Überblick
AZ-305 ist das Herzstück des Wegs zur Zertifizierung Azure Solutions Architect Expert. Der Kurs richtet sich an erfahrene Cloud-Fachleute, die bereits über fundierte Administrationskenntnisse in Azure verfügen — typischerweise auf Basis der AZ-104-Zertifizierung — und nun den nächsten Schritt in Richtung Architektur und Lösungsdesign gehen. Im Mittelpunkt steht die Fähigkeit, komplexe Azure-Infrastrukturen von Grund auf zu konzipieren: ressourcenschonend, ausfallsicher, skalierbar und den Anforderungen moderner Unternehmens-IT gewachsen. Anhand von Fallstudien und praxisnahen Szenarien werden reale Architekturentscheidungen durchgespielt und bewertet.
Kursinhalte & Lernziele
Governance und Identität Jede tragfähige Azure-Architektur beginnt mit einer durchdachten Governance-Strategie. Dieser Abschnitt behandelt Azure Policy, Management Groups, RBAC und die Integration von Azure Active Directory in hybride Umgebungen. Die Teilnehmer lernen, Compliancevorgaben in Designentscheidungen zu übersetzen.
- Azure Policy und Initiatives definieren und zuweisen
- Verwaltungshierarchien mit Management Groups strukturieren
- Azure Active Directory für hybride Identitätsszenarien konfigurieren
- Conditional Access und Identity Protection als Sicherheitsschicht einplanen
- Privileged Identity Management (PIM) für administrative Zugriffe berücksichtigen
- Landing-Zone-Konzepte und Cloud Adoption Framework als Rahmen verstehen
Compute und Anwendungsarchitektur Azure bietet eine breite Palette von Compute-Diensten — von klassischen Virtual Machines bis zu serverlosem Betrieb. Dieser Block vergleicht die Ansätze systematisch und schult das Urteilsvermögen, welche Lösung für welchen Workload passt. Besondere Aufmerksamkeit gilt modernen Container-Plattformen und ereignisgesteuerten Architekturen.
- Virtual Machines, VMSS und Availability Sets für hochverfügbare Workloads planen
- App Service und Azure Kubernetes Service im Architekturvergleich bewerten
- Azure Container Apps und Azure Functions für ereignisgesteuerte Szenarien einsetzen
- Microservice-Architekturen auf Azure entwerfen und Abhängigkeiten managen
- API Management als Integrationsschicht für heterogene Anwendungslandschaften nutzen
- Event-Driven-Design mit Azure Event Grid, Service Bus und Event Hub realisieren
Speicher, Daten und Integration Azure Storage ist weit mehr als Blob-Speicher — der Abschnitt behandelt das gesamte Spektrum von relationalen Datenbanken über NoSQL bis hin zu Data Lake und Messaging. Integrationspipelines für analytische und operative Workloads werden im Kontext realer Architekturentscheidungen besprochen.
- Azure SQL Database, Managed Instance und Cosmos DB für verschiedene Datenmodelle auswählen
- Azure Blob Storage, Data Lake Storage Gen2 und Azure Files differenziert einsetzen
- Datenbankreplikation, Georedundanz und Skalierungsoptionen vergleichen
- Azure Data Factory und Synapse Analytics für Datenintegration und -analyse einbinden
- Speichersicherheit mit Zugriffsschlüsseln, SAS-Tokens und Private Endpoints gewährleisten
- Archivierungsstrategien und Lifecycle-Management für kosteneffiziente Datenhaltung umsetzen
Netzwerk, Business Continuity und Migration Netzwerkdesign entscheidet wesentlich über Leistung, Sicherheit und Betriebsstabilität einer Azure-Lösung. Dieser Abschnitt schließt mit den Themen Business Continuity und Migrationsstrategien ab — zwei Bereiche, die in der AZ-305-Prüfung besonders praxisnah abgefragt werden.
- Hub-and-Spoke-Topologien und Virtual WAN für Unternehmensumgebungen planen
- Azure Firewall, DDoS Protection und Network Security Groups kombiniert einsetzen
- VPN Gateway und ExpressRoute für hybride Konnektivität dimensionieren
- Azure Load Balancer, Application Gateway und Front Door im Architekturvergleich positionieren
- Azure Backup und Azure Site Recovery für Recovery-Ziele (RPO/RTO) konfigurieren
- Migrationspfade mit Azure Migrate, Database Migration Service und Cloud Adoption Framework strukturieren
Praxis und Fallstudien Die Verbindung von Theorie und konkretem Architekturentwurf erfolgt in diesem Abschnitt anhand komplexer, mehrschichtiger Szenarien. Die Teilnehmer analysieren vorgegebene Anforderungen, treffen begründete Designentscheidungen und dokumentieren ihre Architekturen.
