Überblick
IT-Projekte scheitern selten an fehlendem technischen Wissen — häufiger an mangelhafter Planung, unklarer Steuerung oder schlechter Kommunikation mit Stakeholdern. Diese Weiterbildung schließt die Lücke zwischen technischem Können und Projektführungskompetenz. Der CCNA-Teil vermittelt solides Netzwerkwissen auf Cisco-Niveau; der PMI PMP-Teil — eines der angesehensten Projektmanagement-Zertifikate weltweit — lehrt, wie komplexe IT-Projekte geplant, überwacht und erfolgreich abgeschlossen werden. Beide Wissensbereiche verstärken sich gegenseitig: Wer technisch versteht, was ein Netzwerkinfrastruktur-Rollout erfordert, kann Projektpläne realistischer erstellen; wer Projektsteuerung beherrscht, führt technische Teams strukturierter zum Ziel. Dieser Lehrgang spricht IT-Fachleute an, die Schritt für Schritt mehr Verantwortung übernehmen — und die nächste Karrierestufe nicht nur technisch, sondern auch in der Führung von Projekten absichern wollen.
Kursinhalte & Lernziele
Modul 1 — Netzwerktechnik: Grundlagen, Protokolle und Cisco-Konfiguration Der technische Teil beginnt mit einem systematischen Überblick über Netzwerkarchitekturen aus der Perspektive des Infrastrukturprojekts: Was muss ein Projektleiter verstehen, wenn sein Team einen Standort-Rollout plant, VLANs konfiguriert oder WAN-Anbindungen einrichtet? Das CCNA-Modul vermittelt nicht nur Konfigurationswissen, sondern auch das Vokabular, das IT-Projektmanager benötigen, um technische Teams zu führen und Entscheidungen zu verstehen.
- Netzwerkmodelle (OSI, TCP/IP) als konzeptionelles Werkzeug für Projektbeschreibungen
- IPv4/IPv6-Adressplanung als Teil der Projektinfrastruktur-Dokumentation
- Cisco IOS: Konfigurationsgrundlagen für Router und Switches
- VLAN-Segmentierung und Trunk-Links als Sicherheits- und Organisationsmaßnahme
- WAN-Verbindungen: MPLS, SD-WAN, VPN — Konzepte für Projektentscheidungen
- Netzwerktests und -dokumentation als Bestandteil der Projektabnahme
Modul 2 — Netzwerktechnik: Routing, Sicherheit und Netzwerkmanagement Das zweite technische Modul vertieft Routing-Protokolle und Netzwerksicherheitsmaßnahmen — Themen, die in der Projektplanung von Netzwerkinfrastruktur-Projekten besonders relevant sind, weil sie technische Komplexität und Abhängigkeiten erzeugen, die im Projektplan sichtbar sein müssen.
- OSPF und EIGRP: Funktionsprinzipien, Konfiguration, Fehlerdiagnose
- Inter-VLAN-Routing mit Layer-3-Switches
- ACLs und Netzwerksicherheit im Enterprise-Kontext
- DHCP, NAT und Netzwerkdienste als Infrastruktur-Grundlage
- Netzwerk-Monitoring-Werkzeuge: SNMP, Syslog, CDP/LLDP
- Troubleshooting-Methodik: systematische Fehlereingrenzung im laufenden Projekt
Modul 3 — PMI PMP: Projektinitiierung, Planung und Rahmenbedingungen Der Einstieg in das PMI-Framework beginnt mit dem Verständnis, was ein Projekt überhaupt ausmacht und wie der Project Management Body of Knowledge (PMBOK) die Grundlage für professionelles Projektmanagement bildet. Für IT-Netzwerkprojekte werden die Konzepte direkt kontextualisiert: Was bedeutet ein Project Charter für ein CCNA-Rollout? Wie wird ein Scope Statement für eine Netzwerkmodernisierung formuliert?
