Überblick
Azure-Entwickler gestalten heute die Infrastruktur moderner Anwendungen aktiv mit: Sie entwerfen skalierbare Compute-Lösungen, implementieren serverlose Funktionen, integrieren Speicher- und Messaging-Dienste und sichern Anwendungen gegen unbefugten Zugriff ab. Diese Weiterbildung bereitet auf die Prüfung AZ-204: Developing Solutions for Microsoft Azure vor und vermittelt die Fähigkeiten, End-to-End-Lösungen auf der Azure-Plattform zu entwickeln, zu überwachen und zu optimieren. Ergänzt wird der Lehrgang durch einen Einblick in Microsoft Teams als integrierte Kollaborationsplattform, die in Azure-gestützten Entwicklungsprojekten zunehmend als Kommunikations- und Benachrichtigungskanal genutzt wird.
Kursinhalte & Lernziele
Azure-Compute-Lösungen implementieren Dieser Block vermittelt die Kernkompetenz jedes Azure-Entwicklers: die Wahl und Implementierung der richtigen Compute-Ressource für unterschiedliche Workloads. Von klassischen VMs über containerbasierende Deployments bis hin zu App Service Plans werden die Vor- und Nachteile der jeweiligen Ansätze erarbeitet.
- Azure Virtual Machines: Erstellung, Konfiguration und Verwaltung
- Azure Container Instances und Azure Kubernetes Service: Grundlagen und Vergleich
- Azure App Service: Deployment Slots, Auto-Scaling und Custom Domains
- Azure Container Registry: Image-Verwaltung und Integration in CI/CD-Pipelines
- Azure Functions: Trigger, Bindings und Ausführungsmodelle
Datenspeicherung und -verwaltung mit Azure Storage Moderne Anwendungen speichern strukturierte, unstrukturierte und relationale Daten in verschiedenen Diensten. Dieser Block zeigt, wie diese Dienste konfiguriert, abgesichert und aus Anwendungen angesprochen werden, und welche SDK-Patterns für effizientes Arbeiten empfehlenswert sind.
- Azure Blob Storage: Container, Zugriffsebenen, Lifecycle-Management und SAS-Tokens
- Azure Table Storage und Cosmos DB als NoSQL-Optionen
- Azure Queue Storage: Message-basierte Entkopplung von Diensten
- Azure SQL Database: Verbindungsmanagement, Retry-Logik und skalierbare Abfragen
- Redis Cache: Caching-Strategien und Verbindungspatterns
Sicherheit, Authentifizierung und Key Vault Sicherheit in Azure-Anwendungen ist keine nachträgliche Ergänzung, sondern ein integraler Bestandteil des Entwurfs. Dieser Block behandelt die Microsoft Identity Platform, OAuth-Flows und den sicheren Umgang mit Geheimnissen.
- Microsoft Identity Platform: OAuth 2.0, OpenID Connect und App-Registrierungen
- Managed Identities: systemseitig und benutzerseitig zugewiesen
- Azure Key Vault: Secrets, Keys und Certificates verwalten und abrufen
- Azure Active Directory: Gruppen, Rollen und bedingte Zugriffsrichtlinien
- MSAL-Bibliotheken in .NET, Python und JavaScript verwenden
Azure Messaging und Event-Architektur Lose Kopplung durch Messaging ist ein Kernentwurfsmuster verteilter Systeme. Dieser Block zeigt die Unterschiede zwischen Event Grid, Event Hubs und Service Bus und erklärt, wann welches Muster einzusetzen ist.
- Azure Service Bus: Queues, Topics und Subscriptions für Enterprise-Messaging
- Azure Event Grid: Reaktive Architekturen und Event-Routing
- Azure Event Hubs: Hochvolumen-Datenströme und Streaming-Szenarien
- Azure Notification Hubs: Push-Benachrichtigungen für mobile Anwendungen
- Azure API Management: Veröffentlichung, Versionierung und Throttling von APIs
Microsoft Teams als Kollaborationsplattform Microsoft Teams fungiert in modernen Entwicklungsumgebungen als Hub für Kommunikation und Zusammenarbeit. Dieser Block gibt einen Überblick über die Teams-Plattform und zeigt, wie Azure-Anwendungen Benachrichtigungen, Bots oder Tabs in Teams einbinden können.
