Überblick
Der Certified Information Privacy Manager (CIPM) der International Association of Privacy Professionals (IAPP) ist eine weltweit anerkannte Zertifizierung für Fachleute, die Datenschutzprogramme auf Organisationsebene aufbauen und steuern. Während andere IAPP-Zertifizierungen wie der CIPP/E auf rechtliches Datenschutzwissen ausgerichtet sind, fokussiert der CIPM auf das operative Management von Datenschutzprogrammen: Governance-Strukturen, Policies, Datenbewertungen, Betroffenenrechte und das Messen von Programm-Performance. Dieser Kurs bereitet Sie systematisch auf alle CIPM-Prüfungsbereiche vor; die Prüfungsabnahme ist Bestandteil des Pakets. Microsoft Teams dient als Kommunikations- und Kollaborationsplattform. Unterricht, Materialien und Prüfung finden auf Englisch statt.
Kursinhalte & Lernziele
Einführung in Datenschutzprogramm-Management und Privacy-Governance Datenschutz ist mehr als ein rechtliches Compliance-Thema – es erfordert ein strukturiertes Managementprogramm. In diesem Modul erarbeiten Sie die organisatorischen Grundlagen: Welche Verantwortlichkeiten hat das Datenschutzprogramm-Management? Welche Rolle spielt die Datenschutzfunktion im Unternehmen, und wie wird der Datenschutzbeauftragte positioniert?
- Verantwortlichkeiten im Datenschutzprogramm-Management und Rolle der Accountability
- Positionierung der Datenschutzfunktion innerhalb der Organisation und Berichtswege
- Rolle und Aufgaben des Datenschutzbeauftragten (DPO/DSB)
- Programmumfang, Charta und Datenschutzstrategie entwickeln
- Einbindung von Schlüsselfunktionen (Recht, IT, HR, Marketing) und Governance-Strukturen
- Auswahl und Implementierung von Datenschutzrahmenwerken (z. B. NIST Privacy Framework)
Anwendbare Gesetze, Vorschriften und Daten-Assessments Datenschutzrecht ist komplex, vielschichtig und jurisdiktionsübergreifend. Sie erarbeiten, wie unterschiedliche Datenschutzregimes strukturiert sind, welche gemeinsamen Elemente sie teilen und wie eine Compliance-Strategie aufgebaut wird, die mehrere Rechtsordnungen berücksichtigt. Der Fokus liegt auf dem operativen Umgang mit diesem regulatorischen Umfeld.
- Regulatorisches Umfeld – DSGVO, CCPA, nationale Datenschutzgesetze im Vergleich
- Gemeinsame Elemente in verschiedenen Rechtsordnungen – Einwilligung, Zweckbindung, Datensparsamkeit
- Strategien zur Abstimmung von Compliance mit der Unternehmensstrategie
- Dateninventare und Daten-Landkarten (Data Mapping) erstellen und pflegen
- Lückenanalysen – Abweichungen zwischen aktuellem Stand und regulatorischen Anforderungen identifizieren
- Datenschutzbewertungen und Datenschutz-Folgenabschätzungen (DPIA) durchführen
- Anbieterbewertungen und Drittanbieter-Risikomanagement im Datenschutzkontext
Policies, Datenschutzrechte und Schulung Ein wirksames Datenschutzprogramm braucht eine solide Policy-Landschaft und ein operatives Betroffenenrechte-Management. Sie erarbeiten, welche Richtlinientypen für ein Datenschutzprogramm notwendig sind und wie Betroffenenrechte effizient und revisionssicher umgesetzt werden.
- Typen datenschutzbezogener Policies und deren Implementierungsstrategien
- Datenschutzhinweise und Einwilligungsmanagement – Design, Sprache, Erreichbarkeit
- Betroffenenrechte operativ umsetzen – Auskunftsrecht, Berichtigung, Datenübertragbarkeit, Löschrecht
- Recht auf Vergessenwerden – technische und organisatorische Umsetzungsanforderungen
- Schulungsprogramme für Datenschutz – Zielgruppenanalyse, Lernziele, Delivery-Formate
- Sensibilisierungskampagnen – Messen von Wirksamkeit und Anpassung der Strategie
Privacy by Design, Schutz persönlicher Daten und Datenpannenmanagement Technischer und organisatorischer Datenschutz geht über Compliance-Dokumentation hinaus. Sie erarbeiten einen ganzheitlichen Ansatz für den Schutz personenbezogener Daten – von der Einbettung in Entwicklungsprozesse (Privacy by Design) bis zum planmäßigen Umgang mit Datenpannen.