- Anforderungsanalyse für hybride Unternehmensarchitekturen durchführen
- Architekturdiagramme mit Azure Well-Architected Framework bewerten
- Kostenabschätzungen für Architekturalternativen erstellen und vergleichen
- Ausfallsicherheits- und Redundanzkonzepte in Szenarien mit definierten SLAs entwickeln
- Sicherheitsrelevante Designentscheidungen im Kontext von Zero-Trust begründen
- Migrationsszenarien von On-Premises nach Azure schrittweise konzipieren
- Monitoring-Konzepte mit Azure Monitor, Log Analytics und Application Insights planen
- Multi-Tier-Anwendungsarchitekturen end-to-end entwerfen und kritisch bewerten
- Governance-Strukturen für Multi-Subscription-Umgebungen aufbauen
- Netzwerksegmentierungskonzepte für sensible Workloads entwickeln
- Datenschutz- und Complianceanforderungen in technische Designelemente übersetzen
- Designentwürfe präsentieren und anhand von Reviewfeedback überarbeiten
Das Fallstudienformat greift bewusst die Prüfungslogik von AZ-305 auf, bei der keine isolierten Fakten abgefragt werden, sondern zusammenhängende Architekturentscheidungen bewertet werden. Die Auseinandersetzung mit echten Unternehmensszenarien schärft das analytische Denken und bereitet auf die Case-Study-Abschnitte des Exams gezielt vor. Abschließend werden alle Kursbereiche in einer integrativen Übungsaufgabe zusammengeführt, bei der die Teilnehmer eine vollständige Azure-Referenzarchitektur unter Berücksichtigung von Kosten, Sicherheit, Verfügbarkeit und operativer Effizienz entwerfen und dokumentieren.
Lernziele:
- Anforderungen an Governance, Compliance und Datenschutz in Azure-Designs berücksichtigen
- Azure-Compute-Dienste (VMs, Container, Functions, App Service) gezielt auswählen und dimensionieren
- Anwendungsarchitekturen entwerfen, die Skalierbarkeit und Zuverlässigkeit verbinden
- Geeignete Speicherlösungen für strukturierte und unstrukturierte Daten auswählen
- Datenintegrationsdienste (Azure Data Factory, Azure Synapse Link) in Architekturpläne einbinden
- Identitäts- und Zugriffskonzepte mit Azure AD, RBAC und Conditional Access umsetzen
- Netzwerktopologien für Hub-and-Spoke, VPN-Gateway und ExpressRoute planen
- Business-Continuity-Strategien mit Backup, Site Recovery und Georedundanz konzipieren
- Migrationsstrategien für On-Premises-Workloads nach Azure bewerten und planen
- Kostenoptimierungsansätze bei der Architekturentscheidung einbeziehen
- Sicherheitsanforderungen auf Infrastruktur-, Netzwerk- und Anwendungsebene abbilden
- Architekturentwürfe im Hinblick auf die AZ-305-Prüfungsanforderungen strukturieren
Zielgruppe & Voraussetzungen
Dieser Kurs wendet sich an IT-Professionals mit solidem Azure-Hintergrund, die in die Rolle von Lösungsarchitekten wechseln oder ihre bisherige Tätigkeit um eine strategische Dimension erweitern möchten. Geeignet sind insbesondere
- Azure-Administratoren mit AZ-104-Zertifizierung oder vergleichbarer Praxiserfahrung
- Cloud Engineers, die von operativen Tätigkeiten in architekturnahe Aufgaben wechseln
- Solution Architects aus On-Premises-Umgebungen, die ihr Know-how auf Azure übertragen
- IT-Berater und technische Projektleiter mit Cloud-Fokus
- Führungskräfte im IT-Bereich, die strategische Cloud-Entscheidungen selbst fundiert treffen wollen
Vorausgesetzt werden belastbare Kenntnisse in der Azure-Administration, wie sie etwa durch die Zertifizierung AZ-104 Microsoft Azure Administrator oder vergleichbare Praxiserfahrung erworben werden. Die Teilnehmer sollten mit Azure-Kernkonzepten wie Virtual Networks, Abonnement-Strukturen, ARM-Templates und den gängigen Compute- und Speicherdiensten vertraut sein. Programmierkenntnisse sind keine Voraussetzung, ein grundlegendes Verständnis von DevOps-Prinzipien und Infrastructure-as-Code ist jedoch hilfreich. Der Kurs findet im Combined-Learning-Format statt und setzt die Bereitschaft voraus, zwischen Live-Unterrichtsphasen eigenständig zu üben und Fallstudien vorzubereiten.
