Überblick
Dieser Kombinationslehrgang verbindet zwei inhaltlich unterschiedliche, aber beruflich komplementäre Qualifizierungen: Azure Data Engineer Associate (DP-203) und PRINCE2 Foundation. Der Azure-Teil bereitet auf die Microsoft-Prüfung DP-203 vor und vermittelt den aktuellen Datenplattform-Stack auf Azure — mit Azure Synapse Analytics, Azure Databricks, Azure Data Factory, Delta Lake, Azure Stream Analytics, Event Hubs und Azure Data Lake Storage Gen2. Der PRINCE2-Teil schließt die methodische Lücke: Data Engineering in Unternehmensumgebungen findet immer im Projektkontext statt, und PRINCE2 Foundation liefert das Vokabular und die Grundkonzepte für strukturiertes Projektmanagement. Die Kombination ist praxisnah: Wer als Azure Data Engineer in größeren Unternehmen arbeitet, wird unweigerlich mit Projektstrukturen und -governance konfrontiert.
Kursinhalte & Lernziele
Modul 1 — Azure Data Engineer Associate (DP-203) Das Azure-Modul deckt den vollständigen Inhalt der Microsoft-Prüfung DP-203 ab. Im Mittelpunkt stehen Entwurf und Implementierung moderner Datenlösungen auf der Azure-Plattform — von der Datenspeicherung über die Verarbeitung bis zur Sicherung und Überwachung. Alle behandelten Technologien entsprechen dem aktuellen Prüfungsinhalt von DP-203 und dem Stand der Azure-Datenplattform. Azure Synapse Analytics bildet die zentrale Plattform für die Integration von Data Warehousing und Apache Spark-basierter Big-Data-Verarbeitung. Das Modul zeigt, wie dedizierte SQL-Pools für analytische Workloads, serverlose SQL-Pools für Ad-hoc-Abfragen und Spark Pools für skalierbare Datentransformationen zusammenarbeiten.
- Synapse SQL-Pools: dedizierte Pools für Data Warehousing, serverlose Pools für explorative Analysen
- Synapse Pipelines als integriertes ETL/ELT-Werkzeug für Datenbewegung und -transformation
- Synapse Link für die Integration mit Azure Cosmos DB und Power BI
- Sicherheit in Synapse: Managed Identity, Firewall-Regeln, Row-Level Security, Column-Level Security
Azure Databricks ist die Apache-Spark-basierte Analyseplattform für datenintensive Workloads. Das Modul behandelt sowohl Batch- als auch Streaming-Szenarien und zeigt, wie Databricks in die übrige Azure-Datenarchitektur integriert wird.
- Databricks-Cluster: Cluster-Konfiguration, Auto-Scaling, Cluster-Richtlinien
- Spark DataFrames und SQL in Python und Scala für Datentransformationen
- Delta Lake: ACID-Transaktionen, Schema-Evolution, Time Travel, Merge-Operationen
- Structured Streaming in Databricks: Echtzeitverarbeitung von Event-Hubs-Daten
- Databricks-Jobs und Workflows für automatisierte Pipeline-Ausführung
- Integration mit Azure Data Lake Storage Gen2 und Unity Catalog
Azure Data Factory ist das zentrale ETL/ELT-Werkzeug für Datenbewegung und Orchestrierung auf Azure. Das Modul behandelt alle wesentlichen ADF-Komponenten von der Pipeline-Entwicklung bis zum Monitoring.
- Linked Services, Datasets und Integration Runtimes konfigurieren
- Datenpipelines mit Copy Activity, Data Flows und Custom Activities aufbauen
- Trigger-Typen: Schedule, Tumbling Window, Event-based Trigger
- Überwachung und Fehlerbehandlung in ADF-Pipelines
- Parametrisierung und CI/CD-Integration für Data Factory-Lösungen
- Verbindung zu On-Premises-Quellen über Self-Hosted Integration Runtime
Streaming und Echtzeit-Datenverarbeitung mit Azure Stream Analytics und Event Hubs. Dieses Kapitel behandelt die Verarbeitung von Echtzeit-Datenströmen — von der Ingestion bis zur Ausgabe in nachgelagerte Systeme.
- Azure Event Hubs: Partitionierung, Consumer Groups, Event-Capture in ADLS Gen2
- Stream Analytics-Jobs: Query-Sprache (SAQL), Tumbling-, Hopping- und Sliding-Window-Funktionen
- Ausgabe-Senken: Azure SQL, Synapse, Cosmos DB, Power BI, Event Hubs
- Latenz und Durchsatz in Streaming-Architekturen optimieren
Datenspeicherung und -sicherheit: Azure Data Lake Storage Gen2, Sicherheitskonzepte und Überwachung.