- Projektmanagement-Grundlagen: Projekt vs. Betrieb, Programmmanagement, Portfolio
- PMBOK 7 — Prinzipien und Performance-Domains im Überblick
- Projektinitierungsdokumente: Project Charter, Stakeholder-Register
- Scope Management: WBS-Erstellung, Scope Baseline, Scope Creep vermeiden
- Terminplanung: Vorgangslisten, Netzplantechnik, Gantt-Diagramme, kritischer Pfad
- Ressourcen und Kosten: Aufwandsschätzung, Ressourcenzuweisung, Budget Baseline
Modul 4 — PMI PMP: Projektsteuerung, Risiko, Kommunikation und Abschluss Das zweite PMP-Modul behandelt die Durchführungs- und Steuerungsphase — also alles, was nach dem Kick-off passiert. Earned-Value-Analyse, Risikomanagement und Stakeholder-Kommunikation sind Kernthemen, die IT-Projektleiter täglich beschäftigen. Abschluss-Prozesse und Lessons Learned runden den Lebenszyklus ab.
- Qualitätsmanagement: Qualitätssicherungsmaßnahmen, Reviews, Akzeptanzkriterien
- Risikomanagement: qualitative/quantitative Bewertung, Risikoregister, Gegenmaßnahmen
- Kommunikationsmanagement: Kommunikationsplan, Berichterstattung, Stakeholder-Erwartungen
- Earned-Value-Analyse: CPI, SPI, Forecasting — Projektfortschritt objektiv messen
- Change Management: Change-Request-Prozess, integrierte Änderungssteuerung
- Agile und hybride Ansätze: Scrum, Kanban, hybride Modelle im IT-Kontext
- Projektabschluss: Lessons Learned, Abnahme-Dokumentation, Ressourcenfreigabe
Praxis-Block — Kombinierte Übungsszenarien
- Erstellung eines vollständigen Projektplans für ein fiktives CCNA-Netzwerkrollout
- Aufbau und Konfiguration einer Cisco-Testumgebung als technische Grundlage des Projektplans
- WBS-Entwicklung für eine Netzwerkmigration: Arbeitspakete, Verantwortlichkeiten, Meilensteine
- Risikoanalyse: technische Risiken eines VLAN-Rollouts identifizieren und bewerten
- Kommunikationsplan: Statusberichte, Eskalationswege und Stakeholder-Updates strukturieren
- Earned-Value-Übung: Projektfortschritt einer laufenden Netzwerkinstallation anhand realer Kennzahlen bewerten
- Konfiguration von ACLs und Routing-Protokollen im Rahmen eines simulierten Rollouts
- Change-Request-Übung: eine ungeplante technische Änderung (z. B. neuer VLAN-Bereich) durch den Änderungsprozess führen
- Stakeholder-Analyse: Erwartungen und Einfluss verschiedener Gruppen in einem IT-Infrastrukturprojekt kartieren
- Agiles Planungsboard: Sprint-Planung für eine Netzwerkmodernisierung mit Cisco-Geräten
- Troubleshooting-Übung: Routing-Problem im laufenden Projekt diagnostizieren und Auswirkungen auf den Projektplan beschreiben
- Abschluss-Dokumentation: Lessons Learned und Übergabe-Protokoll für ein fiktives Netzwerkprojekt erstellen
Die integrierten Szenarien zeigen, wie Projektmanagement-Konzepte auf echte Netzwerkprojekte angewendet werden — das macht die PMI-Methodik greifbar und die Cisco-Konfigurationen planungsrelevant.
