Überblick
Diese Weiterbildung vereint zwei der bekanntesten Zertifizierungspfade der IT-Branche unter einem Dach: das Cisco Certified Network Associate (CCNA) und das VMware Certified Professional (VCP). Während das CCNA das Fundament für professionelle Netzwerkkonfiguration, Routing und Switching legt, erweitert das VMware-Modul die Perspektive auf virtuelle Infrastrukturen, die in modernen Rechenzentren und hybriden Cloud-Umgebungen unverzichtbar sind. Wer beide Kompetenzbereiche beherrscht, deckt einen breiten Querschnitt der heutigen IT-Betriebslandschaft ab.
Kursinhalte & Lernziele
Das erste Themengebiet widmet sich den Grundlagen der Netzwerkkommunikation. Hier wird das OSI-Modell ebenso behandelt wie TCP/IP-Stack, binäre Adressrechnung und Subnetting — Werkzeuge, die jede weitere Netzwerkarbeit tragen. Darauf aufbauend werden Cisco-Geräte konfiguriert und Netzwerktopologien aufgebaut.
- Aufbau und Funktion des OSI-Referenzmodells
- IPv4- und IPv6-Adressierung, CIDR und VLSM
- Konfiguration von IOS-CLI auf Routern und Switches
- Ethernet-Grundlagen, MAC-Adressen, Switching-Entscheidungen
- STP, RSTP und EtherChannel für ausfallsichere LANs
- VLANs, Trunks (802.1Q) und Inter-VLAN-Routing
Das zweite Modul vertieft Routing und netzwerkübergreifende Kommunikation. Die Teilnehmenden lernen, wie Pakete durch komplexe Netze geleitet werden, und konfigurieren dynamische Routing-Protokolle unter realistischen Bedingungen.
- Statisches Routing und Default Routes
- OSPF Single-Area und Multi-Area in IPv4 und IPv6
- DHCP, DNS und NAT im Unternehmenskontext
- Access Control Lists (ACL) zum Schutz von Netzwerksegmenten
- WAN-Technologien und VPN-Grundkonzepte
- Netzwerkdiagnose mit Ping, Traceroute und show-Befehlen
Das dritte Modul führt in die VMware-Virtualisierungswelt ein. Kernstück ist vSphere mit seinen Komponenten ESXi-Hypervisor und vCenter Server, die zusammen die Verwaltung virtualisierter Serverlandschaften ermöglichen. Die Teilnehmenden richten vollständige virtuelle Umgebungen ein und lernen deren Betrieb und Optimierung.
- ESXi-Installation und Grundkonfiguration
- vCenter Server: Deployment und erste Konfiguration
- Erstellung und Verwaltung virtueller Maschinen und Templates
- Storage-Konzepte: Datastores, VMFS, NFS und iSCSI
- Virtuelle Netzwerke mit vSwitches und Distributed vSwitches
- vSphere HA, vMotion, DRS und FT für Hochverfügbarkeit
Praxisblock — Laborübungen und Fallstudien In den folgenden Laborübungen werden alle gelernten Cisco- und VMware-Konfigurationen unter realistischen Bedingungen geübt.
- VLAN-Konfiguration auf Cisco-Catalyst-Switches mit anschließendem VLAN-Troubleshooting
- OSPF-Netzwerk in einer Multi-Router-Topologie aufbauen und verifizieren
- ACLs zur Segmentierung und Absicherung von Netzwerkbereichen erstellen
- Vollständige vSphere-Umgebung mit ESXi-Hosts und vCenter installieren
- Virtuelle Maschinen per vMotion migrieren ohne Serviceunterbrechung
- Ressourcenpools und DRS-Cluster zur Lastverteilung konfigurieren
- Backup-Konzepte für VMs und Snapshot-Management praktisch umsetzen
- Netzwerkdiagnose in gemischten Umgebungen: physische Ports und virtuelle Switches
- IPv6-Adressierung und Routing in einer Testumgebung aktivieren
- Sicherheitsszenarien: Port Security auf Switches und Firewall-Regeln in der VMware-Umgebung
- Performance-Monitoring mit vSphere-internen Tools und Alarmierung einrichten
- Dokumentation von Netzwerktopologien und Virtualisierungsarchitekturen nach Best Practices
Die Labore werden in virtuellen Übungsumgebungen durchgeführt, sodass alle Konfigurationen gefahrlos ausprobiert und wiederholt werden können. Praxiserfahrene Trainer begleiten jede Übungsphase und stehen für technische Rückfragen zur Verfügung. Wer eine Übung nicht beim ersten Versuch abschließt, kann sie im gleichen Lab-Environment ohne Konsequenzen wiederholen — ein Vorteil, der im Produktivbetrieb naturgemäß fehlt.