- ADLS Gen2: Hierarchisches Namespace, ACLs, Lifecycle-Management, Soft Delete
- Sicherheit: Azure Active Directory, Managed Identity, Shared Access Signatures, Key Vault-Integration
- Datenverschlüsselung at rest und in transit
- Azure Monitor, Diagnostic Logs und Alerts für Datenlösungen
- Performance-Optimierung: Partitionierung, Bucketing, Caching-Strategien in Synapse und Databricks
Modul 2 — PRINCE2 Foundation (inkl. Prüfung) PRINCE2 (PRojects IN Controlled Environments) ist eine prozessorientierte, skalierbare Projektmanagement-Methode, die weltweit in privaten Unternehmen und öffentlichen Behörden eingesetzt wird. Das Foundation-Modul vermittelt alle grundlegenden Konzepte und das Vokabular der Methode — als Einstiegsstufe und als Vorbereitung auf die Axelos Foundation-Prüfung. Für Data Engineers ist dieses Modul relevant, weil Data-Engineering-Initiativen und Datenplattformprojekte in größeren Organisationen fast immer im Rahmen formaler Projektstrukturen stattfinden.
- PRINCE2-Grundprinzipien: kontinuierliche geschäftliche Rechtfertigung, Lernen aus Erfahrungen, definierte Rollen, Management nach Ausnahmeprinzip, Produktorientierung, Phasenorientierung, Anpassung an die Projektumgebung
- PRINCE2-Themen: Business Case, Organisation, Qualität, Pläne, Risiken, Änderungen, Fortschritt
- PRINCE2-Prozesse: Vorbereitung des Projekts, Lenkung des Projekts, Initiierung des Projekts, Steuerung einer Phase, Managen der Produktlieferung, Managen von Phasengrenzen, Abschluss des Projekts
- Organisationsstruktur in PRINCE2: Lenkungsausschuss, Projektmanager, Teammanager, Projektsicherung
- Managementprodukte: Projektinitiierungsdokumentation, Phasenplan, Risikoregister, Qualitätsregister
- Vorbereitung auf die Axelos PRINCE2 Foundation-Prüfung
Lernziele:
- Datenplattform-Lösungen auf Azure entwerfen und implementieren — von Batch-Verarbeitung bis Streaming
- Azure Synapse Analytics für die Integration von Data Warehousing und Big-Data-Verarbeitung einsetzen
- Spark-basierte Transformationen mit Azure Databricks und Synapse Spark Pools aufbauen und optimieren
- ETL- und ELT-Pipelines mit Azure Data Factory entwickeln, überwachen und warten
- Delta Lake als Datenspeicher-Format für ACID-Transaktionen, Schema-Evolution und Time Travel nutzen
- Echtzeitdaten mit Azure Stream Analytics und Azure Event Hubs verarbeiten
- Azure Data Lake Storage Gen2 als skalierbare Datenspeicherebene konfigurieren und absichern
- Datensicherheit in Azure implementieren: Authentifizierung, Autorisierung, Datenverschlüsselung, Row-Level Security
- Datenlösungen überwachen, Fehler diagnostizieren und Performance optimieren
- Die Anforderungen der Microsoft-Prüfung DP-203 (Azure Data Engineer Associate) kennen und erfüllen
- Die Grundprinzipien, Prozesse, Themen und Managementprodukte von PRINCE2 Foundation beschreiben
- Den Zusammenhang zwischen PRINCE2-Strukturen und der Praxis von Data-Engineering-Projekten herstellen
Zielgruppe & Voraussetzungen
Dieser Lehrgang richtet sich an Fachkräfte mit Interesse an datenintensiver Cloud-Arbeit und strukturiertem Projektmanagement.
- Data Engineers, die auf die Microsoft DP-203-Prüfung vorbereitet sind und gleichzeitig Projektmanagement-Grundlagen benötigen
- Cloud-Entwickler und Solution Architects, die in Datenplattform-Projekten auf Azure tätig sind oder werden wollen
- ETL-Entwickler und Datenbankspezialisten, die auf moderne Azure-Datendienste umsteigen möchten
- Projektmanager in technischen Bereichen, die den Azure-Datenplattform-Stack aus erster Hand kennenlernen wollen
- Berufstätige, die das Qualifizierungschancengesetz für eine Neuqualifizierung im Cloud-Bereich nutzen
Für den Azure-Teil werden Grundkenntnisse in Azure-Cloud-Diensten, Datenbankkonzepten und SQL empfohlen. Kenntnisse in Python oder Scala sind für die Spark-Einheiten hilfreich, aber keine Pflicht. Für PRINCE2 Foundation bestehen keine formalen Eingangsvoraussetzungen; allgemeine Projekterfahrung erleichtert das Verständnis. Vor Seminarbeginn findet ein Beratungsgespräch statt, das individuelle Vorkenntnisse und Lernziele klärt.
Ablauf & Abschluss
Der Lehrgang findet im Combined-Learning-Format statt, meist in Vollzeit mit teilweisem Teilzeitangebot. Das Azure-Modul verbindet konzeptuelle Einführungen mit praktischen Laboren, in denen Teilnehmende auf Azure-Umgebungen arbeiten und reale Datenszenarien umsetzen. Das PRINCE2-Modul ist stärker konzeptuell und prüfungsorientiert ausgerichtet. Die beiden Module sind inhaltlich getrennt, werden aber in Bezug auf ihren gemeinsamen Anwendungskontext — Data-Engineering-Projekte in Unternehmensumgebungen — verknüpft.