Lernziele:
- Netzwerktopologien und Cisco-Infrastruktur auf CCNA-Niveau planen und konfigurieren
- Router, Switches und Layer-3-Geräte in Enterprise-Umgebungen einrichten und warten
- Routing-Protokolle und Netzwerksegmentierung für strukturierte IT-Landschaften anwenden
- Projekte nach dem PMI PMBOK-Framework initiieren, planen und steuern
- Leistungsumfang (Scope), Zeit- und Ressourcenpläne in IT-Projekten definieren und kontrollieren
- Risiken in IT-Infrastrukturprojekten identifizieren, bewerten und mit Gegenmaßnahmen belegen
- Stakeholder-Kommunikation in Projekten strukturiert und zielgruppengerecht gestalten
- Agile und hybride Projektmanagement-Ansätze im IT-Kontext anwenden
- Qualitätssicherung und Change-Management-Prozesse in Projekten implementieren
- Teams in Projekten führen, Konflikte managen und Lieferantenbeziehungen steuern
- Auf die Cisco CCNA-Prüfung (200-301) und die PMI PMP-Prüfung vorbereitet sein
Zielgruppe & Voraussetzungen
Dieser Lehrgang ist ideal für IT-Fachleute, die bereits Netzwerkerfahrung haben oder anstreben und parallel Projektmanagement-Kompetenz aufbauen wollen.
- Netzwerkadministratoren, die in die Rolle des IT-Projektleiters hineinwachsen
- IT-Projektmanager ohne tiefe Netzwerktechnik-Ausbildung, die technisch souveräner werden wollen
- IT-Consultants, die Netzwerkprojekte begleiten und steuern
- Systemingenieure in Unternehmen, die Infrastrukturrollouts eigenverantwortlich leiten
- Senior-IT-Fachleute, die ihr technisches Profil um anerkannte Managementkompetenz erweitern
Für den CCNA-Teil werden grundlegende IT-Kenntnisse erwartet; Berufserfahrung im IT-Bereich ist von Vorteil. Für den PMI PMP sind die offiziellen Zulassungsvoraussetzungen zu beachten: PMI verlangt für die PMP-Prüfung eine Kombination aus Projektmanagement-Erfahrung (mindestens 36 Monate bei vier Jahren Hochschulabschluss, 60 Monate ohne) und 35 Stunden PM-Ausbildung. Der Kurs erfüllt die Ausbildungsanforderung; die Erfahrungsvoraussetzung muss die Kandidatin oder der Kandidat eigenständig nachweisen.
Ablauf & Abschluss
Das Lehrgangsformat verbindet technische Laborarbeit mit Planungsübungen und Fallstudien. Netzwerk-Konfigurationen werden in Simulationsumgebungen umgesetzt; PMP-Themen werden anhand realistischer IT-Projektszenarien erarbeitet. Der Live-Online-Unterricht erlaubt direkte Fragen an Dozierende; Übungsszenarien können eigenständig oder in Kleingruppen bearbeitet werden. Wo möglich, werden beide Lernstränge in gemeinsamen Übungsaufgaben verbunden.
Beide Zertifizierungsprogramme (CCNA und PMP) sind inhaltlich umfangreich. Der Gesamtlehrgang erstreckt sich typischerweise über mehrere Monate; Voll- und Teilzeitvarianten sind möglich. Die 35 Stunden PM-Ausbildung, die PMI für die PMP-Prüfungszulassung verlangt, werden durch das PMP-Modul abgedeckt.
Das Programm bereitet auf die Cisco CCNA-Prüfung (200-301) und die PMI PMP-Prüfung vor. Die PMP-Prüfung wird bei Pearson-VUE-Testcentern oder online proctored abgelegt. Das PMP-Zertifikat muss alle drei Jahre über PDUs (Professional Development Units) rezertifiziert werden — 60 PDUs in drei Jahren. Das CCNA-Zertifikat erfordert ebenfalls eine Verlängerung nach drei Jahren. Zusätzlich wird eine qualifizierte Teilnahmebescheinigung ausgestellt.
