Überblick
Dieses Bündel verbindet zwei grundverschiedene, aber strategisch sinnvolle Zertifizierungen: den Cisco Certified Network Associate (CCNA) als branchenweiten Standard für Netzwerktechnik und den EXIN Certified Business Analyst als anerkannte Qualifikation für die Analyse von Geschäftsprozessen und Anforderungen. Wer beide Abschlüsse hält, kann technische Netzwerkentscheidungen mit betriebswirtschaftlichen Anforderungen abgleichen und ist damit an einer der produktivsten Schnittstellen in modernen IT-Organisationen positioniert: dort, wo Fachbereich und IT sich gegenseitig verstehen müssen. Der Kurs bereitet auf beide Prüfungen vor und vermittelt dabei Inhalte, die sich in der Praxis häufig überschneiden, etwa wenn Netzwerkkapazitäten gegen Prozesskritikalität abgewogen werden müssen.
Kursinhalte & Lernziele
Der Kurs ist in zwei klar getrennte Themenbereiche gegliedert, die jeweils auf die eigene Zertifizierungsprüfung vorbereiten. Beide Bereiche werden vollständig und mit eigenem Praxis-Bezug durchgearbeitet. Modul CCNA: Netzwerktechnik mit Cisco Cisco-Netzwerke bilden das Rückgrat von Unternehmensinfrastrukturen weltweit. Das CCNA-Modul vermittelt das Handwerkszeug, um Netzwerke zu verstehen, zu konfigurieren und grundlegend zu betreiben. Der Unterricht orientiert sich am aktuellen CCNA-200-301-Prüfungsrahmen.
- OSI- und TCP/IP-Modell: Schichten, Protokolle und deren Interaktion
- IP-Adressierung: IPv4-Klassen, CIDR, Subnetting, IPv6-Grundlagen
- Switching: Ethernet-Frames, MAC-Tabellen, VLAN-Konfiguration
- Routing: statisches Routing, OSPF, erste Schritte mit BGP-Konzepten
- WAN-Technologien und Internet-Konnektivität: DSL, Fiber, SD-WAN-Grundlagen
- Wireless: 802.11-Standards, WPA2/WPA3, Controller-basierte WLAN-Architektur
- Netzwerksicherheit: ACLs, AAA-Konzept, SSH, Port-Security
- Netzwerkautomatisierung: REST APIs, JSON, Python-Grundideen für Netzwerker
Modul EXIN Business Analyst: Anforderungen, Stakeholder, Lösungen Business Analysis ist die systematische Disziplin, mit der IT-Projekte überhaupt verstehen, was sie lösen sollen. Das EXIN-Modul orientiert sich am BABOK (Business Analysis Body of Knowledge) und dem EXIN-Prüfungsrahmen. Es behandelt Methoden, Techniken und die professionelle Rolle des Business Analysts.
- Grundlagen der Business Analysis: Definitionen, Aufgaben, Abgrenzung zur Projektleitung
- Requirements Elicitation: Interviews, Beobachtungen, Workshops, Prototyping
- Requirements Documentation: User Stories, Use Cases, Prozessdiagramme (BPMN)
- Stakeholder-Analyse: Identifikation, Interessenlagen, Kommunikationsstrategien
- Lösungsbewertung: Nutzwertanalyse, Gap-Analyse, Machbarkeitsstudien
- Business-Analysis-Planung: Planung der Erhebungsaktivitäten, Scope-Definition
- Anforderungsvalidierung und -priorisierung mit MoSCoW und anderen Techniken
- Transitionmanagement: wie Lösungen in Betrieb gehen und begleitet werden
Praxisblock: Technische Anforderungen in hybriden Szenarien Dieser Block verbindet beide Disziplinen und zeigt, wie Netzwerkentscheidungen und Anforderungsanalyse in der Realität zusammenhängen.
