Überblick
Das Internet of Things verändert Industrie, Logistik, Gesundheitswesen und Smart-City-Infrastrukturen grundlegend. Unternehmen, die vernetzte Geräte, Sensoren und Maschinen in Azure-basierte Lösungen einbinden wollen, benötigen qualifizierte IoT-Entwickler, die Gerätelebenszyklen verwalten, Datenpipelines aufbauen und Edge-Computing-Szenarien realisieren können. Diese Weiterbildung vermittelt alle Kompetenzen, die für die Microsoft-Zertifizierung Azure IoT Developer Specialty (AZ-220) benötigt werden – von Azure-Grundlagen über IoT Hub und Device Provisioning bis hin zu Azure IoT Edge. Ergänzend werden die Microsoft Teams-Kenntnisse aufgebaut, die für die Zusammenarbeit in modernen Entwicklungsteams unverzichtbar sind.
Kursinhalte & Lernziele
Der Kurs ist modular aufgebaut und deckt alle Prüfungsdomänen der AZ-220-Zertifizierung ab, beginnt jedoch mit den Azure-Grundlagen, um eine einheitliche Wissensbasis sicherzustellen. Lernbereich Azure Fundamentals (AZ-900) Dieser einführende Block legt das Cloud-Fundament für alle weiteren IoT-spezifischen Inhalte. Teilnehmende, die noch keine Azure-Erfahrung haben, erwerben hier das notwendige Grundwissen.
- Cloud-Konzepte: IaaS, PaaS, SaaS und deren Einsatzszenarien
- Azure-Kernservices: Compute, Storage, Netzwerk, Datenbanken
- Azure-Preismodelle, Service Level Agreements und Support-Optionen
- Identity, Governance, Privacy und Compliance in Azure
- Azure-Verwaltungswerkzeuge: Portal, CLI, PowerShell, ARM-Templates
- Vorbereitung auf die AZ-900-Prüfung und Überblick über Azure-Zertifizierungspfade
Lernbereich IoT-Grundlagen und Azure IoT Hub Dieser Block vermittelt das Kernkonzept des Azure IoT Hub und die grundlegenden Mechanismen für Gerätekonnektivität und -kommunikation.
- IoT-Architekturprinzipien und gängige IoT-Szenarien in der Industrie
- Azure IoT Hub: Einrichtung, Skalierung und Konfiguration
- Gerätekommunikation: D2C (Device-to-Cloud) und C2D (Cloud-to-Device)
- Geräteidentitäten, X.509-Zertifikate und SAS-Token
- Device Provisioning Service (DPS): automatisierte Gerätezuweisung
- Gerätezwillinge (Device Twins) und direkte Methoden
Lernbereich IoT Edge und Datenpipelines Azure IoT Edge ermöglicht es, Cloud-Workloads direkt auf Edge-Geräten auszuführen. Dieser Block behandelt Edge-Deployment und die Integration mit Azure-Datendiensten.
- Azure IoT Edge: Architektur, Module und Edge-Laufzeitumgebung
- Deployment von Edge-Modulen und modulübergreifende Routing-Konfiguration
- Azure Stream Analytics am Edge: Echtzeit-Analyse von IoT-Datenströmen
- Event Hubs und Azure Service Bus für entkoppelte Nachrichtenverarbeitung
- Azure Time Series Insights für IoT-Zeitreihendaten
- Offline-Szenarien und Store-and-Forward-Muster am Edge
Lernbereich Sicherheit, Monitoring und Betrieb IoT-Sicherheit ist aufgrund der Vielzahl an Endpunkten besonders anspruchsvoll. Dieser Block deckt Sicherheitskonzepte, Monitoring und Betrieb von IoT-Lösungen ab.
- Microsoft Defender for IoT: Bedrohungserkennung und Schwachstellenmanagement
- Azure Monitor und Diagnoseprotokolle für IoT Hub
- Alerting und automatisierte Reaktionen auf IoT-Ereignisse
- Patch- und Update-Management für Geräteparks
- Lifecycle-Management: Gerätedekommissionierung und sichere Schlüsselrotation
- Kosten- und Kapazitätsplanung für IoT-Lösungen in der Cloud
Praxisblock – Implementierung und MS Teams In praktischen Laboren werden IoT-Szenarien von der Gerätesimulation bis zur Edge-Verarbeitung vollständig implementiert. Der MS Teams-Baustein ergänzt das Curriculum mit Kollaborationskompetenz für Entwicklungsteams.
