Überblick
Azure-Netzwerke sind das Fundament jeder Cloud-Infrastruktur. Ob virtuelle Maschinen, containerisierte Anwendungen oder hybride Architekturen, die On-Premises-Systeme mit der Cloud verbinden — hinter all dem steckt ein durchdachtes Netzwerkdesign. Der Azure Network Engineer verantwortet genau diesen Bereich: Er plant, implementiert und wartet die Netzwerklösungen, auf denen die gesamte Azure-Infrastruktur eines Unternehmens läuft. Dieser Lehrgang bereitet auf die Rolle des Azure Network Engineer Associate vor und schließt die offiziellen Microsoft-Prüfungen AZ-900, AZ-700 und MS-900 ein. AZ-900 (Azure Fundamentals) legt das Cloud-Grundlagenwissen; AZ-700 (Designing and Implementing Microsoft Azure Networking Solutions) ist die eigentliche Associate-Zertifizierung für Netzwerkfachkräfte; MS-900 (Microsoft 365 Fundamentals) schließt das Bild der Microsoft-Cloud-Plattform ab. Die Gesamtdauer ist mit einer bis vier Wochen kürzer als bei den längeren Zertifizierungslehrgängen, was den fokussierten, fachspezifischen Zuschnitt dieses Programms widerspiegelt.
Kursinhalte & Lernziele
Das AZ-900-Modul schafft die Cloud-konzeptionelle Grundlage für alle nachfolgenden Inhalte. Netzwerkfachkräfte mit On-Premises-Erfahrung, aber ohne Cloud-Hintergrund, erhalten hier den notwendigen Orientierungsrahmen.
- Cloud-Konzepte: IaaS, PaaS, SaaS und deren Abgrenzung
- Kernservices auf Azure: Compute, Storage, Networking, Datenbanken
- Azure-Sicherheits-, Datenschutz- und Compliance-Grundlagen
- Azure-Preismodelle und Support-Optionen
- Prüfungsvorbereitung AZ-900 mit Übungsaufgaben
- Überblick über das Azure-Portal und grundlegende Navigation
Das AZ-700-Modul ist das Herzstück dieses Lehrgangs. Es deckt alle Themengebiete ab, die in der offiziellen Microsoft-Prüfung für Azure Network Engineers geprüft werden, und geht dabei weit über abstrakte Konzepte hinaus.
- Azure Virtual Networks: Adressraumplanung, Subnetz-Design, VNet-Peering (lokal und global)
- Hybrid-Konnektivität: Azure VPN Gateway (Site-to-Site, Point-to-Site, BGP), Azure ExpressRoute mit Failover-Szenarien
- Azure-Routing: User Defined Routes (UDR), BGP auf Azure, Route Tables
- Netzwerksicherheit: NSG-Regeln, Application Security Groups, Azure Firewall-Policies, Web Application Firewall
- Lastverteilung und Verfügbarkeit: Azure Load Balancer (intern/extern), Application Gateway mit WAF, Azure Front Door, Traffic Manager
- Privater Zugang: Private Endpoint, Private Link Service, Service Endpoints, DNS-Integration
- Monitoring und Fehlerbehebung: Network Watcher, Verbindungsmonitor, IP Flow Verify, Topologie-Visualisierung
Das MS-900-Modul gibt einen Überblick über die gesamte Microsoft-365-Plattform und ist als eigenständige Zertifizierungsvorbereitung gestaltet.
- Dienste und Produktivitätslösungen in Microsoft 365
- Cloud-Sicherheit und Identitätsverwaltung mit Azure Active Directory (Entra ID)
- Compliance-Konzepte, Datenschutz und Informationsschutz
- Microsoft 365 Verwaltungszentren und Lizenzmodelle
Im praktischen Laborteil werden die AZ-700-Themen in konfigurierten Azure-Umgebungen umgesetzt. Die Teilnehmenden arbeiten an realistischen Szenarien, die typische Netzwerkaufgaben in Unternehmensumgebungen abbilden.
