Überblick
Der Certified Information Privacy Manager (CIPM) ist eine der renommiertesten Datenschutzzertifizierungen weltweit und wird von der International Association of Privacy Professionals (IAPP) vergeben. Diese Weiterbildung bereitet Fachkräfte umfassend darauf vor, in Unternehmen nachhaltige Datenschutzprogramme aufzubauen, zu leiten und weiterzuentwickeln. Teilnehmende erwerben das methodische Handwerkszeug, um als Datenschutz-Führungskräfte operative Verantwortung zu übernehmen, datenschutzrechtliche Anforderungen in Unternehmensprozesse zu integrieren und eine unternehmensweite Datenschutzkultur zu etablieren. Der Kurs schließt mit der CIPM-Zertifizierungsprüfung ab, die in englischer Sprache abgelegt wird und international in der gesamten Datenschutz-Community anerkannt ist.
Kursinhalte & Lernziele
Einführung in das Management von Datenschutzprogrammen: Dieser Einstiegsblock schafft das konzeptionelle Fundament für die gesamte Weiterbildung. Die Teilnehmenden lernen, welche Verantwortlichkeiten ein modernes Datenschutzprogramm-Management umfasst, welche organisatorischen Rollen dabei eine zentrale Funktion einnehmen und welche Bedeutung Verantwortlichkeit als Strukturprinzip hat. Es wird besprochen, wie Datenschutz als Querschnittsfunktion in Unternehmen positioniert wird und welche Erwartungen externe Stakeholder, Aufsichtsbehörden und Kunden an ein funktionierendes Datenschutzmanagement stellen.
- Grundbegriffe des Datenschutzprogramm-Managements und ihre internationale Bedeutung
- Rolle von Accountability als Kernprinzip moderner Datenschutzregulierung
- Abgrenzung operativer Datenschutzaufgaben von rechtlicher und strategischer Verantwortung
- Überblick über die CIPM-Prüfungsstruktur und die Anforderungen der IAPP
- Zusammenspiel von Datenschutzprogrammen und Corporate Governance
- Erfolgsfaktoren für die nachhaltige Integration von Datenschutz in Unternehmensstrukturen
Datenschutz-Governance und anwendbare Rechtsrahmen: Im zweiten Themenblock befassen sich die Teilnehmenden intensiv mit den Strukturfragen moderner Datenschutz-Governance. Es wird erarbeitet, wie Datenschutzfunktionen innerhalb einer Organisation zu verorten sind, welche Aufgaben dem Datenschutzbeauftragten (DPO) nach DSGVO und vergleichbaren internationalen Regelwerken zukommen und wie Programme inhaltlich und thematisch abgegrenzt werden. Ergänzt wird dieses Modul durch eine praxisorientierte Analyse geltender Datenschutzgesetze und -vorschriften in verschiedenen Jurisdiktionen sowie Strategien, mit denen Compliance-Anforderungen mit strategischen Unternehmenszielen in Einklang gebracht werden können.
- Position der Datenschutzfunktion im Organigramm und Berichtslinien
- Programmumfang und Datenschutz-Charta als formale Grundlage
- Aufgaben, Befugnisse und Haftungsrisiken des Datenschutzbeauftragten
- Vergleichende Betrachtung von DSGVO, CCPA und weiteren internationalen Datenschutzgesetzen
- Regulatorische Sanktionen und Behördenvorgehen im internationalen Vergleich
- Strategische Ausrichtung von Compliance mit Unternehmensstrategie und Risikoappetit
Daten-Assessments, Richtlinien und Betroffenenrechte: Das dritte Modul bildet den operativen Kern des Datenschutzprogramm-Managements ab. Im Mittelpunkt stehen praxisnahe Prozesse zur Erstellung und Pflege von Dateninventaren und Datenlandkarten, die Durchführung von Lückenanalysen, die Durchführung von Datenschutzfolgenabschätzungen (DPIA) sowie die Bewertung von Drittanbietern und Auftragsverarbeitern. Hinzu kommen die Entwicklung und Implementierung datenschutzrelevanter Richtlinien sowie die betriebliche Umsetzung der Rechte betroffener Personen.
