Überblick
Netzwerke werden zunehmend nicht mehr nur konfiguriert, sondern programmiert — Automatisierung, Konfigurationsmanagement und softwaredefinierte Infrastruktur verlangen von Netzwerkfachleuten heute auch Programmierkenntnisse. Dieser Kurs verbindet die Cisco Certified Network Associate (CCNA)-Zertifizierung, den weltweiten Einstiegsstandard für Netzwerktechnik, mit einer Python Developer Certification. Beide Bestandteile werden als eigene Modulblöcke unterrichtet: Der CCNA-Teil vermittelt Routing, Switching und Netzwerksicherheit auf Associate-Niveau, der Python-Teil führt in die Sprache von Grund auf ein und zeigt, wie sich Python konkret zur Netzwerkautomatisierung einsetzen lässt.
Kursinhalte & Lernziele
Modul 1 — Cisco Certified Network Associate (CCNA): Der CCNA-Teil bildet das Fundament für professionelle Netzwerktechnik und deckt die zentralen Themenbereiche der aktuellen CCNA-Prüfung ab.
- Netzwerkgrundlagen: OSI-Modell, TCP/IP-Stack, Ethernet-Grundlagen
- IP-Adressierung: IPv4-Subnetting, IPv6-Grundlagen, Adressvergabe
- Switching: VLANs, Trunking (802.1Q), Spanning Tree Protocol
- Routing: statisches Routing, OSPF-Grundlagen, Routing-Entscheidungen
- Netzwerksicherheit: Access Control Lists, Port Security, grundlegende Firewall-Konzepte
- Netzwerkautomatisierung und -programmierbarkeit als Teil des aktuellen CCNA-Curriculums
Modul 2 — Python Developer Certification: Der zweite Baustein führt systematisch in die Programmiersprache Python ein, mit besonderem Blick auf die spätere Anwendung im Netzwerkumfeld.
- Python-Grundlagen: Variablen, Datentypen, Operatoren, Kontrollstrukturen
- Funktionen, Module und Fehlerbehandlung (Exceptions)
- Datenstrukturen: Listen, Tupel, Dictionaries und deren praktischer Einsatz
- Objektorientierte Programmierung: Klassen, Objekte, Vererbung
- Datei- und Textverarbeitung sowie einfache Datenanalyse
- Arbeiten mit externen Bibliotheken und Paketmanagement (pip)
Modul 3 — Netzwerkautomatisierung mit Python: Dieser Verbindungsblock führt beide Themenfelder zusammen und zeigt, wie Python konkret in Netzwerkumgebungen eingesetzt wird.
- Grundlagen der Netzwerkautomatisierung: warum und wann Automatisierung sinnvoll ist
- Verbindungsaufbau zu Netzwerkgeräten per SSH mit Python-Bibliotheken
- Konfigurationsdateien programmatisch auslesen, anpassen und verteilen
- Automatisierte Statusabfragen mehrerer Netzwerkgeräte
- Grundlagen von Infrastructure-as-Code-Konzepten im Netzwerkkontext
- Fehlerbehandlung und Logging in Automatisierungsskripten
Praxis-Block — Angewandte Übungen zu beiden Bestandteilen
- Subnetting-Aufgaben für ein mehrstufiges Firmennetzwerk lösen
- VLAN-Konzept für eine Beispielorganisation mit mehreren Abteilungen entwerfen
- Statisches Routing und OSPF in einer simulierten Netzwerktopologie konfigurieren
- Access Control List zur Absicherung eines Netzwerksegments erstellen
- Python-Skript zur Verarbeitung einer Geräteliste aus einer CSV-ähnlichen Datei schreiben
- Klasse zur Repräsentation eines Netzwerkgeräts mit Attributen und Methoden implementieren
- Automatisiertes Python-Skript zur Konfiguration mehrerer Router per SSH entwickeln
- Statusabfrage-Skript für mehrere Switches gleichzeitig programmieren
- Fehlerbehandlung in einem Automatisierungsskript robust gestalten
- Logging-Mechanismus für ein Netzwerkautomatisierungsskript einbauen
- Kleines Abschlussprojekt: Python-gestützte Auswertung einer Netzwerkkonfiguration
- Vergleich manueller versus automatisierter Konfiguration anhand eines Zeitaufwand-Szenarios
- Backup-Skript zur regelmäßigen Sicherung mehrerer Gerätekonfigurationen entwickeln
Die Verzahnung beider Modulblöcke im dritten Baustein ist der eigentliche Mehrwert dieser Kombination: Statt CCNA und Python isoliert zu lernen, erleben Teilnehmende unmittelbar, wie Programmierkenntnisse die tägliche Netzwerkadministration verändern — von der manuellen Konfiguration einzelner Geräte hin zur automatisierten Verwaltung ganzer Gerätegruppen.
