Überblick
Der Kurs AZ-800 Administering Windows Server Hybrid Core Infrastructure vermittelt IT-Administratoren das Wissen, um zentrale Windows-Server-Workloads in hybriden Umgebungen zu verwalten — also in Szenarien, in denen On-Premises-Server und Azure-Cloud-Dienste gemeinsam betrieben werden. Thematisch deckt der Kurs Identitätsdienste, Netzwerkinfrastruktur, Speicherlösungen und Compute-Ressourcen in diesem hybriden Kontext ab. Er ist die direkte Vorbereitung auf die Microsoft-Prüfung AZ-800, eine von zwei Prüfungen für das Zertifikat „Microsoft Certified: Windows Server Hybrid Administrator Associate".
Kursinhalte & Lernziele
Modul 1: Hybride Identität und Verzeichnisdienste Active Directory ist das Rückgrat der meisten Unternehmens-IT. Dieser Block behandelt die Administration von AD DS in hybriden Szenarien, bei denen On-Premises-Verzeichnis und Azure-basierte Identitätsdienste koexistieren und über Microsoft Entra Connect synchronisiert werden.
- Active Directory Domain Services: Forests, Domains, Trusts und Replikation
- Azure AD Connect / Microsoft Entra Connect konfigurieren und überwachen
- Hybrid-Identitätsszenarien: Password Hash Sync, Pass-through Authentication, Federation
- Azure AD Application Proxy für On-Premises-Anwendungen
- Privileged Identity Management (PIM) und rollenbasierte Zugriffskontrolle
- Group Policy Objects in hybriden Umgebungen
Modul 2: Compute und Virtualisierung Hyper-V als Hypervisor-Plattform ist in vielen mittelständischen Rechenzentren die Basis für virtualisierte Workloads. Der Kurs behandelt sowohl die klassische Hyper-V-Konfiguration als auch neuere Konzepte wie Azure Stack HCI und die Verwaltung virtueller Maschinen über das Azure Portal.
- Hyper-V: virtuelle Switches, Storage und VM-Konfiguration
- VM-Clustering und Live-Migration in Hyper-V-Umgebungen
- Azure Stack HCI: hyperkonvergente Infrastruktur mit Azure-Integration
- Verwaltung von On-Premises-VMs über Azure Arc enabled Servers
- Windows Admin Center als zentrale Management-Konsole
- Azure Migrate für die Migration physischer und virtueller Server
Modul 3: Netzwerkinfrastruktur und Konnektivität Hybride Infrastrukturen setzen eine zuverlässige Netzwerkverbindung zwischen On-Premises und Cloud voraus. Dieser Block deckt sowohl klassische Netzwerkdienste auf Windows Server als auch die Anbindung an Azure-Netzwerkdienste ab.
- DNS-Server in hybriden Umgebungen konfigurieren (conditional forwarding, Azure DNS Integration)
- DHCP-Verwaltung und IP-Adressmanagement
- Remote Access Services: VPN, DirectAccess und Routing
- Azure VPN Gateway: Site-to-Site und Point-to-Site-Verbindungen
- Network Policy Server (NPS) und Radius-Authentifizierung
- Monitoring von Netzwerkverbindungen zwischen On-Premises und Azure
Modul 4: Speicher, Hochverfügbarkeit und Datensicherung Datenspeicherung und Datenverfügbarkeit sind kritische Aspekte jeder Infrastruktur. Der Kurs behandelt sowohl traditionelle Windows-Server-Speicherlösungen als auch die Integration mit Azure Storage und Azure Backup für hybride Szenarien.