- Erstellung von Dateninventaren und Datenlandkarten als operativer Ausgangspunkt
- Methodik von Lückenanalysen und Datenschutz-Audits
- Durchführung von Privacy Impact Assessments und Datenschutzfolgenabschätzungen
- Bewertung von Auftragsverarbeitern, Cloud-Dienstleistern und sonstigen Drittanbietern
- Arten und Komponenten datenschutzrelevanter Unternehmensrichtlinien
- Implementierungsstrategien für Richtlinien in multikulturellen Unternehmensumgebungen
- Operative Umsetzung von Datenschutzhinweisen, Einwilligungsmanagement und Wahloptionen
- Bearbeitung von Auskunftsersuchen, Berichtigungsanträgen und Löschanfragen
- Datenschutzrechtliche Anforderungen an Datentransfers und Datenübertragbarkeit
Schulung, Privacy by Design und Incident Response: Das abschließende inhaltliche Modul behandelt drei operativ besonders bedeutsame Themenfelder. Das Schulungsprogramm für Beschäftigte ist eine der tragenden Säulen jedes erfolgreichen Datenschutzprogramms; hier werden Strategien für zielgruppengerechte Datenschutztrainings erarbeitet. Privacy by Design als Gestaltungsprinzip zeigt, wie Datenschutz bereits in der Konzeption von Systemen, Prozessen und Produkten verankert werden kann. Die Reaktion auf Datenpannen wird anhand strukturierter Incident-Response-Pläne geübt.
- Konzeption und Implementierung von Datenschutz-Schulungsprogrammen
- Messung der Wirksamkeit von Sensibilisierungsmaßnahmen
- Grundsätze und praktische Anwendung von Privacy by Design und Privacy by Default
- Aufbau eines internen Datenschutzrahmenwerks mit technischen und organisatorischen Maßnahmen
- Phasen des Incident-Response-Plans von Erkennung bis Behördenmeldung
- Dokumentationspflichten nach Datenpannen gemäß DSGVO und vergleichbaren Gesetzen
Praxisblock: Examensvorbereitung und Messbarkeit der Programm-Performance: Dieser Block bereitet systematisch auf die CIPM-Prüfung vor und vermittelt Werkzeuge zur kontinuierlichen Qualitätssicherung des Datenschutzprogramms. Die Teilnehmenden lernen, Metriken zu entwickeln und auszuwerten, die Aufschluss über den Reifegrad und die Wirksamkeit des Datenschutzprogramms geben.
- Gängige Kennzahlen und Key Performance Indicators für Datenschutzprogramme
- Interne und externe Audits als Instrument der Qualitätskontrolle
- Analyse vergangener CIPM-Prüfungsaufgaben und Lernstrategien
- Zeitmanagement und Prüfungssimulation für die CIPM-Zertifizierungsprüfung
- Erstellung eines persönlichen Lernplans in Abstimmung mit den Trainern
- Übungsaufgaben zu allen CIPM-Themenbereichen
- Typische Fehlerquellen und Schwierigkeiten in der CIPM-Prüfung
- Berechnung des Datenschutzrisikos und Prioritätensetzung bei der Maßnahmenumsetzung
- Cross-Border-Data-Transfer-Regelungen und Standardvertragsklauseln
- Aufbau eines Reporting-Systems für die Datenschutzleistung gegenüber der Unternehmensleitung
- Einsatz von Tools und Software zur Unterstützung des Datenschutzprogramm-Managements
- Abschlussgespräch und individuelle Empfehlungen für das weitere Karriereweg nach dem CIPM
Nach der Prüfung erhalten alle Teilnehmenden ihr offizielles CIPM-Zertifikat der IAPP sowie ein Lehrgangszertifikat des Schulungsanbieters New Horizons. Das CIPM ist nicht nur ein Nachweis von Fachkenntnissen, sondern signalisiert auch das Engagement für professionellen Datenschutz auf Führungsebene. Das gesamte Kursangebot inklusive Unterlagen und Prüfung ist in englischer Sprache gehalten. Teilnehmende sollten über ausreichende Englischkenntnisse verfügen, um Fachliteratur lesen, verstehen und in der Prüfung korrekt auf englischsprachige Fragen antworten zu können.
Lernziele:
Nach erfolgreichem Abschluss des CIPM-Lehrgangs können die Teilnehmenden die folgenden Kompetenzen nachweisen und einsetzen.