Nutzen & Perspektiven
Das PMI PMP gilt als eines der renommiertesten Projektmanagement-Zertifikate weltweit und ist in nahezu allen Branchen anerkannt. In Kombination mit dem technischen CCNA-Fundament entsteht ein Profil, das in IT-Infrastrukturprojekten besonders geschätzt wird — denn technisch kompetente Projektleiter können Entscheidungen schneller treffen, technische Risiken realistischer bewerten und die Kommunikation mit Entwickler- und Netzwerkteams auf Augenhöhe führen. Netzwerkinfrastruktur-Projekte sind in vielen Unternehmen regelmäßig wiederkehrend: Standortverlegungen, WLAN-Modernisierungen, SD-WAN-Einführungen, Cloud-Migration. Wer sowohl Cisco-Konfiguration als auch PMI-Projektmethodik beherrscht, kann diese Projekte von der Planung bis zur Abnahme eigenverantwortlich leiten — ohne ständig zwischen Technik und Management vermitteln zu müssen. Zwei Zertifikate, zwei Karrieredimensionen: Die technische Seite öffnet Türen zu Netzwerkrollen, die Managementseite zum Aufstieg in Projektverantwortung. Selten lassen sich beide Bereiche so klar in einer strukturierten Ausbildung kombinieren.
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Welche Erfahrung brauche ich, um zur PMP-Prüfung zugelassen zu werden?
PMI verlangt für die Prüfungszulassung Projektmanagement-Praxiserfahrung: 36 Monate bei vorhandenem vierjährigen Hochschulabschluss oder 60 Monate ohne. Zusätzlich werden 35 Stunden PM-Ausbildung nachgewiesen — diese liefert das PMP-Kursmodul. Die Erfahrungsjahre müssen selbst mitgebracht werden.
Wie oft muss das PMP-Zertifikat verlängert werden?
Das PMP-Zertifikat ist drei Jahre gültig. Zur Verlängerung müssen 60 Professional Development Units (PDUs) in diesem Zeitraum nachgewiesen werden. PMI akzeptiert verschiedene Aktivitäten als PDU-Quellen: Weiterbildungen, Konferenzen, Ehrenamt im PM-Bereich und eigene Lehrleistungen.
Brauche ich für den CCNA-Teil Netzwerk-Vorkenntnisse?
Cisco definiert keine formalen Voraussetzungen für die CCNA-Prüfung. Praktische IT-Erfahrung und grundlegende Netzwerkbegriffe erleichtern den Einstieg erheblich. Für Teilnehmende, die Projektmanagement-Hintergrund haben, aber wenig Netzwerterfahrung, kann das Cisco-Modul anspruchsvoll sein — daher lohnt sich etwas Vor-Selbststudium.
Ist PMBOK 7 oder PMBOK 6 Grundlage des PMP-Moduls?
Die aktuelle PMP-Prüfung basiert auf PMBOK 7 (2021), der mit prinzipienbasiertem Ansatz und Performance-Domains arbeitet, sowie auf dem Examination Content Outline (ECO) von PMI. Das Modul berücksichtigt beide Frameworks, da die Prüfung auch agile und hybride Anteile enthält.
Kann ich mit CCNA + PMP als Freelancer oder IT-Consultant arbeiten?
Ja — diese Kombination ist besonders gut für Freiberufliche geeignet. IT-Consultants, die Netzwerkprojekte begleiten, können Kunden sowohl technisch beraten als auch bei der Projektsteuerung unterstützen. Beide Zertifikate sind international anerkannt und erhöhen die Glaubwürdigkeit gegenüber Auftraggebern erheblich.
Verwandte Kurse
Welche Förderung passt zu dir?
Finde in 30 Sekunden heraus, ob dir ein Bildungsgutschein oder andere Zuschüsse zustehen. Kostenlos & ohne Anmeldung.
Arbeitsmarkt-Report
IT-Berufe sind seit fünf Jahren der größte Fachkräfteengpass am deutschen Arbeitsmarkt. Der Bestand offener IT-Stellen ist 2024 auf einen Rekordstand gestiegen; AI- und Cloud-Skills werden in den nächsten Jahren weiter überdurchschnittlich nachgefragt.
Zielberufe & offene Stellen
Berufe, in denen Absolvent:innen dieses Kurses typischerweise arbeiten — mit bundesweit offenen Stellen der letzten 12 Monate.
- Chief-Information-Security-Officer11 Stellen