- Konfiguration eines Hub-Spoke-Netzwerks mit Azure VNet-Peering
- Einrichtung eines Site-to-Site-VPN zwischen Azure und einer simulierten On-Premises-Umgebung
- Implementierung einer Azure-Firewall-Policy mit Anwendungsregeln
- Aufsetzen eines Application Gateways mit WAF vor einer Webanwendung
- Konfiguration von Private Endpoints für Azure Storage und SQL
- Fehlerbehebung mit Network Watcher und Verbindungsmonitor
- Erstellung von ARM-Templates für wiederholbare Netzwerkkonfigurationen
- PowerShell- und Azure-CLI-Übungen für Netzwerkverwaltungsaufgaben
- Prüfungssimulationen für AZ-700 mit gezieltem Feedback zu Schwachstellen
- Peer-Diskussionen zu Architekturentscheidungen in Hybrid-Szenarien
- Überarbeitung der Bewerbungsunterlagen im Hinblick auf Azure-Netzwerkprofile
- Auseinandersetzung mit aktuellen Azure-Networking-Features und Service-Updates
Lernziele:
Nach diesem Lehrgang können die Teilnehmenden virtuelle Azure-Netzwerke entwerfen, implementieren und verwalten — inklusive Subnetzkonfiguration, Adressraumplanung und Routing-Konzepten. Sie beherrschen die Einrichtung und Verwaltung von Hybrid-Konnektivitätslösungen: Site-to-Site-VPN, Point-to-Site-VPN und Azure ExpressRoute. Sie können Azure-Netzwerksicherheitsarchitekturen planen: Netzwerksicherheitsgruppen (NSG), Azure Firewall, Web Application Firewall und Azure DDoS Protection werden korrekt eingesetzt. Die Teilnehmenden verstehen die Load-Balancing-Optionen auf Azure — Azure Load Balancer, Application Gateway, Front Door und Traffic Manager — und wählen situationsgerecht die passende Lösung. Sie konfigurieren privaten Zugang zu Azure-PaaS-Diensten über Private Endpoints und Service Endpoints und kennen die Sicherheitsimplikationen beider Ansätze. Sie nutzen das Azure-Portal, PowerShell, die Azure CLI und ARM-Templates für Netzwerkaufgaben und können Konfigurationen automatisieren. Die Teilnehmenden sind inhaltlich auf alle drei Prüfungen vorbereitet und kennen die Prüfungsstruktur. Schließlich haben sie ein breites Verständnis der Microsoft-365-Plattform entwickelt und wissen, wie M365-Dienste mit Azure-Netzwerken zusammenspielen.
Zielgruppe & Voraussetzungen
Der Lehrgang richtet sich primär an Netzwerkfachkräfte mit On-Premises-Erfahrung, die ihre Kenntnisse gezielt auf Azure-Umgebungen ausweiten möchten.
- Netzwerkingenieure mit Cisco-, Juniper- oder Windows-Server-Erfahrung, die Azure-Netzwerke kennenlernen wollen
- Systemadministratoren, die hybride Infrastrukturen zwischen On-Premises und Azure betreuen
- IT-Professionals, die bereits Azure nutzen und ihre Netzwerkkenntnisse zertifizieren möchten
- Cloud-Architekten in frühen Karrierephasen, die eine Netzwerkspezialisierung anstreben
- Fachkräfte, die gezielt auf die AZ-700-Prüfung vorbereitet werden wollen
Kenntnisse in TCP/IP-Networking, Routing, DNS und VPN-Konzepten sind für den AZ-700-Teil erforderlich. Tiefe Azure-Vorerfahrung ist nicht nötig — dafür ist AZ-900 vorgeschaltet. Das Beratungsgespräch vor Kursbeginn klärt, ob ein schnellerer Einstieg direkt in AZ-700 sinnvoll ist oder ob das AZ-900-Modul vollständig absolviert werden sollte.
Ablauf & Abschluss
Der Kurs kombiniert Instruktionsphasen mit tutorbegleiteten Labs. In den Laborphasen arbeiten die Teilnehmenden direkt im Azure-Portal sowie mit PowerShell und der Azure CLI — die Hands-on-Erfahrung mit echten Azure-Umgebungen ist bewusst als zentraler Lernkanal angelegt. Ergänzend werden strukturierte Prüfungsvorbereitungsblöcke eingesetzt, die sich an der tatsächlichen AZ-700-Prüfungsstruktur orientieren. Das Combined-Learning-Format erlaubt sowohl Vollzeit- als auch Teilzeitdurchführung.
Die Gesamtdauer liegt zwischen einer und vier Wochen — dieser Lehrgang ist damit kompakter als vergleichbare Azure-Zertifizierungsprogramme. Der kürzere Zeitrahmen spiegelt den spezialisierten Inhaltsfokus wider: Wer bereits Netzwerkkenntnisse mitbringt, muss keine Grundlagen von Null aufbauen, sondern kann zügig in die Azure-spezifischen Aspekte einsteigen. Beide Lernmodi (Vollzeit und Teilzeit) sind verfügbar.