- Analyse eines Migrationsprojekts: von Legacy-Netzwerk zu virtualisierten Strukturen
- Anforderungserhebung für ein Netzwerk-Upgrade aus Fachbereich-Perspektive
- Dokumentation technischer Anforderungen als Basis für Ausschreibungen
- Stakeholder-Kommunikation bei netzwerktechnischen Änderungen
- Bewertung von Netzwerkoptionen anhand von Geschäftszielen
- Grundprinzipien des IT-Service-Designs als Bindeglied zwischen BA und Netzwerkbetrieb
- Simulation von Prüfungssituationen für CCNA-200-301 und EXIN BA
- Bearbeitung eines realen Netzwerkprojekts aus BA-Sicht: Stakeholder, Ziele, Risiken
- Fallbesprechung: warum Netzwerkprojekte scheitern, wenn Anforderungen fehlen
- Diskussion realer Beispiele aus Enterprise-Umgebungen mit Netzwerk- und BA-Fokus
- Umgang mit widersprüchlichen Anforderungen zwischen Fachbereich und IT-Betrieb
- Sicherheitsbezogene Anforderungen und ihre Konsequenzen für Netzwerkplanung
- Abgleich von Business-Zielen mit technischen Netzwerkkapazitäten in einem konkreten Szenario
Die Verknüpfung beider Module erschließt Perspektiven, die reine Netzwerktechniker und reine Business Analysten jeweils nicht haben. Ein Network Engineer, der Anforderungen strukturiert erheben kann, kommuniziert effektiver mit Projektleitern und Fachbereichen. Ein Business Analyst mit Netzwerkgrundlagen kann technische Risiken realistisch einschätzen und Projekte fundierter begleiten. Dieses Zusammenspiel ist kein Zufallsprodukt, sondern strategisch nützlich: In mittelgroßen und großen IT-Abteilungen sind hybrid-kompetente Personen gefragt, weil sie Übersetzungsarbeit leisten, die sonst mehrere Meetings und Missverständnisse kostet. Wer beide Zertifizierungen in seiner Qualifikationsmappe führt, kann in Ausschreibungen und Projektbesetzungen punkten, die eigentlich zwei Rollen beschreiben, aber nur eine Person suchen.
Lernziele:
- Grundlegende Netzwerktopologien, Schichtmodelle und Protokolle sicher beschreiben
- IP-Adressierung (IPv4 und IPv6), Subnetting und Routing konfigurieren und troubleshooten
- Switches konfigurieren und VLANs sowie Spanning Tree verstehen
- Grundlagen der Netzwerksicherheit (ACLs, AAA, VPN-Konzepte) anwenden
- Wireless-LAN-Standards und -Architekturen einordnen
- Netzwerkautomatisierung und programmierbare Infrastruktur als Konzept begreifen
- Geschäftsanforderungen strukturiert erheben, analysieren und dokumentieren
- Anforderungsprozesse mit anerkannten Methoden (Interviews, Workshops, Use Cases) umsetzen
- Stakeholder-Perspektiven identifizieren, gewichten und kommunizieren
- Lösungsräume modellieren und Handlungsoptionen bewerten
- Fachliche Anforderungen in technisch umsetzbare Spezifikationen überführen
- Die Rolle des Business Analysts im Projektkontext kennen und ausfüllen
Zielgruppe & Voraussetzungen
Das Bündel spricht IT-Fachleute an, die technisches Netzwerk-Know-how mit strukturiertem Anforderungsmanagement kombinieren möchten.
- Netzwerkadministratoren mit Wunsch nach Projektverantwortung
- IT-Projektmitarbeitende, die technische Grundlagen vertiefen möchten
- Business Analysten in technisch geprägten Organisationen
- Quereinsteiger mit IT-Hintergrund, die in Analyse- oder Consultant-Rollen wechseln wollen
- IT-Koordinatoren in Unternehmen, die Netzwerk und Fachanforderungen verantworten
Für das CCNA-Modul werden IT-Grundkenntnisse und erste Erfahrungen mit Netzwerken oder Betriebssystemen erwartet. Für das Business-Analyst-Modul reicht berufliche Erfahrung in IT-nahen Prozessen oder Projekten. Ein technisches Studium ist keine Voraussetzung. Gute Deutschkenntnisse werden vorausgesetzt; Englisch auf B1-Niveau ist hilfreich für das englischsprachige Referenzmaterial der EXIN-Unterlagen und der Cisco-Dokumentation.
Ablauf & Abschluss
Beide Module werden als angeleiteter Live-Unterricht vermittelt. Im CCNA-Teil wechseln sich Konfigurationsdemonstration und eigenständige Übungen am Cisco Packet Tracer oder in lab-ähnlichen Umgebungen ab. Im Business-Analyst-Teil stehen Fallanalysen, moderierte Workshops und die Erarbeitung von Anforderungsdokumenten im Mittelpunkt. Der Unterricht findet im virtuellen Klassenzimmer statt, in dem Mikrofon, Kamera und Chat aktiv genutzt werden. Praxisfragen aus dem Berufsalltag der Teilnehmenden fließen direkt in den Unterricht ein.