- Gerätesimulation und erste D2C-Nachrichten an Azure IoT Hub senden
- DPS-Enrollment konfigurieren und automatische Geräteregistrierung testen
- IoT Edge-Gerät aufsetzen und erstes Edge-Modul deployen
- Stream Analytics-Job für IoT-Datenstrom anlegen und auswerten
- IoT-Sicherheitsrichtlinien konfigurieren und Defender for IoT aktivieren
- Monitoring-Dashboard mit Azure Monitor für IoT Hub aufbauen
- Code-Übung: Gerät-SDK in C# oder Python für D2C-Kommunikation implementieren
- MS Teams: Teamstruktur, Kanäle und Tabs für Entwicklungsprojekte einrichten
- MS Teams: Besprechungen, Aufzeichnungen und Whiteboard im Dev-Team nutzen
- MS Teams: Integration mit Azure DevOps und Git-Benachrichtigungen konfigurieren
- Prüfungssimulation und Besprechung typischer AZ-220-Prüfungsszenarien
- Erstellung eines abschließenden IoT-Lösungsdesign-Dokuments als Abschlussaufgabe
Die Weiterbildung folgt dem offiziellen Microsoft-Lernpfad für AZ-220 und bereitet systematisch auf die Specialty-Zertifizierungsprüfung vor. Der kombinierte Aufbau aus AZ-900 und AZ-220 stellt sicher, dass auch Einsteiger in Azure die volle Lerntiefe erreichen.
Lernziele:
Nach Abschluss des Kurses sind Teilnehmende in der Lage, folgende Kompetenzen eigenständig einzusetzen.
- Azure-Grundlagen und Cloud-Dienste sicher einsetzen (AZ-900-Niveau)
- IoT-Lösungsarchitekturen auf Basis von Azure IoT Hub entwerfen
- Gerätekonnektivität, Identitäten und Sicherheitszertifikate verwalten
- Device Provisioning Service (DPS) für skalierbare Geräteregistrierung konfigurieren
- Datenpipelines für IoT-Daten mit Azure Stream Analytics und Event Hub aufbauen
- Azure IoT Edge-Lösungen deployen und am Edge konfigurieren
- IoT-Lösungen in mindestens einer Azure-unterstützten Sprache (C#, Node.js, Python oder C) implementieren
- Monitoring und Diagnose für IoT-Lösungen einrichten und auswerten
- Sicherheitsanforderungen für IoT-Geräte und Cloud-Verbindungen umsetzen
- Microsoft Teams für verteilte Entwicklungsteams effizient nutzen und administrieren
- Prüfungsrelevantes Wissen für die AZ-220-Zertifizierungsprüfung konsolidieren
Zielgruppe & Voraussetzungen
Diese Weiterbildung richtet sich an Fachkräfte und Quereinsteiger, die in der wachsenden IoT-Branche Fuß fassen oder bestehende Cloud-Kenntnisse auf den IoT-Bereich erweitern wollen.
- Softwareentwickler mit Interesse an eingebetteten Systemen und Cloud-Integration
- Cloud-Administratoren, die in IoT-Projekte wechseln möchten
- Ingenieure aus Maschinenbau, Elektrotechnik oder Automatisierungstechnik mit Cloud-Ambitionen
- IT-Generalisten, die gezielt auf die AZ-220-Zertifizierung hinarbeiten wollen
- Berufsrückkehrer und Quereinsteiger mit technischer Affinität
Grundkenntnisse in mindestens einer Programmiersprache (C#, Python, JavaScript oder C) sind empfehlenswert, da im Praxisteil Code geschrieben und analysiert wird. Allgemeine IT-Kenntnisse und Grundkenntnisse in Netzwerkprotokollen (TCP/IP, MQTT, HTTPS) sind hilfreich. Azure-Vorkenntnisse sind nicht zwingend erforderlich, da der Kurs mit AZ-900-Inhalten beginnt. Vor Kursbeginn wird ein individuelles Beratungsgespräch geführt und ein auf die Vorkenntnisse zugeschnittener Lernplan erstellt.
Ablauf & Abschluss
Der Kurs wird als Combined Learning durchgeführt, das heißt er verbindet betreute Präsenzphasen mit flexiblen Online-Lernabschnitten. In den Präsenzphasen werden Konzepte vorgestellt und in Microsoft-Azure-Übungsumgebungen (Sandboxes) praktisch erprobt. Die Online-Phasen ermöglichen selbstgesteuertes Lernen im eigenen Tempo und werden durch Lernbegleiter unterstützt. Das Format erlaubt sowohl Vollzeit- als auch Teilzeit-Teilnahme und passt sich an unterschiedliche Lerngeschwindigkeiten an.