Der Lehrgang dauert im Vollzeitformat mehr als einen Monat; manche Anbieter bieten auch Teilzeitvarianten an, die die Laufzeit entsprechend verlängern. Das Azure-DP-203-Modul ist inhaltlich umfangreicher als das PRINCE2-Foundation-Modul; der Schwerpunkt liegt auf den technischen Azure-Diensten. Die genaue Stundenzahl variiert je nach Anbieter und wird im Beratungsgespräch vor Kursbeginn besprochen.
Zwei separate Zertifizierungen sind das Ziel: das Microsoft-Herstellerexamen DP-203, das nach bestandener Prüfung das Zertifikat „Microsoft Certified: Azure Data Engineer Associate" vergibt, und die Axelos/PeopleCert PRINCE2 Foundation-Zertifizierung. Beide Prüfungen werden unabhängig voneinander abgelegt — bei Microsoft (DP-203) und bei Axelos/PeopleCert (PRINCE2). Der Bildungsträger stellt zusätzlich ein Lehrgangszertifikat aus, das die vollständige Kursteilnahme dokumentiert. Prüfungsgebühren sind gesondert bei den Prüfungsanbietern zu entrichten.
Nutzen & Perspektiven
Die Stärke dieses Lehrgangs liegt in der gezielten Verbindung technischer und methodischer Qualifizierung. Azure Data Engineering auf dem DP-203-Niveau ist eine der gefragtesten Cloud-Spezialisierungen auf dem deutschen und europäischen Arbeitsmarkt. Die behandelten Technologien — Synapse Analytics, Databricks, Data Factory, Delta Lake, Stream Analytics — sind der aktuelle produktive Stack, den Unternehmen für ihre Datenplattformen einsetzen. Wer DP-203 besteht, hat nachgewiesen, dass er diese Technologien nicht nur kennt, sondern anwenden kann. PRINCE2 Foundation als Ergänzung schafft einen wichtigen beruflichen Mehrwert: Data Engineers arbeiten in der Praxis selten im Vakuum. Datenplattform-Projekte, Migrationsprojekte und Analytics-Initiativen werden in Projektstrukturen geführt, kommuniziert und abgerechnet. Wer das Vokabular und die Konzepte von PRINCE2 kennt — Business Case, Lenkungsausschuss, Phasenplanung, Risikomanagement — kann in diesen Strukturen effektiver agieren und wird von Projektmanagern und Auftraggebern leichter als vollwertiger Projektbeteiligter wahrgenommen. Die Kombination aus DP-203 und PRINCE2 Foundation ist damit kein beliebiges Paket, sondern eine praxisorientierte Antwort auf die Anforderungen, die Data Engineers in größeren Unternehmen tatsächlich begegnen: anspruchsvolle technische Cloud-Arbeit in einem strukturierten Projektrahmen.
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Welche Microsoft-Prüfung gehört zum Azure-Teil?
Die Microsoft-Prüfung DP-203 (Azure Data Engineer Associate) bildet den Kern des Azure-Moduls. Sie testet Kenntnisse in Datenverarbeitung, Datenspeicherung und Datensicherheit auf dem aktuellen Azure-Stack. Die Prüfung wird direkt bei Microsoft abgelegt.
Welche Azure-Technologien werden in diesem Kurs behandelt?
Der Lehrgang behandelt den aktuellen DP-203-Stack: Azure Synapse Analytics, Azure Databricks, Azure Data Factory, Spark Pools, Delta Lake, Azure Stream Analytics, Azure Event Hubs und Azure Data Lake Storage Gen2. Ältere Dienste wie U-SQL oder Azure Data Lake Analytics (ADLA) sind nicht Teil der aktuellen DP-203-Prüfung.
Was lerne ich im PRINCE2-Modul?
Das PRINCE2 Foundation-Modul vermittelt die Grundkonzepte und das Vokabular der PRINCE2-Methode: Prinzipien, Themen, Prozesse und Managementprodukte. Foundation ist das Einstiegs-Level und bereitet auf die offizielle Axelos-Prüfung vor.
Erhalte ich nach dem Lehrgang eine Microsoft-Zertifizierung?
Der Lehrgang bereitet auf die Microsoft-Prüfung DP-203 vor. Das Zertifikat „Microsoft Certified: Azure Data Engineer Associate" wird direkt von Microsoft nach bestandener Prüfung ausgestellt — unabhängig vom Bildungsträger. PRINCE2 Foundation wird über Axelos/PeopleCert zertifiziert.
Wie lange dauert der Lehrgang?
Im Vollzeitformat dauert der Lehrgang mehr als einen Monat; einige Anbieter bieten auch Teilzeitvarianten an, die die Laufzeit entsprechend verlängern. Das Beratungsgespräch vor Beginn klärt Format und Dauer individuell.
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