Nach bestandenen Prüfungen erhalten die Teilnehmenden drei Microsoft-Zertifizierungen: AZ-900 (Microsoft Certified: Azure Fundamentals), die Associate-Zertifizierung über AZ-700 (Microsoft Certified: Azure Network Engineer Associate) sowie MS-900 (Microsoft Certified: Microsoft 365 Fundamentals). Das New-Horizons-Lehrgangszertifikat wird ergänzend ausgestellt. Die AZ-700-Zertifizierung ist der direkte Nachweis für Netzwerk-Spezialkenntnisse auf Azure und eine der wenigen Microsoft-Associate-Zertifizierungen mit dezidiertem Netzwerkfokus.
Nutzen & Perspektiven
Azure-Netzwerkkenntnisse sind in Unternehmen, die ihre Infrastruktur in die Cloud migrieren oder hybride Umgebungen betreiben, unverzichtbar — und gleichzeitig vergleichsweise selten anzutreffen. Viele Cloud-Einsteiger verstehen die Compute- und Storage-Dienste, haben aber mit Netzwerkkonfigurationen, Routing-Tabellen und Firewall-Policies Mühe. Wer den AZ-700 erfolgreich absolviert, füllt genau diese Lücke und hebt sich damit klar von allgemeinen Azure-Generalisten ab. Der kompakte Zeitrahmen von ein bis vier Wochen macht diesen Lehrgang besonders attraktiv für Berufstätige, die keinen mehrmonatigen Vollzeit-Kurs in Anspruch nehmen können oder möchten. Das Vorwissen aus der On-Premises-Netzwerkwelt ist dabei kein Ballast, sondern ein echter Vorteil: Wer Routing und Firewalling kennt, lernt die Azure-Pendants deutlich schneller als jemand ohne diesen Hintergrund. Die Integration aller drei Prüfungen in ein kompaktes Programm bedeutet außerdem, dass die Teilnehmenden mit einem vollständigen Zertifizierungsportfolio — von den Azure-Grundlagen über die Netzwerkspezialisierung bis zur Microsoft-365-Plattform — in die Jobsuche gehen können, ohne weitere Vorbereitungskurse belegen zu müssen.
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Welche Netzwerkvorkenntnisse brauche ich für diesen Kurs?
Grundlegende Netzwerkkenntnisse — TCP/IP, Routing, Switching, DNS, VPN-Protokolle — sollten vorhanden sein. AZ-700 ist eine Associate-Zertifizierung und setzt voraus, dass Teilnehmende Netzwerkkonzepte nicht erst von Grund auf lernen müssen. Das Beratungsgespräch vor Kursbeginn hilft, Wissenslücken frühzeitig zu identifizieren.
Was deckt das AZ-700-Modul konkret ab?
AZ-700 behandelt das Design und die Implementierung von Azure-Netzwerklösungen: virtuelle Netzwerke, VNet-Peering, VPN-Gateways, ExpressRoute, Azure Firewall, DNS-Integration, Load Balancer, Application Gateway und Private Link. Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf hybriden Netzwerken — also der Verbindung von On-Premises-Infrastruktur mit Azure.
Wie unterscheidet sich dieser Kurs vom Azure Administrator (AZ-104)?
AZ-104 deckt die allgemeine Azure-Verwaltung ab (VMs, Storage, IAM, Monitoring). AZ-700 ist tiefer und spezialisierter: Er fokussiert ausschließlich auf Netzwerkarchitektur und -implementierung auf Azure. Für reine Netzwerkfachkräfte, die keinen Umweg über allgemeine Cloud-Administration nehmen wollen, ist AZ-700 der direktere Weg.
Welche Tools werden im Kurs eingesetzt?
Die Netzwerklösungen werden über das Azure-Portal, PowerShell, die Azure CLI und ARM-Templates konfiguriert. Der Lehrgang vermittelt damit nicht nur die konzeptionellen Aspekte, sondern auch die praktische Toolnutzung, die in realen Azure-Projekten Standard ist.
Ist dieser Kurs auch für kleinere Unternehmen ohne ExpressRoute-Infrastruktur sinnvoll?
Ja. AZ-700 deckt sowohl ExpressRoute-Szenarien für große Unternehmen als auch VPN-basierte Hybrid-Konnektivität für kleinere Umgebungen ab. Die Prinzipien hinter Azure-Networking — Subnetze, Sicherheitsgruppen, Routing — sind unabhängig von der Unternehmensgröße relevant.
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