Überblick
Dieser Kurs verbindet zwei auf den ersten Blick unterschiedliche Qualifizierungsziele, die im Berufsalltag von IT-Netzwerkfachleuten zunehmend zusammenwachsen: die CCNA-Zertifizierung von Cisco, die Grundlagenwissen in Routing, Switching, Netzwerksicherheit und Automatisierung belegt, und die Scrum Master-Ausbildung, die für die Führung agiler Entwicklungs- und Betriebsteams qualifiziert. IT-Infrastrukturteams arbeiten immer häufiger nach agilen Prinzipien — DevOps, agile Netzwerkmigration, iterative Infrastrukturprojekte. Wer technische Netzwerkkompetenz mit Scrum-Praxis verbindet, kann IT-Projekte nicht nur fachlich begleiten, sondern auch als Scrum Master oder technischer Projektverantwortlicher führen.
Kursinhalte & Lernziele
Modul 1 — CCNA: Netzwerkgrundlagen, LAN-Switching und IPv4/IPv6 Das CCNA-Fundament beginnt mit dem Protokollmodell und arbeitet sich schichtweise von der physischen Verbindung bis zur Netzwerkschicht vor. VLANs und Spanning Tree sind die Kernthemen der Switching-Praxis; IPv4- und IPv6-Adressierung bilden das Herzstück jeder Netzwerkplanung.
- OSI-Referenzmodell und Aufgaben der sieben Schichten
- Ethernet, MAC-Adressen und Switching-Grundlagen
- VLAN-Konfiguration, 802.1Q Trunking und Inter-VLAN-Routing
- Spanning Tree Protocol (STP/RSTP) für schleifenfreie Netzwerke
- IPv4-Subnetting mit VLSM: Adressräume effizient aufteilen
- IPv6: Adresstypen, EUI-64, SLAAC und Dual-Stack-Betrieb
Modul 2 — CCNA: Routing, WAN und Netzwerksicherheit Routing verbindet Netzwerke miteinander; WAN-Technologien ermöglichen standortübergreifende Kommunikation. Netzwerksicherheit schützt diese Infrastruktur vor unbefugtem Zugriff und Angriffen — ein Bereich, der im CCNA-Curriculum stark gewichtet ist.
- Statisches Routing und Default Routes konfigurieren
- OSPF Single-Area: Neighbor-Beziehungen, LSAs und SPF-Berechnung
- NAT und PAT: Adressübersetzung und Port Forwarding
- WAN-Konzepte: MPLS, SD-WAN-Grundlagen, Internetverbindungen
- Access Control Lists (ACLs): Standard und Extended, Platzierung und Wirkung
- VPN-Grundlagen: Site-to-Site IPsec, Remote Access und SSL VPN
Modul 3 — CCNA: Netzwerkautomatisierung, Monitoring und Troubleshooting Moderne Netzwerke werden zunehmend softwaregesteuert und automatisiert betrieben. Dieser Block gibt einen Überblick über Automatisierungswerkzeuge und -konzepte, die im CCNA 200-301 explizit geprüft werden. Troubleshooting-Methodik rundet den CCNA-Teil ab.
- Netzwerkautomatisierung: REST APIs, NETCONF/YANG, Ansible-Grundlagen
- SDN-Konzepte und Cisco DNA Center einordnen
- SNMP, Syslog und NetFlow für Netzwerkmonitoring nutzen
- DHCP, DNS und NTP: Infrastrukturdienste administrieren
- Systematisches Troubleshooting mit CDP, LLDP, Ping, Traceroute
- Konfigurationsverwaltung: Git-Grundlagen für Netzwerkkonfigurationen
Modul 4 — Scrum Master: Agiler Rahmen, Rollen und Ereignisse Scrum ist ein leichtgewichtiger Rahmen für die Entwicklung und Lieferung komplexer Produkte. Der Scrum Master ist kein klassischer Projektleiter, sondern Servant Leader: Er moderiert Ereignisse, beseitigt Hindernisse und schützt das Team vor Störungen. Dieser Block vermittelt das vollständige Scrum-Framework nach dem aktuellen Scrum Guide.
- Scrum-Werte und agile Prinzipien (Agiles Manifest und 12 Prinzipien)
- Scrum-Team: Product Owner, Scrum Master und Entwickler — Verantwortlichkeiten
- Sprint: Ziel, Struktur und Timebox
- Sprint Planning: Sprintziel definieren, Sprint Backlog erstellen
- Daily Scrum: kurze Synchronisation und Hindernisidentifikation
- Sprint Review und Sprint Retrospektive: Inspektion und Anpassung
Modul 5 — Scrum Master: Artefakte, Backlog und Skalierung Scrum-Artefakte machen Arbeit und Wert transparent. Product Backlog Management ist eine der praktisch anspruchsvollsten Scrum-Disziplinen. Dieser Block behandelt Backlog Refinement, Schätzmethoden und die Anwendung von Scrum in größeren Kontexten.