- Teams-Architektur: Kanäle, Tabs und Connector-Anbindung
- Webhook-basierte Benachrichtigungen aus Azure-Diensten in Teams-Kanäle
- Teams als Bereitschaftskanal für Azure Monitor-Alarme
- Grundlagen der Teams App-Entwicklung mit dem Teams Toolkit
Praxisblock: End-to-End Azure-Entwicklung In diesem Block setzen die Teilnehmer ihr Wissen in zusammenhängenden Szenarien ein und entwickeln, deployen und überwachen vollständige Lösungen auf Azure.
- Implementierung einer REST API mit Azure Functions und APIM
- Deployment einer containerisierten Webanwendung auf Azure App Service
- Sichere Geheimnisrotation mit Key Vault und Managed Identity
- Asynchrone Kommunikation zwischen Diensten über Service Bus
- Instrumentierung einer Anwendung mit Application Insights und Custom Metrics
- Distributed Tracing und Correlation IDs in verteilten Anwendungen
- Azure DevOps: Build- und Release-Pipelines für Azure-Deployments
- Blue-Green-Deployments und Feature-Flags mit Deployment Slots
- Fehlerbehandlung, Retry-Policies und Circuit-Breaker-Muster
- Performance-Profiling und Optimierung von Datenbankabfragen
- Kostenoptimierung: Right-Sizing und Reserved Capacity
- Resilience-Testing und Chaos Engineering Grundlagen
Das Praxisblock-Format stellt sicher, dass die Teilnehmer nicht nur isolierte Dienste kennen, sondern verstehen, wie diese in einem realen Projektsetting zusammenspielen. End-to-End-Szenarien fördern das Denken in Systemen und bereiten darauf vor, für gegebene Anforderungen den geeigneten Azure-Dienst auszuwählen und korrekt zu konfigurieren.
Lernziele:
- Sie können Azure-Compute-Lösungen mit Virtual Machines, Containern und App Services implementieren
- Sie beherrschen die Erstellung und Konfiguration von Azure Functions für serverlose Szenarien
- Sie können Webanwendungen auf Azure App Service deployen, skalieren und verwalten
- Sie kennen die Azure-Speicherdienste (Blob, Queue, Table, File) und können diese anwendungsspezifisch einsetzen
- Sie implementieren Authentifizierung und Autorisierung mit Microsoft Identity Platform und Azure AD
- Sie können Anwendungsgeheimnisse und Zertifikate mit Azure Key Vault sichern und abrufen
- Sie verstehen event- und nachrichtenbasierte Kommunikationsmuster mit Event Grid, Event Hubs und Service Bus
- Sie können Verbindungen zu Azure-Diensten und Drittanbieter-APIs herstellen und verwalten
- Sie überwachen und optimieren Azure-Lösungen mit Azure Monitor, Application Insights und Log Analytics
- Sie verstehen containerbasierte Deployments mit Azure Container Instances und Azure Kubernetes Service
- Sie kennen die Struktur und die Möglichkeiten von Microsoft Teams als Kollaborationsplattform
Zielgruppe & Voraussetzungen
Die Weiterbildung richtet sich an Entwickler, die Cloud-native Anwendungen auf Microsoft Azure entwerfen und implementieren. Typische Teilnehmer haben bereits Programmiererfahrung und wollen ihre Azure-Kenntnisse systematisieren und mit einer anerkannten Zertifizierung belegen.
- Software-Entwickler mit ersten Azure-Erfahrungen, die ihr Wissen strukturieren möchten
- Backend-Entwickler, die zunehmend Cloud-Aufgaben übernehmen
- DevOps-Engineers, die ihren Entwicklungsfokus vertiefen
- Absolventen von Umschulungen im IT-Bereich mit Programmierkenntnissen
- IT-Consultants, die Azure-Entwicklungsprojekte begleiten
Solide Programmierkenntnisse in mindestens einer der Sprachen C#, Python, Java oder JavaScript/TypeScript sind erforderlich. Microsoft empfiehlt außerdem Grundkenntnisse der Azure-Plattform, wie sie etwa durch eine AZ-900-Zertifizierung oder vergleichbare praktische Erfahrung erworben werden können. Kenntnisse in der Arbeit mit REST APIs und grundlegendes Verständnis von Cloud-Konzepten (Skalierung, Verfügbarkeitszonen, Managed Services) erleichtern den Einstieg.
