Überblick
Der Certified Information Privacy Professional / Europe (CIPP/E) ist die international führende Datenschutzzertifizierung für das europäische Rechtsumfeld. Diese Weiterbildung bereitet gezielt auf die offizielle IAPP-Prüfung vor und vermittelt das gesamte Spektrum des europäischen Datenschutzrechts: von den Grundlagen der DSGVO über Betroffenenrechte und Aufsichtsbehörden bis hin zu den Mechanismen für internationale Datentransfers und datenschutzrechtliche Folgenabschätzungen. Der Kurs richtet sich an Fachleute, die in Datenschutzrollen tätig sind oder in diese wechseln wollen, und schließt direkt mit dem CIPP/E-Examen der IAPP ab.
Kursinhalte & Lernziele
Modul 1 — Grundlagen des europäischen Datenschutzrechts Das Modul legt das rechtliche Fundament für alle weiteren Inhalte. Ausgehend von der Geschichte des Datenschutzes in Europa werden die wichtigsten Rechtsakte, ihre Hierarchie und ihr Verhältnis zueinander dargestellt. Im Mittelpunkt steht der Aufbau der DSGVO mit ihren Kapiteln, Erwägungsgründen und der Abgrenzung zu nationalen Umsetzungsgesetzen.
- Entstehung und Entwicklung des europäischen Datenschutzrechts
- Verhältnis DSGVO / ePrivacy-Verordnung / nationale Datenschutzgesetze
- Persönlicher, sachlicher und räumlicher Anwendungsbereich der DSGVO
- Definitionen: personenbezogene Daten, besondere Kategorien, Pseudonymisierung
- Verantwortlicher, gemeinsam Verantwortliche und Auftragsverarbeiter
- Grundsätze der Verarbeitung (Art. 5 DSGVO) im Detail
Modul 2 — Rechtsgrundlagen, Betroffenenrechte und Verantwortlichkeiten Dieser Abschnitt behandelt die operativen Kernfragen der DSGVO-Compliance: Worauf stütze ich die Verarbeitung, und welche Rechte können Betroffene geltend machen? Besonderes Gewicht liegt auf den Unterschieden zwischen Einwilligung, berechtigtem Interesse und gesetzlicher Verpflichtung sowie auf dem Umgang mit Auskunftsersuchen in der Praxis.
- Rechtsgrundlagen nach Art. 6 DSGVO im Vergleich
- Einwilligung: Anforderungen, Widerruf, Nachweispflicht
- Betroffenenrechte: Auskunft, Berichtigung, Löschung, Einschränkung, Widerspruch, Datenportabilität
- Fristen und Formerfordernisse bei Betroffenenanfragen
- Pflichten des Verantwortlichen: Datenschutzbeauftragter, Verzeichnis der Verarbeitungstätigkeiten, Meldepflichten
- Datenschutz-Folgenabschätzung (DPIA): Wann erforderlich, wie durchführen?
Modul 3 — Internationale Datentransfers und Aufsichtsstrukturen Datentransfers außerhalb des Europäischen Wirtschaftsraums sind datenschutzrechtlich komplex. Dieses Modul behandelt alle gängigen Transfermechanismen und zeigt, wie sie in der Praxis eingesetzt und dokumentiert werden. Ergänzend wird das europäische Aufsichtssystem mit nationalen Behörden und dem EDSA beleuchtet.
- Angemessenheitsbeschlüsse der EU-Kommission (aktueller Stand)
- Standardvertragsklauseln (SCCs): Aufbau und Anwendung
- Binding Corporate Rules (BCRs) für Konzernstrukturen
- Derogationen nach Art. 49 DSGVO
- Aufgaben und Befugnisse der nationalen Aufsichtsbehörden
- Der Europäische Datenschutzausschuss (EDSA): Funktion und Leitlinien
- One-Stop-Shop-Mechanismus bei grenzüberschreitender Verarbeitung
Praxisblock Die theoretischen Inhalte werden in transferorientierten Übungseinheiten gefestigt. Fallstudien aus verschiedenen Branchen helfen dabei, die rechtlichen Konzepte auf konkrete Szenarien anzuwenden — das ist besonders für die CIPP/E-Prüfung entscheidend, die Case-Study-Fragen stellt.
