Überblick
Der Cisco Network Associate / CCNA Routing & Switching (Basis) ist der erste Teil einer zweiteiligen Ausbildungsreihe, die auf die international renommierte CCNA-Zertifizierung von Cisco vorbereitet. Dieser Basiskurs legt das Fundament: Er vermittelt das strukturierte Verständnis für IP-Netzwerke, die grundlegende Konfiguration von Switches und Routern, Subnetting, das Verhalten von TCP und UDP auf der Transportschicht sowie WLAN-Grundlagen inklusive der Verwaltung von Access Points und Wireless LAN Controllern. Alle Inhalte orientieren sich am aktuellen Cisco-Prüfungsrahmen für den CCNA (200-301).
Kursinhalte & Lernziele
Netzwerkgrundlagen und IP-Adressierung Die erste Themeneinheit schafft das konzeptionelle Fundament für alle weiteren Inhalte. Teilnehmende lernen das OSI-Modell und das TCP/IP-Protokollstack-Modell in ihrer praktischen Bedeutung kennen und verstehen, wie Daten über Netze transportiert werden. Ein besonderer Fokus liegt auf dem sicheren Beherrschen der IP-Adressierung.
- OSI-Schichtenmodell: Funktion und Zuordnung von Protokollen zu den sieben Schichten
- TCP/IP-Protokollsuite: ARP, ICMP, DNS, DHCP im Zusammenspiel
- IPv4-Adressierung: Klassen, Private Ranges, Subnetting mit VLSM
- IPv6-Grundlagen: Adressformate, Link-local, Global Unicast, Neighbor Discovery
- Binäre und hexadezimale Umrechnung als Praxisgrundlage
- Grundlegende Netzwerkgeräte: Router, Switch, Hub und ihre Rollen
Switching und lokale Netze (LAN) Switches bilden das Rückgrat jedes Unternehmensnetzes. Dieser Block behandelt das Switching-Verhalten von Cisco-Geräten und die wichtigsten LAN-Technologien.
- MAC-Adressen-Lernen und Weiterleitungslogik von Ethernet-Switches
- VLAN-Konfiguration: Access-Ports, Trunk-Ports, IEEE 802.1Q-Tagging
- Inter-VLAN-Routing über Router-on-a-Stick und Layer-3-Switches
- Spanning Tree Protocol (STP) und Rapid PVST: Schleifen vermeiden, Ports in den richtigen Zustand versetzen
- EtherChannel-Konfiguration (LACP, PAgP) zur Bandbreitenbündelung
- CDP und LLDP zur automatisierten Nachbarschaftserkennung
Routing und Wide-Area-Connectivity (Grundlagen) Routing ist die Kernfunktion, um Pakete zwischen Netzsegmenten zu leiten. Die Teilnehmenden lernen, wie Router Routing-Entscheidungen treffen, und konfigurieren statisches sowie dynamisches Routing auf Basis von OSPFv2.
- Router-Architektur: RAM, ROM, Flash, NVRAM und IOS-Boot-Prozess
- Statisches Routing: Konfiguration, Default-Route, Zusammenfassung
- OSPFv2 Grundkonfiguration: Neighbor-Beziehungen, Hello-Protokoll, Link-State-Database
- DHCP-Server und Relay-Agent auf Cisco-Routern
- ACLs (Standard und Extended) zur einfachen Zugriffskontrolle
- NAT/PAT: Grundkonzept und Konfiguration für den Internetzugang
WLAN-Grundlagen und kabellose Netze Drahtlose Netzwerke sind in modernen Unternehmensumgebungen unverzichtbar. Dieses Modul führt in die Grundprinzipien von WLANs und die Verwaltung kabelloser Infrastruktur ein.
- 802.11-Standards: Frequenzbänder, Kanäle, Übertragungsraten
- Infrastrukturmodus vs. Ad-hoc-Modus; SSID-Konzept
- Access Points (APs) und ihre Konfiguration im Autonomous- und Lightweight-Modus
- Wireless LAN Controller (WLC): Grundfunktionen und Anbindung von APs
- Grundlegende WLAN-Sicherheit: WPA2-Personal, SSID-Planung
- Kabellose Störquellen, Kanalplanung und Abdeckung
Praxisblock und Lab-Übungen Die praktischen Lab-Übungen bilden den roten Faden durch alle Themenblöcke. Im Simulator (Cisco Packet Tracer) sowie in echten Lab-Umgebungen setzen die Teilnehmenden das Gelernte unmittelbar um.
