Überblick
Azure-Netzwerke sind das Rückgrat jeder Cloud-Infrastruktur: Ohne eine durchdachte Netzwerkarchitektur lassen sich weder Sicherheitsanforderungen noch Performance-Ziele verlässlich erreichen. Der AZ-700-Kurs vermittelt das Fachwissen, das benötigt wird, um komplexe Azure-Netzwerklösungen professionell zu entwerfen und umzusetzen. Von virtuellen Netzwerken über hybride Verbindungsszenarien bis hin zu fortgeschrittenen Sicherheitskonzepten deckt der Kurs alle Bereiche ab, die für die Zertifizierungsprüfung AZ-700 und die Berufsrolle des Azure Network Engineer Associate relevant sind.
Kursinhalte & Lernziele
Virtuelle Netzwerke und Konnektivität Azure Virtual Networks (VNets) bilden die Grundlage jeder Cloud-Infrastruktur. In diesem Modul werden Planung, Entwurf und Konfiguration von VNets behandelt, inklusive Adressraumplanung, Subnetzierung und Routing.
- Virtuelle Netzwerke und Subnetze anlegen und konfigurieren
- Adressräume planen und IP-Adressbereiche zuweisen
- VNet-Peering: lokales und globales Peering konfigurieren
- Hub-Spoke-Netzwerktopologien entwerfen und implementieren
- Benutzerdefinierte Routentabellen (UDR) erstellen und anwenden
- Netzwerkvirtualisierungsgeräte (NVAs) in Netzwerkarchitekturen einbinden
Hybride Konnektivität und Gateway-Technologien Hybrid-Cloud-Szenarien, bei denen On-Premises-Netze sicher mit Azure verbunden werden, sind in der Praxis weit verbreitet. Dieses Modul deckt alle gängigen Verbindungstechnologien ab.
- Azure VPN Gateway: Site-to-Site- und Point-to-Site-VPN einrichten
- VPN-Redundanz mit aktiv-aktiven Konfigurationen umsetzen
- Azure ExpressRoute: private Verbindungen zu Rechenzentren planen
- ExpressRoute-Schaltkreise, Peering und Routing konfigurieren
- ExpressRoute Global Reach und FastPath verstehen und einsetzen
- Azure Virtual WAN für verteilte Unternehmensnetze einsetzen
Lastverteilung und Anwendungsbereitstellung Für hochverfügbare Anwendungen sind durchdachte Load-Balancing-Architekturen unerlässlich. Dieses Modul behandelt alle Azure-Lastverteilungsdienste und ihre Anwendungsfälle.
- Azure Load Balancer (Layer 4): intern und extern konfigurieren
- Azure Application Gateway (Layer 7): HTTP/HTTPS-Routing einrichten
- Web Application Firewall (WAF) aktivieren und Regelwerke konfigurieren
- Azure Traffic Manager: DNS-basiertes globales Load Balancing umsetzen
- Azure Front Door: globale Anwendungsbereitstellung mit CDN kombinieren
- Health Probes und Lastverteilungsregeln optimieren
Netzwerksicherheit und private Konnektivität Sicherheit ist kein optionales Add-on, sondern muss in jede Azure-Netzwerkarchitektur eingebettet sein. Dieses Modul widmet sich Sicherheitskontrollen, Firewalls und privater Dienstkonnektivität.
- Network Security Groups (NSGs): eingehende und ausgehende Regeln erstellen
- Application Security Groups für logische Gruppierung einsetzen
- Azure Firewall und Azure Firewall Manager konfigurieren
- Azure Firewall Premium und IDPS aktivieren
- Private Endpoints für Azure-PaaS-Dienste konfigurieren
- Service Endpoints und deren Unterschiede zu Private Endpoints verstehen
Praxisübungen und Zertifizierungsvorbereitung
- Vollständige Hub-Spoke-Netzwerkarchitektur in Azure Lab aufbauen
- Site-to-Site-VPN zwischen simuliertem On-Premises-Netz und Azure einrichten
- ExpressRoute-Peering-Konfiguration in der Simulationsumgebung testen
- Azure Firewall aktivieren und Datenverkehrsregeln für mehrstufige Anwendung erstellen
- Private Endpoint für Azure SQL Database konfigurieren und DNS-Auflösung testen
- Load Balancer-Szenario mit mehreren Backend-Instanzen aufbauen
- Network Watcher: IP-Fluss-Überprüfung und Verbindungsmonitor konfigurieren
- WAF-Regeln für OWASP-Angriffe aktivieren und mit Testwerkzeugen prüfen
- Azure Traffic Manager-Profil mit Geolocation-Routing erstellen
- NSG-Flow-Logs aktivieren und mit Log Analytics auswerten
- Prüfungssimulation mit AZ-700-spezifischen Szenarien durchführen
- Fehleranalyse typischer Netzwerkkonfigurationsprobleme üben
Die Labs werden in echten Azure-Umgebungen durchgeführt und orientieren sich an realen Unternehmensszenarien. Jede Übungseinheit schließt mit einer Reflexionsphase, in der Lernergebnisse und offene Fragen besprochen werden.
