profil besonders gefragt.
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