- Aufbau und Konfiguration eines geswitchten LAN mit mehreren VLANs
- Einrichten von Trunk-Links und Inter-VLAN-Routing
- Konfiguration von Rapid PVST und Verifikation der Port-Zustände
- Implementierung statischer Routen und einfacher OSPFv2-Topologien
- Einrichten von DHCP-Pools und NAT auf einem Cisco-Router
- Konfiguration und Verifikation von ACLs
- Anbindung eines Wireless LAN Controllers mit mehreren Access Points
- Diagnose typischer Verbindungsprobleme mit ping, traceroute und show-Befehlen
- Dokumentation der Lab-Topologie mit Netzwerkplänen
- Identifikation und Behebung von Konfigurations- und Verkabelungsfehlern
- Sicherung der Konfiguration (startup-config, running-config) und IOS-Updates
- Abschlussprojekt: Aufbau eines vollständigen kleinen Unternehmensnetzwerks
Die Labs sind darauf ausgelegt, nicht nur die Prüfungsanforderungen zu erfüllen, sondern echte Handlungskompetenz zu entwickeln. Wer die Aufgaben selbstständig löst, versteht die Netzwerkarchitektur aus der Perspektive der tatsächlichen Konfiguration – nicht nur als Konzept. Theorie und Praxis werden im gesamten Kurs eng verzahnt. Jedes neue Konzept wird unmittelbar durch eine Lab-Aufgabe verankert, sodass das Gelernte direkt angewendet und gefestigt wird.
Lernziele:
Nach Abschluss des Kurses sind die Teilnehmenden in der Lage
- das OSI-Schichtenmodell und das TCP/IP-Modell sicher anzuwenden und Netzwerkvorgänge den korrekten Schichten zuzuordnen
- IPv4-Adressen zu subnetten und IPv6-Adressierungskonzepte zu verstehen und zu konfigurieren
- Switches zu konfigurieren, VLANs einzurichten und Inter-VLAN-Routing zu implementieren
- Rapid PVST und Spanning-Tree-Konzepte zu verstehen und zur Schleifenvermeidung im LAN anzuwenden
- statisches Routing zu konfigurieren und einfache dynamische Routing-Protokolle (OSPF) zu verstehen
- TCP und UDP auf der Transportschicht zu unterscheiden und deren Einsatzszenarien einzuordnen
- grundlegende Layer-2-Protokolle wie LLDP und CDP zur Netzwerkerkennung zu nutzen
- InterSwitch-Verbindungen (Trunk-Links, EtherChannel) korrekt zu konfigurieren
- WLAN-Grundprinzipien zu verstehen und Access Points sowie Wireless LAN Controller einzubinden
- Netzwerktopologien zu dokumentieren und typische Konfigurationsfehler zu diagnostizieren
- grundlegende Sicherheitsmaßnahmen auf Switch- und Router-Ebene einzurichten
Zielgruppe & Voraussetzungen
Dieser Basiskurs richtet sich an Personen mit technischem oder kaufmännischem Hintergrund, die den Einstieg in die professionelle Netzwerktechnik suchen und sich für Netzwerke, Kommunikation und IT-Infrastruktur interessieren.
- IT-Fachkräfte aus anderen Bereichen, die sich auf Netzwerkverwaltung spezialisieren möchten
- Absolventen einer IT-Ausbildung (z. B. Fachinformatiker Systemintegration) ohne spezifische Netzwerkpraxis
- Personen mit technischer oder Verwaltungsausbildung, die in die Netzwerktechnik wechseln wollen
- Quereinsteiger mit nachweisbarem IT-Interesse und Grundkenntnissen aus der Berufspraxis
Für die Teilnahme wird eine abgeschlossene Berufsausbildung im Bereich IT, Technik oder Verwaltung vorausgesetzt; auch ein abgebrochenes Hochschulstudium wird anerkannt. Da die Cisco-Lehrgangsunterlagen sowie die spätere Zertifizierungsprüfung auf Englisch sind, sind gute Englischkenntnisse (Leseverständnis auf B2-Niveau) unabdingbar. Grundlegende PC-Kenntnisse und das Verständnis von Dateisystemen und Betriebssystemen erleichtern den Einstieg erheblich. Spezifische Vorkenntnisse in der Cisco-Konfiguration sind nicht erforderlich – alle IOS-Grundlagen werden im Kurs eingeführt.
Ablauf & Abschluss
Der Kurs verbindet strukturierte Wissensvermittlung mit einem hohen Anteil an praktischen Lab-Übungen. Die theoretischen Inhalte werden in Vortragsblöcken und interaktiven Diskussionsrunden erarbeitet, ergänzt durch Cisco-Officialcurriculum-Materialien. Den wesentlichen Teil der Lernzeit nehmen die Packet-Tracer-Simulationen und – je nach Anbieter – physische Lab-Setups ein, in denen die Teilnehmenden Konfigurationsaufgaben selbstständig lösen. Fehlerszenarien (Troubleshooting-Labs) trainieren das systematische Analysieren und Beheben von Netzwerkproblemen, eine Kernkompetenz für den beruflichen Alltag. Das Lerntempo ist zügig, aber strukturiert aufgebaut – Grundlagenmodule bauen aufeinander auf.