- Storage Spaces und Storage Spaces Direct (S2D) konfigurieren
- Azure Files als netzwerkbasiertes Dateisystem bereitstellen
- Azure File Sync für Hybridszenarien einrichten
- Failover Clustering für Datei- und Anwendungsdienste
- Azure Backup für On-Premises-Server und Hyper-V-VMs konfigurieren
- Azure Site Recovery für Disaster-Recovery-Szenarien planen
Praxis-Block: Hybride Windows-Server-Szenarien
- Active Directory in einer Lab-Umgebung mit Azure AD Connect synchronisieren
- Azure Arc für einen On-Premises-Server aktivieren und über das Azure Portal verwalten
- Hyper-V-VM anlegen, konfigurieren und zwischen Hosts migrieren
- Windows Admin Center installieren und zur Verwaltung mehrerer Server nutzen
- Azure VPN Gateway: Site-to-Site-Tunnel zu einer simulierten On-Premises-Umgebung einrichten
- Storage Spaces Direct-Cluster mit zwei Knoten aufbauen
- Azure File Sync-Endpunkt konfigurieren und Synchronisierung testen
- Azure Backup für eine Windows-Server-Instanz aktivieren und Wiederherstellung simulieren
- Group Policy Objects für hybride Sicherheitsanforderungen entwerfen
- WSUS konfigurieren und Update-Compliance für eine Server-Gruppe überwachen
- PowerShell-Skript für automatisierte AD-Benutzerverwaltung erstellen
- Failover Cluster testen: Ausfall simulieren und automatischen Failover verifizieren
Im Praxisteil stehen konkrete Lab-Umgebungen zur Verfügung, in denen Windows-Server-Rollen und Azure-Dienste gemeinsam konfiguriert werden. Die Übungen spiegeln reale Verwaltungsaufgaben wider, wie sie in Unternehmen mit hybrider Infrastruktur täglich anfallen.
Lernziele:
- Active Directory Domain Services in On-Premises- und Azure-Hybrid-Szenarien verwalten
- Azure Active Directory (jetzt Microsoft Entra ID) mit On-Premises-AD verbinden und synchronisieren
- Windows Admin Center für zentralisiertes Server-Management einsetzen
- Hyper-V-Virtualisierung und virtuelle Maschinen konfigurieren und betreiben
- Azure Arc für die Verwaltung von On-Premises-Servern aus dem Azure Portal nutzen
- Netzwerkdienste in hybriden Umgebungen einrichten (DNS, DHCP, NPS)
- Hybrid-Netzwerkverbindungen über Azure VPN Gateway und ExpressRoute planen
- Storage-Lösungen mit Storage Spaces Direct und Azure-Integration bereitstellen
- Failover Clustering für Hochverfügbarkeit konfigurieren und testen
- Windows Server Update Services (WSUS) und Microsoft Update-Verwaltung betreiben
- Sicherheits- und Compliance-Anforderungen in hybriden Server-Umgebungen umsetzen
- PowerShell für Hybrid-Administrationsaufgaben gezielt einsetzen
Zielgruppe & Voraussetzungen
Der Kurs richtet sich an IT-Administratoren, die Windows-Server-Umgebungen betreuen und diese zunehmend mit Azure-Diensten integrieren müssen oder sollen.
- Systemadministratoren in Unternehmen, die On-Premises-Infrastruktur und Azure gemeinsam betreiben
- Windows-Server-Administratoren, die ihre Kenntnisse um hybride Szenarien erweitern wollen
- IT-Fachleute, die auf die Rolle des Hybrid Administrator vorbereitet werden
- Infrastrukturverantwortliche, die Hochverfügbarkeit und Disaster Recovery modernisieren wollen
- Netzwerk- und Storage-Administratoren mit Windows-Server-Bezug
Kenntnisse in Windows-Server-Administration sind Pflichtvoraussetzung: Domänenstrukturen, DNS, DHCP und die grundlegende Bedienung von Active Directory sollten vertraut sein. Praktische PowerShell-Erfahrung ist hilfreich, da viele Verwaltungsaufgaben in hybriden Szenarien über die Kommandozeile effizienter sind als über GUIs. Erste Berührungspunkte mit Azure-Grundkonzepten erleichtern den Einstieg in die Azure-bezogenen Kursanteile, sind aber kein zwingendes Kriterium.