- Aufbau und Steuerung eines unternehmensweiten Datenschutzprogramms nach dem CIPM-Framework
- Analyse und Bewertung regulatorischer Anforderungen in verschiedenen Rechtssystemen und Jurisdiktionen
- Einrichtung einer funktionierenden Datenschutz-Governance-Struktur inklusive Rollenverteilung und Verantwortlichkeiten
- Durchführung von Daten-Assessments, Datenschutzfolgenabschätzungen (DPIA) und Anbieterbewertungen
- Entwicklung und Implementierung datenschutzrelevanter Richtlinien und Verfahren
- Kommunikation und operative Umsetzung von Betroffenenrechten wie Auskunft, Löschung und Datenübertragbarkeit
- Konzeption von Schulungs- und Sensibilisierungsprogrammen für Beschäftigte
- Anwendung des Privacy-by-Design-Ansatzes beim Schutz personenbezogener Daten
- Planung und Reaktion auf Datenschutzverletzungen gemäß etablierten Incident-Response-Plänen
- Messung, Überwachung und Prüfung der Performance von Datenschutzprogrammen
- Abstimmung von Datenschutz-Compliance mit übergeordneter Unternehmensstrategie
- Vorbereitung auf und erfolgreiche Absolvierung der CIPM-Zertifizierungsprüfung der IAPP
Zielgruppe & Voraussetzungen
Diese Weiterbildung richtet sich an erfahrene Datenschutz- und Compliance-Fachkräfte, die ihre Tätigkeit auf Management-Ebene ausbauen oder nachweislich international anerkannte Qualifikationen erwerben möchten. Besonders angesprochen sind die folgenden Berufsgruppen.
- Datenschutzbeauftragte (DSB/DPO), die ihr programmatisches Know-how mit einem international anerkannten Zertifikat stärken wollen
- Compliance-Manager und Legal-Professionals, die in Unternehmen mit europaweiter oder globaler Datenschutzverantwortung tätig sind
- IT-Sicherheits- und Risikomanagement-Fachkräfte mit Schnittstellenverantwortung zum Datenschutz
- Privacy-Consultants und externe Berater, die ihren Kunden ein zertifiziertes Qualitätsniveau nachweisen möchten
- Fach- und Führungskräfte, die in Unternehmen die Leitung eines Datenschutzprogramms übernehmen sollen oder werden
Vor Seminarbeginn findet ein individuelles Beratungsgespräch statt, in dem Vorkenntnisse, Berufserfahrung und Lernziele besprochen werden. Empfohlen werden grundlegende Kenntnisse des europäischen Datenschutzrechts (insbesondere DSGVO) sowie praktische Erfahrung im Datenschutz- oder Compliance-Umfeld. Da Unterrichtsunterlagen und Prüfung vollständig in englischer Sprache gehalten sind, sind solide Englischkenntnisse auf mindestens B2-Niveau unabdingbar. Für Interessierte ohne hinreichende Vorkenntnisse kann ein individueller Lernplan mit ergänzenden Vorbereitungsmaßnahmen erstellt werden.
Ablauf & Abschluss
Die Weiterbildung findet überwiegend als Combined Learning statt, d. h. sie kombiniert Präsenzelemente oder synchrone Online-Unterrichtsphasen mit selbstgesteuertem Lernen. Praxisnahe Fallstudien, die reale Datenschutzszenarien aus verschiedenen Branchen abbilden, werden durch angeleitete Übungssequenzen ergänzt. Die Teilnehmenden trainieren Prüfungsaufgaben in Timed-Conditions, um die CIPM-Examensumgebung zu simulieren. Ein individueller Lernplan, der auf den vorhandenen Vorkenntnissen aufbaut, stellt sicher, dass keine Lücken offen bleiben. Neben der fachlichen Vorbereitung unterstützt das Schulungsunternehmen die Teilnehmenden auch bei der Überarbeitung von Bewerbungsunterlagen und der Jobsuche.
Die Weiterbildung erstreckt sich über mehr als einen Monat und bis zu drei Monate. Die genaue Dauer hängt von den individuellen Vorkenntnissen und der gewählten Lernintensität ab. Vollzeit- und Teilzeitoptionen sind verfügbar; individuelle Startermine können auf Anfrage vereinbart werden. Die Abendstunden und Wochenenden können für Selbstlernphasen genutzt werden. Alle notwendigen Lernmaterialien, die offizielle IAPP-Prüfungsvorbereitung und das Examen sind im Kurspaket enthalten.
Nach Bestehen der CIPM-Zertifizierungsprüfung erhalten die Teilnehmenden das international anerkannte CIPM-Zertifikat der IAPP (International Association of Privacy Professionals). Ergänzend wird ein Lehrgangszertifikat des Kursanbieters New Horizons ausgestellt. Das CIPM ist weltweit als führende Qualifikation für Datenschutzprogramm-Manager anerkannt und wird von führenden Unternehmen in der DACH-Region und international als Einstellungsvoraussetzung oder als Präferenzkriterium bei der Besetzung von Datenschutz-Führungspositionen gewertet. Die Zertifizierung muss regelmäßig erneuert werden und erfordert fortlaufende Weiterbildungsnachweise (CPE).