Lernziele:
Teilnehmende erwerben die Kompetenz, eigenständig skalierbare und sichere Netzwerkinfrastrukturen in Microsoft Azure zu entwerfen und zu implementieren. Im Einzelnen werden folgende Fähigkeiten aufgebaut.
- Virtuelle Netzwerke und Subnetze in Azure planen und konfigurieren
- VNet-Peering und Hub-Spoke-Architekturen umsetzen
- VPN-Gateways für Site-to-Site- und Point-to-Site-Verbindungen einrichten
- Azure ExpressRoute-Schaltkreise planen und konfigurieren
- Azure Load Balancer (intern und extern) bereitstellen und verwalten
- Azure Application Gateway und Web Application Firewall (WAF) einsetzen
- Azure Firewall und Azure Firewall Policy konfigurieren
- Network Security Groups (NSGs) und Application Security Groups einsetzen
- Private Endpoints und Service Endpoints für Azure-Dienste konfigurieren
- Azure DNS-Zonen und Namensauflösung in hybriden Umgebungen verwalten
- Network Watcher für Monitoring und Troubleshooting nutzen
- Kosten und Performance von Azure-Netzwerklösungen optimieren
Zielgruppe & Voraussetzungen
Der AZ-700-Kurs richtet sich an IT-Fachkräfte, die Azure-Netzwerke auf einem fortgeschrittenen Niveau planen und umsetzen möchten. Die Weiterbildung ist besonders geeignet für die folgenden Profile.
- Netzwerkingenieure, die von On-Premises-Netzwerken in die Azure-Cloud wechseln
- Azure-Administratoren, die sich auf Netzwerkthemen spezialisieren möchten
- Cloud-Architekten, die hybride und multi-region Netzwerkarchitekturen entwerfen
- IT-Consultants, die Azure-Netzwerkprojekte begleiten und verantworten
- IT-Fachkräfte, die das Zertifikat Azure Network Engineer Associate (AZ-700) erlangen möchten
Für eine erfolgreiche Teilnahme werden Azure-Grundkenntnisse auf dem Niveau des AZ-104 (Azure Administrator) vorausgesetzt. Zusätzlich sind praktische Kenntnisse in klassischer Netzwerkadministration erforderlich: TCP/IP, Routing-Protokolle, DNS, DHCP, Firewall-Konfiguration und Grundlagen der Netzwerksicherheit. Wer diese Kenntnisse mitbringt, kann dem Kurs ohne Verständnislücken folgen. Ein Beratungsgespräch vor Kursbeginn ermöglicht eine individuelle Einschätzung der Vorkenntnisse und die Erstellung eines passenden Lernplans.
Ablauf & Abschluss
Der Kurs wird im Combined Learning-Format durchgeführt und kombiniert instruktorengeführte Unterrichtseinheiten mit praktischen Lab-Übungen in Azure-Testumgebungen. Online-Seminar-Varianten ermöglichen eine ortsunabhängige Teilnahme. Der Schwerpunkt liegt auf dem praxisnahen Üben: Theorie wird unmittelbar in konkreten Konfigurationsaufgaben angewendet, die reale Unternehmensszenarien widerspiegeln. Lernmaterialien, Prüfungsübungen und Dokumentationen stehen digital zur Verfügung.
In Vollzeit wird der Kurs in der Regel innerhalb von zwei bis vier Wochen abgeschlossen. Teilzeit-Varianten ermöglichen eine berufsbegleitende Teilnahme über einen längeren Zeitraum. Der individuelle Starttermin kann mit dem Anbieter abgestimmt werden. Sowohl reines Online-Format als auch Combined Learning mit Präsenzphasen stehen zur Wahl.