Ablauf & Abschluss
Der Kurs wird im Combined-Learning-Format durchgeführt, bei dem Trainerinput und eigenständige Lab-Arbeit eng verzahnt sind. Übungen finden in dedizierten Lab-Umgebungen statt, die reale Hybrid-Szenarien nachbilden — mit echten Windows-Server-Instanzen und Azure-Testumgebungen. Der Kurs wird überwiegend in Teilzeit angeboten, sodass auch Berufstätige ihn neben ihrer Tätigkeit absolvieren können.
Der Kurs folgt dem offiziellen Microsoft-Lernpfad für AZ-800 und wird üblicherweise über mehrere Tage bis Wochen verteilt angeboten, abhängig vom gewählten Format (Vollzeit/Teilzeit). Die AZ-800-Prüfung wird separat bei einem Testcenter abgelegt.
Nach Abschluss des Kurses erhalten die Teilnehmenden ein trägerinternes Lehrgangszeugnis. Das offizielle Zertifikat „Microsoft Certified: Windows Server Hybrid Administrator Associate" erlangt man durch das Bestehen beider Prüfungen: AZ-800 (dieser Kurs) und AZ-801. Die Prüfungen werden bei einem von Microsoft autorisierten Testcenter abgelegt.
Nutzen & Perspektiven
Hybride Infrastrukturen sind in den meisten mittleren und großen Unternehmen inzwischen Realität: On-Premises-Server bleiben aus Compliance-, Latenz- oder Kostenerwägungen unverzichtbar, werden aber zunehmend mit Azure-Diensten für Backup, Identität und Management verzahnt. Administratoren, die diesen hybriden Betrieb sicher und effizient verantworten können, sind entsprechend gefragt. Das Windows Server Hybrid Administrator Associate-Zertifikat dokumentiert genau diese Hybridkompetenz: nicht nur klassische Windows-Server-Administration, sondern auch das Zusammenspiel mit Azure Arc, Azure Backup, Azure Site Recovery und Entra ID. Es ist damit ein klares Differenzierungsmerkmal gegenüber rein On-Premises ausgebildeten Administratoren. Darüber hinaus legt die AZ-800-Vorbereitung eine fundierte Basis für weitergehende Azure-Zertifizierungen, etwa im Bereich Azure-Administration (AZ-104) oder Azure-Infrastruktur (AZ-305), sodass der Kurs auch als Sprungbrett in eine breitere Cloud-Karriere genutzt werden kann.
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Auf welche Zertifizierung bereitet AZ-800 vor?
AZ-800 ist eine von zwei Prüfungen für das Zertifikat „Microsoft Certified: Windows Server Hybrid Administrator Associate". Die zweite Prüfung ist AZ-801 (Configuring Windows Server Hybrid Advanced Services). Wer beide Prüfungen besteht, erhält das vollständige Associate-Zertifikat.
Bezieht sich der Kurs auf Windows Server 2022?
Der Kurs deckt Windows Server 2022 als aktuelle Server-Version ab, behandelt aber die Konzepte versionsneutral, da viele Hybrid-Szenarien auch mit älteren Server-Versionen im Einsatz sind. Der Schwerpunkt liegt auf der hybriden Verwaltung mit Azure-Diensten.
Was bedeutet „hybrid" in diesem Kontext?
Hybride Infrastruktur bezeichnet Umgebungen, in denen On-Premises-Server (im eigenen Rechenzentrum) und Azure-Cloud-Dienste gemeinsam betrieben und zentral verwaltet werden. Typische Szenarien sind identitätsbezogene Verbundlösungen, Backup über Azure, Netzwerkanbindung per VPN und das Management über Azure Arc.
Benötige ich Azure-Kenntnisse?
Grundkenntnisse in Azure-Grundkonzepten (Ressourcengruppen, Abonnements, Azure Portal) sind hilfreich, da Azure-Dienste wie Azure Arc, Azure Backup und Azure Site Recovery Bestandteile des Kursplans sind. Tiefgehende Azure-Administration ist dagegen keine Voraussetzung.
In welchem Format wird der Kurs durchgeführt?
Der Kurs läuft überwiegend im Teilzeitformat, ist aber auch in Vollzeitvarianten verfügbar. Das Combined-Learning-Format kombiniert angeleiteten Unterricht mit praktischen Lab-Umgebungen.
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