- Ganzheitlicher Schutz personenbezogener Daten – technische, organisatorische und vertragliche Maßnahmen
- Privacy by Design und Privacy by Default – Prinzipien und Implementierung in Produktentwicklung und IT-Projekten
- Data Minimization, Pseudonymisierung und Anonymisierung als Schutzmaßnahmen
- Datenpannenpläne (Data Breach Response Plans) – Erstellung, Rollen, Eskalationspfade
- Incident-Response-Prozess – Erkennung, Eindämmung, Benachrichtigung, Dokumentation
- Behördliche Meldepflichten bei Datenpannen nach DSGVO und anderen Rechtsordnungen
- Post-Incident-Review und Lessons Learned
Messen, Überwachen und Prüfen der Programmleistung Ein Datenschutzprogramm, dessen Wirksamkeit nicht gemessen wird, bleibt blind gegenüber eigenen Schwachstellen. Sie erarbeiten, mit welchen KPIs und Audit-Methoden die Leistung eines Datenschutzprogramms kontinuierlich bewertet wird.
- Key Performance Indicators (KPIs) für Datenschutzprogramme – Auswahl und Interpretation
- Monitoring-Methoden – kontinuierliche Überwachung, periodische Assessments, automatisierte Reports
- Audit-Methoden für Datenschutzprogramme – Planung, Durchführung, Dokumentation
- Ergebnisse aufbereiten und an Geschäftsführung, Aufsichtsbehörden und Stakeholder kommunizieren
MS Teams als Kollaborationsplattform Microsoft Teams wird als zentrales Kommunikationswerkzeug im Kurs eingesetzt. Sie lernen die für den modernen Arbeitsalltag relevanten Grundfunktionen kennen: Besprechungen, Chats, Kanäle und die Integration mit der Microsoft-365-Suite.
- Teams-Oberfläche, Kanäle und Teamstruktur für kollaboratives Arbeiten
- Virtuelle Besprechungen planen und moderieren, Aufzeichnungen nutzen
- Dateifreigabe und Zusammenarbeit in Microsoft 365 (SharePoint, OneDrive)
Praxisszenarien und Anwendungsübungen
- Erstellung eines Dateninventars für ein mittelständisches Unternehmen mit drei Jurisdiktionen (DE, CH, US)
- Durchführung einer DPIA für eine neue CRM-Applikation mit Drittanbieter-Integration
- Entwicklung einer datenschutzbezogenen Policy-Landschaft – Datenschutzhinweis, Richtlinie zur Datenlöschung, Anbietermanagement-Policy
- Entwurf eines Datenpannen-Response-Plans mit Eskalations- und Meldepfaden nach DSGVO Art. 33/34
- Konzeption eines Privacy-by-Design-Reviews für ein neues Produktfeature
- KPI-Dashboard für ein Datenschutzprogramm – Auswahl von Metriken und Visualisierung
- Betroffenenrechte-Management – Simulation eines Auskunftsersuchens und Antwortprozesses
- Schulungskonzept für eine Organisation mit 200 Mitarbeitenden – Zielgruppen, Inhalte, Evaluation
Lernziele:
Nach Abschluss des Kurses beherrschen Sie die folgenden Kompetenzen
- ein unternehmensweites Datenschutzprogramm konzipieren, implementieren und weiterentwickeln
- die Rolle und Verantwortlichkeiten eines Datenschutzbeauftragten (DSB / DPO) definieren und ausüben
- ein Datenschutz-Governance-Rahmenwerk aufbauen, inkl. Programmcharta, Umfang und Strategie
- regulatorische Anforderungen unterschiedlicher Jurisdiktionen analysieren und in eine einheitliche Compliance-Strategie integrieren
- Dateninventare und Datenschutz-Folgenabschätzungen (DPIA) erstellen und auswerten
- datenschutzbezogene Policies und Richtlinien entwickeln und in der Organisation verankern
- Betroffenenrechte operativ umsetzen – Auskunft, Berichtigung, Löschung, Datenübertragbarkeit
- Schulungs- und Sensibilisierungsprogramme für Datenschutz konzipieren und durchführen
- Privacy-by-Design-Prinzipien in Produkt- und Systemgestaltung einbetten
- Datenpannenpläne erstellen, testen und bei Vorfällen koordiniert anwenden
- die Leistung eines Datenschutzprogramms durch KPIs und Audit-Methoden messen und berichten
- Microsoft Teams für kollaboratives Arbeiten und virtuelle Kommunikation einsetzen
Zielgruppe & Voraussetzungen
Der Kurs richtet sich an Fachleute, die operative Verantwortung für Datenschutzprogramme übernehmen oder ausbauen möchten. Besonders geeignet sind folgende Profile
- Datenschutzbeauftragte (DSB / DPO) und deren Stellvertretungen
- Compliance- und Risikomanager mit Datenschutzschwerpunkt
- Privacy Manager und Privacy Officer in Unternehmen unterschiedlicher Branchen
- IT-Sicherheitsverantwortliche, die ihre Datenschutzkompetenz formal ausbauen möchten
- Beraterinnen und Berater für Datenschutz und Datenschutz-Management
Grundkenntnisse in Datenschutzrecht und -management sind von Vorteil, aber kein formales Kurserfordernis. Erfahrung in der Arbeit mit organisatorischen Prozessen und Governance-Strukturen erleichtert den Einstieg. Unterricht, Materialien und Prüfung finden auf Englisch statt; gute Englischkenntnisse sind daher erforderlich. Für die CIPM-Zertifizierung durch die IAPP gibt es keine spezifische Berufserfahrungsanforderung – die Zertifizierung steht also auch Berufseinsteigenden im Datenschutz offen.