Lernziele:
- Grundprinzipien und Protokolle moderner Netzwerkarchitekturen verstehen und anwenden
- Cisco-Router und -Switches konfigurieren, verwalten und Fehler systematisch beheben
- VLANs, Spanning Tree, EtherChannel und andere Layer-2-Technologien korrekt einsetzen
- Statisches und dynamisches Routing (OSPF, EIGRP) in IPv4- und IPv6-Netzen umsetzen
- Netzwerksicherheitskonzepte wie ACLs, AAA und Port Security implementieren
- VMware vSphere-Umgebungen installieren, konfigurieren und administrieren
- Virtuelle Maschinen und Templates erstellen, klonen und verwalten
- Ressourcenpools, Hochverfügbarkeit (HA) und vMotion in vSphere nutzen
- Netzwerk-Virtualisierung mit VMware-eigenen Switching-Konzepten umsetzen
- Monitoring- und Diagnose-Werkzeuge für physische und virtuelle Infrastrukturen einsetzen
- Vorbereitung auf die offiziellen Prüfungen 200-301 (CCNA) und die VMware-Zertifizierungsprüfung
Zielgruppe & Voraussetzungen
Die Weiterbildung wendet sich an Menschen, die bereits erste IT-Erfahrungen gesammelt haben und nun in Richtung Netzwerkadministration oder Infrastrukturbetrieb wechseln möchten. Auch berufserfahrene Administratoren, die bisher nur eines der beiden Themenfelder abgedeckt haben, profitieren von der kombinierten Qualifizierung.
- IT-Quereinsteiger mit technischer Grundbildung
- Systemadministratoren, die Netzwerkkompetenz ergänzen wollen
- Netzwerktechniker, die Virtualisierungskenntnisse aufbauen möchten
- Helpdesk- und Support-Mitarbeitende mit Ambitionen in den Infrastrukturbereich
- Berufsrückkehrende aus der IT mit Auffrischungsbedarf in aktuellen Technologien
Grundkenntnisse im Umgang mit Betriebssystemen (Windows oder Linux) und ein grundlegendes Verständnis von IP-Adressen und Netzwerkprotokollen erleichtern den Einstieg wesentlich. Erfahrung mit dem OSI-Modell ist hilfreich, aber nicht zwingend erforderlich, da die Konzepte zu Beginn wiederholt werden. Für das VMware-Modul ist praktische Erfahrung mit Server-Hardware oder virtualisierten Umgebungen von Vorteil. Ein stabiler Internetzugang für die Live-Sitzungen im virtuellen Klassenzimmer ist technische Voraussetzung.
Ablauf & Abschluss
Der Unterricht wird im virtuellen Klassenzimmer als Live-Format abgehalten, sodass Teilnehmende in Echtzeit mit Trainern und Kursgruppe interagieren können. Theoriephasen wechseln regelmäßig mit Laborübungen, in denen Cisco-Netzwerke und VMware-Umgebungen direkt konfiguriert werden. Fallstudien und praxisnahe Szenarien sorgen dafür, dass gelerntes Wissen unmittelbar angewendet wird. Wer keinen geeigneten Heimarbeitsplatz hat, kann an einem der Kurscenter teilnehmen, wo PC-Arbeitsplätze mit Doppelbildschirm bereitstehen.