Die Kursdauer variiert je nach Anbieter und Kursformat. Typischerweise umfasst dieser Basisteil mehrere Wochen bis einige Monate intensiver Vollzeit- oder Teilzeitschulung. Die genaue Stundenanzahl und der zeitliche Rahmen werden durch den jeweils gewählten Anbieter festgelegt und sind vor der Anmeldung zu erfragen. Empfehlenswert ist ausreichend Eigenübungszeit außerhalb des Unterrichts, da die Cisco-Konfigurationspraxis repetitive Übung verlangt.
Der Kurs bereitet gezielt auf die CCNA-Zertifizierungsprüfung (Prüfungscode 200-301) von Cisco vor. Die Prüfung wird unabhängig bei einem autorisierten Cisco-Testzentrum abgelegt. Das CCNA-Zertifikat ist ein offizielles Herstellerzertifikat von Cisco Systems und weltweit in der Netzwerkbranche anerkannt. Nach erfolgreichem Bestehen erhalten die Absolventen eine Teilnahmebestätigung des Bildungsträgers; das eigentliche CCNA-Zertifikat wird nach bestandener Prüfung direkt von Cisco ausgestellt.
Nutzen & Perspektiven
Das CCNA-Zertifikat ist seit Jahrzehnten der internationale Branchenstandard für Netzwerktechniker im Einstiegsbereich. Wer es nachweist, signalisiert Arbeitgebern, dass er grundlegende Cisco-Infrastrukturen eigenständig konfigurieren, administrieren und troubleshooten kann. In einer Zeit, in der nahezu jedes Unternehmen auf verlässliche Netzinfrastruktur angewiesen ist, eröffnet die CCNA-Qualifikation Einstiegspositionen in IT-Abteilungen, bei Systemhäusern und in Managed-Service-Umgebungen – und zwar in praktisch jeder Branche. Der Basiskurs schafft dabei mehr als Prüfungswissen: Die Teilnehmenden erwerben ein tiefes konzeptionelles Verständnis dafür, wie Daten durch Netzwerke transportiert werden. Dieses Fundament ist nicht nur für den CCNA relevant, sondern bildet die Basis für alle weiterführenden Netzwerk- und Sicherheitszertifizierungen – von CCNP über CompTIA Network+ bis hin zu Cloud-Netzwerkkursen bei AWS oder Azure. Besonders wertvoll ist die konsequente Lab-Orientierung dieses Kurses: Statt reiner Theorie stehen reale Konfigurationsaufgaben im Mittelpunkt. Diese praxisorientierte Methode sorgt dafür, dass die Absolventen nach dem Kurs nicht nur Prüfungen bestehen, sondern im Joballtag tatsächlich sofort Netze aufbauen und administrieren können.
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Welche Vorkenntnisse brauche ich für den CCNA-Basiskurs?
Vorausgesetzt werden eine abgeschlossene Berufsausbildung im IT- oder Technikbereich (oder ein auch abgebrochenes Studium) sowie gute Englischkenntnisse, da die Cisco-Lehrgangs- und Prüfungsunterlagen auf Englisch sind. Tiefe Vorkenntnisse in der Netzwerktechnik sind nicht erforderlich – der Kurs beginnt bei den Grundlagen.
Auf welche Zertifizierungsprüfung bereitet der Kurs vor?
Der Kurs bereitet auf die Cisco CCNA-Zertifizierungsprüfung (200-301) vor, die das gesamte Grundlagenspektrum von Routing & Switching abdeckt. Die Prüfung wird bei einem autorisierten Cisco-Testcenter abgelegt. Das CCNA-Zertifikat wird von Cisco ausgestellt und ist weltweit anerkannt.
Was ist der Unterschied zwischen dem Basis- und dem Vertiefungskurs?
Der Basiskurs vermittelt die fundamentalen Netzwerkgrundlagen: IP-Adressierung, Switching-Konzepte, VLAN-Konfiguration, einfaches Routing und WLAN-Einstieg. Der Vertiefungskurs baut darauf auf und behandelt WAN-Technologien, erweiterte Netzwerksicherheit, Netzwerkautomatisierung und Controller-basiertes Networking – beides zusammen bereitet vollständig auf die CCNA-Prüfung vor.
In welchem Format findet der Kurs statt?
Der Kurs verbindet theoretische Präsenz- oder Online-Einheiten mit praktischen Lab-Übungen in simulierten und realen Netzwerkumgebungen. Das genaue Format (Präsenz, Online oder Hybrid) variiert je nach gewähltem Anbieter.
Welche Berufsfelder erschließt das CCNA-Zertifikat?
Mit dem CCNA qualifizieren sich Absolventinnen und Absolventen für Positionen als Netzwerkadministrator, Systemadministrator mit Netzwerkschwerpunkt, Fachinformatiker für Systemintegration oder Junior Network Engineer. Das Zertifikat ist ein international gefragter Nachweis für Cisco-Netzwerkkompetenz.
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