- DSGVO-Anwendungsbereich auf internationale Unternehmensszenarien prüfen
- Rechtsgrundlagen für unterschiedliche Verarbeitungssituationen auswählen und begründen
- DPIA für ein digitales Produkt strukturieren und dokumentieren
- Reaktion auf eine Datenschutzverletzung nach Art. 33/34 DSGVO planen
- Standardvertragsklauseln auf eine Drittlandstransfer-Situation anwenden
- Betroffenenanfragen fristgerecht bearbeiten und dokumentieren
- Leitlinien des EDSA auf aktuelle Praxisfragen anwenden
- Musterklauseln für Auftragsverarbeitungsverträge prüfen
- Quizformate und Multiple-Choice-Übungen im CIPP/E-Prüfungsformat
- Analyse von IAPP-Fallstudien aus vergangenen Prüfungszyklen
- Vergleich nationaler Umsetzungsgesetze ausgewählter EU-Mitgliedstaaten
- Abschluss-Fallbearbeitung mit integriertem Feedback
Hinweis: Unterricht, Lernmaterialien und das CIPP/E-Examen finden in englischer Sprache statt, da die IAPP-Zertifizierung international ausgelegt ist.
Lernziele:
- Den Aufbau und die Rechtsgrundlagen der DSGVO sicher erläutern können
- Betroffenenrechte (Auskunft, Löschung, Widerspruch, Portabilität) in der Praxis anwenden
- Rechtsgrundlagen für Datenverarbeitung identifizieren und im konkreten Fall zuordnen
- Pflichten von Verantwortlichen und Auftragsverarbeitern unterscheiden und vertraglich absichern
- Datenschutz-Folgenabschätzungen (DPIA) strukturiert durchführen
- Mechanismen für internationale Datentransfers (Angemessenheitsbeschlüsse, Standardvertragsklauseln, Binding Corporate Rules) korrekt anwenden
- Aufgaben und Befugnisse der nationalen Datenschutz-Aufsichtsbehörden kennen
- Den Europäischen Datenschutzausschuss (EDSA) und seine Funktion im europäischen Datenschutzsystem einordnen
- Privacy by Design und Privacy by Default als Gestaltungsprinzipien in Projekte einbringen
- Datenschutzverletzungen erkennen, melden und dokumentieren
- Die CIPP/E-Prüfung der IAPP erfolgreich ablegen
Zielgruppe & Voraussetzungen
Der Kurs richtet sich an Berufstätige, die im Datenschutz tätig sind oder sich für diese Rolle qualifizieren wollen — ob als bereits Tätige, die ihre Kenntnisse zertifizieren lassen wollen, oder als Fachleute, die in Privacy-Rollen wechseln. Im Einzelnen eignen sich besonders folgende Profile
- Datenschutzbeauftragte und Datenschutzkoordinatorinnen und -koordinatoren
- Compliance Manager mit Datenschutzverantwortung
- Juristen und Legal Counsel in datenschutzrelevanten Bereichen
- IT-Fachleute, die Datenschutzprojekte verantworten
- Privacy Professionals, die eine international anerkannte Qualifikation anstreben
Grundkenntnisse im Datenschutzrecht oder erste Berufserfahrung in datenschutznahen Tätigkeiten sind von Vorteil. Ein juristisches Studium ist keine Voraussetzung; das Programm ist für gemischte Zielgruppen aus Recht, IT und Compliance konzipiert. Englischkenntnisse auf B2-Niveau sind erforderlich, da alle Kursmaterialien und die Prüfung auf Englisch sind.
Ablauf & Abschluss
Der Kurs ist auf die Struktur der CIPP/E-Prüfung ausgerichtet und arbeitet daher eng am IAPP-Body of Knowledge. Live-Unterrichtseinheiten wechseln mit Fallstudienarbeit und prüfungsnahen Übungssequenzen ab. Typisch für Privacy-Zertifizierungskurse ist das enge Wechselspiel zwischen Rechtslektüre, Anwendungsbeispielen und Transfer in neue Fallkonstellationen. Das Format Combined Learning ermöglicht ortsunabhängige Teilnahme.
Die Weiterbildung orientiert sich am IAPP-Curriculum für CIPP/E. Angeboten wird sie überwiegend in Vollzeit, teils auch in Teilzeit. Die Prüfung wird nach Abschluss der Unterrichtseinheiten bei der IAPP abgelegt.