Ablauf & Abschluss
Die Weiterbildung wird im Combined-Learning-Format durchgeführt. Synchrone Lernphasen mit Live-Demonstrationen wechseln sich mit eigenverantwortlichem Selbststudium ab, in dem die Teilnehmer Azure-Dienste in ihrer eigenen Sandbox-Umgebung erkunden und die gezeigten Muster selbstständig reproduzieren. Dieses Format ermöglicht eine flexible Gestaltung des Lernprozesses und kommt der unterschiedlichen Vorkenntnissituation der Teilnehmer entgegen. Coding-Sessions, Q&A-Runden und Praxis-Labs wechseln sich ab.
Die Weiterbildung dauert mehr als eine Woche bis maximal einen Monat. Das genaue Stundenvolumen variiert je nach Anbieter und Termin. Die Kurse werden überwiegend als Vollzeitformat angeboten.
Nach dem Kursabschluss erhalten die Teilnehmer ein Lehrgangszertifikat. Das Hauptziel ist die externe Microsoft-Zertifizierungsprüfung AZ-204, die bei einem autorisierten Prüfungscenter abgelegt wird. Bei Bestehen erwerben die Teilnehmer den Titel Microsoft Certified: Azure Developer Associate.
Nutzen & Perspektiven
Die Azure Developer Associate-Zertifizierung ist eine der meistgefragten Cloud-Qualifikationen in Deutschland. Angesichts der fortschreitenden Migration von Unternehmensanwendungen in die Cloud suchen Unternehmen intensiv nach Entwicklern, die Azure-Dienste nicht nur oberflächlich kennen, sondern strukturiert einsetzen können. Die Zertifizierung belegt diese Fähigkeit gegenüber Arbeitgebern und Kunden auf international verständliche Weise. Das breite Spektrum der AZ-204-Inhalte macht die Qualifikation besonders wertvoll: Wer alle Prüfungsbereiche beherrscht, kann in verteilten Teams flexibel eingesetzt werden — sei es in der Backend-Entwicklung, im DevOps-Umfeld oder in der Lösungsarchitektur. Das Prüfungswissen ist kein Selbstzweck, sondern korreliert eng mit den realen Anforderungen moderner Cloud-Projekte. Die Ergänzung durch Microsoft Teams schärft zudem das Verständnis dafür, wie Entwickler Azure-Anwendungen sinnvoll in die Arbeitsumgebung ihrer Nutzer einbetten können. Wer Azure-Lösungen baut und gleichzeitig Teams als Oberfläche oder Benachrichtigungskanal einsetzen kann, bietet in Projekten mehr Gestaltungsspielraum und stärkere Nutzerbindung.
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Was lernt man in der AZ-204-Vorbereitung konkret?
Der Kurs deckt alle AZ-204-Prüfungsbereiche ab: Azure Compute (VMs, Container, App Service, Functions), Datenspeicherung (Blob, Cosmos DB, SQL), Sicherheit (Key Vault, Managed Identity, OAuth), Messaging (Service Bus, Event Grid, Event Hubs) sowie Monitoring und Optimierung mit Application Insights und Azure Monitor.
Welche Programmierkenntnisse werden vorausgesetzt?
Solide Kenntnisse in mindestens einer Sprache — C#, Python, Java oder JavaScript/TypeScript — sind erforderlich. Die Kursbeispiele und Praxis-Labs setzen voraus, dass die Grundprinzipien von Programmierung, REST APIs und objektorientiertem Design bereits bekannt sind.
Brauche ich eine AZ-900-Zertifizierung als Voraussetzung?
Formal ist AZ-900 keine Pflichtvoraussetzung für AZ-204. Microsoft empfiehlt jedoch Azure-Grundkenntnisse, wie sie AZ-900 vermittelt. Wer Azure noch nicht kennt, sollte sich vor dem Kurs mit den Basiskonzepten (Regionen, Ressourcengruppen, Compute/Storage/Networking) vertraut machen.
Warum ist Teams Teil eines Azure-Developer-Kurses?
Teams ist in vielen Unternehmen die Hauptoberfläche für Kommunikation und Benachrichtigungen. Azure-Entwickler, die verstehen, wie Webhooks, Bots und App-Tabs in Teams integriert werden, können Azure-gestützte Lösungen direkt im Arbeitskontext der Nutzer verankern — ohne separate Benachrichtigungskanäle aufbauen zu müssen.
Wie lange gilt das AZ-204-Zertifikat?
Microsoft-Zertifizierungen haben eine Gültigkeitsdauer, nach der eine Erneuerung über ein kostenloses Renewal Assessment auf Microsoft Learn erforderlich ist. Das Assessment kann online abgelegt werden und stellt sicher, dass die Kenntnisse mit dem aktuellen Stand der Azure-Plattform übereinstimmen.
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