Nutzen & Perspektiven
Das CIPM-Zertifikat hebt Fachkräfte im Datenschutz von der Masse ab. Während viele Datenschutzexperten umfangreiche Praxiserfahrung mitbringen, fehlt häufig ein strukturiertes und international anerkanntes Qualifikationsnachweis, der die Programm-Management-Kompetenz belegt. Mit dem CIPM signalisieren Absolventen, dass sie nicht nur datenschutzrechtliche Normen kennen, sondern auch in der Lage sind, ganze Datenschutzprogramme aufzubauen, zu steuern und kontinuierlich zu verbessern. In einer Zeit, in der regulatorische Kontrolle durch Aufsichtsbehörden weltweit zunimmt und Datenpannen nicht selten zu erheblichen Reputations- und Bußgeldschäden führen, ist diese Kompetenz für Unternehmen von strategischer Bedeutung. Für Arbeitgeber bedeutet ein CIPM-zertifizierter Datenschutzverantwortlicher eine erheblich gesteigerte Verlässlichkeit in der Compliance-Umsetzung. Unternehmen, die auf zertifizierte Datenschutz-Manager setzen, können Aufsichtsbehörden und Geschäftspartnern gegenüber belegen, dass Datenschutz ernst genommen wird. Dies wiederum stärkt das Vertrauen bei Kunden, schützt vor regulatorischen Konsequenzen und unterstützt die nachhaltige Unternehmensentwicklung. Die Förderbarkeit dieser Weiterbildung ist ein weiterer handfester Vorteil. Bei AZAV-zertifizierten Trägern kann die Maßnahme über einen Bildungsgutschein der Agentur für Arbeit oder des Jobcenters gefördert werden. Darüber hinaus kommen je nach persönlicher Situation das Qualifizierungschancengesetz, die Berufsförderung der Bundeswehr (BFD), Leistungen zur Rehabilitation oder Förderungen der Deutschen Rentenversicherung in Betracht. Interessierte sollten frühzeitig individuelle Beratung zu den infrage kommenden Förderungsmöglichkeiten in Anspruch nehmen.
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Ist das CIPM-Zertifikat auch in Deutschland und Europa anerkannt?
Ja, das CIPM der IAPP ist weltweit anerkannt und gilt in der DACH-Region sowie europaweit als eine der führenden Qualifikationen für Datenschutz-Manager. Viele Großunternehmen und Konzerne verlangen bei der Besetzung leitender Datenschutzpositionen explizit IAPP-Zertifizierungen wie CIPM oder CIPP/E.
In welcher Sprache findet der Kurs statt?
Unterricht, Kursunterlagen und die CIPM-Zertifizierungsprüfung sind vollständig in englischer Sprache. Teilnehmende benötigen daher solide Englischkenntnisse auf mindestens B2-Niveau.
Kann diese Weiterbildung über einen Bildungsgutschein gefördert werden?
Bei AZAV-zertifizierten Anbietern ist eine Förderung über den Bildungsgutschein der Agentur für Arbeit oder des Jobcenters grundsätzlich möglich. Je nach individueller Situation können auch das Qualifizierungschancengesetz, Leistungen zur Rehabilitation oder Förderungen der Deutschen Rentenversicherung greifen. Eine individuelle Beratung ist empfohlen.
Wird die CIPM-Prüfung im Kurs abgelegt oder separat?
Die CIPM-Prüfung ist direkt im Kurspaket enthalten. Nach der Vorbereitung im Kurs legen die Teilnehmenden die Prüfung ab und erhalten bei Bestehen das offizielle CIPM-Zertifikat der IAPP sowie das Lehrgangszertifikat von New Horizons.
Welche Unterschiede gibt es zwischen CIPM und CIPP/E?
Das CIPP/E (Certified Information Privacy Professional / Europe) fokussiert auf das europäische Datenschutzrecht und die DSGVO im Rechtssinn, während das CIPM die operative und strategische Management-Seite abdeckt, also den Aufbau und die Steuerung von Datenschutzprogrammen. Beide Zertifikate ergänzen sich und werden von vielen Fachkräften kombiniert angestrebt.
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