Lernziele:
- Grundlagen der Netzwerkarchitektur (OSI- und TCP/IP-Modell) sicher anwenden
- IPv4- und IPv6-Adressierung inklusive Subnetting durchführen
- Routing-Grundlagen (statisches Routing, OSPF) konfigurieren und Routingtabellen interpretieren
- VLANs, Trunking und Switching-Konzepte in Cisco-Umgebungen umsetzen
- Grundlegende Netzwerksicherheit (Access Control Lists, Port Security) konfigurieren
- Wireless-LAN-Grundlagen und deren Integration in bestehende Netzwerke einordnen
- Python-Grundsyntax, Datentypen, Kontrollstrukturen und Funktionen sicher anwenden
- Objektorientierte Grundkonzepte in Python umsetzen
- Mit Python-Bibliotheken für Datenverarbeitung (u. a. Listen, Dictionaries, Dateizugriff) arbeiten
- Netzwerkgeräte mit Python-Bibliotheken (u. a. Netmiko, Paramiko) programmatisch ansprechen
- Einfache Skripte zur Automatisierung wiederkehrender Netzwerkkonfigurationsaufgaben schreiben
- Schnittstellen (APIs) zur Automatisierung von Netzwerk- und Systemaufgaben grundlegend einsetzen
Zielgruppe & Voraussetzungen
Der Kurs eignet sich für alle, die eine fundierte Netzwerkzertifizierung mit Programmierkenntnissen verbinden möchten, um sich für moderne, zunehmend automatisierte Netzwerkumgebungen zu qualifizieren.
- Angehende Netzwerktechniker:innen ohne bisherige Cisco-Zertifizierung
- IT-Administrator:innen, die ihre Netzwerkkenntnisse formalisieren und um Automatisierung erweitern möchten
- Quereinsteiger:innen mit technischem Interesse, die zwei anerkannte Zertifikate parallel aufbauen möchten
- Systembetreuer:innen, die repetitive Netzwerkaufgaben zukünftig automatisieren wollen
- Berufseinsteiger:innen, die sich für Netzwerktechnik mit Zukunftsperspektive Automatisierung interessieren
Für den CCNA-Teil sind keine zwingenden Vorkenntnisse erforderlich, ein grundlegendes technisches Verständnis erleichtert jedoch den Einstieg. Für den Python-Teil sind ebenfalls keine Programmiervorkenntnisse notwendig, da die Sprache von Grund auf vermittelt wird. Da Cisco-Prüfungsunterlagen überwiegend englischsprachig sind, werden Englischkenntnisse auf mindestens B1-Niveau empfohlen. Grundlegende PC-Kenntnisse und Vertrautheit mit der Kommandozeile sind hilfreich, aber keine Zugangsvoraussetzung.
Ablauf & Abschluss
Der Kurs wird im virtuellen Klassenzimmer unterrichtet, mit interaktiver Teilnahme über Mikrofon, Kamera und Chat. Der CCNA-Teil arbeitet mit Netzwerksimulationsumgebungen, in denen Konfigurationen praktisch geübt werden, bevor sie auf reale Szenarien übertragen werden. Der Python-Teil kombiniert Theorieeinheiten mit unmittelbarem Programmieren in einer eigenen Entwicklungsumgebung. Der abschließende Automatisierungs-Modulblock führt beide Umgebungen zusammen, sodass Skripte direkt gegen simulierte Netzwerkgeräte getestet werden. Praxisprojekte und Fallstudien begleiten den gesamten Kurs.
Der Gesamtumfang richtet sich nach den gewählten Modulen und liegt in der Praxis meist zwischen sechs und zwölf Wochen. Der Unterricht findet überwiegend in Vollzeit statt, Teilzeit-Varianten mit gestreckter Laufzeit sind für Berufstätige möglich und werden individuell abgestimmt.
