Überblick
Die Zertifizierung AZ-305 richtet sich an erfahrene IT-Fachleute, die Microsoft Azure nicht nur administrieren, sondern umfassende Cloud-Infrastrukturarchitekturen entwerfen. Wer AZ-305 besteht, trägt den Titel „Microsoft Certified: Azure Solutions Architect Expert" und gehört damit zur Elite der Azure-Fachkräfte. Die Prüfung verlangt ein tiefes Verständnis für Architekturdisziplinen: Identität und Zugriff, Datenspeicher, Netzwerktopologien, Monitoring, Business Continuity und Migrationspfade. Diese Weiterbildung vermittelt alle prüfungsrelevanten Domänen systematisch und verbindet sie mit realen Architekturentscheidungen. Zwei Anbieter setzen den Kurs mit über 41 Durchführungen um.
Kursinhalte & Lernziele
Identitäts- und Zugriffsarchitektur Identität ist die erste Verteidigungslinie jeder Cloud-Infrastruktur. AZ-305 prüft diesen Bereich tief: Wann setzt man Azure Active Directory (Entra ID) ein, wann hybride Identitätslösungen? Welche RBAC-Rollenmodelle sind skalierbar? Wie werden externe Identitäten (B2B, B2C) in Unternehmensarchitekturen integriert?
- Microsoft Entra ID: Verzeichnisdienst, Mandanten und Domänen
- Hybride Identität: Azure AD Connect, Pass-Through Authentication, Federation
- RBAC: Built-in Roles, Custom Roles, Scope-Management
- Azure AD B2B und B2C: Externe Benutzer und Kundenidentitäten
- Conditional Access Policies und MFA-Integration
- Privileged Identity Management (PIM) für Just-in-Time-Zugriffe
Datenspeicher und Datenarchitekturen Azure bietet ein breites Spektrum an Speicherdiensten — von Azure Blob Storage über Cosmos DB bis zu Azure SQL Managed Instance. Als Architekt wählt man nicht den bekannten Dienst, sondern den situativ richtigen. Dieser Block erarbeitet die Entscheidungslogik für verschiedene Datenmuster und Konsistenzanforderungen.
- Azure Storage: Blob, File, Queue, Table — Einsatzbereiche und Tiering
- Relationale Daten: Azure SQL Database vs. SQL Managed Instance vs. PostgreSQL Flexible Server
- NoSQL und globale Verteilung: Cosmos DB-Konsistenzmodelle und Partitionierungsstrategien
- Analytische Architekturen: Azure Synapse, Data Lake Storage Gen2, Delta Lake
- Datensicherheit: Encryption at Rest/in Transit, Customer-Managed Keys, Private Endpoints
- Backup-Strategien: Recovery Services Vault, Point-in-Time Restore, Geo-Redundanz
Netzwerkarchitektur und Hybridkonnektivität Netzwerktopologie ist ein zentrales AZ-305-Thema. Enterprise-Umgebungen verbinden On-Premises-Rechenzentren, Azure-Landing-Zones und externe Dienste — ohne die richtige Netzwerkarchitektur entstehen Engpässe, Sicherheitslücken und unkontrollierbare Kosten.
- Virtual Networks: Subnetze, NSGs, UDRs und Service Endpoints
- Hub-and-Spoke-Topologie mit Azure Firewall als zentralem Egress
- Azure Virtual WAN für große Multi-Region-Deployments
- Hybridkonnektivität: VPN Gateway vs. ExpressRoute (Latenz, SLA, Kosten)
- DNS-Architektur: Private DNS Zones, Resolver und Split-Brain-DNS
- Azure Front Door, Traffic Manager und Application Gateway für globales Load Balancing
Business Continuity, Monitoring und Migration Architekturen müssen nicht nur im Normalbetrieb funktionieren, sondern auch bei Ausfällen stabil bleiben und vollständig beobachtbar sein. Dieser Block deckt Hochverfügbarkeit, Monitoring-Architekturen und strukturierte Migrationsansätze ab.
- Recovery Time Objective (RTO) und Recovery Point Objective (RPO) als Architekturparameter
- Azure Site Recovery für VM-Replikation und Failover-Planung
- Azure Monitor, Log Analytics Workspaces und Alerts konfigurieren
- Application Insights für Application-Level-Observability
- Migrations-Frameworks: Azure Migrate, Database Migration Service
- Cloud Adoption Framework und Landing Zone Acceleratoren
Architekturentscheidungen werden im Kurs nicht nur erklärt, sondern aktiv in Designaufgaben erprobt. Repräsentative Anwendungsszenarien aus dem Kursverlauf sind unter anderem diese.