Die Gesamtdauer hängt von den gewählten Modulen ab, da das Curriculum individuell zusammengestellt wird. Typischerweise umfasst die Vorbereitung auf CCNA mehrere Wochen intensiven Unterrichts; das VMware-VCP-Modul kommt hinzu. Start- und Endtermine werden auf die individuellen Lernziele abgestimmt.
Nach Abschluss aller Module erhalten Teilnehmende eine qualifizierte Teilnahmebescheinigung. Die offiziellen Herstellerzertifikate — Cisco CCNA (Prüfung 200-301) und VMware Certified Professional (VCP) — werden durch das jeweilige Hersteller-Testzentrum vergeben und erfordern das Bestehen der zugehörigen Prüfungen, die separat zu buchen sind. Beide Zertifikate sind international anerkannt und in Stellenausschreibungen explizit nachgefragt.
Nutzen & Perspektiven
Netzwerktechnik und Virtualisierung gehören zu den Kerndisziplinen moderner IT-Infrastruktur. Wer beide Bereiche abdeckt, ist in der Lage, Systemumgebungen ganzheitlich zu betrachten: von der physischen Netzwerkschicht über virtuelle Maschinen bis hin zu verteilten Anwendungen. Diese Kombination ist besonders wertvoll in mittleren und großen Unternehmen, wo Netzwerk- und Server-Teams zunehmend zusammenwachsen. Der parallele Erwerb von CCNA und VMware VCP verkürzt die Qualifizierungszeit gegenüber zwei getrennten Weiterbildungen erheblich. Gleichzeitig profitieren Teilnehmende davon, dass Synergien zwischen den Themen — etwa virtuelle Switches in VMware und physische Netzwerke darunter — direkt im Kurs sichtbar und verständlich gemacht werden. Dieses vernetzte Verständnis ist in der Praxis kaum durch Einzelkurse allein zu erreichen. Für den Arbeitsmarkt bedeuten zwei anerkannte Herstellerzertifikate ein deutlich breiteres Bewerbungsfeld. CCNA-zertifizierte Netzwerkspezialisten und VMware-VCPs sind bei Systemhäusern, Managed-Service-Providern, Rechenzentren und großen Unternehmen dauerhaft gefragt. Die Kombination beider Qualifikationen positioniert Absolventinnen und Absolventen für Rollen, die Netzwerk- und Virtualisierungsverantwortung vereinen — Aufgaben, die in der Praxis häufig in einer Person gebündelt werden.
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Werden CCNA und VMware gleichzeitig oder nacheinander gelernt?
Die Module sind individuell kombinierbar. In der Regel wird zunächst das CCNA-Fundament gelegt und danach das VMware-Modul absolviert, da Netzwerkkenntnisse für die Virtualisierungsschicht hilfreich sind. Die genaue Reihenfolge richtet sich nach dem Lernplan und den Vorkenntnissen.
Welche Prüfungen müssen für die Zertifikate abgelegt werden?
Für das Cisco CCNA ist die Prüfung 200-301 bei einem autorisierten Pearson-VUE-Testzentrum erforderlich. Das VMware Certified Professional (VCP) setzt eine offizielle VMware-Prüfung voraus. Beide Prüfungen sind nicht im Kurspreis enthalten und werden separat gebucht.
Findet der Unterricht als Präsenz- oder Online-Kurs statt?
Der Live-Unterricht wird im virtuellen Klassenzimmer durchgeführt. Wer keinen eigenen Arbeitsplatz nutzen kann, hat die Möglichkeit, in einem Kurscentrum teilzunehmen, wo PC-Arbeitsplätze mit zwei Bildschirmen bereitstehen. Beide Formate erlauben interaktive Teilnahme per Mikrofon, Kamera und Chat.
Wie lange sind CCNA- und VCP-Zertifikate gültig?
Das Cisco CCNA ist drei Jahre gültig und kann durch eine Recertification-Prüfung oder durch höhere Cisco-Zertifizierungen verlängert werden. VMware VCP-Zertifikate gelten in der Regel zwei Jahre; die Verlängerung erfolgt über eine Upgrade-Prüfung oder Delta-Prüfung auf die neueste Produktversion.
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