Der CCNA-Modulblock bereitet auf die Herstellerprüfung von Cisco vor, der Python-Modulblock auf eine Python Developer Certification. Beide Prüfungen werden bei den jeweiligen Zertifizierungsstellen unabhängig voneinander abgelegt. Ergänzend wird ein Lehrgangszertifikat des Kursanbieters ausgestellt, das die Teilnahme an beiden Modulblöcken sowie am verbindenden Automatisierungs-Modul bestätigt.
Nutzen & Perspektiven
Klassische Netzwerktechnik und Softwareentwicklung galten lange als getrennte Karrierewege — diese Trennung löst sich zunehmend auf. Netzwerkumgebungen wachsen, und manuelle Konfiguration einzelner Geräte skaliert schlicht nicht mehr, sobald Hunderte oder Tausende Geräte verwaltet werden müssen. Genau hier setzt Netzwerkautomatisierung mit Python an, ein Kompetenzfeld, das in Stellenausschreibungen für Netzwerktechniker:innen zunehmend explizit gefordert wird. Wer CCNA und Python gemeinsam beherrscht, kann nicht nur Netzwerke fachgerecht planen und konfigurieren, sondern auch die eigene Arbeit effizienter gestalten, indem wiederkehrende Aufgaben skriptgesteuert statt manuell erledigt werden. Das verschafft einen klaren Vorteil gegenüber Fachkräften, die ausschließlich über klassische Netzwerkkenntnisse verfügen. Auch der Umstieg in angrenzende Bereiche wie Netzwerksicherheit oder Cloud-Infrastruktur fällt mit einer soliden Programmiergrundlage spürbar leichter, da viele moderne Werkzeuge in diesem Umfeld auf Python-Schnittstellen setzen. Beide Zertifikate — CCNA und Python Developer Certification — sind auch unabhängig voneinander international anerkannte Qualifikationsnachweise. Die Kombination positioniert Absolventinnen und Absolventen jedoch zusätzlich für die wachsende Zahl von Rollen, die genau an der Schnittstelle zwischen Netzwerkinfrastruktur und Automatisierung angesiedelt sind. Nicht zuletzt zahlt sich diese Kombination auch im Bewerbungsgespräch aus: Wer anhand eines eigenen Automatisierungsskripts konkret zeigen kann, wie Netzwerkkonfigurationen programmatisch verwaltet werden, hinterlässt einen deutlich greifbareren Eindruck als eine reine Aufzählung von Zertifikatstiteln.
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Wie unterscheidet sich dieser Kurs vom CCNA mit Linux Engineer?
Beide Kurse teilen den identischen CCNA-Modulblock (Routing, Switching, Netzwerksicherheit), kombinieren ihn aber mit unterschiedlichen zweiten Bestandteilen: Dieser Kurs verbindet CCNA mit Python-Programmierung und Netzwerkautomatisierung, der andere Kurs mit Linux-Systemadministration.
Brauche ich Programmiervorkenntnisse für den Python-Teil?
Nein. Python wird von Grund auf vermittelt, von der Grundsyntax über Datenstrukturen bis zur objektorientierten Programmierung. Vorkenntnisse sind hilfreich, aber nicht Voraussetzung.
Wird Python wirklich für Netzwerkaufgaben eingesetzt, oder bleibt es bei allgemeiner Programmierung?
Ein eigener Modulblock verbindet beide Themenfelder gezielt: Teilnehmende schreiben Python-Skripte, die sich per SSH mit Netzwerkgeräten verbinden, Konfigurationen auslesen und Statusabfragen automatisieren.
Welche CCNA-Themen werden abgedeckt?
Der Modulblock deckt die zentralen CCNA-Themenbereiche ab: Netzwerkgrundlagen, IP-Adressierung und Subnetting, VLANs und Switching, Routing-Grundlagen sowie grundlegende Netzwerksicherheit inklusive Access Control Lists.
Wie lange dauert die gesamte Weiterbildung?
Je nach gewählten Modulen liegt die Bearbeitungszeit meist zwischen sechs und zwölf Wochen. Vollzeit- und Teilzeit-Varianten mit gestreckter Laufzeit sind verfügbar.
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