Die Gesamtdauer des Bündels hängt von den gewählten Modulen ab und beträgt in der Regel mehrere Wochen bis zu einigen Monaten. Die Module können je nach Anbieter auch aufeinanderfolgend oder zeitversetzt belegt werden. Wer Vollzeit lernt, verkürzt den Gesamtzeitraum deutlich; Teilzeitvarianten strecken das Programm entsprechend.
Der Kurs bereitet auf zwei externe Prüfungen vor: die CCNA-200-301-Prüfung von Cisco und die EXIN-Certified-Business-Analyst-Prüfung. Beide Zertifikate werden von den jeweiligen Herstellern bzw. Verbänden vergeben und sind bei akkreditierten Testcentern abzulegen. Daneben erhalten Teilnehmende eine qualifizierte Teilnahmebescheinigung des Kursanbieters.
Nutzen & Perspektiven
Die Kombination aus CCNA und EXIN Business Analyst ist auf dem Arbeitsmarkt ungewöhnlich und gerade deshalb wertvoll. Beide Einzelzertifikate sind für sich genommen anerkannte Qualifikationen. Wer beide hält, besetzt eine Nische, die in der Praxis immer relevanter wird: die Schnittstelle zwischen technischer IT-Infrastruktur und fachlicher Anforderungsanalyse. In der Projektpraxis zeigt sich regelmäßig, dass Netzwerkprojekte nicht an der Technik scheitern, sondern daran, dass niemand die Anforderungen systematisch erhoben hat. Umgekehrt verlieren Business-Analyse-Projekte an Wirkung, wenn die technischen Randbedingungen nicht verstanden werden. Wer beide Seiten kennt, kann in diesem Spannungsfeld produktiv agieren und ist als Gesprächspartner für Fachbereich und IT-Betrieb gleichermaßen glaubwürdig. Zusätzlich öffnet die Doppelkompetenz Positionen, die sonst schwer zu besetzen sind: technische Projektleitung, IT-Consulting, Solution Architecture oder IT-Einkauf mit technischem Hintergrund. Das Zertifikatsbündel ist damit nicht nur ein Lernnachweis, sondern ein Karrierebeschleuniger für alle, die in der IT nicht auf eine einzelne Rolle festgelegt sein wollen. Wer nach dem Abschluss gezielt in Projekte einsteigt, die Netzwerkplanung und Anforderungserhebung kombinieren, gewinnt Erfahrung auf beiden Feldern gleichzeitig.
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Müssen CCNA und EXIN Business Analyst gleichzeitig belegt werden?
In der Regel können die Module aufeinanderfolgend oder zeitversetzt belegt werden. Die genaue Reihenfolge hängt vom Kursanbieter und dem individuellen Stundenplan ab. Beide Prüfungen sind voneinander unabhängig und können separat abgelegt werden.
Welche Vorkenntnisse brauche ich für den CCNA-Teil?
Für den CCNA empfiehlt Cisco grundlegende IT-Kenntnisse, etwa aus dem CompTIA IT Fundamentals oder vergleichbarer Berufserfahrung. Kenntnisse über Netzwerkbegriffe wie IP-Adressen und Protokolle helfen, sind aber keine formale Zulassungsvoraussetzung.
Was macht der EXIN Business Analyst anders als ein agiles Zertifikat wie PSPO?
Der EXIN Business Analyst orientiert sich am BABOK und deckt klassische Anforderungserhebung, Stakeholder-Management und Lösungsbewertung ab. Agile Zertifikate wie PSPO oder CSPO fokussieren auf Produktentwicklung im Scrum-Rahmen. Beide ergänzen sich, decken aber unterschiedliche Schwerpunkte ab.
Wie sinnvoll ist diese Kombination im Lebenslauf?
Sehr sinnvoll für alle, die technische und analytische Rollen verbinden möchten. Besonders in der IT-Beratung, im Projektgeschäft und in mittelgroßen IT-Abteilungen wird diese Schnittstellen-Kompetenz zunehmend explizit gesucht.
Kann ich nach dem Kurs direkt als Business Analyst arbeiten?
Das Zertifikat ist ein anerkannter Qualifikationsnachweis und öffnet Türen in analytischen IT-Rollen. Berufliche Erfahrung in IT-Projekten ist zusätzlich hilfreich. Der Kurs vermittelt das methodische Rüstzeug, praktische Erfahrung in konkreten Projekten kommt ergänzend hinzu.
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