Die Weiterbildung hat eine Gesamtlaufzeit von mehr als einem Monat bis zu drei Monaten, abhängig vom gewählten Lernformat und dem individuellen Lernplan. Bei Vollzeitteilnahme kann das Ziel schneller erreicht werden; im Teilzeitformat ist eine entsprechend längere Lernphase einzuplanen. Die Dauer berücksichtigt den kombinierten Umfang von AZ-900, AZ-220 und dem MS Teams-Modul.
Nach erfolgreichem Abschluss erhalten Teilnehmende ein international anerkanntes Herstellerzertifikat sowie ein Lehrgangszertifikat des Bildungsanbieters. Der Kurs bereitet auf die Microsoft-Prüfung AZ-220 (Azure IoT Developer Specialty) vor, die auf dem Markt als Nachweis vertiefter IoT-Cloud-Kompetenz gilt. Optional kann auch die AZ-900-Prüfung abgelegt werden, um das Foundation-Zertifikat zu erlangen und den Lernpfad offiziell zu dokumentieren.
Nutzen & Perspektiven
IoT-Entwickler mit Azure-Spezialisierung zählen zu den am stärksten nachgefragten IT-Profilen der nächsten Jahre. Die zunehmende Vernetzung von Maschinen, Fahrzeugen, Gebäuden und industriellen Anlagen schafft einen anhaltend hohen Bedarf an Fachkräften, die sowohl hardwarenahe Gerätekommunikation als auch skalierbare Cloud-Pipelines beherrschen. Mit der AZ-220-Zertifizierung wird diese doppelte Kompetenz auf einem international anerkannten Niveau nachgewiesen. Die Kombination aus AZ-900 und AZ-220 bietet einen vollständig durchgängigen Lernpfad. Teilnehmende müssen nicht mit separaten Kursen beginnen, sondern erwerben das gesamte notwendige Wissen in einer zusammenhängenden Maßnahme. Das reduziert Koordinationsaufwand und stellt sicher, dass alle Lerninhalte aufeinander abgestimmt sind. Der ergänzende MS Teams-Baustein bereitet zudem auf den Arbeitsalltag in remote- und hybrid-arbeitenden Entwicklungsteams vor. Bei AZAV-zertifizierten Trägern ist diese Weiterbildung in der Regel über einen Bildungsgutschein der Agentur für Arbeit oder des Jobcenters förderbar. Darüber hinaus können das Qualifizierungschancengesetz für beschäftigte Arbeitnehmer, die Berufsförderung der Bundeswehr (BFD), Leistungen zur Rehabilitation und Teilhabe sowie Förderprogramme der Deutschen Rentenversicherung in Betracht kommen. Im individuellen Beratungsgespräch werden alle relevanten Optionen geprüft und der Antragsprozess begleitet.
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Brauche ich bereits Azure-Kenntnisse für diesen Kurs?
Nein. Der Kurs beginnt mit dem AZ-900-Modul (Azure Fundamentals), das alle Cloud-Grundlagen vermittelt. Vorhandene Azure-Kenntnisse sind von Vorteil, aber keine Voraussetzung. Wichtiger sind grundlegende Programmierkenntnisse und allgemeines IT-Wissen.
Welche Programmiersprachen werden im Kurs verwendet?
Der Kurs unterstützt die Azure-unterstützten Sprachen C#, Node.js, Python und C. Im Praxisteil werden typischerweise C# oder Python für Gerät-SDK-Beispiele genutzt. Kenntnisse in mindestens einer dieser Sprachen sind empfehlenswert.
Auf welche Prüfung bereitet der Kurs vor?
Der Kurs bereitet primär auf die Microsoft-Prüfung AZ-220 (Azure IoT Developer Specialty) vor. Optional kann auch die AZ-900-Prüfung abgelegt werden. Beide Prüfungen sind Microsoft-Zertifizierungsexamen, die separat beim Prüfungsanbieter gebucht werden.
Für welche Branchen ist diese Qualifikation besonders relevant?
IoT-Entwicklung mit Azure ist in der Industrie 4.0, im Gesundheitswesen (Connected Devices), in der Logistik (Asset Tracking), im Smart Building/Smart City-Bereich und in der Landwirtschaft (Precision Farming) besonders gefragt. Nahezu jede Branche, die vernetzte Geräte oder Maschinen einsetzt, benötigt diese Kompetenz.
Ist der Kurs auch in Teilzeit absolvierbar?
Ja. Das Combined-Learning-Format erlaubt sowohl Vollzeit- als auch Teilzeit-Teilnahme. Im Teilzeitformat liegt die Gesamtdauer bei bis zu drei Monaten. Der individuelle Lernplan wird vor Kursbeginn gemeinsam erstellt.
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