Ablauf & Abschluss
Der Kurs nutzt ein Combined-Learning-Format aus strukturierten Liveunterrichtsphasen und begleitetem Selbststudium. Praxisorientierte Fallstudien, Szenarien und Übungsaufgaben machen die CIPM-Inhalte greifbar und anwendbar. Der Unterricht findet im virtuellen Klassenzimmer statt; in Schulungszentren stehen vollausgestattete Arbeitsplätze bereit. Home-Office-Teilnahme ist möglich.
Die Weiterbildung ist als Vollzeitmaßnahme konzipiert und dauert mehr als einen Monat bis zu drei Monate. Das Prüfungspaket ist Bestandteil des Kursangebots.
Sie erhalten eine trägerinterne Teilnahmebestätigung. Die CIPM-Zertifizierung wird durch die externe Prüfung bei der IAPP (International Association of Privacy Professionals) erlangt; diese ist im Kurspaket enthalten. Das CIPM-Zertifikat ist international anerkannt und muss alle zwei Jahre durch Weiterbildungsaktivitäten (CPE-Credits) erneuert werden.
Nutzen & Perspektiven
Der CIPM füllt eine Lücke, die rein rechtsorientierte Datenschutzqualifikationen offen lassen: Er qualifiziert Fachleute dafür, ein Datenschutzprogramm nicht nur rechtlich korrekt aufzusetzen, sondern es auch operativ zu führen, messbar zu machen und organisationsweit zu verankern. Datenschutzbeauftragte mit CIPM dokumentieren, dass sie über die DSGVO hinaus ein systematisches Managementwerkzeug beherrschen. In einer Zeit, in der Datenschutzaudits zunehmen, Datenpannen Schlagzeilen machen und Datenschutzbehörden ihre Aufsichtstätigkeit intensivieren, ist operatives Datenschutz-Programm-Management ein gefragtes Kompetenzfeld. Die CIPM-Zertifizierung ist ein international akzeptierter Nachweis dieser Kompetenz. Durch die Integration von Microsoft Teams in das Kursangebot erwerben Sie zudem die digitale Kollaborationskompetenz, die für die tägliche Zusammenarbeit in modernen Datenschutzteams vorausgesetzt wird.
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Was unterscheidet CIPM von CIPP/E?
Der CIPP/E (Certified Information Privacy Professional/Europe) fokussiert auf europäisches Datenschutzrecht – also das rechtliche Wissen zu DSGVO, ePrivacy und verwandten Regelwerken. Der CIPM hingegen ist managementorientiert: Er qualifiziert Fachleute für den Aufbau und Betrieb von Datenschutzprogrammen unabhängig von einer spezifischen Rechtsjurisdiktion. Viele Datenschutzbeauftragte kombinieren beide Zertifizierungen.
Ist die CIPM-Prüfung im Kurs enthalten?
Ja, die Prüfungsabnahme ist Bestandteil dieses Kurspakets. Die Prüfung wird von der IAPP (International Association of Privacy Professionals) abgenommen und findet auf Englisch statt.
Welche Berufserfahrung wird für den CIPM vorausgesetzt?
Die IAPP stellt für den CIPM keine formale Berufserfahrungsanforderung. Die Zertifizierung ist damit auch für Berufseinsteiger im Datenschutz oder für Fachleute zugänglich, die aus angrenzenden Feldern in den Datenschutz wechseln.
Wie muss der CIPM erneuert werden?
Das CIPM-Zertifikat ist zwei Jahre gültig und muss durch den Nachweis von 20 CPE-Credits (Continuing Privacy Education) pro Zertifizierungszeitraum verlängert werden. Die IAPP bietet dazu zahlreiche Weiterbildungs- und Veranstaltungsformate an.
Für welche Branchen ist der CIPM relevant?
Der CIPM ist branchenübergreifend anwendbar. Besonders relevant ist er für Unternehmen mit intensiver Datenverarbeitung – z. B. Technologieunternehmen, Finanzdienstleister, Gesundheitswesen, E-Commerce und Marktforschung. Auch Behörden und gemeinnützige Organisationen setzen zunehmend auf strukturiertes Datenschutz-Programm-Management.
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