- Product Backlog: Aufbau, Priorisierung und Refinement
- Sprint Backlog und Inkrement: Definition of Done festlegen
- Story Points, Planning Poker und relative Schätzung
- Velocity und Burndown-Charts interpretieren
- Scrum in IT-Infrastrukturprojekten: Netzwerkmigration, Rechenzentrumsaufbau, Cloud-Migration
- Skalierung mit Scrum of Scrums und Überblick zu SAFe
Praxisanwendung Die Praxisphase des Kurses arbeitet beide Bereiche sowohl isoliert als auch in Kombination durch. Teilnehmende simulieren Scrum-Ereignisse für ein fiktives Netzwerkprojekt und konfigurieren gleichzeitig die technischen Netzwerkkomponenten in Lab-Umgebungen.
- Cisco-Router und -Switch-Konfiguration in vollständiger Netzwerktopologie
- OSPF-Routing in einer Mehrzweig-Topologie einrichten und diagnostizieren
- ACL-Satz für eine segmentierte Unternehmensumgebung entwickeln
- Scrum-Simulation: Sprint Planning für eine Netzwerkmigration moderieren
- Product-Backlog-Erstellung für ein WLAN-Rollout-Projekt
- Daily-Scrum-Moderation und Hindernismanagement üben
- Sprint Retrospektive durchführen und konkrete Verbesserungen ableiten
- Agiles Netzwerkprojekt: Aufgaben schätzen, Sprint-Ziel definieren, Inkrement liefern
- IPv6-Dual-Stack-Migration iterativ in Sprints planen
- Velocity messen und Sprintkapazität für ein fiktives Team berechnen
- CCNA 200-301 Prüfungsformat und Themenbereiche kennenlernen
- Scrum Master Zertifizierungsoptionen (PSM I, CSM) vergleichen und planen
Dozierende mit Praxiserfahrung in Netzwerktechnik und agiler Teamführung begleiten den Kurs. Netzwerk-Labs in Cisco-Emulatoren werden durch Scrum-Simulationen mit Team-Rollenspielen ergänzt.
Lernziele:
- OSI-Modell und TCP/IP-Protokollstack vollständig verstehen und auf reale Netzwerke anwenden
- IPv4- und IPv6-Subnetting und Adresskonfiguration beherrschen
- Cisco-Switche mit VLANs, STP und Inter-VLAN-Routing konfigurieren
- OSPF und statisches Routing in verschiedenen Netzwerktopologien einrichten
- Netzwerksicherheit durch ACLs, AAA und VPN-Grundlagen implementieren
- Netzwerkautomatisierung mit REST APIs und Python-Grundlagen einordnen
- Den Scrum-Rahmen mit allen Rollen, Ereignissen und Artefakten vollständig beschreiben
- Sprint Planning, Daily Scrum, Sprint Review und Retrospektive moderieren
- Das Scrum-Team als Scrum Master selbstorganisierend machen und Hindernisse beseitigen
- Product Backlog Refinement und Story-Point-Schätzungen begleiten
- Agile Prinzipien auf IT-Infrastrukturprojekte übertragen
- Scrum in nicht-klassischen Softwareprojekten anwenden: Netzwerkmigration, Rechenzentrum, DevOps
Zielgruppe & Voraussetzungen
Der Kurs richtet sich an IT-Fachleute, die neben technischen Netzwerkkenntnissen auch Projektführungskompetenz aufbauen möchten. Angesprochen werden
- Netzwerkadministratoren und -techniker, die Projektverantwortung übernehmen
- IT-Fachleute in DevOps- oder agilen Infrastrukturteams
- Systemadministratoren, die als Scrum Master für ihr Team fungieren möchten
- IT-Projektkoordinatoren mit Netzwerkaufgaben
- Berufswechsler mit technischem IT-Hintergrund und Interesse an agilen Führungsrollen
Für den CCNA-Teil sind grundlegende IT- und Netzwerkkenntnisse hilfreich, aber kein formaler Abschluss erforderlich. Für den Scrum-Teil werden keine spezifischen Vorkenntnisse vorausgesetzt — das Scrum-Framework wird von Grund auf vermittelt. Berufserfahrung im IT-Bereich erleichtert das Verständnis der praktischen Anwendungsbeispiele.
Ablauf & Abschluss
Der Kurs findet als synchrones Online-Format im virtuellen Klassenraum statt. Netzwerkthemen werden mit Cisco-Lab-Emulatoren in Hands-on-Übungen vertieft; Scrum-Themen werden durch Team-Simulationen, Rollenspiele und moderierte Übungen erfahrbar gemacht. Der Wechsel zwischen technischer Netzwerkarbeit und Scrum-Praxis ist ein bewusstes didaktisches Element: Teilnehmende erleben, wie agile Denkweise und technische Sorgfalt sich gegenseitig ergänzen.