Ablauf & Abschluss
Der Kurs verbindet theoretische Einheiten im virtuellen Klassenzimmer mit praktischen Fallstudien-Analysen, bei denen architektonische Entscheidungen unter realen Anforderungsbedingungen getroffen werden. Live-Unterricht wechselt mit betreuten Übungsphasen ab, in denen die Teilnehmer Azure-Dienste in eigenen Szenarien konfigurieren und bewerten. Das Combined-Learning-Format ermöglicht es, Kurszeiten sowohl von einem Center-Arbeitsplatz als auch aus dem Homeoffice wahrzunehmen. Die Lehrkräfte bringen eigene Projekterfahrung aus dem Azure-Architekturbereich mit, sodass die vermittelten Konzepte stets mit konkreten Implementierungsbeispielen verknüpft werden.
Die Kursdauer liegt in der Regel bei mehr als einer Woche bis zu einem Monat, überwiegend im Vollzeitformat. Einzelne Angebote sind auch in Teilzeit verfügbar. Die Modulstruktur erlaubt eine flexible Planung des Lernpfads in Abstimmung mit individuellen Vorkenntnissen.
Der Kurs bereitet auf die Microsoft-Zertifizierungsprüfung AZ-305 Designing Microsoft Azure Infrastructure Solutions vor, die extern bei einem autorisierten Prüfungszentrum abgelegt wird. Bei Bestehen erlangt man den Titel Microsoft Certified: Azure Solutions Architect Expert, sofern gleichzeitig die Voraussetzung AZ-104 oder AZ-303 erfüllt ist. Zusätzlich zur Zertifizierungsvorbereitung wird eine qualifizierte Teilnahmebescheinigung ausgestellt.
Nutzen & Perspektiven
Der Abschluss Azure Solutions Architect Expert ist eine der angesehensten Microsoft-Zertifizierungen im Cloud-Bereich und öffnet Türen zu Positionen mit erheblicher technischer und strategischer Verantwortung. Architects werden in Unternehmen aller Branchen gesucht, die ihre IT-Infrastruktur in die Cloud verlagern oder dort ausbauen — die Nachfrage nach qualifizierten Personen, die nicht nur konfigurieren, sondern konzipieren können, übersteigt das Angebot deutlich. Die Kombination aus breitem Themenspektrum (Netzwerk, Sicherheit, Daten, Compute, Migration) und dem integrativen Fallstudienansatz sorgt dafür, dass die erworbenen Fähigkeiten unmittelbar im beruflichen Alltag anwendbar sind. Die Teilnehmer entwickeln ein systematisches Denkmodell für Architekturentscheidungen, das über die reine Prüfungsvorbereitung hinaus Bestand hat. Für Unternehmen stellt die Investition in AZ-305-qualifizierte Mitarbeitende einen direkten Hebel für bessere Cloud-Governance, geringere Betriebskosten durch durchdachtes Design und reduzierte Abhängigkeit von externen Beratern dar. Wer diese Zertifizierung besitzt, bringt die Sprache der Architektur und die Sprache der Praxis zusammen — eine Kombination, die in Cloud-First-Organisationen zunehmend unverzichtbar wird.
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Welche Voraussetzungen brauche ich für den AZ-305-Kurs?
Empfohlen wird die AZ-104-Zertifizierung als Grundlage. Alternativ genügt vergleichbare praktische Erfahrung in der Azure-Administration, insbesondere mit Virtual Networks, RBAC und ARM-Templates. Programmierkenntnisse sind nicht erforderlich.
Was ist nach AZ-305 der nächste Schritt zur Expert-Zertifizierung?
AZ-305 ist neben AZ-104 (oder AZ-303) eine der beiden Bedingungen für den Titel Azure Solutions Architect Expert. Wer beide Prüfungen bestanden hat, erhält die Expert-Zertifizierung automatisch. Die Zertifizierung ist auf zwei Jahre befristet und kann über Microsoft-eigene Lernpfade erneuert werden.
Welche Themen sind in der AZ-305-Prüfung besonders gewichtet?
Die Prüfung AZ-305 setzt stark auf Case Studies, in denen komplexe Unternehmensanforderungen bewertet werden. Besonders häufig kommen Fragen zu Governance, Netzwerktopologien, Business Continuity sowie der Auswahl geeigneter Compute- und Speicherdienste vor. Das integrative Denken über Systemgrenzen hinweg ist entscheidend.
Kann der Kurs in Teilzeit besucht werden?
Ja, neben Vollzeitformaten sind in bestimmten Angeboten auch Teilzeitvarianten verfügbar. Der Unterricht findet im Combined-Learning-Format statt, das die Teilnahme sowohl vom Lernzentrum als auch aus dem Homeoffice ermöglicht.
Ist der Kurs förderfähig?
Je nach individueller Situation kann der Kurs über einen Bildungsgutschein der Bundesagentur für Arbeit gefördert werden, sofern der Anbieter AZAV-zertifiziert ist. Ob die persönlichen Voraussetzungen erfüllt sind, klärt man am besten direkt mit dem zuständigen Beratenden der Agentur für Arbeit.
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