Bei Bestehen der Prüfung wird das internationale IAPP-Zertifikat Certified Information Privacy Professional / Europe (CIPP/E) erlangt. Es handelt sich um das global anerkannte Datenschutzzertifikat für das europäische Rechtsumfeld, ausgestellt von der International Association of Privacy Professionals (IAPP). Die Prüfung findet beim IAPP-akkreditierten Testanbieter statt. Zusätzlich wird eine qualifizierte Teilnahmebescheinigung des durchführenden Anbieters ausgestellt.
Nutzen & Perspektiven
Der CIPP/E ist im europäischen Datenschutzmarkt zum Referenzstandard geworden. Unternehmen, die in der EU oder mit EU-Kundendaten arbeiten, suchen aktiv nach Mitarbeitenden mit dieser Qualifikation, weil sie eine überprüfbare, internationale Kompetenz im europäischen Datenschutzrecht belegt. Im Gegensatz zu rein betriebsinternen Schulungen signalisiert das IAPP-Zertifikat nach außen — gegenüber Aufsichtsbehörden, Kunden und Geschäftspartnern — dass die betreffende Person einem geprüften Wissensstandard entspricht. Für Datenschutzbeauftragte ist die CIPP/E-Zertifizierung darüber hinaus ein Instrument zur eigenen Positionierung im Markt. Gerade in Branchen mit hohem Datenschutzdruck — Gesundheit, Finanzdienstleistungen, öffentliche Verwaltung, E-Commerce — sind CIPP/E-zertifizierte Fachkräfte stark nachgefragt, da sie eigenständig komplexe Datenschutzfragen beurteilen und dokumentieren können. Die Kombination aus DSGVO-Tiefe, Kenntnissen zu internationalen Datentransfers und Verständnis der Aufsichtsstrukturen macht Absolventinnen und Absolventen dieses Kurses zu gefragten Ansprechpersonen in interdisziplinären Teams. Sie können Rechtsfragen strukturieren, die Zusammenarbeit mit Aufsichtsbehörden vorbereiten und datenschutzrechtliche Anforderungen in Produkt- und Prozessentscheidungen übersetzen. Ein weiterer praktischer Vorteil des CIPP/E ist die Reichweite der IAPP-Community: Als weltweit größte Datenschutzorganisation vernetzt die IAPP ihre Zertifizierten über Berufsgruppen, Länder und Branchen hinweg. Wer CIPP/E trägt, bewegt sich in einem Netzwerk von Privacy-Fachleuten, die dieselbe Fachsprache sprechen und dieselben Standards kennen. Das erleichtert die berufliche Zusammenarbeit über Unternehmensgrenzen hinweg und ist besonders wertvoll in multinationalen Strukturen, bei Regulierungsfragen und in der Zusammenarbeit mit Aufsichtsbehörden anderer Mitgliedstaaten.
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Was genau ist das CIPP/E-Zertifikat und wer stellt es aus?
Das CIPP/E (Certified Information Privacy Professional / Europe) ist ein international anerkanntes Datenschutzzertifikat, ausgestellt von der International Association of Privacy Professionals (IAPP). Es ist auf das europäische Datenschutzrecht spezialisiert und gilt als der führende Fachkräftenachweis in diesem Bereich.
In welcher Sprache findet der Kurs und die Prüfung statt?
Unterrichtsmaterialien und die CIPP/E-Prüfung sind vollständig auf Englisch, da die IAPP-Zertifizierungen international ausgerichtet sind. Englischkenntnisse auf mindestens B2-Niveau werden empfohlen.
Welchen Unterschied macht das CIPP/E gegenüber einer internen Datenschutzschulung?
Das CIPP/E ist eine extern geprüfte und international anerkannte Qualifikation. Es belegt nachweisbar gegenüber Aufsichtsbehörden, Kunden und Arbeitgebern, dass ein geprüfter Wissensstandard im europäischen Datenschutzrecht vorliegt. Interne Schulungen sind betriebsspezifisch und nicht unabhängig verifizierbar.
Muss ich Juristin oder Jurist sein, um von diesem Kurs zu profitieren?
Nein. Das Programm richtet sich ausdrücklich an gemischte Zielgruppen aus Recht, IT und Compliance. Erste praktische Berührungspunkte mit Datenschutzthemen sind hilfreicher als ein formaler juristischer Hintergrund.
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