Überblick
Dieses Kombiprogramm verbindet zwei der gefragtesten technischen Qualifikationen in der IT-Infrastruktur: die Cisco Certified Network Associate (CCNA)-Zertifizierung und eine solide Grundlage in der C++-Programmierung. Wer diesen Kurs abschließt, versteht, wie Netzwerke gebaut, konfiguriert und administriert werden — und besitzt gleichzeitig Programmierfähigkeiten, die in der Netzwerktechnik, Systemnahen Entwicklung und IT-Automatisierung unmittelbar einsetzbar sind. Der Kurs richtet sich an Personen, die eine umfassende IT-Grundausbildung anstreben, sowie an Netzwerkadministratoren, die ihre Programmierkompetenz ausbauen wollen.
Kursinhalte & Lernziele
Modul 1 — Netzwerkgrundlagen und CCNA-Einstieg Das Fundament jedes Netzwerkstudiums ist das Verständnis der grundlegenden Kommunikationsmodelle und -protokolle. Dieser erste Abschnitt führt in die Schichtenmodelle ein, erklärt physische und logische Adressierung und legt das Konzeptfundament, auf dem alle weiteren CCNA-Themen aufbauen.
- OSI-Modell: die sieben Schichten, Protokolle je Schicht, Enkapsulierung und Dekapsulierung
- TCP/IP-Stack: Gegenüberstellung mit OSI, Protokolle (IP, TCP, UDP, ICMP, ARP)
- IPv4-Adressierung: Klassen, Subnetting, VLSM, CIDR-Notation
- IPv6-Adressierung: Aufbau, Adresstypen, Dual-Stack-Betrieb
- Physische Netzwerkkomponenten: Hubs, Switches, Router — Funktionsweise und Abgrenzung
- Netzwerk-Topologien: Stern, Ring, Mesh, Bus — Einsatzbereiche und Skalierbarkeit
Modul 2 — Cisco-Geräte konfigurieren: Switches und Routing Cisco-Geräte haben ein eigenes Betriebssystem (IOS) und eine eigene CLI-Syntax. Dieser Abschnitt vermittelt den praktischen Umgang mit Cisco-IOS — von der Grundkonfiguration bis zum Einrichten komplexerer Routing-Szenarien. Ziel ist die Fähigkeit, Cisco-Infrastruktur eigenständig zu konfigurieren und zu administrieren.
- Cisco IOS: Betriebsmodi, grundlegende CLI-Befehle, Konfigurationsdateien
- Switch-Konfiguration: Hostname, Passwörter, Banners, Management-IP
- VLANs: Konzept, Konfiguration, Trunking (802.1Q), VLAN-übergreifendes Routing
- Spanning Tree Protocol (STP): Funktion, Varianten, Konvergenzverhalten
- Statisches Routing: Konfiguration, Anwendungsfälle, Administrative Distance
- OSPF (Open Shortest Path First): Single Area OSPF, Konfiguration auf Cisco-Routern
- EIGRP: Grundkonzept, Konfiguration, Unterschied zu OSPF
Modul 3 — Netzwerksicherheit, WAN und Cloud-Konnektivität Netzwerke stehen nicht isoliert: Sie müssen gegen unberechtigten Zugriff geschützt und mit externen Netzwerken verbunden werden. Dieser Abschnitt behandelt Sicherheitsgrundlagen auf Netzwerkebene sowie die Anbindung von WAN-Verbindungen und Cloud-Infrastruktur — Themen, die in der CCNA-Prüfung und im Berufsalltag von Netzwerkadministratoren zentral sind.
- Access Control Lists (ACLs): Standard- und Extended-ACLs, Platzierung, Troubleshooting
- Network Address Translation (NAT): Static NAT, Dynamic NAT, PAT
- VPN-Grundlagen: Site-to-Site, Remote Access, IPsec-Konzept
- WAN-Technologien: MPLS, Breitband-WAN, SD-WAN-Grundkonzept
- Cloud-Konnektivität: Anbindung von Cloud-Umgebungen an On-Premise-Netzwerke
- Netzwerk-Monitoring und -Management: SNMP, Syslog, NetFlow-Grundlagen
Modul 4 — C++-Programmierung: Grundlagen und Objektorientierung C++ ist eine der leistungsfähigsten und verbreitetsten Programmiersprachen — besonders in Bereichen, wo Systemressourcen effizient genutzt werden müssen: Betriebssysteme, Netzwerksoftware, Embedded Systems. Dieser Abschnitt führt von den ersten C++-Programmen bis zu objektorientierter Softwarestrukturierung.