Der Kurs deckt zwei umfangreiche Qualifikationsgebiete ab und erstreckt sich über mehrere Wochen. Teilzeit-Optionen sind verfügbar. Starttermine werden flexibel vereinbart, um den Kurs neben dem Beruf zu ermöglichen.
Teilnehmende erhalten eine qualifizierte Teilnahmebescheinigung. Darüber hinaus bereitet der Kurs auf externe Zertifizierungsprüfungen vor: die Cisco CCNA-Prüfung (200-301) und eine Scrum Master-Zertifizierung (z. B. PSM I von Scrum.org oder CSM von Scrum Alliance). Beide Zertifikate werden von den jeweiligen Organisationen nach bestandener Prüfung ausgestellt.
Nutzen & Perspektiven
In vielen IT-Organisationen verschwimmt die Grenze zwischen technischem Betrieb und Projektführung. Netzwerkteams, die nach DevOps-Prinzipien arbeiten, brauchen Fachleute, die einen Sprint genauso sicher moderieren wie eine OSPF-Konfiguration debuggen. Das ist die Nische, für die dieser Kurs qualifiziert: die Brücke zwischen Netzwerktechnik und agiler Teampraxis. CCNA öffnet Türen in Netzwerkadministration und Network-Engineering-Stellen — es ist Ciscos am weitesten verbreitetes Einsteigszertifikat und in vielen Stellenausschreibungen als Mindestanforderung gelistet. Eine Scrum-Master-Zertifizierung ergänzt das Profil mit einer Führungskomponente, die Netzwerkfachleute von reinen Technikerprofilen unterscheidet und für Leitungspositionen in agilen IT-Teams qualifiziert. Auf dem Arbeitsmarkt entstehen zunehmend Hybridrollen wie Network DevOps Engineer, Infrastructure Scrum Master oder Technical Scrum Master for Cloud- und Network-Teams — Positionen, die genau die Kombination dieses Kurses verlangen und die von Arbeitgebern mit deutlich besserer Vergütung als reine Netzwerkadmin-Stellen bewertet werden.
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Was ist der Unterschied zwischen Scrum Master und Projektleiter?
Ein klassischer Projektleiter plant und kontrolliert, hat Weisungsbefugnis und verantwortet Termin, Budget und Qualität. Der Scrum Master ist dagegen Servant Leader: Er moderiert Scrum-Ereignisse, schützt das Entwicklungsteam vor Störungen und beseitigt Hindernisse, hat aber keine disziplinarische Autorität. Das Team ist selbstorganisierend und trägt gemeinsam Verantwortung für die Lieferung.
Welche Scrum-Zertifizierungen gibt es, und welche wird hier vorbereitet?
Die bekanntesten Scrum Master-Zertifizierungen sind PSM I (Professional Scrum Master) von Scrum.org und CSM (Certified Scrum Master) von der Scrum Alliance. Der Kurs vermittelt das vollständige Scrum-Framework und bereitet auf beide vor. PSM I ist ohne verpflichtende Schulungsteilnahme ablegbar und gilt als besonders anspruchsvoll. CSM erfordert eine zweitägige Schulung, die in diesem Kurs integriert sein kann.
Kann Scrum wirklich auf Netzwerk- oder Infrastrukturprojekte angewendet werden?
Ja, mit Anpassungen. Scrum wurde für Software-Entwicklung entworfen, funktioniert aber auch für iterative Infrastrukturprojekte wie Netzwerkmigration, Rechenzentrumsaufbau oder Cloud-Onboarding. Der Schlüssel liegt darin, Arbeit in klare Inkremente zu übersetzen und Impediments offen zu halten. Viele DevOps-Teams nutzen Scrum-Prinzipien oder hybride agile Ansätze.
Sind CCNA und Scrum Master gleichzeitig zu lernen nicht zu viel?
Beide Gebiete sind inhaltlich voneinander getrennt, was die kognitive Last reduziert — sie konkurrieren nicht um dieselben Konzepte. Scrum ist konzeptionell zugänglich und kann gut parallel zu technischen Themen erlernt werden. Der Kurs ist so strukturiert, dass Netzwerk-Labs und Scrum-Simulationen einander abwechseln, was zu Abwechslung und besserer Aufmerksamkeit beiträgt.
Was ist der Karrierewert einer CCNA + Scrum Master-Kombination?
Netzwerkadministratoren mit Scrum-Kompetenz sind für Unternehmen attraktiv, die nach IT-Infrastruktur-Fachleuten suchen, die auch Projekte leiten können. Hybridrollen wie Technical Scrum Master oder Network DevOps Lead setzen genau diese Kombination voraus und werden höher vergütet als reine Netzwerkadmin-Positionen.
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