Nach erfolgreichem Abschluss des Kurses stellt der Anbieter ein Lehrgangszertifikat aus. Das offizielle Microsoft-Zertifikat Azure Network Engineer Associate wird durch das Bestehen der AZ-700-Zertifizierungsprüfung erworben, die separat bei einem autorisierten Microsoft-Prüfungszentrum oder über Pearson VUE abgelegt wird. Das Herstellerzertifikat ist weltweit anerkannt und belegt die Kompetenz im Entwurf und der Implementierung von Azure-Netzwerklösungen.
Nutzen & Perspektiven
Azure-Netzwerkspezialistinnen und -spezialisten gehören zu den gefragtesten IT-Fachkräften auf dem Arbeitsmarkt. Mit wachsender Cloud-Adoption steigt der Bedarf an Fachleuten, die nicht nur einzelne Dienste kennen, sondern komplexe, unternehmensweite Netzwerkarchitekturen in Azure entwerfen können. Das AZ-700-Zertifikat gilt als Nachweis für genau diese Tiefe und öffnet Türen zu spezialisierten Rollen als Cloud-Netzwerkingenieur, Lösungsarchitekt oder Senior-Azure-Administrator. Die Inhalte des Kurses sind unmittelbar praxisrelevant: Hybride Vernetzung mit VPN und ExpressRoute, sichere Segmentierung mit Azure Firewall und NSGs sowie hochverfügbare Anwendungsbereitstellung mit Load Balancer und Application Gateway — das sind Aufgaben, die in fast jedem mittelgroßen bis großen Azure-Projekt anfallen. Wer diese Konzepte beherrscht, kann nicht nur Kosten und Risiken in Cloud-Projekten reduzieren, sondern wird schnell zur gefragten Ansprechperson bei Netzwerkfragen. Bei AZAV-zertifizierten Anbietern ist die Weiterbildung über einen Bildungsgutschein der Agentur für Arbeit oder des Jobcenters förderbar. Alternativ kommen je nach Beschäftigungsstatus das Qualifizierungschancengesetz, Leistungen zur beruflichen Rehabilitation oder Förderangebote der Deutschen Rentenversicherung in Betracht — so kann die Investition in die Weiterbildung deutlich reduziert oder vollständig übernommen werden.
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Was lerne ich im AZ-700-Kurs konkret?
Du erlernst den vollständigen Entwurf und die Implementierung von Azure-Netzwerkinfrastrukturen: von virtuellen Netzwerken und Subnetzen über VPN-Gateways und ExpressRoute bis hin zu Load Balancing, Azure Firewall, Network Security Groups und Private Endpoints. Der Kurs bereitet direkt auf die Prüfung AZ-700 vor und vermittelt dabei praxisnahe Fähigkeiten für reale Projektszenarien.
Welche Voraussetzungen sind für den Kurs erforderlich?
Empfohlen werden Azure-Kenntnisse auf AZ-104-Niveau sowie praktische Erfahrung mit klassischer Netzwerkadministration, also TCP/IP, Routing, DNS und Grundlagen der Netzwerksicherheit. Ohne diese Basis fällt es schwer, den Inhalten zu den fortgeschrittenen Azure-Netzwerkkonzepten zu folgen.
Welches Zertifikat erhalte ich nach dem Kurs?
Der Anbieter stellt ein Lehrgangszertifikat aus. Das offizielle Microsoft-Zertifikat Azure Network Engineer Associate erhältst du durch Bestehen der AZ-700-Prüfung bei einem zugelassenen Prüfungszentrum. Der Kurs bereitet dich gezielt auf diese Prüfung vor.
Ist der Kurs auch gefördert buchbar?
Bei AZAV-zertifizierten Anbietern ist eine Förderung über den Bildungsgutschein möglich. Auch das Qualifizierungschancengesetz, Leistungen zur beruflichen Rehabilitation oder Förderangebote der Deutschen Rentenversicherung können je nach Situation in Frage kommen. Eine Beratung durch die Agentur für Arbeit oder das Jobcenter klärt die persönliche Förderfähigkeit.
Was ist der Unterschied zwischen AZ-700 und AZ-104?
Der AZ-104 (Azure Administrator) deckt alle zentralen Azure-Verwaltungsaufgaben ab und legt dabei breite, aber nicht spezialisierte Netzwerkkenntnisse zugrunde. Der AZ-700 vertieft ausschließlich den Netzwerkbereich und behandelt fortgeschrittene Themen wie Hybrid-Konnektivität, ExpressRoute, Azure Firewall Premium und komplexe Load-Balancing-Szenarien, die im AZ-104 nicht in dieser Tiefe vorkommen.
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