Überblick
Dieser Lehrgang kombiniert den Cisco-Concentration-Kurs Conducting Forensic Analysis and Incident Response Using Cisco Technologies for CyberOps (CBRFIR, Prüfung 300-215) mit der CompTIA Security+-Zertifizierung. Der Cisco-Anteil vertieft die Spezialisierung im Bereich Digital Forensics and Incident Response (DFIR) auf Basis des Cisco-CyberOps-Professional-Pfads; der CompTIA-Anteil liefert ein breites, herstellerunabhängiges Fundament in IT-Sicherheit. Zusammen decken beide Module die operative Sicherheitsarbeit ab — von der Beweissicherung über die Bedrohungsanalyse bis zur Härtung von Infrastrukturen.
Kursinhalte & Lernziele
Modul CBRFIR – Cisco Digital Forensics and Incident Response Der fünftägige CBRFIR-Kurs (v1.0) vermittelt vertiefte Kenntnisse im Umgang mit Sicherheitsvorfällen unter Einsatz von Cisco-Technologien. Er ist der Concentration-Anteil des Cisco CyberOps Professional-Pfads und bereitet direkt auf die Prüfung 300-215 vor.
- DFIR-Grundlagen: Definitionen, Rollen im Security Operations Center (SOC)
- Forensische Methodik: Order of Volatility, Evidence Handling, Chain of Custody
- Datenerfassung auf Endpunkten: Memory Forensics, Disk Imaging, Log-Sammlung
- Netzwerkforensik: Traffic-Analyse mit Cisco-Tools, PCAP-Auswertung
- Malware-Analyse: statische und dynamische Analyse, Sandbox-Einsatz
- Incident-Response-Phasen nach NIST SP 800-61: Vorbereitung, Erkennung, Eindämmung, Beseitigung, Wiederherstellung
- Bedrohungsidentifikation: IoCs, IoAs, MITRE ATT&CK-Framework
- Threat Hunting: proaktive Suche nach versteckten Angreifern im Netzwerk
- Log-Management und SIEM: Cisco-spezifische Tools und Plattformintegration
- Dokumentation von Incident-Response-Aktivitäten für forensische Berichte
- Rechtliche Rahmenbedingungen der digitalen Forensik in Deutschland und der EU
- Prüfungsrelevante Themen für die 300-215-CBRFIR-Prüfung
Modul CompTIA Security+ – Herstellerunabhängige Sicherheitsgrundlagen CompTIA Security+ ist eine der meistverbreiteten Einstiegs- und Validierungszertifizierungen im IT-Sicherheitsbereich. Sie wird von Industrie, Regierung und Wissenschaft gemeinsam entwickelt und ist DoD-anerkannt. Dieser Modulteil deckt alle prüfungsrelevanten Domänen ab.
- Bedrohungen und Angriffsvektoren: Phishing, Ransomware, Supply-Chain-Attacken, Social Engineering
- Schwachstellen und Exploits: CVE-Prozess, CVSS-Scoring, Zero-Day-Risiken
- Technologien und Tools: IDS/IPS, Firewalls, SIEM, Endpoint-Protection, VPN
- Architektur und Design: Zero-Trust-Modelle, Defense-in-Depth, Segmentierung
- Identitäts- und Zugangsverwaltung: MFA, RBAC, PAM, Federation
- Risikomanagement: Business Impact Analysis, Risk Assessment, Datenschutz-Grundlagen
- Kryptografie und PKI: symmetrische/asymmetrische Verfahren, TLS, Zertifikatsinfrastruktur
- Cloud-Security-Grundlagen: Shared-Responsibility-Modell, CASB, SaaS-Risiken
- Wireless-Sicherheit: WPA3, RADIUS, drahtlose Angriffe und Gegenmaßnahmen
- Praxisszenarien mit Incident-Szenarien, die Security+-Konzepte auf echte Vorfälle anwenden
Beide Module ergänzen sich direkt: Die CBRFIR-Kenntnisse geben technische Tiefe in Cisco-Umgebungen; Security+ liefert das herstellerunabhängige Vokabular und den Rahmen, um Sicherheitsempfehlungen gegenüber Management und Kunden zu fundieren. Der Lehrgang berücksichtigt dabei, dass Security-Analysten in der Praxis selten mit einer einzigen Technologie oder einem einzigen Framework arbeiten. In einem realen Sicherheitsvorfall greifen Cisco-spezifische Werkzeuge — etwa Cisco SecureX, Cisco Threat Response oder Cisco Orbital — nahtlos in herstellerunabhängige Prozesse wie die Incident-Response-Phasen nach NIST oder die Risikokontrollen nach CompTIA-Standard. Diese Verzahnung zu verstehen und anzuwenden ist ein zentrales Lernziel des kombinierten Programms. Besonderes Augenmerk liegt auf der Dokumentationspflicht: Forensische Ermittlungen stehen und fallen mit der Integrität der Beweiskette. Der Lehrgang trainiert, Beweissicherung, Analyseschritte und Incident-Response-Maßnahmen so zu protokollieren, dass sie vor Gericht, in Behördenverfahren und bei internen Audits stand halten. Diese Kompetenz ist sowohl im CBRFIR-Prüfungsstoff als auch in der Security+-Domäne „Risikomanagement" verankert und verbindet beide Kursteile auf einer operativen Ebene.