- Komplette Referenzarchitektur für eine dreischichtige Webanwendung in Azure entwerfen
- Hub-and-Spoke-Netzwerktopologie in einem Whiteboard-Szenario planen und begründen
- Datenspeicher-Entscheidungsmatrix für verschiedene Workload-Typen aufstellen
- Business-Continuity-Plan (BCP) für ein fiktives Unternehmen mit definierten RTO/RPO-Werten ausarbeiten
- Identitätsarchitektur mit RBAC-Modell und PIM für eine Multi-Team-Organisation entwerfen
- Monitoring-Stack für eine Azure-Landingzone konzipieren
- Kostenkalkulation mit dem Azure Pricing Calculator für eine vorgegebene Architektur
- Migrationspfade für On-Premises-Workloads gegenüberstellen und begründen
- Security-Baseline nach CIS oder NIST auf eine Azure-Umgebung anwenden
- AZ-305-Prüfungsfragen in thematischen Blöcken analysieren und Antwortlogik erarbeiten
- Case Study aus dem AZ-305-Prüfungsformat (kombinierte Szenarien) vollständig durcharbeiten
- Peer-Review einer vorhandenen Azure-Architektur mit dem Well-Architected Framework
Die Praxissequenzen orientieren sich am AZ-305-Prüfungsformat, das Case Studies und Situationsaufgaben stärker gewichtet als reine Wissensfragen. Wer die Architekturentscheidungen im Kurs konsequent durchdenkt und begründet, ist auf die reale Prüfungssituation besser vorbereitet als jemand, der nur Fakten auswendig lernt. Abschließend werden die zentralen AZ-305-Architekturdomänen nochmals übergreifend verbunden — denn in der Prüfung (und in der Praxis) existieren Identität, Netzwerk, Daten und Resilienz nicht getrennt, sondern als integriertes System.
Lernziele:
- Azure-Architekturprinzipien und das Well-Architected Framework als Designgrundlage anwenden
- Identitäts- und Zugriffsarchitekturen mit Azure Active Directory, Entra ID und RBAC entwerfen
- Datenspeicherlösungen für strukturierte, semi-strukturierte und unstrukturierte Daten architektieren
- Hochverfügbarkeits- und Disaster-Recovery-Konzepte in Azure umsetzen
- Netzwerkarchitekturen mit Virtual Networks, Peering, Hub-and-Spoke und Azure Firewall planen
- Migrations-Strategien (Lift-and-Shift, Refactoring, Modernisierung) gegenüber abwägen
- Monitoring- und Observability-Lösungen mit Azure Monitor, Log Analytics und Application Insights gestalten
- Infrastruktur-Sicherheitskonzepte mit Microsoft Defender for Cloud und Zero-Trust-Modell einplanen
- Landing-Zone-Konzepte und Enterprise-Scale-Architekturen verstehen
- Kosten- und Performance-Tradeoffs bei Architekturentscheidungen bewusst berücksichtigen
- Lösungsarchitekturen dokumentieren und gegenüber Stakeholdern kommunizieren
Zielgruppe & Voraussetzungen
Diese Weiterbildung richtet sich an erfahrene Cloud- und Infrastruktur-Fachkräfte, die in Richtung Cloud-Architektur wechseln oder ihre bestehende Architektentätigkeit durch den Expert-Titel formell belegen möchten.
- Azure-Administratoren mit Vorkenntnissen, die auf die Architekten-Ebene wechseln wollen
- IT-Architekten mit On-Premises-Hintergrund, die in die Cloud-Architektur einsteigen
- Cloud Engineers, die ihr Verständnis für übergreifende Architekturentscheidungen vertiefen
- Systemarchitekten in Unternehmen, die Azure als primäre Cloud-Plattform nutzen
- IT-Fachkräfte, die den Titel „Microsoft Certified: Azure Solutions Architect Expert" anstreben
Die AZ-305-Prüfung setzt fundierte Kenntnisse von Azure-Diensten voraus. Empfohlen wird der vorherige Erwerb der AZ-104-Zertifizierung (Microsoft Certified: Azure Administrator Associate) oder gleichwertige praktische Erfahrung mit Azure-Administration. Allgemeine Netzwerk-, Speicher- und Virtualisierungskenntnisse aus einer On-Premises-Umgebung sind ebenfalls hilfreich. Deutschkenntnisse in Wort und Schrift sowie solide englische Lesekompetenz (Prüfung und Dokumentation auf Englisch) werden vorausgesetzt.
Ablauf & Abschluss
Der Kurs folgt einer lernzielorientierten Struktur, die sich an den offiziellen AZ-305-Prüfungsdomänen ausrichtet. Theoretische Einheiten mit Architekturdiskussionen wechseln sich mit praktischen Designaufgaben ab. Ein wesentlicher Bestandteil ist die Analyse realer Case Studies aus dem Prüfungsformat: Teilnehmende lernen, Architekturentscheidungen zu treffen, schriftlich zu begründen und unter Zeit- und Informationsdruck zu dokumentieren.
