Überblick
Wer Netzwerke aufbaut und gleichzeitig Cloud-Infrastrukturen administriert, bewegt sich in einem der gefragtesten Berufsfelder der IT-Branche. Diese Weiterbildung verzahnt zwei eigenständige, international anerkannte Zertifizierungswege: Das Cisco Certified Network Associate (CCNA)-Curriculum, das fundiertes Wissen über Routing, Switching und Netzwerkprotokolle aufbaut, und die Vorbereitung auf die Microsoft-Prüfung AZ-104, mit der Teilnehmende den Titel Azure Administrator Associate erwerben. Das Ergebnis ist ein Kompetenzprofil, das sowohl klassische Netzwerkinfrastruktur als auch moderne Cloud-Dienste abdeckt.
Kursinhalte & Lernziele
Modul 1: CCNA-Grundlagen und Netzwerkarchitektur Das erste Modul schafft das technische Fundament für die CCNA-Zertifizierung. Im Mittelpunkt stehen das OSI- und TCP/IP-Referenzmodell, die Funktionsweise von Switchen und Routern sowie die Konfiguration des Cisco IOS über die Kommandozeile. Teilnehmende lernen, IP-Adressräume zu planen, Subnetting durchzuführen und IPv6-Grundlagen anzuwenden.
- Cisco IOS: Navigation, Konfigurationsmodi und Grundbefehle
- IP-Adressierung, Subnetting und VLSM
- Statisches Routing und dynamische Routing-Protokolle (RIP, OSPF, EIGRP)
- Switching-Konzepte: MAC-Tabellen, VLANs und Trunking (802.1Q)
- Spanning Tree Protocol (STP) und Rapid STP
- WAN-Technologien: PPP, HDLC, Frame Relay, SD-WAN-Überblick
Modul 2: Netzwerksicherheit und Erweiterte CCNA-Themen Aufbauend auf dem Grundlagenwissen werden Sicherheitsmechanismen auf Netzwerkebene behandelt. Access Control Lists, NAT/PAT und erste Einblicke in Network Automation und Programmability ergänzen das klassische Switching- und Routing-Wissen und runden die CCNA-Prüfungsvorbereitung inhaltlich ab.
- Access Control Lists (Standard und Extended ACLs)
- NAT und PAT: Adressübersetzung in der Praxis
- DHCPv4 und DHCPv6-Konfiguration
- Wireless LAN-Grundlagen (SSID, WPA2/WPA3, Controller-Based vs. Autonomous)
- Network Automation und Grundlagen der Programmability (Python-Überblick, REST-APIs)
- QoS-Konzepte und Netzwerkmanagement (SNMP, Syslog, NTP)
Modul 3: Azure-Infrastruktur und AZ-104-Kernthemen Dieser Block widmet sich der Microsoft Azure-Plattform und orientiert sich eng am Prüfungsinhalt der AZ-104. Beginnend mit Identitäts- und Zugriffsmanagement über Azure Active Directory werden virtuelle Netzwerke, Compute-Ressourcen und Storage-Dienste systematisch eingeführt und in Labors konfiguriert.
- Azure Active Directory: Benutzer, Gruppen, RBAC und Conditional Access
- Azure Virtual Networks: Subnetze, Peering und VPN-Gateways
- Azure Load Balancer und Application Gateway
- Virtual Machines: Deployment, Sizing, Availability Sets und Scale Sets
- Azure Kubernetes Service und Container Instances (Überblick)
- Azure Storage: Blob, File Shares, Queues und Zugriffssteuerung
Modul 4: Azure-Betrieb, Sicherheit und Monitoring Das abschließende Azure-Modul behandelt den Betrieb laufender Cloud-Umgebungen. Sicherheitskomponenten wie Azure Firewall, Network Security Groups und Microsoft Defender for Cloud werden ebenso besprochen wie Backup-Strategien, Recovery Services Vaults und die Überwachung von Ressourcen über Azure Monitor.