Lernziele:
- Cybersecurity-Bedrohungen, Schwachstellen und Vorfälle nach dem Cisco-DFIR-Framework erkennen
- Digitale Beweise auf elektronischen Geräten und Netzwerksystemen korrekt sichern und analysieren
- Incident-Response-Prozesse nach Cisco-CyberOps-Methodik strukturieren und durchführen
- Proaktive Audits und Threat-Hunting-Aktivitäten planen und umsetzen
- Forensische Untersuchungen unter Wahrung der Chain of Custody durchführen
- Bedrohungsakteure, Angriffsvektoren und aktuelle Exploit-Techniken einordnen
- Sicherheitsarchitekturen nach CompTIA Security+-Rahmen bewerten und empfehlen
- Identitäts- und Zugriffsmanagementkonzepte für heterogene IT-Umgebungen anwenden
- Risikomanagement-Grundsätze auf reale Sicherheitsentscheidungen übertragen
- Kryptografische Verfahren und PKI-Infrastrukturen in Sicherheitskonzepte einbinden
- Netzwerk- und Cloud-Sicherheitsmaßnahmen nach CompTIA-Standard umsetzen
- SOC-Prozesse und Incident-Workflows in der Praxis koordinieren
Zielgruppe & Voraussetzungen
Der Lehrgang richtet sich an IT-Fachleute, die im Security-Operations-Umfeld tätig sind oder in eine spezialisierte Sicherheitsrolle wechseln möchten.
- SOC-Analysten, die ihre Incident-Response-Kompetenz durch Cisco-Spezialisierung ausbauen
- Netzwerkadministratoren mit Sicherheitsverantwortung, die eine anerkannte Zertifizierung anstreben
- IT-Forensiker, die methodisch strukturierte DFIR-Kenntnisse formalisieren möchten
- Security-Engineers, die CompTIA Security+ für regulatorische Anforderungen (z. B. DoD 8140) benötigen
- Berater, die Kunden in der Incident-Response-Planung begleiten
Für den CBRFIR-Kurs empfiehlt Cisco Grundkenntnisse in Cybersicherheit sowie die Absolvierung des Core-Kurses 350-201 CBRCOR (Understanding Cisco Cybersecurity Operations Fundamentals) oder gleichwertige Praxiserfahrung. Für CompTIA Security+ sollten Sie über Kenntnisse entsprechend CompTIA Network+ oder zwei Jahre Berufserfahrung in IT-Sicherheitsaufgaben verfügen. Vertrautheit mit TCP/IP-Netzwerken und Betriebssystemgrundlagen (Windows und Linux) wird vorausgesetzt.
Ablauf & Abschluss
Der CBRFIR-Kursteil folgt dem offiziellen Cisco-Lehrplan und basiert auf einer Kombination aus Vorträgen, Video-Einheiten und praxisbezogenen Übungen. Praktische Lab-Szenarien — Sicherung von Beweismitteln, PCAP-Analyse, Incident-Dokumentation — sind fest in den Kursablauf integriert. Der CompTIA-Teil wechselt zwischen konzeptionellen Einheiten und szenariobasierten Aufgaben, die dem Security+-Prüfungsformat entsprechen. Der Live-Unterricht findet im virtuellen Klassenzimmer statt.
Der Lehrgang ist für Vollzeitteilnahme ausgelegt und dauert mehr als einen Monat bis zu drei Monaten. Der CBRFIR-Kernkurs ist als fünftägige Schulung konzipiert; der CompTIA Security+-Anteil und die integrierte Prüfungsvorbereitung erweitern den Gesamtumfang je nach Vorkenntnissen.