- Einführung in C++: Programmstruktur, Kompilierung, erste Programme
- Variablen, Datentypen, Operatoren und Ausdrücke in C++
- Kontrollstrukturen: if/else, switch, for, while, do-while
- Funktionen: Definition, Aufruf, Übergabe by value und by reference, Überladen
- Arrays und Strings in C++
- Klassen und Objekte: Klassendesign, Konstruktoren, Destruktoren, Kapselung
- Vererbung und Polymorphismus: Basisklassen, abgeleitete Klassen, virtuelle Methoden
- Überladen von Operatoren und Templates
Modul 5 — Speicherverwaltung und systemnahe C++-Programmierung C++ gibt Entwickler:innen direkte Kontrolle über den Speicher — ein mächtiges, aber anspruchsvolles Feature. Dieser Abschnitt behandelt Zeiger, Referenzen und dynamische Speicherverwaltung als Kernkompetenz für systemnahe Entwicklung und Netzwerkprogrammierung.
- Zeiger und Referenzen: Deklaration, Dereferenzierung, Pointer-Arithmetik
- Stack und Heap: Unterschiede, Lebensdauer von Objekten
- Dynamische Speicherverwaltung: new und delete, Speicherlecks erkennen und vermeiden
- Smart Pointer: unique_ptr, shared_ptr, weak_ptr und deren Einsatzbereiche
- Socket-Programmierung in C++: TCP-Verbindungen herstellen, einfache Client-Server-Architekturen
- Fehlerbehandlung und Ausnahmen in C++
Lernziele:
- OSI- und TCP/IP-Referenzmodell im Detail erklären und auf reale Netzwerkprobleme anwenden
- IPv4- und IPv6-Adressierung, Subnetting und VLSM beherrschen
- Cisco-Router und -Switches konfigurieren und administrieren
- Routing-Protokolle — statisches Routing, OSPF, EIGRP — einrichten und verwalten
- VLANs, Trunking und Inter-VLAN-Routing konfigurieren
- Netzwerksicherheitsgrundlagen: ACLs, NAT, grundlegendes Firewall-Konzept umsetzen
- WAN-Technologien und Cloud-Konnektivität in Netzwerkplanung einbeziehen
- C++-Grundkonzepte — Variablen, Kontrollstrukturen, Funktionen — sicher anwenden
- Objektorientierte Programmierung in C++ umsetzen: Klassen, Vererbung, Polymorphismus
- Speicherverwaltung in C++: Stack vs. Heap, Zeiger, Referenzen, Smart Pointer
- C++-Programme strukturieren, kompilieren und systematisch debuggen
- Netzwerkprogrammierung mit C++ grundlegend einordnen: Socket-Kommunikation, Protokollimplementierung
Zielgruppe & Voraussetzungen
Das Kombiprogramm eignet sich für IT-Einsteiger mit technischem Interesse ebenso wie für Netzwerktechniker, die Programmierkenntnisse aufbauen, oder Entwickler:innen, die die Netzwerkseite ihrer Systeme besser verstehen wollen.
- IT-Quereinsteiger, die eine solide technische Grundausbildung anstreben
- Netzwerkadministratoren, die ihre Kenntnisse um Programmierkompetenzen ergänzen wollen
- Entwickler:innen, die systemnahe Programmierung oder Netzwerkentwicklung anstreben
- IT-Fachleute, die die CCNA-Zertifizierung nachholen und gleichzeitig C++ erlernen wollen
- Personen, die in Richtung Netzwerkautomatisierung oder DevNetOps arbeiten möchten
Grundlegende IT-Kenntnisse und Vertrautheit mit dem Umgang von Computern erleichtern den Einstieg. Vorkenntnisse in Netzwerktechnik oder Programmierung sind hilfreich, aber nicht zwingend erforderlich. Der Kurs beginnt bei den Grundlagen beider Bereiche und baut systematisch auf. Für die praktischen Übungen wird Zugang zu einer geeigneten Übungsumgebung (physische Geräte oder Cisco Packet Tracer / GNS3) benötigt.
Ablauf & Abschluss
Der Kurs findet im kombinierten Lernformat statt: Live-Unterricht im virtuellen Klassenzimmer wird durch eigenständige Übungsphasen und tutoriell begleitete Vertiefungszeit ergänzt. Netzwerkkonfigurationen werden in Simulatoren und auf realen Cisco-Geräten (in den Centren) praktisch geübt. Die C++-Module arbeiten mit echten Entwicklungsumgebungen, sodass jede Lektion direkt in Code umgesetzt werden kann. Der Unterricht verbindet Theorie-Einheiten mit Fallstudienarbeiten und praktischen Projektaufgaben.