- Azure Monitor: Metriken, Log Analytics Workspace und Alerts
- Azure Backup und Recovery Services Vault
- Azure Firewall, NSGs und Azure Bastion
- Microsoft Defender for Cloud und Sicherheitsempfehlungen
- Azure Cost Management und Tagging-Strategien
- Azure Policies und Blueprints für Governance
In durchgehenden Laborübungen und Praxisaufgaben wenden Teilnehmende Cisco-Konfigurationen in Netzwerksimulationen und Azure-Konfigurationen im Live-Portal an. Praxisaufgaben verbinden beide Technologiewelten und fördern den Transfer zwischen On-Premises-Netzwerkkonzepten und Cloud-Architekturen.
- Cisco Packet Tracer oder GNS3-Laborübungen zu Routing und Switching
- VLANs und ACLs in simulierten Unternehmensnetzen konfigurieren
- Azure Virtual Network mit Site-to-Site VPN zum simulierten On-Premises-Netz verbinden
- Azure Virtual Machine bereitstellen und mit NSG absichern
- Load-Balancer-Szenarien aufbauen und testen
- Azure Monitor-Dashboard für eine Produktionsumgebung erstellen
- Backup-Richtlinien für VMs definieren und Wiederherstellung testen
- Logging und Alerting auf auffällige Ereignisse konfigurieren
- RBAC-Rollen granular zuweisen und testen
- NAT-Konfiguration in einem Cisco-Router-Labor umsetzen
- Eigene Subnetz-Architektur für ein fiktives Unternehmen dokumentieren
- Abschlusspräsentation: Netzwerk- und Cloud-Architektur erläutern
Der Unterricht findet im virtuellen Klassenzimmer als Live-Online-Format statt, ergänzt durch selbstgesteuerte Übungsphasen. An den Schulungsstandorten stehen vollausgestattete PC-Arbeitsplätze mit zwei Bildschirmen zur Verfügung; eine HomeOffice-Teilnahme ist möglich. Die Kombination beider Themengebiete ermöglicht es, praxisnah zu verstehen, wie Netzwerkpakete ihren Weg durch physische Switches und virtuelle Cloud-Fabrics nehmen und wo beide Welten im Unternehmensalltag ineinandergreifen.
Lernziele:
- Konzepte des Cisco IOS und des CCNA-Prüfungsstoffs sicher beherrschen
- IP-Adressierung, Subnetting und Routing-Protokolle (OSPF, EIGRP) verstehen und anwenden
- VLANs, Spanning Tree Protocol und Switching-Konzepte konfigurieren
- Grundlagen des Wide Area Network und der WAN-Technologien erläutern
- Azure-Abonnements, Identitäten und RBAC-Zugriffskonzepte verwalten
- Virtuelle Azure-Netzwerke, Peerings und Load Balancer einrichten
- Azure Virtual Machines und Container-Dienste bereitstellen und konfigurieren
- Azure Monitor, Alerts und Diagnoseeinstellungen einsetzen
- Azure Storage, Backup und Recovery Services verstehen
- Sicherheitskonzepte in Azure-Umgebungen umsetzen (NSG, Azure Firewall, Bastion)
- Netzwerk- und Cloud-Themen prüfungsrelevant auf beide Zertifizierungen beziehen
- Laborbefunde dokumentieren und praxisnah präsentieren
Zielgruppe & Voraussetzungen
Die Weiterbildung richtet sich an IT-Fachleute, die gleichzeitig klassische Netzwerkkompetenz und Cloud-Know-how aufbauen oder vertiefen möchten.
- IT-Administratoren und Systemtechniker mit Interesse an Netzwerkzertifizierungen
- Netzwerktechniker, die in Cloud-nahe Rollen wechseln möchten
- Einsteiger mit soliden IT-Grundkenntnissen, die eine doppelte Zertifizierung anstreben
- Personen, die eine strukturierte Vorbereitung auf CCNA und AZ-104 suchen
- Umschüler mit technischem Hintergrund aus der Systemadministration
Grundlegende Kenntnisse in der IT-Infrastruktur werden vorausgesetzt, insbesondere ein sicherer Umgang mit TCP/IP-Grundlagen und ein erstes Verständnis von Netzwerkkomponenten wie Switches und Routern. Erfahrung mit einem gängigen Betriebssystem (Windows oder Linux) ist hilfreich. Vorkenntnisse in Azure oder Cisco IOS sind von Vorteil, aber nicht zwingend erforderlich.