Der Lehrgang bereitet auf zwei Prüfungen vor: die Cisco-Prüfung 300-215 CBRFIR (Cisco CyberOps Professional Concentration) und die CompTIA Security+-Prüfung. Beide Zertifikate werden nach bestandener Prüfung von Cisco bzw. CompTIA ausgestellt. Das Cisco CyberOps Professional-Zertifikat setzt neben der Concentration-Prüfung den bestandenen Core-Exam 350-201 voraus. Eine qualifizierte Teilnahmebescheinigung wird nach Lehrgangsabschluss ausgestellt. Cisco-Zertifikate auf Professional-Niveau sind drei Jahre gültig; CompTIA Security+ wird nach drei Jahren durch Weiterbildung erneuert.
Nutzen & Perspektiven
DFIR-Kenntnisse sind am Arbeitsmarkt chronisch unterbesetzt — die Nachfrage nach Fachleuten, die einen Angriff nicht nur erkennen, sondern forensisch rekonstruieren und dokumentieren können, übersteigt das Angebot deutlich. Mit der Cisco-Concentration-Prüfung 300-215 beweisen Sie, dass Sie auf Cisco-Plattformen im Enterprise-Kontext agieren können; mit CompTIA Security+ zeigen Sie, dass Ihre Kompetenz nicht an einen einzelnen Hersteller gebunden ist. Gerade für SOC-Analysten der zweiten oder dritten Ebene ist diese Kombination strategisch wertvoll: Sie können sowohl auf Cisco-spezifische Triage-Prozesse zurückgreifen als auch herstellerunabhängige Sicherheitsprinzipien auf neue Bedrohungslagen anwenden. Das macht Sie in gemischten Infrastrukturumgebungen — wie sie in mittleren und großen Unternehmen die Norm sind — besonders einsetzbar. Darüber hinaus ist CompTIA Security+ in vielen öffentlichen Ausschreibungen und DoD-Regularien explizit als Nachweiszertifikat gelistet. Wer im Rüstungsbereich, im öffentlichen Dienst oder für US-amerikanische Auftraggeber tätig ist oder werden möchte, profitiert direkt von dieser Zertifizierung. Die Cisco-Komponente erhöht die Profiltiefe auf der technischen Ebene — ein Duo, das auf dem Bewerbermarkt deutlich auffällt.
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Was ist der Unterschied zwischen dem Cisco CyberOps Core-Exam und der Concentration-Prüfung?
Der Core-Exam 350-201 CBRCOR (Understanding Cisco Cybersecurity Operations Fundamentals) bildet die Basis des CyberOps Professional-Pfads. Die Concentration-Prüfung 300-215 CBRFIR ist die Spezialisierung im Bereich Forensik und Incident Response. Für das vollständige Cisco CyberOps Professional-Zertifikat werden beide Prüfungen benötigt.
Ist CompTIA Security+ für Bewerber beim öffentlichen Dienst relevant?
Ja — CompTIA Security+ ist vom US-amerikanischen DoD unter der Direktive 8140 anerkannt und wird weltweit in öffentlichen Ausschreibungen und Sicherheitsanforderungskatalogen explizit gelistet. Auch deutsche Behörden und Bundesunternehmen erkennen das Zertifikat als Kompetenznachweis an.
Wie lange ist das Cisco CyberOps Professional-Zertifikat gültig?
Cisco-Zertifikate auf Professional-Niveau sind drei Jahre gültig. Eine Rezertifizierung erfolgt durch Ablegen einer aktuellen Cisco-Professional-Prüfung oder durch das Sammeln von 80 Continuing Education Credits im Cisco-Programm.
Welche Lab-Umgebung wird im CBRFIR-Kurs genutzt?
Der offizielle Cisco-Kurs beinhaltet laborbasierte Übungseinheiten, die auf Cisco-Technologien und -Plattformen ausgerichtet sind. Typischerweise werden PCAP-Analysen, Memory-Forensik und Incident-Dokumentation in einer kontrollierten Lab-Umgebung durchgeführt. Details zur konkreten Laborumgebung stimmen Sie bitte mit dem Anbieter ab.
Kann ich Security+ ablegen, ohne vorher Network+ zu haben?
CompTIA empfiehlt Network+-Kenntnisse oder zwei Jahre Berufserfahrung in der IT-Sicherheit, macht aber Network+ nicht zur Pflichtvoraussetzung. Wer über solide TCP/IP-Grundkenntnisse verfügt und praktische Sicherheitserfahrung mitbringt, kann Security+ ohne vorherige CompTIA-Zertifizierung antreten.
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