Die Dauer des Kurses hängt vom gewählten Modulpaket ab und wird individuell abgestimmt. Sowohl Teilzeit- als auch Vollzeitformate sind möglich; individuelle Startzeitpunkte können vereinbart werden.
Der Kurs bereitet auf die offizielle Cisco CCNA-Zertifizierungsprüfung (Exam 200-301) vor, die separat bei einem autorisierten Cisco-Prüfungszentrum abgelegt wird. Die CCNA-Zertifizierung von Cisco ist weltweit anerkannt und gilt als Branchenstandard für Netzwerktechnik. Im Bereich C++ wird ein trägerinternes Zertifikat über die erworbenen Programmierkenntnisse ausgestellt. Cisco Prüfungen sind herstellerseitig nach drei Jahren zu erneuern.
Nutzen & Perspektiven
Die Kombination aus CCNA-Qualifikation und C++-Kenntnissen ist strategisch klug gewählt: Netzwerkadministration und systemnahe Programmierung werden in modernen IT-Umgebungen immer häufiger in einer Person vereint. Netzwerkautomatisierung, Infrastructure as Code und softwaregesteuerte Netzwerke (SD-WAN, Network Function Virtualization) erfordern Fachleute, die beide Seiten kennen. Die CCNA-Zertifizierung öffnet Türen in Richtung Netzwerkadministration und -engineering — eines der stabilsten Beschäftigungsfelder in der IT. Cisco-Infrastruktur ist in Unternehmen jeder Größe verbreitet; die Fähigkeit, sie eigenständig zu konfigurieren und zu betreiben, ist ein klar abgrenzbarer, nachgefragter Kompetenznachweis. C++ wiederum ist in Bereichen unverzichtbar, wo Netzwerksoftware selbst entwickelt oder angepasst wird: Firewalls, Netzwerkmonitoring-Tools, proprietäre Protokollimplementierungen und Embedded-Network-Systeme sind häufig in C++ oder C implementiert. Wer Netzwerke administriert und gleichzeitig in C++ entwickeln kann, ist in der Lage, in Schnittstellenrollen zwischen Netzwerkteam und Softwareentwicklung zu wirken — eine Position, die am Markt selten und entsprechend gefragt ist.
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Was ist der CCNA und wer stellt ihn aus?
Der CCNA (Cisco Certified Network Associate) ist eine weltweit anerkannte Zertifizierung von Cisco. Die aktuelle Prüfung trägt den Code 200-301 und deckt Netzwerkgrundlagen, IP-Services, Sicherheit, Automation und Programmierbarkeit ab. Cisco Zertifizierungen müssen nach drei Jahren erneuert werden.
Warum wird CCNA mit C++ kombiniert?
Netzwerkautomatisierung und softwaregesteuerte Netzwerke erfordern zunehmend Programmierkenntnisse von Netzwerkfachleuten. C++ ist besonders in systemnaher und netzwerknaher Entwicklung relevant — für Firewall-Software, Protokollimplementierungen und Netzwerkmonitoring-Tools. Die Kombination bereitet auf Schnittstellenrollen zwischen Netzwerk und Softwareentwicklung vor.
Muss ich Vorerfahrung in Programmierung oder Netzwerken mitbringen?
Nein. Beide Bereiche werden von Grund auf aufgebaut. Grundlegende IT-Kenntnisse erleichtern den Einstieg, sind aber keine Pflichtvoraussetzung. Der Kurs ist so gestaltet, dass Quereinsteiger ohne spezifisches Vorwissen erfolgreich teilnehmen können.
Wie unterscheidet sich C++ von C?
C++ ist eine Erweiterung von C und fügt vor allem objektorientierte Konzepte hinzu: Klassen, Vererbung, Polymorphismus und Templates. Beide Sprachen geben Entwickler:innen direkte Kontrolle über den Speicher. C++ wird häufig dort eingesetzt, wo man die Ausdruckskraft von OOP mit der Leistung und Systemnähe von C verbinden will.
Findet der Kurs in Präsenz oder online statt?
Der Kurs ist als Combined Learning konzipiert: Live-Unterricht findet im virtuellen Klassenzimmer statt, mit der Möglichkeit, an Zentren vor Ort zu lernen. Die praktischen Netzwerkübungen werden in Simulatoren (Cisco Packet Tracer) oder auf Geräten in den Kursräumen durchgeführt.
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