Ablauf & Abschluss
Der Kurs wird als synchroner Live-Online-Unterricht im virtuellen Klassenzimmer durchgeführt. Dozenten vermitteln Theorie in interaktiven Einheiten, die unmittelbar durch Laborübungen vertieft werden. Packet Tracer bzw. GNS3 dienen für die Cisco-Inhalte als Simulationsumgebung; für Azure werden Live-Portalsitzungen und eigene Testabonnements eingesetzt. Fallstudien und praxisnahe Projektaufgaben ergänzen den Unterricht und fördern das Verständnis für reale Unternehmensszenarien.
Die Gesamtdauer richtet sich nach den individuell gewählten Modulen, da die Weiterbildung aus kombinierbaren Bausteinen besteht. Typischerweise ist mit mehreren Wochen intensivem Vollzeitunterricht zu rechnen, der Live-Unterrichtszeit, eigengesteuerte Übungsphasen und Labors umfasst.
Nach erfolgreichem Abschluss erhalten Teilnehmende ein trägerinternes Lehrgangszeugnis. Darüber hinaus bereitet der Kurs gezielt auf zwei externe Prüfungen vor: die Cisco CCNA-Prüfung (200-301) und die Microsoft-Prüfung AZ-104. Beide Prüfungen werden bei den jeweiligen Herstellern bzw. akkreditierten Testcentern abgelegt und sind nicht im Lehrgangszeugnis selbst enthalten.
Nutzen & Perspektiven
Das CCNA-Zertifikat gilt als solide Grundlage für eine Karriere im Netzwerkbereich und wird von Arbeitgebern weltweit als Nachweis fundierter Cisco-Kompetenz anerkannt. Die parallele Vorbereitung auf den Azure Administrator Associate positioniert Absolventen als Fachkräfte, die On-Premises-Netzwerke und Cloud-Umgebungen gleichermaßen verstehen — eine Kombination, die am Arbeitsmarkt zunehmend gesucht wird, weil hybride IT-Infrastrukturen die Regel und nicht die Ausnahme sind. Wer beide Zertifizierungen in einer zusammenhängenden Weiterbildung erwirbt, profitiert von thematischen Querbezügen: Konzepte wie VPN-Gateways, Subnetting und Firewallregeln tauchen in beiden Welten auf und werden durch das kombinierte Curriculum tiefer verankert als in zwei getrennten Kursen. Der praxisnahe Laboranteil stellt sicher, dass das Gelernte nicht abstrakt bleibt, sondern direkt in realen Arbeitsumgebungen angewendet werden kann.
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Muss ich beide Zertifizierungen gleichzeitig anstreben?
Nein. Die Module sind flexibel kombinierbar, sodass CCNA- und Azure-Inhalte auch getrennt belegt werden können. Wer beide Zertifizierungen anstrebt, profitiert jedoch von inhaltlichen Synergien, da Netzwerk- und Cloud-Konzepte in beiden Prüfungen vorkommen.
Wie werden die Cisco-Laborübungen ohne physische Hardware durchgeführt?
Die Cisco-Praxisübungen finden in Netzwerksimulatoren wie Cisco Packet Tracer oder GNS3 statt. Diese ermöglichen realistische Netzwerkkonfigurationen ohne echte Hardware und sind für die Prüfungsvorbereitung vollständig geeignet.
Sind die Prüfungsgebühren im Kurspreis enthalten?
Die Prüfungsgebühren für die externe CCNA- und die AZ-104-Prüfung sind nicht automatisch im Kurspreis enthalten. Diese Prüfungen werden bei akkreditierten Pearson VUE-Testcentern abgelegt. Genaue Konditionen erfragen Sie bitte direkt beim Anbieter.
Kann ich den Kurs im HomeOffice absolvieren?
Ja. Der Unterricht findet als Live-Online-Format im virtuellen Klassenzimmer statt, sodass eine vollständige HomeOffice-Teilnahme möglich ist. An den Schulungsstandorten stehen alternativ PC-Arbeitsplätze mit zwei Bildschirmen bereit.
Welche Sprachkenntnisse werden vorausgesetzt?
Der Kurs wird auf Deutsch durchgeführt. Da Cisco-Dokumentationen und Azure-Portale primär auf Englisch sind, sind grundlegende Englischkenntnisse zum Lesen technischer Texte hilfreich.
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