Der Kurs ist auf die Vorbereitung auf eine externe Microsoft-Prüfung ausgerichtet. Dauer und Zeitrahmen variieren je nach Anbieter und Durchführungsformat. Die Prüfung AZ-305 wird extern bei einem Microsoft-akkreditierten Testcenter oder per Online-Proctoring abgelegt — getrennt vom Kursabschluss.
Der Kurs schließt mit einer qualifizierten Teilnahmebescheinigung des Anbieters ab. Das Ziel ist die externe Microsoft-Zertifizierungsprüfung AZ-305, deren Bestehen zur Auszeichnung „Microsoft Certified: Azure Solutions Architect Expert" führt. Diese Zertifizierung wird direkt von Microsoft vergeben, ist international anerkannt und muss nach einer festgelegten Gültigkeitsdauer erneuert werden. Anmeldung und Gebühr für die externe Prüfung werden separat geregelt.
Nutzen & Perspektiven
Die Nachfrage nach Azure-Lösungsarchitekten ist in Deutschland und Europa konstant hoch. Viele Unternehmen verlagern ihre Infrastruktur in die Cloud, ohne ausreichend eigenes Architektur-Know-how zu besitzen — qualifizierte Azure-Architekten füllen diese Lücke. Der Expert-Titel AZ-305 ist eines der wenigen Microsoft-Zertifikate, das in Stellenanzeigen explizit als Anforderung genannt wird, und wirkt als klares Differenzierungsmerkmal gegenüber allgemein ausgebildeten Cloud-Administratoren. Für die berufliche Weiterentwicklung bietet AZ-305 außerdem einen natürlichen Anschluss an spezialisierte Expert-Zertifizierungen wie AZ-700 (Networking), SC-100 (Cybersecurity Architect) oder DP-203 (Data Engineering). Wer die Architekturbreite des AZ-305 beherrscht, kann sich darauf aufbauend in eine bevorzugte Tiefenspezialisierung entwickeln — sei es Sicherheitsarchitektur, Datenstrategie oder Netzwerkdesign. Schließlich verändert das AZ-305-Niveau den beruflichen Gesprächsmodus: Architekten sprechen mit Entwicklern, Sicherheitsteams, Datenbankadministratoren und Geschäftsführung auf Augenhöhe — sie übersetzen technische Entscheidungen in Geschäftsziele und umgekehrt. Diese Kommunikations- und Synthesekompetenz, nicht das reine Prüfungswissen, ist der langfristige Nutzen einer ernsthaften Auseinandersetzung mit den AZ-305-Inhalten.
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Ist AZ-104 eine Pflichtvoraussetzung für diesen Kurs?
Keine formale Pflicht, aber eine starke Empfehlung. AZ-305 setzt Azure-Administrationskenntnisse voraus, die dem AZ-104-Niveau entsprechen. Wer ohne diese Grundlage einsteigt, wird erhebliche Lücken im Kurs spüren. Praktische Erfahrung mit Azure-Diensten kann die Zertifizierung ersetzen, wenn sie dem geforderten Niveau entspricht.
Wie schwer ist die AZ-305-Prüfung im Vergleich zu anderen Azure-Prüfungen?
AZ-305 gilt als eine der anspruchsvollsten Azure-Prüfungen, weil sie nicht Einzeldienste abfragt, sondern übergreifende Architekturentscheidungen in komplexen Szenarien. Case Studies mit 15–30 Fragen zu einem Szenario sind typisch. Technisches Wissen allein reicht nicht — Entscheidungslogik und Abwägung von Kompromissen sind entscheidend.
Wie lange ist die AZ-305-Zertifizierung gültig?
Microsoft-Expert-Zertifizierungen müssen regelmäßig erneuert werden. Seit der Umstellung auf das Renewal-Modell können Inhaber ihre Zertifizierung jährlich kostenlos durch eine Online-Erneuerungsprüfung verlängern, ohne erneut die vollständige Prüfung ablegen zu müssen.
Welche Karrierewege eröffnet AZ-305?
Azure Solutions Architect ist eine der meistgesuchten Cloud-Rollen in Deutschland. Typische Stellen sind Principal Cloud Architect, Lead Cloud Engineer, Cloud Consultant oder Technology Architect in Unternehmen mit Azure-First-Strategie. Viele Inhaber des Titels arbeiten als externe Berater mit entsprechend hohem Stundensatz.
Wird die Prüfungsgebühr durch den Kurs abgedeckt?
In der Regel nicht. Kursgebühr und Microsoft-Prüfungsgebühr werden separat abgerechnet. Die Prüfung wird bei einem akkreditierten Pearson VUE-Testcenter oder per Online-Proctoring abgelegt und eigenverantwortlich angemeldet. Fragen Sie beim Anbieter nach eventuellen Voucher-Angeboten.
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